OFFENER BRIEF an DR. H. c. Joachim Gauck vom 17.3.2012 – Kandidaten für Bundespräsidenten von Deutschland von Dr.med. Thomas Kochmann


“And no one, no government agency has jurisdiction over the truth.” [Fox Mulder

 

Dr. med. Thomas Kochmann

offener Brief an Dr. h.c. Joachim Gauck

16.03.2012

Betreff: Dr. h.c. Joachim Gauck muss sich vor dem 18.03.12 zu den im
Raum stehenden Anschuldigungen äussern

Petition: Sehr geehrter Herr Dr. Gauck,

Ihre Nominierung als gemeinsamer Kandidat von CDU/CSU/SPD/FDP/GRÜNE
für die Wahl zum Bundespräsidenten am 18.03.2012 hat Unsicherheit bei
vielen Bürgern erzeugt.

Ich war 11 Jahre CDU-Mitglied und könnte nicht mit vielen anderen
Mitbürgern stolz auf unser Land sein, wenn ein zukünftiger
Bundespräsident für etwas steht, was Ihnen laut vielfältiger Vorwürfe
nachgesagt wird. Es geht im Wesentlichen um Ihren unklaren Standpunkt
zur Integration, vor allem der muslimischen deutschen Bevölkerung, und
Ihre Einschätzung des Schweregrads des Holocaust im Vergleich z.B. zur
SED-Diktatur.

So darf gerade der deutsche Bundespräsident einem Thilo Sarrazin
(„Deutschland schafft sich ab“) nicht „Mut“ attestieren und zusätzlich
mit der Aussage unterstützen (Tagesspiegel 30.12.2010): „Er hat über
ein Problem, das in der Gesellschaft besteht, offener gesprochen als
die Politik.“ Sind für Sie die Deutschen anderer Religion ein Problem?
Sind für Sie die Deutschen mit genetischen Benachteiligungen ein
Problem?

Verschwörungstheorien werden gerne von Gegnern der Pressefreiheit
verbreitet. So sollen z.B. Bürger, die sich dafür einsetzen, dass
Muslime mit Deutschem Pass als vollwertige Deutsche behandelt werden,
einzig und allein der Partei „Die Linke“ nahestehen.

Darf ein Bundespräsident einem Autor Mut bezeugen, der in 2 Kapiteln
seines Buches gegen die Menschenwürde argumentiert?

1. Direkt unter der Kapitelunterschrift des 7. Kapitels von Sarrazins
Buch, „Zuwanderung und Integration“, findet sich die Unterüberschrift
„Mehr erwarten, weniger bieten“. Es verstößt gegen das Grundgesetz,
wenn von Muslimen mit Migrationshintergrund, die einen Deutschen Pass
haben (z.B. weil sie hier geboren und aufgewachsen sind), mehr
erwartet wird und weniger geboten wird als z.B. Deutschen mit
christlichem Hintergrund. Es ist die historische Tür, die
Altbundespräsident Wulff eingetreten hat, indem er nicht nur die
Menschen des Islam, sondern auch den „Islam an sich“ als zu
Deutschland zugehörig bezeichnete. 50 Jahre nach dem Anwerbe-Abkommen
mit der Türkei, durch welches wir den Islam historisch nach
Deutschland geholt haben, muss dies durch das Staatsoberhaupt auch
entsprechend gewürdigt werden. Symbolisch die Hand von
türkisch-stämmigen Neonazi-Terror-Opfern zu halten, reicht nicht aus.
Der „Islam an sich“ ist die Identität unserer neuen Mitbürger und
übrigens der Grund des Neonazi-Terrors gewesen, ebenso der Grund
dafür, dass es 10 Jahre dauerte, bis die Neonazi-Verbrechen von der
Justiz aufgeklärt wurden, und zwischenzeitlich die Angehörigen der
Opfer gar als Täter miss-verdächtigt wurden. Deutschland muss fortan
in der internationalen Welt der Diplomatie nicht mehr als ein alleinig
christliches, sondern auch als ein teilweise islamisches Land
auftreten; wir dürfen 5 Millionen muslimische Mitbürger nicht einfach
weiterhin ignorieren. Nur dann können wir z.B. dem Iran und Israel
glaubhaft vermitteln, dass ein friedliches und gegenseitig
wertschätzendes Miteinander zwischen christlich-jüdischer und
muslimischer Kultur in einem hochentwickelten Land möglich ist.
Deutschlands Verantwortung aus dem Holocaust lautet auch, gerade wegen
des sonst überall aufkeimenden islamophoben Rechtspopulismusses in
Europa, eine Insel des friedlichen und gegenseitig wertschätzenden
Miteinander zwischen Christen/Juden und Muslimen zu werden. Ich weiss,
dass vor allem in konservatigen CDU/CSU-Kreisen breite Vorbehalte
dagegen bestehen, Deutsche muslimischen Glaubens als gleichwertig auch
vor dem Gesetz zu betrachten. Die Übertonung des christlichen
Elementes in islamophobischer Weise veranlasste mich letzten Endes
auch, aus der CDU auszutreten. Christian Wulff wurde für seinen Kurs
der „Integration auf gegenseitiger Augenhöhe“ (anstatt asymmetrisch
mit erhobenem Zeigefinger auf „Gastpflichten“ von Deutschen mit
Migrationshintergrund zu bestehen) gerade von seiner eigenen Partei
heftigst angegriffen. Die engültige Konsequenz aus dem Satz „der Islam
gehört zu Deutschland“ muss sich auch in der Exekutive widerspiegeln,
z.B. in gleichen Rechten, Moscheen und Minarette zu bauen wie von
Christen z.B. Kirchen gebaut werden dürfen, in der gesetzlichen
Erlaubnis, religiös motivierte Kopfbedeckungen auch im Beruf tragen zu
dürfen (wie es bei christlichen Nonnen ja auch erlaubt ist). Für die
Deutsche Außenpolitik hat der Satz „der Islam gehört zu Deutschland“
die Konsequenz, für eine langfristige Aussicht auf Mitgliedschaft der
Türkei in der EU werben zu müssen.

2. Das 8. Kapitel von Sarrazins Buch „Deutschland schafft sich ab,
„Demografie und Bevölkerung“, ist dem Motto „Mehr Kinder von den
Klugen, bevor es zu spät ist“, gewidmet.
Diese Aufforderungen haben schon einmal in der Deutschen Geschichte zu
massenhaften Zwangssterilisationen geführt. Der Wert des Menschen darf
niemals in den Genen festgelegt werden. Nicht ein Funke von Gedanke
darf in Richtung Eugenik oder Sozialdarwinismus in unserem Land
ermutigt werden.
Begründung: Obwohl Sie den Vorsitz des Vereins „Gegen das Vergessen –
für Demokratie“ e.V. innehaben, wird Ihnen vorgeworfen, oftmals die
Verbrechen des Nationalsozialismus mit den Verbrechen der DDR-Diktatur
in einem Atemzug zu nennen, Ich fühle diesen Vorwurf bestätigt, wenn
ich mir die Homepage Ihres Vereins anschaue (www.gegen-vergessen.de/).
Aus der Struktur und dem Inhalt dieser Homepage entsteht der Eindruck,
dass der Verein den Holocaust und die SED-Diktatur als gleichschweres
Verbrechen gegen die Menschlichkeit erachtet. Ich finde auf der Seite
dieses Vereins nichts, was die einzigartige Grausamkeit des Holocaust
in der gesamten Geschichte der Menschheit würdigt. Das Wort
„Holocaust“ wurde eigens für dieses Ereignis geprägt. Aus dieser
Einzigartigkeit in der Geschichte der Menschheit leitet sich auch das
Existenzrecht Israels seit 1948 ab. Wer den Holocaust dahingehend
relativiert, dass er den Nationalsozialismus mit der DDR-Diktatur in
einem Atemzug als Verbrechen gleichen Schweregrades bezeichnet, stellt
völkerrechtlich damit auch langfristig das Existenzrecht Israels in
Frage. Ich und viele Bürger erwarten von einem Bundespräsidenten,
anstatt Die Linke und NPD als gleichbedenklich einzustufen, sich
eindeutig dahin zu bekennen, dass die NPD die einzige Partei in der
Bundesversammlung ist, die auf einer menschenunwürdigen Ideologie
aufbaut. Dass die NPD bei Ihrer Nominierung nicht alleine
ausgeschlossen wurde, sondern daneben auch Die Linke (und auch die
Piratenpartei mit 2 Vertretern), stärkt die NPD.

Sie schreiben in Ihrem aktuellen Buch, „Freiheit“, dass Freiheit
Verantwortung und Toleranz impliziert. Sie zitieren die Bibel und
erklären sie zur gemeinsamen Grundlage für das Christentum und
Judentum. Sie verschweigen dabei, dass auch der Islam auf der
Grundlage unserer Bibel entstanden ist und daher mit dem
Christentum/Judentum viele Gemeinsamkeiten aufweist. Wir haben nicht
nur eine christlich-jüdische Kultur, da wir das Anwerbeabkommen
Türkei-Deutschland als Bestandteil der jüngsten Geschichte unseres
Landes nicht weiter ignorieren dürfen. Ich erwarte von Ihnen nicht nur
Mitleid mit den Opfern des Neonazi-Terrors, sondern ebenfalls Erfurcht
vor dem Koran und dem Muslimischen Glauben.

Ich bin bekennender Nichtchrist jüdischer Abstammung (mein Urgroßvater
wurde als Jude, der anderen Juden half, nicht nur durch „Nazis Mut
attestierende“ Tages-Zeitungen verunglimpft, sondern schließlich von
Hitler in Auschwitz vergast). Ich verneige mich dennoch vor Jesus.
Auch bin ich Nichtmuslim; dennoch verneige ich mich vor dem Propheten
Mohammed. Dies widerspricht der Definition von „Toleranz“ in Ihrem
Buch; dennoch ist meine Art von „Toleranz“ alles andere als
„Gleichgültigkeit“. Vielmehr halte ich das ehrfürchtige Nebeneinander
der Weltreligionen zur Entwicklung unserer Menschheit für notwendig.
Ich bin – im Gegensatz zu Ihrer Toleranzauffassung – in der meinigen
dazu bereit, von Andersgläubigen hinzuzulernen und betrachte sie als
Bereicherung. Toleranz darf nicht, wie häufig im Christentum
praktiziert, mit „mitleidiger Duldung“ verwechselt werden; denn damit
lässt sich der Weltfrieden langfristig nicht sichern.

Sehr geehrter Herr Dr. Gauck. Ich bitte Sie, zu allen in dieser
Petition dargestellten Vorwürfen Farbe zu bekennen und sie
auszuräumen. Vor allem bescheinigen Sie bitte Herrn Thilo Sarrazin
statt „Mut“ die „Feigheit“, auf den rechtspopulistischen Zug Europas
aufgesprungen zu sein und mit opportunistischen Beleidigungen von
wehrlosen Minderheiten in unserer Demokratie viel Geld verdient zu
haben. Ich bitte Sie ferner, dafür einzustehen, dass Holocaustleugnung
(im Gegensatz zur Leugnung von SED-Verbrechen) weiterhin strafbar
bleibt, indem Sie die Politik auffordern, das jüngste Urteil des
Bundesverfassungsgerichtes zur Holocaustleugnung
(www.fr-online.de/meinung/analyse-urteil-zur-holocaustleugnung-anleitung-zur-holocaustleugnung,1472602,11702278.html) als Beispiel zu nehmen, dass hier
offenbar
eine Verfassungsänderung erforderlich ist. (Begründung: z.Z. ist
besagtes Urteil nur ein Einzelfall, aber es ist zu befürchten, dass zu
einem zukünftigen Zeitpunkt das Bundesverfassungsgericht grundsätzlich
Holocaustleugnung mit Meinungsfreiheit für entschuldigbar erklärt.)

Falls Sie die hier erbetenen Klarstellungen nicht vor der nächsten
Bundesversammlung erbringen wollen, zum Beispiel weil Ihnen Ihre
Meinungsfreiheit wichtiger ist als die Erfurcht vor religiös
Andersdenkenden, so bitte ich Sie im Interesse unseres Landes nicht
zur Wahl anzutreten.
Im Namen aller Unterzeichner:

Es folgen 135 ehrbare Deutsche Staatsbürger mit Namen Vornamen und Anschrift

Über stasifolteropferadamlauks

I am 66 Years old and I do promote acommodations on the adriatic´s sea beaches for holiday in apartments close to the sea-close to the mediteranian beauty. I am still victim of torture in STASI-Prison 1982-1985. I never reacht Justice and satisfaction by Germany´s goverment after 30 Years ! I am fighting for the implementation of § TORTURE in Germany´s low.
Dieser Beitrag wurde unter 18. März 2012, Aufarbeitung der Rechtsbeugung des Obersten Gerichtes der DDR, Aufarbeitung der Rechtsbeugung des Stadtgerichtes Berlin, Bundespräsidentenwahl 2012, Bundesvollversammlung, Bundesvollversammlung am 18.3.2012, Deutscher Bundestag, Die Aufarbeitung des SED Unrechts, Gaucks VERDIENSTE in Deutschland, GUTACHTEN zu Gauckbehörde 2007, Joachim Gauck & Kirche im Sozialismus, Joachim Gauk & STASI, Petition Gegen Gauck, Zeitzeugengespräche, Zersetzung abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Antworten zu OFFENER BRIEF an DR. H. c. Joachim Gauck vom 17.3.2012 – Kandidaten für Bundespräsidenten von Deutschland von Dr.med. Thomas Kochmann

  1. adamlauks11 schreibt:

    Die Liste der Petition ist am 16.3,2012 am Nordeingang des Reichstages durch Folteropfer des MfS Adam Lauks zusammen mit einer weiteren Petition NEIN zu Gauck mit 308 Unterzeichner abgegeben worden zu Hdn Bundestagspräsident Lammert.
    Über den OFFENEN BRIEF an Dr. h.c. Gauck wurde er per Email heute benachrichtigt.
    Ich wünsche mich das alle ehrbaren Bürger von Deutschland sich dessen bewusst werden WEN sie in der Person Gauck wählen lassen müssen – bzw nicht selber wählen können-dürfen !
    Beide Petitionen :
    http://openpetition.de/petition/online/nein-zu-joachim-gauck
    NEIN ZU GAUCK !
    http://openpetition.de/petition/online/dr-h-c-joachim-gauck-muss-sich-vor-dem-18-03-12-zu-den-im-raum-stehenden-anschuldigungen-aeussern

    Hier ist unser Schreiben an alle Wahlmänner und Wahlfrauen einzeln :

    Aufklären statt Verklären damit man klar sehen und klar denken kann !! https://adamlauks.wordpress.com/2012/03/12/httpssites-google-comsitebundespraesidentenwahl2012/ und irgendwan nach der Wahl
    Deutscher Bundestag nicht sagen kann nicht gewußt zu haben WEN man da zum Bundespräsidenten am 18.3.2012 gewählt hatte !!!

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  2. Dirk Lahrmann schreibt:

    Leider wurden die Opfer des DDR-Terrorregimes durch das quasi Zusammenlegen der beiden Petitionen ins propagandistische Abseits gedrängt.
    Ob Zersetzungsmaßnahme oder einfach nur ungeschicktes Taktieren bleibt offen.
    Die Kritik an Gauck, die eigentlich aus der Mitte der Gesellschaft kommt, wurde in die linke Schmuddel Ecke abgedrängt. Genau dieses Ziel verfolgten auch die gleichgeschalteten Medien.
    Die Petition „Nein zu Gauck“ hat zu viele Fehler gemacht.
    Allen sollte somit klar sein, die Stasi lebt und erhält tatkräftige Unterstützung von den befreundeten Diensten.

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    • adamlauks11 schreibt:

      Sehr geehrter Herr Lahrmann !
      Diese Petition, weder eine noch die andere sollten keine Wahl verhindern… beide waren Äußern der Bedenken und den Menschen ist die Möglichkeit gegeben worden mit einfachem Ja oder Nein ihre Stellung anzuzeichnen.
      AuchMenschen die FÜR Gauck waren konnten voten und ihre Gründe benennnen, was merkwürdiger weise in äußerst geringem Maaß passiert ist. Vielleicht wird die Flut der JA für Gauck JETZT einsetzen wo er bereits gewählt
      wurde. dadurch werden die nur ihre Gleichgesinntheit und die gleiche Vorgeheweise auf den Tag legen wie ihr Bundespräsident in der friedlichen Rewolution. Gaucks Rostock wartet ab was in Leipzig und Berlin passiert und
      erst dann wo es ziemlich feststand.. wie lang es laufen wird machte Jugendpastor Gauck REVOLUTION. Ich hätte gerne gewußt pob er wählen gegangen sein !??

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