30 Jahre „Wiedervereinigung“ waren 30 Jahre: Mißbräuchliche Verwendung des Einigungsvertrages

Vereinigung Operative Aufklärung

Sachverhaltserklärung: Mißbräuchliche Verwendung des Einigungsvertrages

Auch wenn es das eigentliche Thema nicht tangiert, ist hier leider eine Hintergrundinformation unerläßlich. Zum Deutschen Eini-gungsvertrag gibt es in Ausfüllung des Artikels 9 Absatz 3 wurde eine Zusatzvereinbarung vom 18.09.90, im Haus 49 des MfS,  Gottlinde/Ecke Ruschestrasse unterzeichnet und nicht in Bonn, wie das die Geschichtsfälscher um Kohl und Schäuble und Merkel behaupten, die u.a. das Ministerium für Staatssicherheit der DDR und den Umg-ang mit Restbeständen der 110 laufenden Kilometer der STASI-Akten betreffen und deren Inhalt nur auszugsweise veröf-fentlicht ist.

Im Einigungsvertrag werden 110 lfd. Kilometer Restbe-stände der STASI- Akte mit kaum 2,5 Sätzen erwähnt – Der künftige Umgang mit den Restbeständen wurde nicht festgelegt. Mit Sicherheit wurde das am 18.9.1990 im Haus 49 des Mielkeministeriums genau festgelegt  Der Artikel 3 ist nur zu Teilen nachzulesen, Artikel 4 und 5 fehlen völlig. Im Artikel 1 steht zumindest, daß es bei der politi-schen, historischen und juristischen Aufarbeitung um ein-en „gebotenen Schutz“( der Täter aus den übernommenen Hauptabteilungen des MfS: HA IX; HA VII und HA VII/( – insgesamt 22.000 Mann Offiziere* ), geht. Das ist deshalb wichtig zu nennen, weil ein Großteil bezüglich schwerwiegend-er SED-und Stasi-Verbrechen (ohne Nennung dieses Vertrag-steiles) einfach verdrängend zur BStU abgeschoben wird und dort in der Regel erfolglos endet.

Das ist ein grundsätzlicher inhaltlicher und methodischer Fehl-er.Denn es ist ein grundlegender Unterschied nicht nur im straf-rechtlichen Sinne, ob es sich um  Folter,Verbrechen gegen die Menschlichkeit, vorsätzlichen Mord, Körperverletzung, schweren Raub, Diebstahl oder z. B. um Sachbeschädigung handelt. Dies möge vielleicht in den Rahmen, der gegenwärtig als Täterschutz im Volksmund gebraucht wird, fallen. Hier geht es aber im Unterschied dazu um die Wiedergewinnung von Kul- turwerten. Das bedeutet, daß Werte, die teils bereits über zwei Diktaturen hinweg im Osten Deutschlands seit 1933 verachtet, ver-drängt oder vernichtet werden sollten, aufgedeckt, aufgearbeitet und für die Allgemeinheit wieder zugänglich gemacht werden. Kul-turelle Werte werden benötigt, um geschichtliche Kontinuität und Identität wieder herstellen zu können. Dazu gehören z. B. das Wis-sen über Kultur-, Geistes- und Baugeschichte, historische Wurzeln bzw. Traditionen. Es ist schlicht Bildung !, die hier verlangt ist. Dies ist Grundvoraussetzung,um an geschichtliche Qualitäten (durchaus auch zeitkritisch) anknüpfen und diese daraufhin fort-schreiben zu können. Es interessiert folglich überhaupt nicht, wel-ches NSDAP-Mitglied oder welcher Stasi-Mitarbeiter beteiligt war oder wer hier und da etwas auf dem Kerbholz hat, sondern es geht schlicht darum, wo Kulturgut abgeblieben bzw. wieder auffindbar ist. Es geht in diesen Fällen nicht um strafrechtliche Verfolgung, sondern nur darum, daß man bitte einfach sagt, was damals gesch-ehen ist, auch wenn es teils schon über 50 Jahre her ist. Es ist doch heute keinem, in einer Wissenschaftsgesellschaft aufwachsenden Menschen erklärbar, warum man zu den Geschehnissen in der DDR nicht die Wahrheit sagt und Sachverhalte wie zur Paulinerkirche offenlegt, die unter damaligen Umständen heute durchaus erklärbar sind. Da sich ein Aufklärungsbedarf zu zwei Diktaturen angestaut hat ( teils seit 1933 ), ist dieser recht umfan-greich – von jüdischem Eigentum, über tatsächliche Kriegsschäd-en, Raub nach 1945 bis zum zentral geleiteten kommerziellen Aus-verkauf von Kulturgütern in DDR-Zeiten. Und es betrifft nicht nur die Vernichtung von Bauakten, sondern den Verbleib von Biblio-theksbeständen, Inventar und wichtige stadtgeschichtliche Mate-rialien*.

Welchen Schaden Deutschland nimmt, wenn man eben nicht die Diktaturen aufarbeitet, sondern im Gegenteil neuen Schaden erz-eugt, belegt das Negativbeispiel Leipzig. Hier kam es zu einer Melange von SED-Perspektivkadern in allen Parteien, le-gendierten Stasi-Spitzeln und gecasteten Neuzugängen (Die Hauptabteilung Aufklärung des Ministeriums für Staatssich-erheit der DDR (Auslandsspionage – HV A) zog keine DDR-Kritiker nach Ostdeutschland, sondern aufgrund ihrer ausgekundschafte-ten Partner vorwiegend SED- und DDR- freundlich eingestellte Personen in die „neuen Länder“, die nicht zu viel nachfragten bzw. geneigt waren, einen gut bezahlten Job angeboten zu bekommen.). Damit konnten Perspektivkader- und Stasi-Geflechte fortbestehen bzw. neu aufleben (Betrieb für Beschäftigungsförderung, Leipziger Olympiabewerbung etc.). Dort, wo nach der „Wende“ Information-en über das hohe städtebauliche Niveau Leipzigs gebraucht wurd-en (Bestand der Alten Stadtplanung) fehlen bis heute nicht nur die Nachweise des Verbleibs, sondern es wurde im Gegenteil getunn-elt. Statt mit der herausragenden Kulturgeschichte intelligenzint-ensiv zu werben, wurde in Leipziger Verwaltungen abgeblockt. Projektmöglichkeiten für eine transparente Stadtplanung wie „MEDIA@Komm“ wurden von Herrn Christian Scheibler „an die Wand gefahren“. Vorschläge wie Lipsikon wurden nicht ange-nommen. Es hätte damit nämlich sehr leicht herauskommen könn-en, daß –wie sich späterherausstellte – z. B. Gebäude öffentlich zu sehen gewesen wären, die unter die nach 1989 in der Leipziger Stadtverwaltung langjährig betriebene Immobilienkriminalität zu Zeiten des Bürgermeisters Andreas Müller fielen. Die Zerstöru-ng wichtiger Bausubstanz wie des Henriette-Goldschmidt- Hauses und der Kleinen Funkenburg gehören ebenso in dieses Raster wie der fehlende bedingungslose und notwendige Wiederaufbau der Leipziger Synagoge in der Gottschedstraße. Stattdessen wurde im SED-Stil an Erinnerungsplaketten und „Trostpflästerchen“ festge-halten. Gleichzeitig wurden in der Gier nach Fördergeldern und eben ohne ausreichenden historisch hochwertigen städtebaulichen Bezug Neubauten propagiert, die wie das Leipziger Bildermuseum und das geschichtsfälschende „Paulinum“ nicht nur maßlos über-teuert, sondern architektonisch wie funktional mißraten sind. Statt Investoren, Bauherren und neuen Grundstückseigentümern das überreiche Material der international anerkannten Leipziger Bau-kultur zu offerieren, ließ man Bauten zu, als hätte es in Leipzig keine Geschichte und nur die grüne Wiese gegeben. So stellen sich auch die Sachverhalte zur (vorläufigen) Verhinderung des Wieder-aufbaus der 1968 aus ideologischem Haß gesprengten Leipziger Paulinerkirche dar–von Martin Luther als erste evangelische Uni- versitätskirche geweiht, von Johann Sebastian Bach über Felix Mendelssohn Bartholdy bis Max Reger mit musikalischen Urauf-führungen erfüllt und mit Reden und Predigten in die Geschichte eingegangen wie mit Gottfried Wilhelm Leibniz, Johann Christoph Gottsched über die Vorträge d. Rektoren zu ihrem Amtswechsel bis zu Martin Niemöller … Dies vergessen zu machen, war Anliegen all jener in dieser Melange bis in Berliner Parteigremien hinein, die unter dem pseudowissenschaftlichen Begriff einer „Erinnerung-skultur“ versuchten und immer noch versuchen, Kulturwerte zu negieren, nationales Kulturerbe zu schmälern, Kulturgut zu separ-ieren und ihnen nur genehme Derivate zuzulassen.Das bedeutet, alles, was nicht eilfertig genehm, zu kompliziert oder mit negativen Werten behaftet ist,  wird unter den Teppich gekehrt! So müffelt es beträchtlich, wo statt Zivilcourage wieder Untertanen- geist und der Hang zum Kadavergehorsam herrscht. Bei einem entsprechenden Forschungsprojekt zum Thema gab es in meinem Fall trotz mehrjähriger Dauer seitens der BStU keine ein-zige verwertbare Zeile von Hinweisen oder Informationen. Alles mußte de facto ohne die dafür zuständigen Ämter und Behörden von Land und Bund erstellt werden. Das heißt zugleich, nicht Bil-dung, Wissenschaft und Forschung wurde in diesem Falle unters-tützt, sondern mit gewaltigem Aufwand nur deren Behinderung, wo Ausgangspunkt (ohne deren Nennungwie auch in anderen Fällen) oben genannte Zusatzvereinbarung mißbräuchlich angewandt wird.

Wieland Zumpe Leipzig, den 9. April 2017

Über stasifolteropferadamlauks

I am 66 Years old and I do promote acommodations on the adriatic´s sea beaches for holiday in apartments close to the sea-close to the mediteranian beauty. I am still victim of torture in STASI-Prison 1982-1985. I never reacht Justice and satisfaction by Germany´s goverment after 30 Years ! I am fighting for the implementation of § TORTURE in Germany´s low.
Dieser Beitrag wurde unter Aufarbeitung der Gauckschen Aufarbeitung, Aufarbeitung der STASI - Verbrechen, AUFKLÄRUNG STATT VERKLÄRUNG, Roland Jahn - BEPO der VOPOS der DDR, Verwaltungsgericht Berlin VG 9 AR 7.14 veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

1 Response to 30 Jahre „Wiedervereinigung“ waren 30 Jahre: Mißbräuchliche Verwendung des Einigungsvertrages

  1. Hallo Adam!
    Der Umbau der Hedwigskathedrale in Berlin Mitte ist sehr umstritten. Ich glaube, der jetzige Erzbischof wurde nur ausgenutzt, um den Umbau zu unterschreiben. Er ist noch nicht lange hier in Berlin tätig und der vorherige Erzbischof Rainer Maria Woelki, jetzt Kardinal in Köln, hatte dies alles wohl nach Aussag „eingefädelt“. Ausbaden darf aber alles Dr. Heiner Koch, der jetzige Erzbischof. Übrigens erlitt er angeblich „zufällig“ beim Zahnarzt einen körperlichen Notfall. Das hätte so meines Erachtens und meiner „Nachvollziehbarkeit“ nicht passieren dürfen. Involviert sind beim Umbau Grütters und Lederer. Lederer ist mir aus Streitigkeiten mit Hohenschönhausen bekannt bzw. nun aus dem Medien zu entnehmen, dass er angeblich schon „plante“, wie man den Mitarbeiter aus Hohenschönhausen entfernen könnte. Da ist wohl noch viel Streit anhängig. Beim Umbau der Kathedrale geht es um 60 Millionen Euros. Der Erzbischof Dr. Koch ist meines Erachtens zu leicht im Umgang mit DDR Bürgern und nicht aufgeklärt genug bzw. leichtes Futter für die Leute. Zum Umbau gab es heftige Proteste sowie Streit vor dem Gericht, da auch hier Urheberrechte und Kulturdenkmal zerstört wurde. Ich glaube, Herr Dr. Koch ist nur „Mittel zum Zweck“. Ehrlich gesagt, mache ich mir langsam Sorgen um ihn. Kannst du hier „Ähnlichkeiten im Vorgehen“ deines hier veröffentlichten Textes erkennen? Mit bestem Dank, J. R.

Kommentar verfassen