THE TRUTH NEVER DIE ! Ein Interview mit Alexsander Dorin : Die Srebrenica-Lüge !?! – AUDIATUR ET ALTERA PARS !!! Überlasse das Denken NIEMALS den Anderen!!!


The life of Alexander Dorin is in Danger – I have a way with STASY Killer on Order. God saved my life on 29.10.1985!!!

Cry to the good willing people  in the WORLD:  SET ALEXANDER DORIN  FREE NOW !!! Free Boris Krljic  N O W !

YOU CYAN KILL HIM – BUT YOU NEVER CAN KILL THE TRUTH about Srebrenica !  H  E R E !:  Let´s talk about SREBRENICA!!? AUDIATUR ET ALTERA PARS!-Watch THIS and start to think with own head

On June the 16.th Alexander Dorin has been arrested and there are no information where and who decide to set the Autor of  THE TRUTH about SREBRENICA – WHAT REALLY HAPPEND under arrestation. Ther is no offoicialy confirmation about the REASON !!!

Ich habe das Buch gelesen und kam in Zweifel auf das bisher von der Lügenpresse präsentiertes im Bezug auf doie Geschehnisse 1992-1995 in Jugoslawien.

Ich habe das Buch gelesen und kam in Zweifel auf das bisher von der Lügenpresse präsentiertes im Bezug auf doie Geschehnisse 1992-1995 in Jugoslawien.

caption id=“attachment_49 Man kann Menschen töten, verschwinden lassen – was immer darüber bleibt und überlebt ist DIE WAHRHEIT[/caption]

Als man mich am 18.7.85 wieder ins Haftkrankenhaus verschleppte war mein Stern nicht fertiggestellt.

U CETVORKI „4“ u sred mraka  sijase mi  on- ZVEZDA PETOKRAKA – Remake – Original klebte an der inneren Stahltür der Absonderungszelle „4“ in der Speziellen Strafvollzugsabteilung  Waldheim. Unter dem Stern waren die drei Gründe meines Hungerstreikes in Papierlettern ausgearbeitet. Beim Öffnen der Tür könnte man im Flur den Stern sehen und die 3 Gründe für meinen Hungerstreik sehen und zur Kenntnis nehmen. Ich hatte Verbündete durch Klopfzeichen gewonnen und einen Netz gegründet der die größtdenkbare Abschirmung der DDR gesprengt hatten, in dem sie meinen  darin geschriebenes Tagebuch rausschmuggelten und zu meinem Vater nach Villingen schickten.

Warum  nichts von mir in der Presse zu lesen ist !?   D A R U M !!! Weil es keine Presse und Merinungsfreiheit in Deutschland nicht geben kann und darf – weil Deutschland nicht FREI ist !

http://www.aktivist4you.at/wordpress/2015/06/26/der-einfluss-der-cia-auf-deutsche-medien-wikileaks-dokument-zeigt-medienstrategie-der-cia/

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DA ist kräftige Symbolik drin: Die Würde des Menschen in Deutschland ist 0,56 € wert !?? … DAS war meine Erfahrung nach dem ich am 7.12.1991 einen 10 Seitigen Brieg an den Sonderbeauftragten Joachim Gauck gerichtet hatte… ER KANNTE MEINE WAHRHEIT !!!

Unpunnished Victim of Torture by the STASI is fighting for Human Rights and against the War in Germany ALONE !??

Unpunnished Victim of Torture by the STASI is fighting for Human Rights and against the War in Germany ALONE !??

LOOK What They Have Done TO My Land , Ma !?? WHY !?? I know the reason WHY !!! Die systematische Vernichtung der jugoslawischen Nation

https://adamlauks11.wordpress.com/2015/02/24/die-systematische-vernichtung-der-jugoslawischen-nation-4/  

Man kann Menschen töten, verschwinden lassen - was immer darüber bleibt und überlebt ist DIE WAHRHEIT

Man kann Menschen töten, verschwinden lassen – was immer darüber bleibt und überlebt ist DIE WAHRHEIT – THE TRUTH never die !!!

DIE WAHRHEIT über SREBRENICA !?!

https://parseundparse.wordpress.com/2015/01/01/die-systematische-vernichtung-der-jugoslawischen-nation-1/

Deutschland und  die USA waren  Tito´s falsche  Freunde ! Haben sich die Amerikaner gerächt weil Tito zwei Flugzeuge der AMI´s über Jugoslawien 1946 abgeschossen hatte und die mit 200.000 US$ in Gold abgespeist hatte für die toten Piloten!? kaum ! Hat Deutschland Jugoslawien zerstört aus Rache für den verlorenen 2. Weltkrieg, wie viele  Historiker das heute sehen !? (Am Russland Eroberungszug fehlten 640.000 Deutsche soldaten die TITO´s Partisanen an sich gebunden hatten.) Oder hat  die USA den Deutschland Zerstörung Jugoslawiens überlassen, um die 750.000 liquidierten Deutschen  nach der Kapitulation in Jugoslawien, die Adenauer und TITO einfach weggedealt hatten!? in dem

TITO als  Sieger auf die Zahlung von Reparationen verzichtwete und Adenauer die Ermordeten  für immer in den Gruben Sloweniens der Vergessenheit überließ !

HAT Amerika DESWEGEN  Deutschland in schuld gesehen und erwartet nun dass DEU den Präventivschlag gegen Russland führt, und sich dabei in eigenes Verderben stürzt !? Jedenfalls hat Deutschland  nach der Abspaltung Sloweniesns, trotz dem strikten Beschluss der UNO, im Falle  einer weiteren Abspaltung, die Separatisten KEINESFALLS diplomatisch anzuerkennen!!? DAS ist Geschichte. Geschichte ist auch dass Genscher  das abgespaltete Kroatien dann doch anerkannt hatte, und damit die totale Zerstörung Jugoslawiens einleitete. Anstatt die angefallenen Arsenale der NVA verschrotten zu müssen, ließ man die Waffen am Balkan verschrotten und verdiente  man noch gut dabei. Deutschlands Plan und Grund für die Zerstörung Jugoslaawiens ist aufgegangen, und Deutschland hat seinen Konkurenten im Waffenhandel – Jugoslawien war Nr.4 in der Welt – überholt ohne ihn einholen zu müssen – hat man ihn einfach liquidiert, mit Genehmigung der Amerikaner. Sie mussten nicht selbst den Verlorenen Sohn Milosevic bestrafen, weil er nicht nach Clinton Pfeife tanzen wollte. DAS hatte er womöglich mit dem Leben bezahlt !?!

In der heutigen Situation gibt uns Hoffnung die Tatsache, dass kaum einer ausser Merkel und Gauck so sehr nach dem Krieg  gegen Russen brennen, und kein Vertreter der Kirchen nach dem Präventivschlag schreit, wie damals Kardinal Lehmann: „Wann wird man endlich anfangen Belgrad zu bombardieren !??“ Und die Deutschen Tornados starteten von AVIANO und warfen die ersten Bomben auf Belgrad, wieder nach dem 6.April 1941.

Warum die angelassene Maschine  am Stützpunkt  AVIANO nicht gestartet waren um Mladic und Karadzic zu stoppen, SREBRENICA zu verhindern, bleiben uns die Kriegstreiber schuldig. Oder  sollte  Clintons Wunsch erfüllt werden, den er  zwei Jahre zuvor geäußert haben soll: “ Den Angriff auf Jugoslawien zu starten brauche ich 5000 tote Muselmanen in Bosnien!“ Was ein Genocid wäre – Grund genug für USA die GUTEN zu spielen… DESWEGEN ist es wichtig auch  DIE ANDERE SICHTWEITE sich kritisch anzusehen, wenn wir  Mut dazu haben, wie unsere Politiker die in den Spiegel schauen  müssten, und sich  sehr wundern müssten  ein diesem ähnliches Bild zu sehen !??

Wie man jemand mit einem Kohlestift entlarven kann

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20 Jahre suche nach Gerechtigkeit für Adam Lauks und seine Folterer

Ein Interview von Mira und Ardašir Pârse mit Alexander Dorin:

Ardašir Pârse: Pârse & Pârse bedanken sich vorab, dass Sie bereit waren uns ein Interview zu geben, es ist uns eine grosse Ehre Sie heute hier bei uns zu haben und Ihnen  zum Thema “Srebrenica” Fragen stellen zu dürfen.

Ardašir Pârse: Herr Dorin, Sie haben bisher zwei Bücher und diverse Analysen zum Thema Srebrenica verfasst, in denen Sie die offizielle Version der Ereignisse in dieser bosnischen Kleinstadt völlig in Frage stellen. Was hat Sie dazu bewegt, sich diesem politisch sehr brisanten Thema zu widmen?

Alexander Dorin: Bereits 1998 veröffentlichte ich mein erstes Buch ‘In unseren9783897068391-1Himmeln kreuzt der fremde Gott’, in dem ich anhand zahlreicher Beispiele aufzeige, dass die Berichterstattung der westlichen Massenmedien über die Kriege im ehemaligen Jugoslawien völlig wahrheitswidrig war, man muss sogar von übelster Propaganda sprechen, die ausschliesslich gegen die Serben gerichtet war. Den gleichen Trend unserer Medien kann man derzeit übrigens auch während des Konfliktes in der Ukraine beobachten, während dem unsere Medien praktisch geschlossen Putin und die Russen als die Übeltäter darstellen. Der Unterschied zu den Kriegen in Ex-Jugoslawien liegt jedoch darin, dass sich die Masse der Konsumenten im Westen nicht mehr einfach nur so anlügen lässt, denn immer mehr Menschen realisieren, dass unsere führenden Medien mit einer politisch objektiven und unabhängigen Berichterstattung und Recherche nicht einmal im Ansatz etwas zu tun haben.

Im Zusammenhang mit den jugoslawischen Kriegen recherchiere ich jedenfalls bereits seit 1991. Im Sommer 1995, nachdem Srebrenica gefallen war und die halbe Welt einige Zeit danach mit wahren Horrormeldungen über angebliche Massenverbrechen der bosnisch-serbischen Armee in dieser Stadt überflutet wurde, stellte sich bei mir grosse Skepsis ein. Konnte es sein, dass ausgerechnet jene Medien, die bisher in keiner Weise objektiv über die Kriege in Ex-Jugoslawien berichteten, plötzlich die volle Wahrheit berichteten? Bereits nach kurzer Recherche wurde klar, dass sich unter kritischen Journalisten und Aktivisten Stimmen häuften, die der offiziellen Version nicht einfach vorbehaltlos Glauben schenkten. Die in den folgenden Jahren betriebenen Recherchen solcher Leute erhärteten den Verdacht, dass diese Geschichte zu einem grossen Teil nicht der Wahrheit entsprechen konnte. Ich analysierte nicht nur die Recherchen dieser Leute, sondern betrieb in Bosnien und Serbien, während vieler Jahre selbst Recherchen vor Ort. Im Laufe der Jahre ergaben alle diese Puzzle-Teile ein ziemlich eindeutiges Bild. Es wurde ein politisch-medialer Betrug von enormem Ausmass sichtbar.

Mira Pârse: Zu welcher Erkenntnis gelangten Sie genau? Welches sind die Hauptpunkte der Recherche von ihnen und anderen Leuten, die der offiziellen Version widersprechen? Können Sie uns das systematisch erklären und aufzeigen?

Alexander Dorin: Es gibt natürlich zahlreiche Details, so dass ich, wie bereits erwähnt, bisher zwei Bücher damit füllen konnte. Ich kann hier jetzt aus Platz- und Zeitgründennicht jedes Beispiel aus den Büchern anführen, jedoch können wir uns gerne die Hauptpunkte der ganzen Geschichte ein wenig näher anschauen.Einer der wohl tragischsten Aspekte der ganzen Geschichte sind wohl die im Westen weitgehend verschwiegenen, an den Serben begangenen Massenmorde der bosnisch-muslimischen Armee aus Srebrenica. Zwischen April 1992 und Juli 1995 griff diese Armee aus Srebrenica (ca. 6000 Mann) alleine in der Umgebung von Srebrenica und Bratunac ca. 50 serbische Dörfer an, die während der Überfälle beschädigt, zerstört und zum Teil dem Erdboden gleichgemacht wurden. Der Hauptteil dieser Massaker fand in den Jahren 1992 und 1993 statt. Die deutsche Publizistin Mira Beham schilderte diese Massenmorde in ihrem Buch ‘Kriegstrommeln: Medien, Krieg und Politik‘:

Als die ersten UN-Konvois in Srebrenica einrollten, feierte man UN-General Morillon den großen Befreier und zeigte, wie aufgebrachte serbische Frauen vor den Toren Srebrenicas die Lastwägen der UN-Blauhelme bespuckten. Kein deutscher Journalist fragte die Serbinnen nach ihren Motiven. Misha Glenny, Balkan-Korrespondent der BBC, und die englische Journalistin Joan Hoey aber, haben unabhängig voneinander die Vorgeschichte Srebrenicas nachrecherchiert, über die die Medienöffentlichkeit damals geschwiegen hat.

Der serbischen Belagerung der Stadt ist eine muslimische Großoffensive vorausgegangen, bei der 50 serbische Dörfer in den beieinander liegenden Gemeinden Srebrenica und Bratunac dem Erdboden gleichgemacht wurden. Mehr als 1.200 serbische Frauen, Kinder und alte Menschen wurden dabei massakriert, es gab über 3.000 Verletzte. Die serbischen Frauen, die sich scheinbar so unmenschlich verhalten hatten, als sie die Hilfskonvois beschimpften, waren selbst Opfer gewesen – allerdings ohne die Kameras und damit dem Mitleid der Weltöffentlichkeit. Das ist der Mechanismus, durch den die offensichtliche Parteinahme für eine kriegführende Seite den Konflikt weiterschürt.”

Karte der angegriffenen serbischen Dörfer in der Region Srebrenica-Bratunac

Das Einsatzgebiet der muslimischen Armee in Srebrenica beschränkte sich damals jedoch nicht nur auf die nähere Umgebung von Srebrenica und Bratunac, sondern erstreckte sich über eine Region namens Birač, zu der, nebst Srebrenica und Bratunac, auch die Gemeinden Vlasenica, Zvornik, Milići und Šekovići zählen. Dabei wurde die serbische Bevölkerung in weit über 100 Dörfern angegriffen. Die Organisation ‘Srebrenica Historical Project’ veröffentlichte ein Buch über diese attackierten Dörfer, in welchen man viele Fotos und eine Liste aller angegriffenen Dörfer findet.

Foto 2: moslemische Kämpfer vor dem zerstörten serbischen Dorf Kravica

Insgesamt wurden in der gesamten Region Birač zwischen dem Frühjahr 1992 und dem Sommer 1995 etwas mehr als 3.200 Serben getötet. Diese Zahl beinhaltet Massakeropfer, wie auch Gefechtstote der bosnisch-serbischen Armee, die während den Kämpfen vor und nach dem Fall Srebrenicas umgekommen sind. Dazu war in der Jungen Welt folgendes zu lesen (Jürgen Elsässer, „3 287 Tote klagen an“, junge Welt, 11.7.2005):

Opfer aus Klještani

“Den bisher stärksten Eindruck hinterließ eine Beilage der größten serbischen Tageszeitung Vecernje Novosti vom 30. Juni: Auf insgesamt 16 deprimierenden Seiten findet sich eine Aufstellung aller serbischen Opfer in Srebrenica in den Bürgerkriegsjahren 1992 bis 1995. Insgesamt 3 287 Personen sind mit Vor- und Nachnamen, Name des Vaters und Alter angegeben. Damit wurde der Propaganda des Westens, die Srebrenica als serbischen Völkermord darstellt und die serbischen Opfer der muslimischen Kriegführung ignoriert, ein starkes Indiz entgegengestellt.”

Ich selbst recherchierte in diesem Gebiet jahrelang nach, weil ich mich selbst von der

Opfer aus Bratunac

Richtigkeit der von serbischer Seite erhobenen Vorwürfe überzeugen wollte. In Karakaj bei Zvornik zählte ich z.B. auf dem Friedhof ca. 1.000 Serben, die während des Krieges umgekommen sind. Im Gedenkraum in Zvornik hängen die Fotos der meisten dieser Opfer. Auf dem Friedhof in Bratunac zählte ich etwas weniger als 1.000 Opfer, während man im örtlichen Gedenkraum ebenfalls viele Fotos der Getöteten findet. In Vlasenica zählte ich auf dem Friedhof viele hundert Tote, während ein Besuch in Šekovići das gleiche Bild ergab. In all diesen Orten findet man auch Gedenkräume mit den Fotos der Toten. Vor

Opfer aus Zvornik

wenigen Jahren wurden auch in Milići ein Gedenkraum für die serbischen Opfer errichtet, gefolgt von Srebrenica. Sogar in dem an Bosnien angrenzenden serbischen Ort Bajina Bašta wurden serbische Opfer beigesetzt. Es handelt sich größtenteils um Zivilisten aus dem angrenzenden bosnisch Dorf Skelani, das mehrfach von der muslimischen Armee überfallen wurde. Viele

Opfer aus Zvornik

der Opfer beerdigte man damals in Bajina Bašta, weil die Kriegssituation in Bosnien zu unsicher war. In der Gemeinde Skelani wurden über 300 Serben getötet. Auch in vielen Dörfern in der Region Birač findet man zahlreiche Gräber, Gedenktafeln, Denkmäler und andere Monumente, die an diese getöteten Serben erinnern. Im Dorf Sase wurde z.B. eine Büste für den orthodoxen Geistlichen aufgestellt, der während eines Angriffs auf das Dorf, zusammen mit anderen Zivilisten, massakriert wurde. Im Dorf Fakovići beerdigte man die getöteten Dorfbewohner gleich neben den Opfern aus dem Zweiten Weltkrieg. Auf der Brücke zwischen Skelani und Bajina Bašta wurde eine Gedenktafel für die Opfer aufgestellt, die 1993 auf der Brücke von der muslimischen Armee brutal ermordet wurden. Im Dorf Drinjača fand ich auch das Grab des Jungen Slobodan Stojanović, der 1992 im Dorf Kamenica als Zwölfjähriger von Soldaten der muslimischen Armee gefoltert und anschließend ermordet wurde. Diese Liste der Gräber und Gedenkmonumente in dieser Region ließe sich beliebig fortsetzen.

Opfer aus Gornji Šadići

Während meiner Recherchen wurde mir von bosnisch-serbischen Institutionen auch ein Einblick in die Dokumentation des Pathologen Zoran Stanković gewährt, der damals an zahlreichen Opfern Obduktionen vornahm. Ich lernte während meiner Recherchen auch Zoran Jovanović, ehemaliger Chef des Informationsministeriums des bosnisch-serbischen Drina-Korps, kennen. Während des Krieges filmte und fotografierte14952_464787903588865_712114615_n Jovanović oft Dr. Zoran Stanković während der Bergung und Obduktion der serbischen Opfer. Aus den Videos und Fotos schlägt einem das nackte Grauen entgegen; man sieht zahlreiche massakrierte serbische Frauen, Kinder und alte Menschen wie auch verstümmelte Soldaten. Vielen Opfern wurden die Schädel zertrümmert, Hälse aufgeschlitzt, Augen ausgestochen, Köpfe und andere Körperteile abgeschnitten, Genitalien verstümmelt und islamische Symbole in die Haut eingeritzt usw. In der Umgebung von Zvornik wurde ein serbischer Gefangener an einen Baum genagelt. Jovanović zeigte mir auch ein Video einer Serbin, welche während des Überfalls auf ein Dorf aufgespießt und über dem Feuer geröstet wurde. Die serbische Armee fand die völlig verkohlte Leiche dieser Frau und musste sie vom Spiess nehmen. Die muslimische Armee verübte unvorstellbare Grausamkeiten an der serbischen Bevölkerung in dieser Region, die in ihrer Bestialität an die dunkelsten Kapitel der Menschheitsgeschichte erinnern. Einen Teil dieser Fotos veröffentlichte ich in meinem Buch ‘Srebrenica – wie es wirklich war’ (Ahriman-Verlag).

Auch muslimische Quellen bezeugen diesen Horror. So beschrieb z.B. der muslimische Politiker Ibran Mustafić in seinem Buch ‘Planirani haos’ (das geplante Chaos) diverse Verbrechen, welche die muslimische Armee an den Serben verübte. Der muslimische Kommandant Naser Orić prahlte während diverser Interviews mit ausländischen Journalisten mit diesen Gräueltaten und führte dabei Videos dieser Verbrechen vor. So erwähnte er z.B. gegenüber dem Toronto Star Reporter Bill Schiller, er und seine Kämpfer hätten in einem einzigen serbischen Dorf 114 Serben ermordet (Bill Schiller ‘Fearsome Muslim warlord eludes Bosnian Serb forces’, Toronto star 16.07. 1995). Auch dem Washington Post Reporter John Pomfret führte Naser Orić Videos seiner Verbrechen vor (John Pompret ‘Weapons, Cash and Chaos Lend Clout to Srebrenica’s Tough Guy’, Washington Post 16.02.1994).

Opfer aus Skelani

Opfer aus Skelani

Opfer aus Bjelovac

Ardašir Pârse: Ja aber machten die serbischen Behörden damals die internationalen Organisationen nicht auf diese Verbrechen aufmerksam?

Alexander Dorin: Doch natürlich, doch das interessierte niemanden. Im Gegenteil,

Protestbrief von Dr. Radovan Karadžić an die UNPROFOR

das von den Serben vorgelegte Material wurde vertuscht und beseitigt. SerbischeBehörden haben zudem eine umfassende Dokumentation dieser Verbrechen an den UN-Sicherheitsrat geschickt, welche als UN- Dokument anerkannt wurde. Das Dokument wurde am 2. Juni 1993 vom jugoslawischen Botschafter Dragomir Djokić dem Sicherheitsrat übergeben. Darin werden die zerstörten Dörfer, die massakrierten Menschen sowie auch zahlreiche der muslimischen Kommandanten und Ausführer dieser Verbrechen aufgelistet. Zudem wurden zahlreiche Zeugenaussagen von überlebenden Serben zitiert.

Memorandum 1

(„Memorandum on War Crimes and Crimes of Genocide in Eastern Bosnia (communes of Bratunac, Skelani and Srebrenica) committed against the Serbian population from April 1992 to April 1993“ (UN-Dokument A/46/171 und S/25635, 20.6.1993).

Beerdigung 2

Jürgen Elsässer schildert jedoch in einem seiner Bücher, wie mit solchen Dokumenten umgegangen wurde (Jürgen Elsässer, ‘Kriegslügen – vom Kosovokonflikt zum Milošević-Prozess’): Vorsitzender einer UN-Expertenkommission zu den Ereignissen in Srebrenica 1992/93 war Professor Cherif Bassiouni aus Chicago. In seinem Abschlussbericht an den Generalsekretär vom 27.5.1994 unterschlug er die von den Serben vorgelegten Beweise für den muslimischen Terror. Wenn man weiß, dass Bassiouni an anderer Stelle die Scharia als „flexible Rechtsordnung“ lobte und „keinen Widerspruch zwischen dem Konzept des Dschihad und der UN-Charta“ entdecken konnte, wird seine Handlungsweise nachvollziehbar.”

Beerdigung 3

Mira Pârse: Gegen Naser Orić wurde jedoch später wegen dieser Verbrechen ein „Prozess“ vor dem ICTY in Den Haag geführt, wie sehen Sie das Ergebnis?

Alexander Dorin: Zuerst einmal muss man wissen, dass es in Den Haag keinunabhängiges Tribunal gibt. Dieses sogenannte Jugoslawientribunal wird hauptsächlich aus Washington dirigiert und dient in erster Linie dazu, die serbische Bürgerkriegspartei, die während des Krieges nicht auf der Seite Amerikas stand, zu diskreditieren. Die Nachricht aus Washington an die Welt via Den Haag ist folgende: ‘Schaut her was passiert, wenn ihr euch den US-Interessen entgegenstellt’. So erklärte z.B. der ehemalige NATO-Sprecher Jamie Shea während einer NATO-Pressekonferenz in Brüssel am 17.05.1999, dass das Tribunal und die NATO befreundet sind, was zusätzlich durch die Tatsache bestätigt wird, dass das Jugoslawientribunal die NATO für ihre Kriegsverbrechen auf dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawiens nie angeklagt hat. Während der gleichen Pressekonferenz bestätigte Jamie Shea zudem, dass es hauptsächlich NATO-Staaten sind, welche die finanziellen Mittel für das Jugoslawientribunal zur Verfügung stellen. Der nächste Punkt ist der, dass die USA/NATO während des Bosnienkrieges auf der Seite der muslimischen Bürgerkriegspartei standen und diese auch unterstützten. Über diese Unterstützung drehte z.B. die Reporterin ShenaMcDonald einen Film namens ‘Allies and lies’ (SFI Production). Auch in einer

Foto: Denkmal bei Kravica für die serbischen Opfer aus der Region Birač im 2. Weltkrieg (6469 Menschen) und im jüngsten Bosnienkrieg (3267 Menschen)

Pressemitteilung des US-Congresses wird darüber informiert (‘Clinton-Approved Iranian Arms Transfers Help Turn Bosnia into Militant Islamic Base’, Congressional Press Release, US Congress, 16 January 1997). Viele weitere Aussagen von hohen Politik-Insidern bestätigen ebenfalls diese Zusammenarbeit zwischen den USA und der bosnisch-muslimischen Regierung. Mit anderen Worten: das US- und NATO-gesteuerte Jugoslawientribunal in Den Haag wird keine seiner Verbündeten verurteilen, denn bisher wurde vom Tribunal in den Haag kein einziger bosnisch-muslimischer Politiker oder Militär-Kommandant für die an den Serben begangenen Verbrechen zur Rechenschaft gezogen. Gegen Naser Orić wurde zwar offiziell in Den Haag ein Prozess geführt, weil sich via Internet jahrelang die Beweise für seine Verbrechen häuften, jedoch muss man genau genommen von einer reinen Prozessfarce sprechen, während zahlreiche Fakten und Beweise gar nicht erst präsentiert wurden. Und so sprach das Tribunal in Den Haag Naser Orić im Jahr 2008 von sämtlichen Anklagepunkten frei. Das Absurde dabei ist, dass das Tribunal die an den Serben verübten Verbrechen nicht einmal leugnet, sondern die Behauptung aufstellt, man könne Orić die Verantwortung dafür nicht nachweisen. Doch wer sonst könnte die Verantwortung dafür tragen, dass die Armee von Orić jahrelang massive Verbrechen verübte? Wir werden jedoch im Verlauf dieses Interviews sehen, dass das Verschweigen und Nichtahnden der bosnisch-muslimischen Verbrechen an der serbischen Bevölkerung in der Region um Srebrenica leider bei weitem nicht der einzige Aspekt der Srebrenica-Manipulation ist.

Beerdigung 4

Beerdigung 5

Mira Pârse: Herr Dorin, wir begrüssen Sie zur Fortsetzung unseres Interviews zum Thema Srebrenica-Lüge, danke, schon vorab im Namen von Pârse und Pârse für Ihre Aufführungen.

Ardašir Pârse: Herr Dorin, Sie wissen, wir haben uns mit den Vorgängen in Ex-Jugoslawien in einer mehrteiligen Reihe, die noch nicht vollständig veröffentlicht ist, schon im ersten Teil der Reihe “Die systematische Vernichtung der jugoslawischen Nation” unter dem vorrangigen Aspekt der ausländischen Beteiligung an diesem Konflikt, in der wir den Bruderkrieg im ehemaligen Jugoslawien als geopolitische Strategie in einem grösseren Gesamtplan der USA sehen, beschäftigt und werden hier auch noch in den kommenden Teilen deutlicher ausführen. Was können Sie uns noch über Srebrenica erzählen, das im Westen verschwiegen wird und entscheidend von der offiziellen Version abweicht?

Alexander Dorin: Da wäre z.B. die spektakuläre Auskunft aus nicht-serbischer Quelle, dass das sogenannte Srebrenica-Massaker vom damaligen US-Präsidenten Bill Clinton bereits 1993 vorgeschlagen wurde! Das geht aus diversen Aussagen von Hakija Meholjić hervor, der während des Krieges muslimischer Polizeichef in Srebrenica war. Meholjić beschuldigte während eines Interviews mit der bosnischen Zeitung Dani Alija Izetbegović, er habe angeordnet, Srebrenica aufzugeben. Bereits Ende September 1993 habe Izetbegović während eines Treffens ihm und seiner Delegation einen seltsamen Vorschlag gemacht: („5000 Muslimanskih glava za vojnu intervenciju“, Dani, 22.6.1998:)

„Wir wurden von Präsident Izetbegović empfangen, und gleich nach der Begrüßung fragte er uns:

 „Was halten Sie von einem Austausch von Srebrenica gegen Vogošća [ein Vorort von Sarajevo]?“ Einen Augenblick herrschte Schweigen, und dann sagte ich: „Herr Präsident, wenn das eine abgemachte Sache ist, hätten Sie uns nicht hierher einladen sollen, denn wir müssen nach Hause zurückkehren und den Menschen gegenübertreten und persönlich die Last dieser Entscheidung auf uns nehmen.“ Dann sagte er: „Wissen Sie, mir wurde von Clinton im April 1993 angeboten, dass die Streitkräfte der Tschetniks in Srebrenica einmarschieren, ein Gemetzel an 5 000 Muslimen verüben, und dann würde es eine militärische Intervention geben.“

 Bill Clinton + Alija Izetbegović

Und dann fährt er im Interview folgendermassen fort:

Unsere Delegation bestand aus neun Personen, einer von uns war aus Bratunac, und er ist der Einzige, der, leider, nicht mehr am Leben ist, aber alle anderen Mitglieder der Delegation sind am Leben und können das bestätigen.“

 Hakija Meholjić

Hakija Meholjić wiederholte später diese Aussage vor laufender Kamera und zwar für den Film ‘Srebrenica – a town betrayed’ vom norwegischen Regisseur Ola Flyum. Auch der muslimische General Sefer Halilović beschuldigte Alija Izetbegović in den bosnischen Medien mehrfach, die Aufgabe Srebrenicas sei von ihm inszeniert worden (‘Izetbegović je izdao Srebrenicu’, Politika, 12.07.2003). Auch in dem Buch ‘Državna Tajna’ stellt Semir Halilović, Sohn von Sefer Halilović, die gleiche Behauptung auf. Auch der bereits erwähnte muslimische Politiker Ibran Ibran Mustafić erklärte wiederholt, die Aufgabe Srebrenicas sei auf einen Plan von Alija Izetbegovic und Bill Clinton zurückzuführen (Đorđe Barović ‘Orić je ubio 1.000 Bošnjaka’, Vesti online, 19.02.2013).

Es sind jedoch nicht nur die bosnisch-muslimsichen Quellen, die darauf hinweisen, dass diese ganze Srebrenica-Geschichte auf eine Inszenierung amerikanisch-bosnischer Kreise zurückgeht. Auch Robert Baer, ehemaliger CIA-Mitarbeiter und Autor mehrerer Bücher, der während einer gewissen Zeit selbst in Bosnien stationiert gewesen ist, machte dazu brisante Aussagen. Aus der Zeitschrift Ossieztky erfährt man dazu folgendes (Ralph Hartmann ‘Der Wohltätigkeitsverein’, Ossieztky 21/2013):

„Relativ wenig ist über die Rolle der CIA bei der Zerschlagung der jugoslawischen Föderation und im Bürgerkrieg in diesem Vielvölkerstaat bekannt geworden. Erst zwei Jahrzehnte danach hat der namhafte Publizist und ehemalige Offizier des US-amerikanischen Geheimdienstes Robert Baer, der von 1991 bis 1994 in Jugoslawien und im Nahen Osten eingesetzt war, in einem Interview ein wenig mehr Licht in das Dunkel der klandestinen Arbeit gebracht.

 Robert Baer

Veröffentlicht wurde das Interview Baers, der bei seinem Ausscheiden aus dem Dienst der CIA mit der »Career Intelligence Medal« ausgezeichnet worden war und danach mit seinen Enthüllungsbüchern »See No Evil« und »Sleeping with the Devil« für internationales Aufsehen sorgte, nunmehr auch auf der Internetseite des »Belgrader Forums für eine Welt der Gleichberechtigten«, einer unabhängigen, überparteilichen Vereinigung von Intellektuellen (www.beoforum.rs). In seinem Interview schildert Baer, wie er bereits 1991 gemeinsam mit drei weiteren Agenten nach Sarajewo gebracht wurde, um dort Panik wegen angeblich bevorstehender serbischer Angriffe zu schüren. Anschließend seien er und andere Geheimdienstler in Slowenien eingesetzt worden, um mit mehreren Millionen Dollars Politiker und Nichtregierungsorganisationen zu unterstützen, die nationalen Hass verbreiteten. Ziel der Propaganda sei es gewesen, die jugoslawischen Republiken zu entzweien. »Wir mussten«, so Baer, »einen Sündenbock auswählen, der an allem schuld war. Serbien wurde ausgewählt, denn auf eine gewisse Weise war es der Nachfolger Jugoslawiens. « In diesem Zusammenhang berichtete der ehemalige CIA-Offizier, wie führende separatistische Politiker und Journalisten bestochen wurden, um Hass und Nationalismus zu verbreiten.”

Mira Pârse: Wir sind auch zu diesem Ergebnis in unseren Recherchen in unserer Artikelreihe gekommen und haben auch versucht im 1. Teil der Reihe zu beantworten, was sich die NATO und die USA davon versprochen haben, im letzten Teil werden wir eine vergleichende Analyse der ehemaligen jugoslawischen Teilrepubliken vor und nach dem Bruderkrieg herausgeben, aber bitte fahren Sie fort Herr Dorin.

Auf die Frage, ob er etwas zu Srebrenica sagen könne, antwortete Baer: »Ab 1992 war ich erneut in Bosnien, aber dieses Mal sollten wir Militärformationen ausbilden, die Bosnien repräsentierten, einen neuen Staat, der gerade seine Unabhängigkeit erklärt hatte. Srebrenica ist eine übertriebene Geschichte, und leider wurde eine große Zahl von Menschen manipuliert […] Srebrenica ist ein politisches Marketing. Mein Chef, der übrigens früher im US-Senat war, wies mehrere Male darauf hin, dass es in Bosnien einen Betrug geben würde. Einen Monat vor dem angeblichen Genozid in Srebrenica sagte er mir, dass diese Stadt ein Schwerpunkt für die Medien in der ganzen Welt sein werde, und er gab uns Instruktionen, Medien herbeizurufen. Als ich fragte, warum, sagte er, das wirst Du schon sehen!”

 Richard Holbrooke

Doch sollte Robert Baer nicht der letzte bleiben, der von amerikanischer Seite den inszenierten Charakter der Ereignisse von Srebrenica bestätigt. Ausgerechnet Richard Holbrooke, ehemaliger US-amerikanischer Spitzendiplomat und US-Sondergesandter für den Balkan in den 1990er Jahren, erklärte am 19.November 2005 im bosnischen TV-Kanal Hayat, er habe damals u.a. den Auftrag erteilt bekommen, die sogenannte Schutzzone Srebrenica zu opfern (Dejan Anastasijević ‘Haški sud i tajna diplomatija’, Vreme 27.09.2007). Holbrooke heuchelte in diesem Interview zwar herum und bezeichnete Srebrenica als Tragödie, womit er die offizielle Version zwar einerseits verteidigen wollte, bestätigt jedoch direkt die Angaben der anderen erwähnten bosnischen und amerikanischen Politinsidern, laut denen der Fall von Srebrenica hautsächlich auf US-Initiative zurückzuführen ist.

Jugoslav 'Dominique' Petrušić

Es gibt noch einen weiteren Insider, der über die wirklichen Srebrenica-Hintergründe auspackte. Es handelt sich um den ehemaligen französischen Geheimdienstmitarbeiter Jugoslav ‘Dominique’ Petrušić, der während des Krieges in Bosnien für den französischen Geheimdienst vor Ort unterwegs war. Petrušić bezeichnete Srebrenica in der offiziellen Version während zahlreicher Interviews als Lüge und berichtete über die Einmischung westlicher Geheimdienste in die damaligen Geschehnisse. Auf seiner Seite http://www.jugiliks.com veröffentlichte er zahlreiche brisante Dokumente über die Kriege im ehemaligen Jugoslawien und die wirklichen Ereignisse von Srebrenica.

Und schlussendlich gibt ein vertrauliches bosnisch-moslemisches Dokument aus dem Jahr 1994 ebenfalls ein eindeutiger Hinweis auf den inszenierten Charakter der Ereignisse von Srebrenica. Am 11.01.1994 schickte Fahrudin Salihović, damaliger Vorsteher der Gemeindeversammlung Srebrenicas, eine Bevölkerungsstatistik an das Amt für Statistik der Republik Bosnien und Herzegowina in Sarajevo, die Abteilung für Statistik in Tuzla und das Sekretariat für Verteidigung in Tuzla, in dem er festhielt, dass sich in Srebrenica genau 37’255 Menschen befinden. Am Ende des Schreibens gibt Salihović folgenden entscheidenden Hinweis:

„Anbei die gewünschten Angaben für die Statistik, die Sie den internationalen Organisationen nicht zur Einsicht geben sollten, da diese von einer Einwohnerzahl von 45000 ausgehen.“

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Muslimische Behörden hatten demnach bereits 1994 ein Interesse daran, fast 8000 Menschen mehr vorzutäuschen als tatsächlich in der Stadt lebten – wie ist das zu erklären? Zieht man die anderen Angaben hoher Politinsider in Betracht, so gelangt man unweigerlich zur Schlussfolgerung, dass das ‘Srebrenica-Massaker’ von amerikanisch-bosnischen Kreisen bereits Jahre vor 1995 geplant wurde. Oder anders gefragt: Weshalb hätten die Serben im Sommer 1995 genau das tun sollen, was Bill Clinton Jahre zuvor vorgeschlagen hatte? Wären die Serben tatsächlich so dumm gewesen, den Vorwand für das geplante NATO-Bombardement gegen serbische Ziele selbst zu liefern? Und weshalb ausgerechnet in Srebrenica? Weder vor, noch nach dem Juli 1995, ist es während des gesamten Bosnienkrieges nirgend vorgekommen, dass die serbische Armee irgendwo einmarschierte und Tausende Menschen auf einen Schlag umbrachte, weshalb hätte sie das dann in Srebrenica tun sollen? So fiel z. B. kurze Zeit nach Srebrenica auch die nahegelegene Stadt Žepa. Dabei hat das serbische Militär weder Hunderte noch Tausende muslimischer Soldaten exekutiert, obwohl diese an diversen Verbrechen gegen die serbische Bevölkerung in der Region involviert gewesen sind. So ist in einem Bericht von Raymond Bonner über den Fall der Stadt Folgendes zu lesen (Raymond Bonner,„Conflict in the Balkans: The Refugees; Few Reports of Atrocities After Latest ‚Safe Area’ Falls“, New York Times, 28.7.1995):

„Wir wurden von den serbischen Soldaten gut behandelt“, sagt Ramiza Kolovac, 29, eine Jurastudentin aus Sarajevo, die gerade ihre Eltern in Žepa besuchte, als der serbische Angriff begann. „Wir waren sehr erstaunt“, fügt sie hinzu“

Damals aufgenommene Videos zeigen General Ratko Mladić, wie er nach der Einnahme von Žepa höchstpersönlich in die Busse mit den muslimischen Flüchtlingen steigt, sich über ihr Wohlbefinden erkundigt und ihnen versichert, dass ihnen nichts passiert und sie sich keine Sorgen zu machen brauchen. Wir sehen bereits an dieser Stelle, dass die offizielle Version der Ereignisse von Srebrenica absolut keinen Sinn ergibt.

Ardašir Pârse: Wir bedanken uns bei Ihnen Herr Dorin recht herzlich und werden das Interview mit Ihnen in Kürze fortsetzen und verabschieden uns für heute.

Fortsetzung folgt…

Beerdigung 6

Fortsetzung Teil 3

Ardašir Pârse: Herr Dorin, wir begrüßen Sie zur Fortsetzung des Interviews zum Thema “Srebrenica-Lüge” und wollen gleich mit der ersten Frage das Interview fortsetzen.

Mira Pârse: Wie ist es dann überhaupt dazu gekommen, dass die serbische Armee im Juli 1995 Srebrenica angegriffen hat und anschliessend in die Stadt einmarschierte?

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Alexander Dorin: Der Grund für die serbische Operation Krivaja 95, in deren Verlauf man auf Srebrenica vorrückte, war eine erneute Offensive der muslimischen Armee gegen serbische Ziele, die mehrere Wochen vor dem Fall Srebrenicas begonnen hatte. Bei dieser Offensive hatte die muslimische Armee den Schutzzonen-Status von Srebrenica erneut missbraucht und gegen das Waffenstillstandsabkommen vom Frühjahr 1993 verstossen. Für diese neue Offensive der muslimischen Armee gab es überhaupt keinen Grund, da sich die serbische Seite seit dem Frühjahr 1993 an das Waffenstillstandsabkommen gehalten hatte. Es ist offensichtlich, dass die serbische Armee zur Gegenoffensive provoziert werden und in eine vorbereitete Falle treten sollte. Das absolute Nichtverurteilen dieser Offensive und das Stillschweigen darüber seitens internationaler Institutionen und UN-Truppen, weist auf die Beteiligung der USA daran hin. Oder wie sonst ist es zu erklären, dass von internationaler Seite niemand darauf hinwies, dass die muslimische Armee das Waffenstillstandsabkommen gebrochen und den Schutzzonenstatus missbraucht hat, worauf eine Eskalation der Situation drohte? Auch die westlichen Massenmedien schwiegen damals fast geschlossen über diese erneute Provokation der bosnisch-muslimischen Armee. Eine der seltenen Ausnahmen war der Journalist Stephen Kinzer (Stephen Kinzer ‘Bosnian Muslim Troops Evade U.N. Force to Raid Serb Village’, NYT 27.06.1995):

„Bei einem Überfall, der noch vor der Dämmerung stattfand, griffen bosnische Regierungssoldaten ein isoliert liegendes serbisches Dorf in Bosnien an. Sie passierten unentdeckt die Posten der Vereinten Nationen und demonstrierten einmal mehr die Schwäche der UN-Truppen. Die Soldaten brannten Häuser nieder, stahlen die Viehbestände und hinterließen ein Dutzend obdachloser Familien, sagte ein Sprecher der bosnischen Serben. […] Višnjica ist eine kümmerliche Niederlassung an einem Berghang, einige Meilen von Srebrenica entfernt, einer der muslimisch bewohnten Städte im Osten Bosniens, die die Vereinten Nationen zur entmilitarisierten „Schutzzone“ erklärt haben. Aber der heutige Überfall wurde höchstwahrscheinlich von Truppen aus Srebrenica ausgeführt, was serbische Offiziere dazu veranlasste, der UNO vorzuwerfen, dass sie sich nicht an das Abkommen gehalten haben, die Stadt frei von Soldaten und Waffen zu halten. „In den letzten 15 oder 20 Tagen hat es zahlreiche ähnliche Vorfälle gegeben“, sagt Oberstleutnant Milovan Milutinović, Hauptsprecher der bosnisch-serbischen Armee. „Die muslimischen Soldaten, die diesen Angriff durchführten, passierten ungehindert die Linien der holländischen UN-Truppen, deren Auftrag es wäre, eben dies zu verhindern. Wir gehen also davon aus, dass die UN-Truppen mit den Muslimen kooperieren.“ […] Alle Versuche, das Hauptquartier der Vereinten Nationen bezüglich einer Stellungnahme zum heutigen Überfall zu erreichen, waren erfolglos. […] „Wir dachten, dass uns niemand von Srebrenica aus angreifen kann, weil die Stadt offiziell entmilitarisiert wurde und von UN-Soldaten eingeschlossen ist“, sagte Ljubomir Vuković, 67, während er in den schwelenden Trümmern des Hauses stand, das er sich mit zwei anderen Familien geteilt hatte. „Aber die Soldaten kamen gleich von da, über diesen Hügel.“ Herr Vuković zeigte auf eine Berganhöhe, die sein Dorf von Srebrenica trennt. Dort befindet sich ein Posten der Vereinten Nationen, der verhindern soll, dass Soldaten in die jeweils andere Richtung passieren. Die Dorfbewohner sagten, dass sie um 4.30 Uhr vom Lärm von Handfeuerwaffen geweckt wurden. Sie flohen in den nahen Wald, von wo aus sie hilflos zusehen mussten, wie ihre Behausungen angezündet und ihr Viehbestand fortgetrieben wurde. Offensichtlich um die Regierungstruppen zu ernähren. Als er nach den Gründen für diesen Angriff gefragt wurde, antwortete der Dorfbewohner Savo Madzarević nach kurzer Überlegung: „Ich glaube, weil wir Serben sind.“ „Wir hatten ein gutes Leben hier“, klagte Herr Madzarević. „Wir hatten zwei Betten und einen Tisch. Nun werden wir irgendwo als Flüchtlinge leben müssen.“ Višnjica ist eines von Hunderten serbischer Städte und Dörfer in Bosnien, die zu den Hauptopfern dieses Krieges gehören. Die von Muslimen dominierte Regierung ist entschlossen, die Kontrolle über die Städte und Dörfer zu erzwingen und behauptet, sie seien ein integraler Bestandteil ihres international anerkannten Gebietes. Aber die Serben, deren Vorfahren hier schon seit Generationen gelebt haben, wollen diese Orte um jeden Preis halten und schwören, nicht zuzulassen, dass sie je von Nicht-Serben regiert werden.“

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Auch in Dokumenten der bosnisch-moslemischen Armee, die während diverser sogenannter Prozesse vor dem Jugoslawientribunal gegen angeklagte Serben von der Verteidigung vorgelegt wurden, finden sich Angaben über die damalige muslimische Offensive einige Wochen vor dem Fall Srebrenicas. Viele dieser Dokumente veröffentlichte auch Jugoslav ‘Dominique’ Petrušić auf seiner Homepage. In einem dieser Armee-Dokumente vom 28.08.1995 steht geschrieben, dass im Verlauf dieser Offensive im Juni 1995 ca. sechzig Serben ermordet wurden. Die serbische Gegenoffensive begann erst am 6. Juli 1995 und hatte zum Ziel, die muslimischen Überfälle zu stoppen. Die serbische Operation „Krivaja-95“ hatte nie zum Ziel, Srebrenica einzunehmen. Es ging lediglich um Gegenschläge, die auf die muslimischen Angriffe auf serbische Dörfer im Sommer 1995 folgten. Zudem beinhaltete diese Operation das Vorhaben, einige der muslimisch besetzten serbischen Dörfer in der Umgebung von Srebrenica wieder zurückzuerobern. Tagesbefehle und Anordnungen der Führung der bosnischen Serben, die auch nach Den Haag geschickt wurden, beweisen das. So musste auch der damalige Haager Chefermittler, Jean-René Ruez, in einem Interview mit Dani zugeben, dass kein serbischer Befehl zur Einnahme Srebrenicas gefunden werden konnte („Srbi nisu željeli osvojiti Srebrenicu“, Dani , 4.5.2001) Miroslav Toholj, Sprecher der bosnisch-serbischen Armee zwischen 1992 und 1995, weist darauf ebenfalls hin (Jürgen Elsässer, „Sarajevo versucht, Beweise zu manipulieren“, junge Welt, 11.7.2005):

Historisches Dokument der muslimischen Armee von Bosnien und Herzegowina an das Innenministerium für SIcherheit 28.08.1995

„Wir wollten die Stadt eigentlich gar nicht erobern, sondern sie wurde vom Gegner geräumt und uns sozusagen angeboten. In den Tagen zuvor war es zu Kämpfen in der Umgebung gekommen, und als wir dann mit sehr schwachen Kräften – vielleicht 200 bis 300 Soldaten – den Stadtrand erreichten, stellten wir fest, dass der Gegner weg war. In dieser Situation entschlossen wir uns zur Besetzung. Aber es gab gleich am 11. Juli einen ausdrücklichen schriftlichen Befehl von Präsident Karadžić, dass die muslimischen Zivilisten strikt zu schonen und die muslimischen Soldaten, falls man welche gefangen nehmen sollte, nach den Regeln der Genfer Konvention zu behandeln seien. Dass wir uns schließlich zu diesem Schritt entschlossen haben, erklärt sich auch aus der Vorgeschichte. Dass der UN- Sicherheitsrat die Stadt zur Schutzzone erklärt hatte, war nämlich nicht nur eine Verpflichtung für uns, sondern beinhaltete auch eine Verpflichtung für die muslimische Armee, nämlich die Verpflichtung zur Entmilitarisierung Srebrenicas. Diese Verpflichtung wurde niemals umgesetzt, und mit den nicht abgelieferten Waffen wurden laufend von der Stadt aus terroristische Angriffe auf die serbischen Dörfer im Umland verübt“

Mangels Soldaten hätte die serbische Armee die Stadt Srebrenica, in welcher sich zeitweise 6.000 gutausgerüstete muslimische Soldaten aufhielten, im Juli 1995 gar mit Verstärkung von Kämpfern aus Žepa, kaum einnehmen können, da zahlenmässig ein Ungleichgewicht zwischen den beiden Armeen in der Region zu Ungunsten der Serben herrschte. Erst bei der Annäherung der serbischen Soldaten an Srebrenica wurde festgestellt, dass es keinen nennenswerten Widerstand mehr gab.

Ardašir Pârse: Was waren die Gründe für den ausbleibenden Widerstand und warum hatten die Muslime ihre Familien zurückgelassen, es würde doch niemand seine Familie dem Feind überlassen?

Alexander Dorin: Ganz einfach: die gesamte muslimische Armee wurde abgezogen und hat Srebrenica vor dem Einmarsch der Serben verlassen! Wir sprechen von ca. 8.000 Kämpfern aus Srebrenica und Žepa, denen sich etwa 4.000 größtenteils männliche Zivilisten, davon ein Großteil ebenfalls unter Waffen, angeschlossen hatten. Es ist klar, dass sich eine ganze Armee nicht auf eigene Initiative zurückziehen kann, das Ganze wurde auf Befehl des Generalstabs organisiert. Und da haben wir wieder einen weiteren Hinweis auf die inszenierte Räumung Srebrenicas, die Teil eines größere Plans gewesen ist. Stellen Sie sich einmal vor, dass 8.000 Soldaten kampflos und freiwillig eine Stadt aufgeben. Noch absurder ist die Tatsache, dass diese Kämpfer ca. 25’000 Zivilisten in der Stadt zurückgelassen haben. Welcher normale Mensch würde denn seine unbewaffneten Verwandten in einer Stadt zurücklassen, wenn er davon ausginge, dass sie vom Feind getötet werden? Bewaffnete flüchten und Unbewaffnete bleiben zurück? Das ist doch völlig absurd und mit normaler Logik nicht zu erklären. Aber mit normaler Logik ist der gesamte Srebrenica-Betrug so oder so nicht zu erklären, es benötigt ein detailliertes Wissen, der vor der Weltöffentlichkeit verschwiegenen Fakten und Hintergründe.

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Es liegt auf der Hand, dass die damals zurückgebliebenen Zivilisten in Srebrenica informiert gewesen sein müssen, dass sich die Armee und Tausende ziviler Männer im wehrfähigen Alter aus der Stadt zurückziehen und sich auf einen ca. 70 Km langen Marsch in Richtung der muslimisch kontrollierten Stadt Tuzla aufmachen würden, da das Ganze organisiert gewesen ist. Die ganze Stadt muss diesen Abzug unweigerlich mitbekommen haben, anders ist es gar nicht möglich. Mehr als unlogisch wäre es auch gewesen, wenn sich diese riesige Kolonne von ca. 12’000 Mann zurückgezogen hätte, ohne die Angehörigen in die Pläne einzuweihen, denn welcher auch nur halbwegs normale Mensch würde seine Angehörigen in schrecklicher Ungewissheit zurücklassen? Für so ein Verhalten gäbe es wahrlich keinen einzigen vernünftigen Grund.

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Und damit kommen wir zu einem der Hauptpunkte. Die muslimische Regierung behauptete damals, Angehörige aus Srebrenica hätten eine Vermisstenliste zusammengestellt, die ursprünglich 7.400 Namen umfasste. Weshalb jedoch sollte jemand seinen Verwandten als vermisst melden, wenn doch dieser eben erst mitgeteilt hat, dass er sich, zusammen mit Tausenden anderen Männern, auf den Weg nach Tuzla macht. Was würde denn eine Vermisstenliste in Srebrenica bringen, wenn es doch offensichtlich ist, dass die Menschen die Stadt verlassen. Logisch wäre einzig und allein, dass man eine Liste mit den Namen aller Geflüchteten nach Tuzla faxt, damit dort nach der Ankunft der Leute festgestellt werden kann, wer denn von der Liste alles angekommen ist, alles andere ergibt nicht den geringsten Sinn. Sinnlos ist auch, dass die angebliche Vermisstenliste die Namen von nur 7.400 und nicht allen geflüchteten 12’000 Männern umfasste – wieso das? Zudem existierte nie eine Liste mit allen Namen jener Menschen, die sich während des Krieges in Srebrenica aufhielten, jedenfalls habe ich weder eine solche je gesehen noch habe ich davon auch nur gehört. Es existiert lediglich die bereits zitierte Bevölkerungsstatistik aus dem Jahr 1994, welche die Leute nur zahlenmäßig erfasst hat. Das wiederum bedeutet, dass gewisse Interessengruppen auf die Vermisstenliste u.a. auch Namen von Menschen hätten setzen können, die sich gar nicht in Srebrenica aufgehalten haben. In der Fortsetzung werde ich einige Fakten zitieren, auf genau diesen Punkt schließen lassen.

Mira Pârse : Was geschah dann aber mit diesen ca. 12’000 muslimischen Kämpfern und Zivilisten, die sich nach Tuzla durchschlugen?

Alexander Dorin: Sie machten sich zum größten Teil auf einen ca. 70 km langen Fußmarsch von Srebrenica nach Tuzla auf. Die Kolonne wurde geteilt, worauf sie auf unterschiedlichen Routen nach Tuzla gelangte. Ein kleinerer Teil überquerte gar die Grenze nach Serbien und wurde dort während einigen Monaten in Flüchtlingscamps untergebracht (dazu später mehr). Viele dieser Männer bestätigten später, dass sie unterwegs, während des Durchbruchs nach Tuzla, viele Male an die serbische Armee gerieten, mit der sie sich zum Teil heftige Gefechte lieferten. Die Organisation Srebrenica Historical Project wertete diese Zeugenaussagen aus und veröffentlichte ein Teil davon auf ihrer Homepage:

Laut den Aussagen dieser muslimischen Zeugen, gerieten die muslimische und serbische Armee zwischen Srebrenica und Tuzla an folgenden Orten aneinander:

Konjević Polje, Sandići, Region um Jadar. Buljin, Wald in der Nähe von Buljin, Baljkovica, Lipanj, Sućeska, Kravica, Kaldrmica, Straße Udrč – Baljkovica, Snagovo, Jaglić, Crni Vrh, Cerska, Dorf Šiljkovići, Dorf Pervani, Velja Glava, Region um Šušnjari, Straße bei Lolići.

Hier einige Auszüge aus den Aussagen muslimischer Zeugen und ihren Schätzungen über die Gefechtstoten an unterschiedlichen Orten:

Kamenica

Dedić Sulejman: eine große Anzahl von Toten und Verwundeten

Ramić Sado: etwa 1000 Tote

Osmanović Ramo: Hunderte Tote und 300 – 400 Verletzte

Salkić Abdulah: mehrere hundert Tote

Konjević Polje

Ademović Bekit: viele herumliegende Körper

Smajlović Muhamed: geschätzte 500 – 1000 Tote.

Alić Melvid: viele Tote und Verletzte entlang der Straße nach Baljkovica

Sandići

Muminović Behudin: sah wie ca. 500 Toten vergraben wurden.

Smajlović Muhamed: geschätzte 200 Tote

Lipanj

Hasanović Sead: viele tote Körper.

Buljin

Mehanović Hasmir: etwa 100 Tote.

Osmanović Nazif: ca. 100 Tote und viele Verletzte.

Region um Šušnjari

Mustafić Husejn: Hunderte Verluste.

Baljkovica

Salkić Abdulah: Hunderte Tote auf der Strecke aus der Richtung Kamenica

Smajlović Muhamed: viele geschwärtzte und aufgedunsene Körper

Straße Udrč – Baljkovica

Salihović Selvid: Einige hundert Leichen

Snagovo

Ademović Ševal: Tote Körper und viele Verwundete

Dedić Sulejman: große Anzahl von Toten, welche einen unangenehmen Geruch von sich geben Osmanović Nazif: viele Tote und Verwundete

Cerska

Avdić Enver: Ungefähr 100 Tote.

Nicht identifizierte Orte

Alić Hasan: Ungefähr 1000 Opfer 8 km von Kamenica

Efendić Mensur: Beobachtete Dutzende von Leichen entlang der Flucht-Strecke

Halilović Osman: sah 30-40 Leichen und 20 Suizide

Husić Ramiz: 44 tote Körper und 10 Verletzte

Jusupović Šefik: Hunderte Tote im Wald

Kovačević Sadik: Ungefähr 300 Tote

Kadrić Midhat: Ungefähr 500 Tote

Muratović Kadrija: Tote und verstümmelte Leichen im Wald

Orić Meho: 70 Tote

Salčinović Sadik: 6 Tote

Vejzovič Gadafi: Hunderte von toten Körpern im Wald

Muminovič Sejdalija: 5 Tote an einem Ort und eine beträchtliche Anzahl von Todesopfern und Verwundeten an einem anderen.

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Muslimische Zeugen sprechen ebenfalls von Verlusten beim Überqueren von Minenfeldern, Suiziden und Gefechten, während den Rivalitäten zwischen muslimischen Gruppierungen. Ibran Mustafić schätzt alleine die Zahl der Todesopfer innermuslimischer Auseinandersetzungen auf mehrere hundert (Đorđe Barović ‘Orić je ubio 1.000 Bošnjaka’, Vesti online, 19.02.2913). Mustafić präzisiert und behauptet, Naser Orić habe damals eine Liquidationsliste zusammengestellt, welche die Namen von muslimischen Männern aus Srebrenica beinhaltete, die Orić ein Dorn im Auge waren und nach dem Fall Srebrenicas beseitigt werden sollten. Man kann davon ausgehen, dass es sich um Männer handelte, die nach der Aufgabe Srebrenicas hätten Auskunft über Orić’s Machenschaften geben können. Orić wird nämlich von Angehörigen der eigenen Bevölkerung beschuldigt, er habe während des Krieges nicht nur den Schwarzmarkt kontrolliert, sondern auch die eigene Bevölkerung erpresst und terrorisiert. So wurde in Dokumenten der muslimischen Armee auch festgehalten, dass Orić nicht nur die Verantwortung für zahlreiche Morde in Srebrenica trägt, sondern mit seinen Soldaten auch regelmässig Mädchen der eigenen Volksgruppe vergewaltigte(Telegraf ‘Orić zlostavljao Srbe, silovao i bošnjačke žene!’, 04.02.2014).

Bereits 1994 sorgten in der serbisch kontrollierten Stadt Bratunac nahe Srebrenica, zwei muslimische Mädchen für Aufsehen. Die beiden Mädchen konnten den sexuellen Missbrauch und die Vergewaltigungen in Srebrenica nicht mehr ertragen und flüchteten über die Frontlinie auf die serbische Seite! Dort wurden sie versorgt, interviewt und schliesslich in ein Flüchtlingslager gebracht (Bruno Beloff . ‘Vehida’s story. Brutally betrayed by trusted protectors’, The Scotsman, July 13, 1994).

Ardašir Pârse: In unseren Recherchen haben wir immer wieder festgestellt, dass von Serben begangene Massaker an Muslimen – und das gilt auch später für den Kosovo – die Rede ist und wir haben dort Videoaufnahmen gesehen, wo man Gefechtstote aus der Umgebung zusammengetragen hat um anschliessend einen Haufen Leichen als Massaker zu präsentieren, wo ganz klar zu erkennen war, dass sie Militärstiefel und Uniformen getragen haben, also aktive Kämpfer waren, die ganz klar Gefechtstote gewesen sein müssen. Kann man davon ausgehen, dass auch im Fall Srebrenica Zahlen und Fakten von getöteten Muslimen von westlicher Propaganda manipuliert wurden?

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Alexander Dorin: Kommen wir nochmals kurz zurück auf die Schätzungen muslimischer Zeugen über die Gefechtsverluste auf dem Weg von Srebrenica nach Tuzla. Diese Aussagen deuten auf relativ grosse Verluste hin. Man muss auch berücksichtigen, dass der Marsch von Srebrenica nach Tuzla und die damit verbundenen Gefechte über eine Woche dauerten, gewisse versprengte Gruppen benötigten sogar länger. Die Höchstzahl aller Toten des Marsches nach Tuzla muss bei ungefähr 2000 liegen. Das beweist ein Vergleich der bereits zitierten Srebrenica-Statistik von 1994 mit einer UN-Statistik vom August 1995, welche die Anzahl der in Tuzla angekommenen Überlebenden aus Srebrenica aufzeigt (dazu später mehr).

All diese Toten wurden auf dem Friedhof des sogenannten Srebrenica Memorial-Center in Potočari beigesetzt und als Massakeropfer präsentiert. Doch damit noch nicht genug. Kommandant Naser Orić veröffentlichte in seinem Buch ‘Srebrenica svjedoči i optužuje’ eine Liste mit den Namen von über 1.300 muslimischen Kämpfern, die bereits 1992, 1993 und 1994 umgekommen sind. Eine Analyse des Todesdatums und -ortes zeigt auf, dass der absolute Grossteil dieser Kämpfer während der Angriffe gegen serbische Dörfer und während Gefechten umgekommen ist. Das Srebrenica Historical Project stellte auf seiner Homepage die Frage, wo denn diese Toten beerdigt wurden. Die Antwort kann nur lauten: in Potočari, wo man sie ebenfalls als Massakeropfer deklariert hat. Damit wären wir bereits bei über 3.300 in Potočari beerdigten Toten, die nie und nimmer Opfer von Erschiessungen gewesen sind. Doch hier enden die Manipulationen noch nicht, wie wir in der Fortsetzung des Interviews noch sehen werden.

Buch von Naser Orić

(Link mit der Namensliste der gefallenen muslimischen Kämpfer, entnommen aus dem Buch von Naser Orić)

Mira Pârse: Vielen Dank im Namen von Pârse & Pârse  für Ihre sehr aufschlussreichen Ausführungen zum Thema Herr Dorin, wir freuen uns auf die Fortsetzung und verabschieden uns für heute.

Mira Pârse: Herr Dorin wir begrüssen Sie zum 4. Teil des Interviews und freuen uns Sie heute wieder hier bei uns zu haben.

Ardašir Pârse: Wir haben bisher erfahren, dass sich die muslimische Armee aus Srebrenica einen Tag vor dem Fall der Stadt zurückgezogen und grösstenteils auf den Weg nach Tuzla gemacht hat. Was aber geschah mit den muslimischen Zivilisten, die in Srebrenica zurückgeblieben sind? Wir haben Videoaufnahmen gesichtet, aus denen aus unserer Sicht sehr überzeugend hervorgeht, dass die Übergabe von Srebrenica an General Ratko Mladić sehr zivilisiert abgelaufen ist und er sehr verantwortungsbewusst gehandelt hat. Es kursieren in den Medien aber die unterschiedlichsten Geschichten.

Alexander Dorin: Die ganzen Geschichten darüber entstanden erst später im Zuge der Srebrenica-Propaganda. Tatsächlich wurde damals vor Ort alles dokumentiert, selbst von der UNO. Die Fakten sprechen eine eindeutige Sprache und bieten gar keinen Raum für Spekulationen und Gräuelpropaganda. Zuerst einmal wurden die muslimischen Zivilisten nie aus der Stadt vertrieben, wie das unsere Mainstream-Medien und Vertreter der USA und der NATO, später auch die bosnisch-muslimischeRegierung, vorgelogen haben. Das absolute Gegenteil ist der Fall. Vertreter der muslimischen Zivilbehörden trafen sich nach dem Fall Srebrenicas mit General Mladić im Hotel Fontana in Bratunac und erörterten die Situation. Dabei bot Mladić der muslimische Seite völlige Straffreiheit an, falls niemand mehr zu den Waffen greifen würde. Er bot zudem an, die muslimischen Zivilisten könnten in Srebrenica bleiben und müssten die Stadt nicht verlassen. Der Vertreter der muslimischen Zivilisten äußerte jedoch den Wunsch, dass die Bevölkerung lieber in muslimisch kontrolliertes Gebiet evakuiert werden möchte. Die anschließende Evakuierung der ca. 25’000 muslimischen Zivilisten wurde von der serbischen Armee durchgeführt. Diese Evakuierung wurde von UNO-Soldaten begleitet und überwacht.

Ratko Mladić zwischen UN-Soldaten und muslimischen Flüchtlingen

Mira Pârse: In diesem Zusammenhang sprachen deutsche Politiker und Medien nicht von Evakuierung, sondern von Deportationen. Beim ganz offensichtlichen Missbrauch dieses Wortes, sollten deutsche Politiker vielleicht in die Fratze ihrer eigenen hässlichen Geschichte blicken. Aus unserer Sicht ist eine derartige Terminologie und dazugehorige Ausschwitzvergleiche eine Beleidigung der 6 Millionen Opfer des Holocaust im Nationalsozialismus und obendrein auch strafbar, wenn ein Normalbürger einen solchen Vergleich zur Verharmlosung deutscher Vernichtungslager anstellen würde. Bei der Fülle an Beweislast aus den eigenen Reihen – von NATO-Mitgliedern und investigativen Journalisten, ja sogar von der bosnisch muslimischen Armee selbst – die gegen einen von Serben begangen Völkermord an Muslimen in Srebrenica spricht, ist es schwer verständlich, dass alle Aussagen, Dokumente und Hinweise von westlichen Staaten ignoriert werden, Herr Dorin fahren Sie bitte fort.

Alexander Dorin: Am 17.Juli 1995, also fast eine Woche nach der Einnahme Srebrenicas durch die serbische Armee, unterzeichneten die UNO, ein Sprecher der muslimischen Zivilbehörden und ein serbischer Vertreter ein Dokument. Die UNO wurde dabei von Major Robert Franken, die muslimischen Zivilbehörden von Nesib Mandžić und die serbische Seite von Miroslav Deronjić vertreten. In dem Dokument wurde folgendes festgehalten:

„Erklärung von Vertretern der Zivilbehörde der Enklave Srebrenica und eines Repräsentanten der UNPROFOR über eine Vereinbarung zur Evakuierung der Zivilbevölkerung von Srebrenica. […] Die in Anwesenheit des holländischen Bataillonskommandeurs getroffene Übereinkunft lautet wie folgt:

Die Zivilbevölkerung kann in der Enklave bleiben oder sie verlassen, gemäß dem Wunsch jeder einzelnen Person.

Im Fall der Evakuierung bleibt uns die Wahl der Marschrichtung überlassen, und wir haben entschieden, dass die gesamte Bevölkerung in das Gebiet des Distrikts Kladanj evakuiert werden soll.

Man ist übereingekommen, dass die Evakuierung von Armee- und Polizeieinheiten der Republik Srpska ausgeführt und von der UNPROFOR überwacht und begleitet werden soll.

[…]“

Das Dokument schließt mit der Versicherung, dass sich die serbische Seite an alle Klauseln der Vereinbarung gehalten hat. Es wird bestätigt, dass es zu keinerlei Zwischenfällen gekommen ist und die serbische Seite alle Bestimmungen der Genfer Konventionen und des internationalen Kriegsrechts respektiert hat.

Evakuierungs-Abkommen; UN-Dokument vom 17.07.1995

Wir sehen demnach, dass damals vor Ort niemand Verbrechen beobachten und feststellen konnte. In der holländischen Zeitung NRC Handelsblad wurden zum Thema mehrere holländische Blauhelmsoldaten zitiert (Ward op den Brouw und Harry Meijer ‘Sympathie voor Serviërs bij Nederlandse militairen’, NRC Handelsblad, 24.7.1995:

„Soldat Karel Mulder: ‘Vieles, was man über die Serben sagt, ist Blödsinn. […] Ich war drei Tage lang unter den Flüchtlingen, und die Serben haben sie gut behandelt’. Soldat Arnold Blom: ‘Als wir in der Enklave patrouillierten, wurde von den Muslimen serbisches Feuer provoziert. Sie schossen über uns drüber und wollten damit erreichen, dass die Serben einen von uns treffen, damit man ihnen für die Außenwelt wieder den schwarzen Peter zuschieben kann’.“

Kommandant Tom Karremans bezeichnete im gleichen Artikel die serbische Einnahme Srebrenicas als korrekte militärische Aktion und erwähnte u.a. auch, dass die muslimische Armee in Ostbosnien insgesamt 192 serbische Dörfer überfallen hat. Das beweist, dass von der UNO noch zweieinhalb Wochen nach der Evakuierung Srebrenicas, niemand etwas von Verbrechen zu berichten wusste. In einem Interview mit Večernje Novosti, sagte der ehemalige holländische Blauhelmsoldat Marco van Hees aus, er und seine Kollegen hätten keine Verbrechen in Srebrenica beobachten können und es habe keinen Völkermord gegeben. Hier einige Auszüge aus dem Interview mit van Hees (Vlastimir Popović, „Korov laži ispod vetrenjača“, Večernje Novosti, 3.9.2008):

„Die Föderation Bosnien und Herzegowina hat den Rechtsstreit um die Anklage gegen Holland wegen der angeblichen Versäumnisse unserer Einheit verloren. […] Sie haben uns angeklagt, aber solange wir an verschiedenen Punkten in und um Srebrenica stationiert waren, ist niemand von den Muslimen umgekommen!“[…] Im konkreten Fall vom Juli 1995 hätten 450 Soldaten der holländischen Einheit, die schlecht bewaffnet war, die gesamte hochgerüstete 28. Division der muslimischen Armee, die ca. 10.000 Kämpfer umfasste, „verteidigen“ sollen! Weshalb haben sie sich nicht selbst verteidigt? Ich habe mich immer gefragt, weshalb alle die Muslime beschützen, niemand aber die Serben. […] Unsere Stützpunkte befanden sich in zerstörten serbischen Dörfern, so z. B. in Zalazje. Wir konnten uns selbst davon überzeugen, welche bestialischen Verbrechen die Muslime an den Serben verübt haben. In unserer Einheit dienten junge Burschen von 19 und 20 Jahren, die auf eventuelle Kampfeinsätze überhaupt nicht vorbereitet waren. Es war schlimm für uns, als uns jene angezeigt haben, denen wir fast zwei Jahre lang geholfen haben. Jene, die uns Essen und Benzin gestohlen, uns verflucht und verletzt haben […]. Wir sind nicht schuld daran, dass sie die Schlacht verloren haben. Unser Auftrag lautete, dass wir sie ‚vor den Serben beschützen sollen’, und sie haben uns angegriffen. Einen unserer Soldaten haben sie getötet und mehrere verletzt!“ […] Keiner der holländischen Soldaten hat jemals ein an muslimischen Zivilisten begangenes Verbrechen oder eine Vergewaltigung gesehen oder auch nur davon gehört. Jene Soldaten, welche in den Bussen waren, die die Frauen und Kinder von Potočari nach Tuzla gefahren haben, können bestätigen, dass seitens der Serben keine Verbrechen und Morde begangen wurden. Auch die anderen, die in Kalimanići stationiert waren, können bestätigen, dass sie keine Tötungen von Muslimen gesehen haben. Dafür gab es Kriminelle unter den Muslimen in Srebrenica selbst […]. Als wir nach Hause zurückgekommen sind, gab es in den holländischen Medien einen regelrechten Wettstreit darum, wer uns mehr anschwärzt in der Feststellung, dass ausgerechnet wir für die Ereignisse in Srebrenica verantwortlich sein sollen. Wir wurden von unserer Regierung angegriffen, wie auch von allen staatlichen Institutionen. Zahlreiche Angehörige unserer Einheit, mindestens 100, sind damals komplett durchgedreht! Sie wurden verrückt. Einige von ihnen haben sich umgebracht! Wir erhielten nie eine moralische Unterstützung oder Anerkennung für unseren Dienst unter den Muslimen. Der Großteil unserer Soldaten ist wegen der psychischen Probleme momentan arbeitsunfähig. Dazu kommt noch, dass mehr als 90 Prozent der Soldaten vor der Abreise nach Bosnien keine abgeschlossene Ausbildung hatten.“

Die Angriffe gegen van Hees und seine ehemaligen Kameraden zeigen, dass es einigen Menschen und Interessengruppen lieber wäre, wenn sich tatsächlich ein Völkermord ereignet hätte, was bereits genug über die Gesinnung dieser Menschen aussagt. Unbeliebt machte sich damals auch der holländische General Hans Couzy. In seinem Buch schrieb er nämlich, dass sich in Srebrenica kein Völkermord ereignet habe (Hans Couzy, Mijn jaren als bevelhebber, Amsterdam 1996). Seine Aussage brachte nicht nur die Medien auf die Palme, sondern auch den damaligen holländischen Verteidigungsminister Voorhoeve, und es hagelte böse Kritik (Helmut Hetzel, ‘Aufmüpfiger General befördert Karremans’, Die Welt, 12.7.1996).

Und dann wieder diese Logik der führenden Massenmedien. Wenn holländische Soldaten und Kommandanten, die damals in Srebrenica stationiert gewesen sind, darüber berichten, dass sie vor Ort keine Verbrechen beobachten konnten und dass es keinen Völkermord gegeben hat, so werden die Medien aggressiv und greifen diese Zeugen an. Mit anderen Worten: Die Faktenlage hat sich gefälligst der westlichen Medienmaschinerie und der Propaganda der US-Regierung zu beugen. Widerspricht jemand, so wird er zum Sympathisanten von Völkermördern abgestempelt.

Ardašir Pârse: Wurde nicht in diversen Berichten behauptet, die Serben hätten damals unter den muslimischen Flüchtlingen mindestens 500 Männer von den Familien getrennt und abgeführt? Es heisst auch, dass diese Männer wahrscheinlich exekutiert worden sind.

Alexander Dorin: Das ist auch so eine erfundene Behauptung gewisser propagandistischer Kreise, die mit der Faktenlage rein gar nichts zu tun hat. Fast alle Männer im wehrfähigen Alter hatten Srebrenica bereits einen Tag vor dem Fall der Stadt verlassen, wie wir bereits gesehen haben. Zurück blieben vorwiegend Frauen, Kinder, ältere Männer und Jugendliche. Angehörige der serbischen Armee stellten eine Liste mit den Namen von Hunderten muslimischen Kämpfern zusammen, die verdächtigt wurden, im Umland von Srebrenica an den Verbrechen gegen die serbische Bevölkerung beteiligt gewesen zu sein. Ausgestattet mit dieser Liste suchten die serbischen Soldaten unter den Flüchtlingen nach solchen Kriegsverbrechern. Schliesslich wurden gruppenweise ältere Männer und Jugendliche zur Befragung nach Bratunac gebracht. Das serbische Militär erhoffte sich durch die Befragungen detaillierte Informationen über den Aufbau der muslimischen Armee. Laut meinen Informationen wurden maximal 700 männliche Personen befragt.

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Das Niederländische Institut für Kriegsverbrechen (Nederlands Instituut voor Oorlogsdocumentatie) befasste sich ausführlich mit dem Fall Srebrenica und verfasste einen mehrere Tausend Seiten langen Bericht darüber (NIOD-Report). In dem Bericht wird festgehalten, dass die Männer vor der Befragung durch die serbische Armee gezählt wurden, dass nach dem Ende der Befragung niemand gefehlt hat und dass alle wieder freigelassen wurden. Patrick Barriot, ehemaliger Oberst der französischen Armee und Arzt, der damals in Bosnien selbst vor Ort gewesen ist, sagte während des Prozesses gegen Slobodan Milošević in Den Haag aus, General Mladić habe ihn ebenfalls persönlich über die Freilassung der vernommenen muslimischen Männer unterrichtet (Alexander Dorin ‘Srebrenica wie es wirklich war’) Patrick Barriot, Autor mehrerer Bücher, veröffentlichte u.a. auch ein Buch über den sogenannten Prozess gegen Slobodan in Den Haag, den er als politische Farce und Skandal darstellt (Patrick Barriot und Eve Crépin ‘Le procès Milosevic ou l’inculpation du peuple serbe’).

Buchcover von Patrick Barriot

Auch der bisher bereits mehrfach erwähnte Ibran Mustafić wurde ursprünglich von den Serben festgenommen, weil man ihn verdächtigte, in die Massaker an der serbischen Bevölkerung verwickelt gewesen zu sein, was jedoch nicht bewiesen werden konnte. Nach monatelanger Haft wurde er wieder freigelassen. Wieso hätten die Serben also Tausende Männer der gegnerischen Armee ohne Prozess erschießen sollen, während sie gleichzeitig einen muslimischen Politiker wieder auf freien Fuß setzten, weil man ihm nichts nachweisen konnte? Dazu war in einer Ausgabe des deutschen Politmagazins Konkret folgendes zu lesen (Jürgen Elsässer,’Die Mafia von Srebrenica’, Konkret Nr. 1/1997):

„Mustafić hält die gängige These von der tausendfachen Mordlust der serbischen Eroberer für nicht plausibel, weil diese sogar ihn, den prominentesten Aktivisten der Moslempartei in der Enklave, wieder freigelassen hatten“

Es gibt keinen einzigen Anhaltspunkt oder Beweis dafür, dass die serbische Armee nach dem Fall Srebrenicas in der Stadt Massenverbrechen beging. Alle vorhandenen Fakten und Dokumente bezeugen sogar das absolute Gegenteil.

So möchte ich zum Schluss des vierten Teiles unseres Interviews auch noch auf einige Dokumente der bosnisch-serbischen Armee hinweisen. Es handelt sich um Befehle serbischer Kommandanten im Zusammenhang mit dem Einmarsch in Srebrenica. Fangen wir mit dem Tag des Einmarsches der serbischen Armee in Srebrenica an. Hier das Original und dann die Übersetzung:

Tagesbefehl von Radovan Karadžić an die serbische Armee vom 11. Juli 1995

REPUBLIK SRPSKA PRÄSIDENT DER REPUBLIK SARAJEVO

An: INNENMINISTERIUM DER REPUBLIK SRPSKA Zur Kenntnis: MINISTER Streng vertraulich Nr. 01-1351/95

Datum: 11. Juli 1995

In Übereinstimmung mit dem Artikel 80 der Verfassung der Republik Srpska und mit dem Artikel 7 des Gesetzes über die Landesverteidigung erlasse ich folgenden

BEFEHL

1. Es ist ein Amt für öffentliche Sicherheit in Srpska Srebrenica zu bilden, sobald die Regierungsbehörden der Republik Srpska im Gemeindegebiet von Srpska Srebrenica eingerichtet worden sind.

2. Dieses Amt soll seine Tätigkeit in Übereinstimmung mit dem Gesetz über die inneren An- gelegenheiten der Republik Srpska und mit anderen gesetzlichen Bestimmungen und Verordnungen aufnehmen.

3. Besondere Aufmerksamkeit ist der Wahrung der öffentlichen Ruhe und Ordnung, dem Schutz von Leben und Eigentum der Bürger, der Verhütung von Verbrechen, der Aufspürung von Straftätern sowie dem Schutz der industriellen Einrichtungen zu widmen.

4. Alle Bürger, die sich an Kampfhandlungen gegen die serbische Armee beteiligt haben, sollen als Kriegsgefangene gemäß dem Gesetz und den internationalen Vereinbarungen behandelt werden; alle anderen sollen über den Ort ihrer Niederlassung und Umsiedlung frei entscheiden können.

5. Mit dem Zivilbeauftragten der Gemeinde Srpska Srebrenica, Miroslav Deronjic, sowie mit an- deren Körperschaften und Organisationen dieses Gebietes ist eine enge Zusammenarbeit auf- zunehmen.

Der Präsident der Republik

Dr. Radovan Karadžic

In einem anderen Dokument vom 22.07.1995 verbietet Radovan Karadžić die Entwendung von materiellen Gütern jeglicher Art aus der Gemeinde Srebrenica. Das Original und dann die Übersetzung:

Befehl vom 22.07.1995 von Radovan Karadžić

DRINGEND

SERBISCHE REPUBLIK PRÄSIDENT DER REPUBLIK SARAJEVO

GENERALSTAB DER SERBISCHEN REPUBLIK MINISTERIUM FÜR INNERE ANGE- LEGENHEITEN

KRIEGSPRÄSIDIUM DER GEMEINDE SREBRENICA

Str. vertr. Nummer: 01-1434/95 Datum: 22.07.1995

Auf der Grundlage des Artikels 80 der Verfassung der Republika Srpska, des Artikels 7 des Gesetzes für Verteidigung und des Artikels 174 des Armeegesetzes ergeht zum Schutz von materiellen Gütern die folgende

ANORDNUNG

1. Schärfstens die Entwendung materieller Güter jeglicher Art in der Gemeinde Srebrenica zu verbieten und zu verhindern, ohne ausdrückliche Anordnung der Regierung der RS.

2. Für die Ausführung dieser Anordnung sind direkt verantwortlich: GSCHV RS (Generalstab), MUP (Ministerium für innere Angelegenheiten) und das Kriegspräsidium der Gemeinde Srebrenica.

3. Über die Ausführung der Anordnung ist ein Bericht zu erstellen.

Präsident der Republik

Dr. Radovan Karadžic

Und am 09.07.1995 gab Generalmajor Zdravko Tolimir den Generälen des Drina-Korps Milan Gvero und Radislav Krstić ebenfalls eindeutige Anweisungen betreffend des Umgangs mit Zivilisten und Kriegsgefangenen. In Punkt drei und vier dieses Befehls wurde folgendes festgehalten:

Eindeutige Anweisungen vom 09.07.1995 von Generalmajor Zdravko Tolimir an die die Generäle des Drina-Korps Milan Gvero und Radislav Krstić

„Der Präsident der Serbischen Republik hat angeordnet, dass bei Fortsetzung der Kampfhandlungen der volle Schutz der Angehörigen der UNPROFOR und der muslimischen Zivilbevölkerung gewährleistet wird und dass ihnen Sicherheit garantiert wird für den Fall, dass sie das Territorium der Serbischen Republik betreten.

Im Einklang mit dem vom Präsidenten der Serbischen Republik erlassenen Befehl ist allen Kampfeinheiten, die an den Kämpfen um Srebrenica teilnehmen, mit- zuteilen, daß sie allen Angehörigen der UNPROFOR und der muslimischen Zivilbevölkerung bestmöglichen Schutz und Sicherheit gewähren. Weisen Sie die ausführenden Einheiten an, daß sie von der Zerstörung ziviler Objekte absehen sollen, sofern sie nicht durch starke Gegenwehr des Feindes dazu genötigt werden. Verbieten Sie das Anzünden ziviler Objekte. Verhalten Sie sich gegenüber der Zivilbevölkerung und den Kriegsgefangenen im Einklang mit der Genfer Konvention vom 12. August 1949.“

Ergibt es einen Sinn, dass der serbische Generalstab in streng vertraulichen Dokumenten den Schutz der muslimischen Zivilbevölkerung und die korrekte Behandlung etwaiger gefangener Soldaten nach international gültigen Gesetzen anordnet, während er hintenherum, quasi der Armee ins Ohr flüsternd, Massenmorde befiehlt? Und wie soll man überhaupt tausendfache Massenmorde anordnen, ohne dass auch nur die geringste Spur von Befehlen jeglicher Art zurückbleibt? So etwas ist militärisch und organisatorisch überhaupt nicht ausführbar.

Mira Pârse: Leider sind wir für heute schon wieder am Ende des Interviews. Vielen Dank Herr Dorin für Ihre umfangreichen Ausführungen im 4. Teil der Reihe, wir sind sehr gespannt auf die Fortsetzung. Vor allem auch vielen Dank für die Bereitstellung von wichtigen Dokumenten, Bildmaterial und Zitaten die einwandfrei beweisen, dass es in Srebrenica keinen Genozid gegeben haben kann und umso mehr beweisen, dass der Prozess gegen General Ratko Mladić u.a. am ICTY eine leicht durchschaubare Farce eines NATO und US dominierten Tribunals ist, das nennt man Siegerjustiz.

Mira Pârse: Pârse und Pârse begrüssen Sie recht herzlich zum 5. Teil des Interviews und wir sind schon gespannt auf die Antworten zu den folgenden Fragen. Sie haben sich über 2 Jahrzehnte mit diesem Thema beschäftigt, viel Zeit geopfert und Ihre Recherchen privat finanziert, sicher waren Sie auch vielen Anfeindungen ausgesetzt und wir finden, dass das allergrössten Respekt verdient und jetzt auch zu Beginn des Interviews  einmal erwähnt werden muss.

Ardašir Pârse: Wie ging es nach den Evakuierungen weiter? Was gäbe es noch wichtiges zur Ankunft der Flüchtlinge und der Armee aus Srebrenica in Tuzla zu sagen? Wir haben in unserer Artikelreihe „Die Vernichtung der jugoslawischen Nation (4)“recherchiert, dass die offizielle Zahl der in Tuzla angekommenen Flüchtlinge aus Srebrenica, 35.632 Menschen, von der Weltgesundheitsorganisation und von der bosnischen Regierung als Vertriebene und Überlebende von Srebrenica registriert wurden, können Sie das noch aus anderen Quellen bestätigen?

Alexander Dorin: Ja, diese Zahl kennt man sogar ziemlich genau. In einem UN-Dokument vom 4. August 1995 hielt US-Major Guy Sands fest, dass in Tuzla bis zu diesem Datum insgesamt 35’632 Flüchtlinge aus Srebrenica registriert wurden. An dieser Stelle möchte ich an die bereits zitierte Srebrenica- Bevölkerungsstatistik vom 11.01.1994 erinnern, in der Fahrudin Salihović festhielt, dass sich genau 37’255 Leute in Srebrenica befinden. Dementsprechend einfach fällt die Rechnung aus; Ziehen wir 35’632 von 37’255 ab, so erhalten wir eine Differenz von 1.623. Das ist die ungefähre Zahl von Menschen, die nach dem Fall Srebrenicas hätten fehlen können, keine Spur von 7.000 – 8.000. Es könnte im besten Fall eine Abweichung von dieser Zahl von einigen hundert Leuten möglich sein, nicht jedoch von Tausenden. Die Bevölkerungsstatistik stammt vom 11.01.1994, während Srebrenica am 11. Juli 1995 fiel. Es ist unmöglich, dass zwischen Januar 1994 und Juli 1995 etliche tausend zusätzliche Menschen nach Srebrenica gelangten. So etwas wurde weder von der UNO noch von den muslimischen Behörden dokumentarisch festgehalten. Eine kleine Abweichung kann es höchstens durch dem Umstand gegeben haben, dass sich eine gewisse Anzahl muslimischer Soldaten aus dem Städtchen Žepa der Armee aus Srebrenica beim Abzug anschloss. Würde man davon ausgehen, dass während des Durchbruchs nach Tuzla und anderen Orten auch einige hundert Soldaten aus Žepa während der Kämpfe umgekommen sind, so kann die Zahl des Gesamtverlustes bei der muslimischen Seite bei +/- 2000 liegen. Wir sehen demnach, dass ausgerechnet Dokumente der UNO und der muslimischen Bürgerkriegspartei beweisen, dass es nicht mehr als 2.000 Tote gegeben haben kann, wobei ebenfalls klar ist, dass der absolut größte Teil dieser Umgekommenen niemals exekutiert wurde. Doch es gibt noch weitere Beweise, wie wir etwas später sehen werden.

‘UNO Dokument vom 04.08.1995′

Mira Pârse: Eine Zwischenfrage: woher erhielten Sie all die von ihnen bisher zitierten Dokumente?

Alexander Dorin: Diese Dokumente wurden mir von verschiedenen Seiten übergeben. Ein Teil davon stammt von Behörden der bosnischen Serben in Banja Luka. Auch der Co-Autor meines Buches ‘Srebrenica – wie es wirklich war’, der zwischenzeitlich verstorbene Zoran Jovanović, übergab mir diverse Dokumente, die er während des Krieges sammelte. Von verschiedenen Anwälten diverser in Den Haag angeklagter Serben erhielt ich weiteres Material. Tonnenweise Dokumente erhielt ich auch von ehemaligen Geheimdienstlern wie z.B. Jugoslav ‘Dominique’ Petrušić. Mir steht über diverse Kontakte auch ein Großteil des Archivs des sogenannten Jugoslawientribunals in Den Haag zur Verfügung usw. Auch von muslimischen Kontakten erhielt ich bereits wichtiges Material usw.

Nochmals zurück zu den 35’632 muslimischen Flüchtlingen aus Srebrenica, die bis zum 4. August 1995 in Tuzla registriert wurden. Nach ihrer Ankunft in Tuzla befragte man diese Flüchtlinge, ob sie etwas von etwaigen Kriegsverbrechen zu berichten hätten, doch niemand von ihnen hatte solche Verbrechen erlebt oder davon gehört. Dazu der Journalist Tim Butcher (Tim Butcher, ‘Serb Atrocities in Srebrenica are unproved’, Daily Telegraph, 24.7.1995):

Nach fünf Tagen Befragungen ist es dem Chefermittler der Vereinten Nationen für Untersuchungen über die angeblichen Menschenrechtsverletzungen im Zusammenhang mit dem Fall Srebrenicas bisher nicht gelungen, Augenzeugen der vermeintlichen Kriegsgräuel ausfindig zu machen.“

 'Tuzla am 17.08.1995: Flüchtlinge aus Srebrenica treffen ein'.

 'Tuzla am 17.08.1995: Flüchtlinge aus Srebrenica treffen ein'.

 'Tuzla am 17.08.1995: Flüchtlinge aus Srebrenica treffen ein'.

Das muss man sich einmal vorstellen; 35’632 muslimische Flüchtlinge aus Srebrenica, Zivilisten wie Soldaten, wissen nach ihrer Ankunft in Srebrenica nichts von Verbrechen der serbischen Armee zu berichten – genauso wie die holländischen UN-Soldaten, die damals vor Ort gewesen sind – und dennoch entsteht kurze Zeit danach der Mythos von den 7.000 – 8.000 Ermordeten, – unglaublich. An diesem Beispiel erkennt man wieder einmal die unheilvolle Macht der westlichen Massenmedien, die leider regelmäßig die Kriegspropaganda der USA / NATO in die Welt tragen (nicht nur während der Kriege im ehemaligen Jugoslawien). Passend dazu ein Auszug aus dem Buch der im ersten Teil dieser Interview-Serie bereits zitierten Publizistin Mira Beham (Mira Beham Kriegstrommeln: Medien, Krieg und Politik):

„Schließlich würde die ganze Wahrheit über Srebrenica noch berücksichtigen müssen, dass der Vorwurf, die bosnischen Serben hätten bei der Eroberung der Schutzzone 6.000 bis 8.000 muslimische Männer exekutiert, in Massengräbern verscharrt und damit das „größte Verbrechen nach dem Zweiten Weltkrieg“ in Europa begangen, von der amerikanischen Regierung lanciert wurde. Der spätere UN-Bericht über das Massaker stützte sich auf diese offiziellen US-Quellen und die von ihnen bereitgestellten Zeugen.“

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Doch es sind nicht allein die erwähnten 35’632 muslimischen Zivilisten und Soldaten, die damals nichts über Verbrechen der serbischen Armee zu berichten wussten. Auch in diversen Dokumenten der muslimischen Armee aus der damaligen Zeit findet man kein Wort über Massenexekutionen oder sonstige Verbrechen der Serben. So verfasste General Sead Delić am 27.07.1995 ein streng vertrauliches Armee-Dokument, welches eine Chronologie der Ereignisse nach dem Fall Srebrenicas wiedergibt. In dieser Chronologie werden u.a. auch Gefechte mit der serbischen Armee beschrieben. Es wird ferner erwähnt, dass die muslimischen Kämpfer im Durchbruch nach Tuzla dem serbischen Militär bedeutende Verluste zufügen konnten! Auf diversen Videos von damals kann man auch sehen, dass die muslimischen Kämpfer und Zivilisten auf dem Weg nach Tuzla unterwegs serbische Dörfer überfallen und angezündet haben. Eines sucht man jedoch in dem Bericht der muslimischen Arme vergebens; Informationen über Massenerschießungen oder sonstige Verbrechen der serbischen Armee. Zweieinhalb Wochen nach dem Fall Srebrenicas wusste demnach von der muslimischen Bürgerkriegspartei noch niemand etwas von Massenexekutionen zu berichten, nicht einmal die Regierung und die Armeespitze!

‘Muslimisches Armeedokument vom 27.07.1995′

Doch das Ganze wird noch absurder: Am 30.07.1996, also etwas mehr als ein Jahr nach dem Fall Srebrenicas, befasste sich der Generalsstab der bosnisch-muslimischen Armee in einem streng vertraulichen Dokument abermals mit den Ereignissen in Srebrenica nach dem Fall der Stadt. Erwähnt wird im Dokument z.B., dass es in Srebrenica zu Konflikten zwischen rivalisierenden Gruppierungen gekommen sei, in deren Verlauf diverse Personen getötet wurden. Es wird zudem darüber informiert, dass Naser Orić bereits längere Zeit vor dem Fall Srebrenica verlassen und sich nach Tuzla zurückgezogen hat, was sich negativ auf die Armee auswirkte. Wieder ein Hinweis darauf, dass die Aufgabe Srebrenicas bereits lange im Voraus geplant wurde. Oder weshalb sollte man zuerst den Kommandanten der Armee abziehen, später dann die Armee selbst? Ferner werden in dem besagten Dokument Waffenlieferungen nach Srebrenica im Mai 1995 aufgelistet. Da stellt sich folgende Frage: weshalb duldete die UNO erneute Waffenlieferung in die sogenannte UN-Schutzzone Srebrenica? Die UNO schwieg, wie sie wenig später abermals schwieg, als die muslimische Armee wenige Wochen vor dem Fall Srebrenicas eine neue Offensive gegen serbische Dörfer und Ziele startete. Aber wer gab damals der UNO den Befehl, sie solle über gewisse Ereignisse und Verstöße schweigen? Doch nebst all diesen Angaben sucht man auch in diesem Dokument eines vergeblich; Informationen über Massenerschießungen und Verbrechen der serbischen Armee – und das über ein Jahr nach dem Fall Srebrenicas!

‘Muslimisches Armeedokument vom 30.07.1996′

Ardašir Pârse: Diese Waffenlieferungen bezeugte sogar Sefer Halilović, der Kommandant der muslimischen Armee von Bosnien und Herzegowina, er hatte sogar anerkannt, „dass es eine große Anzahl von Aufträgen für Sabotageakte aus den Schutzzonen heraus gab”. Er bestätigte auch, dass 5.500 Mitglieder der 28. Abteilung der bosnisch-muslimischen Armee in Srebrenica stationiert wurden und dass er acht Hubschrauber mit Munition beladen nach Srebrenica und Žepa von Tuzla aus geschickt hatte, und das unter Verletzung der Vereinbarung der Entmilitarisierung in Schutzzonen! Die US-Regierung verletzte dabei ihr eigenes Waffenembargo und flog Tonnen von militärischer Ausrüstung, einschließlich Stinger-Raketen, zu den muslimischen Streitkräften, durch geheime C-130 Flüge nach Tuzla bei Nacht. Tauchten jedoch nicht irgendwann mehrere Zeugen auf, die erzählten, sie hätten Massenerschießungen überlebt, nachdem sie selbst zu Exekutionsplätzen geführt wurden?

Alexander Dorin: Ja richtig, ab einem gewissen Zeitpunkt schüttelte die Srebrenica-Propaganda-Maschinerie plötzlich drei Männer aus dem Ärmel, die Massenerschießungen überlebt haben wollen. Einer davon ist Mevludin Orić, ein Verwandter des Kriegsverbrechers Naser Orić. Mevludin Orić erzählt seit Jahren während Interviews, er habe Massenerschießungen überlebt, weil er sich tot gestellt habe und anschließend geflüchtet sei. In einer seiner Versionen der Geschichte seien er und andere Gefangene zuerst in der Grundschule in Karakaj (bei Zvornik) eingesperrt worden. Anschließend habe man sie in eine Sporthalle gleich neben der Grundschule gebracht, von wo aus man die Gefangenen zur Exekution auf ein Feld geführt habe. Orić sprach während diversen Interviews von bis zu 2.000 Exekutierten (während anderer Interviews sprach Orić davon, die Hinrichtungen hätten bei Glumina stattgefunden).

'Ein notorischer Lügner: Mevludin Orić'

Prof. Dr. Darko Trifunović, der u.a. der an der “Fakultät für Sicherheit der Universität Belgrad” tätig ist, befasste sich mit den Angaben von Mevludin Orić. Er reiste nach Karakaj und suchte die Grundschule auf. Er kontaktierte den früheren Schuldirektor Nedo Vasić und fragte ihn, ob er in der Schulchronik nachschauen könnte, was unter dem 12/13 Juli 1995, dem Tag des angeblichen Massakers, vermerkt wurde. Nedo Vasić suchte in den Dokumenten nach und fand heraus, dass während dieser Zeit an der Schule normal unterrichtet wurde. Er zeigte diese Dokumente auch Darko Trifunović, der sie kopierte. Trifunović schaute sich auch das Schulzimmer an, in dem angeblich bis zu 2.000 Männer untergebracht gewesen sind, und stellte fest, dass in diesem Zimmer nicht einmal ein Bruchteil der angeblich inhaftierten Männer Platz gehabt hätte. Zudem wäre es auch kaum vorstellbar, dass man vor den Augen der Schüler 2.000 Kriegsgefangene einsperrt. Der jedoch spektakulärste Punkt ist der, dass es während des Krieges neben der Grundschule gar keine Sporthalle gab! Es ist offensichtlich, dass sich Mevludin Orić erst irgendwann nach dem Krieg die Schule anschaute, um dann eine Geschichte zu konstruieren. Natürlich konnte er dabei nicht wissen, dass das Gebäude erst nach dem Krieg entstanden ist. Dieser Fehler von Orić degradiert jedoch seine gesamte Geschichte zur ordinären Lüge – dennoch wird er bis heute regelmäßig als Zeuge in Sachen Srebrenica präsentiert. Darko Trifunović interviewte auch Mirko Rebić, den ehemaligen Bürgermeister von Zvornik, Cveta Blagojević, direkte Nachbarin des Schulhauses, Milan Mihajlović, den Hausmeister der Schule während der Kriegsjahre und zwei ältere muslimische Frauen, die genau gegenüber von Karakaj in Mali Zvornik, welches durch den Fluss Drina von Karakaj getrennt wird, leben.- All diese interviewten Leute, hatten niemals etwas von den Anschuldigungen gehört, noch hatten sie während des Krieges jemals Gefangene in der Schule gesehen. Darko Trifunović veröffentlichte seine Srebrenica-Recherchen im Jahr 2002 unter dem Titel ‘Report about case Srebrenica’, veröffentlicht vom ‘Documentation centre of Republika Srpska – bureau of government of RS for relation with ICTY’.

Case_srebrenica_cover

Nebst Mevludin Orić gab es mindestens noch zwei weitere Männer, die als sogenannte Hauptzeugen im Zusammenhang mit den propagierten Massenerschießungen angeführt werden. Eine Analyse ihrer Aussagen zeigt jedoch auf, dass auch sie nicht die Wahrheit erzählen und konstruierte Geschichten verbreiten. Der deutsche Journalist Thomas Deichmann analysierte diese Aussagen und schrieb folgendes darüber (Thomas Deichmann, ‘Laptop-Krieger auf dem Balkan’, Novo Nr. 18, September/Oktober 1995):

„Was die Fakten über Srebrenica nicht hergaben, versuchten sich einige Journalisten mit anderen Methoden zu besorgen. Sie reisten nach Tuzla und stürzten sich auf die dort eintreffenden muslimischen Flüchtlinge, die ihr Hab und Gut, nicht selten Familienmitglieder und die eigene Gesundheit auf der Flucht aus Srebrenica verloren hatten. Den verunsicherten und verständlicherweise emotional betroffenen Menschen bot man die Möglichkeit, ihrer Verachtung des Krieges und ihrem Elend Ausdruck zu geben. Viele wurden interviewt. Aber statt die besondere Lage der Flüchtlinge zu berücksichtigen – dies sollte normaler Standard bei der journalistischen Recherche sein – wurde ihr Leid ohne Überprüfung und oft unkommentiert in die Welt getragen. Schon oft in diesem Krieg wurden wenig glaubwürdige Augenzeugenberichte zum Ersatz für stichhaltige Beweise von Gräueltaten und Massaker der Serben. […] Am 11. August dieses Jahres erschien ein Artikel von Roy Gutman u. a. in der linksliberalen taz, in dem er in altbekannter Manier mehrere Zeugenaussagen präsentierte („General Mladić und der Todeskonvoi“, S. 11). Die Befragten berichteten über grausame Massenexekutionen der Flüchtlinge aus Srebrenica und brachten den obersten Befehlshaber der bosnisch-serbischen Armee, General Ratko Mladić, mit den Gräueltaten in direkte Verbindung. Sollten sich diese Aussagen als richtig herausstellen und ließen sie sich beweisen, könnten sie für das UN- Tribunal in Den Haag relevant sein, denn am 25. Juli 1995 wurde General Mladić dort des Völkermords und anderer Vergehen angeklagt. Doch wie schon im Falle der von Gutman im Februar 1993 interviewten kroatischen Augenzeugin Cigelj, die er in einem Newsday-Artikel als glaubwürdiges Opfer von Gräueltaten präsentierte, bewies Gutman auch dieses Mal, dass er es mit der Quellenrecherche nicht immer ernst nimmt. Ein von Gutman in der taz vorgestellter Zeuge, der 63-jährige Flüchtling Smail Hodžić, gab auch anderen Journalisten in Tuzla Interviews und erzählte verschiedene Geschichten seines Leidenswegs. In Gutmans Artikel wird geschildert, dass Hodžić bei einer Ansprache General Mladićs vor etwa 4.000 auf der Flucht gefangenen, muslimischen Männern und Jugendlichen im Fußballstadion der „serbisch besetzten Stadt Nova Kasaba“ dabei war. Er berichtet weiter, den Männern seien nach der Ansprache die Augen verbunden worden, sie seien „auf Lastwagen mit Planen gebracht und schließlich zu dem Platz gefahren worden, wo sie getötet werden sollten, vermutlich ein Dorf namens Grbavce“. Auf der Fahrt habe Hodžić die Binde vor seinen Augen „einen Moment beiseite geschoben und nach hinten aus dem Lastwagen geschaut. In einem Jeep, der dem Todeskonvoi folgte, habe er General Mladić gesehen“, schreibt Gutman. Zweitausend Menschen seien an diesem Abend exekutiert worden. Hodžić habe überlebt, „weil er unter einen Mann gefallen sei, der getötet wurde“. Nach Stunden sei er über etwa 200 Leichen in den anliegenden Wald gekrochen und in elf Tagen zu Fuß in das Gebiet der bosnischen Regierungsarmee gelangt. Smail Hodžić wurde auch von der Journalistin Alexandra Stiglmayer interviewt, die seine Odyssee in einem Artikel in Die Woche bereits am 28. Juli 1995 präsentierte („Flucht aus dem Leichenfeld“, S. 19). Einige seiner Angaben, z. B. sein Alter und die von ihm angeblich überkletterten Leichen, stimmen mit Gutmans Bericht überein. Der Rest passt jedoch nicht zusammen. Im Flüchtlingscamp in Tuzla soll Hodžić Stiglmayer berichtet haben, er sei mit bosnischen Regierungssoldaten auf der Flucht nach Tuzla gewesen und nach Gefechten mit bosnischen Serben gefangen genommen worden. Am nächsten Morgen sei er mit den übrigen Männern in eine „Halle bei Bratunac zehn Kilometer nördlich von Srebrenica“ gebracht worden. „Als wir eintrafen, sah ich, dass es eine Basketballhalle war“, zitiert die Journalistin den Flüchtling. Alle halbe Stunde seien 15 bis 20 der insgesamt etwa 3.000 Gefangenen die Augen verbunden und abgeführt worden. Hodžić soll gegen 20.00 Uhr an der Reihe gewesen und „in einem Kombi“ zum Exekutionsort gebracht worden sein. „Dann mussten wir aussteigen und wurden in zwei Reihen aufgestellt“, erzählt er weiter. „Wir bekamen Angst und rissen die Augenbinden ab. Wir waren auf einem großen Feld in der Nähe des Waldes, das von Tausenden von Leichen bedeckt war. Im gleichen Augenblick begannen sie zu schießen“, zitiert Stiglmayer. Hodžić stand in der „zweiten Reihe“, habe sich zu Boden geworfen und deshalb überlebt. Fünf Tage sei er unterwegs gewesen, bis er am 20. Juli Tuzla erreichte. Was Hodžić auf seiner zweifellos leidvollen Flucht nach Tuzla wirklich erlebt hat, bleibt ein Geheimnis. Eindeutig ging es ihm bei seinen Darstellungen aber nicht um die Wahrheitsfindung. Dass er aus Wut über das Schicksal der Muslime aus Srebrenica Gutman, Stiglmayer oder beide anlog, ist jedoch nachvollziehbar und sollte angesichts seiner Situation nicht wundern. Völlig inakzeptabel hingegen ist die Art und Weise, wie Journalisten mit solchen Augenzeugenberichten das Meinungsbild im Westen manipulieren.“

Und die britische Journalistin Linda Ryan berichtete zum gleichen Thema (Linda Ryan, ‚What’s in a ‚mass grave’‘, LM-Magazine Nr. 88/1996):

„Die Geschichte Srebrenicas ist symptomatisch für die Entwicklung seit Beginn des Krieges in Bosnien. Der investigative Journalismus degenerierte zu einer schaurigen Suche nach Leichenbergen, und Prinzipien für professionelle journalistische Arbeit wurden über Bord geworfen. Sowohl Journalisten als auch offizielle Stellen zeigten sich doppelzüngig, wenn es darum ging, was den Menschen auf allen Seiten dieses Konflikts angetan wurde. Es wurden Opferzahlen in Umlauf gebracht, die sich nicht durch Beweise stützen ließen. Die Behauptung, in Srebrenica seien 8.000 Menschen ermordet worden, ist genauso unglaubwürdig wie die Behauptung, in ganz Bosnien hätten bisher 250.000 Menschen den Tod gefunden. Außerdem scheint man das Konzept der Unschuldsvermutung ganz aufgegeben zu haben. […] Auf allen Seiten des Krieges gab es viele Tote, doch ist es derzeit unmöglich, die genauen Zahlen der Getöteten festzustellen. Doch statt mit dem Thema umsichtig umzugehen, wurde einfach eine Seite vorverurteilt: die Serben. Die Ergebnisse der Experten- und Untersuchungskommissionen erscheinen eher wie das Ergebnis der Arbeit der US-Geheimdienste, die im Rahmen ihres Propagandakrieges gegen die bosnischen Serben bereits länger daran arbeiten, eine Völkermord- und Holocausthysterie zu entfachen. […] Einer der Überlebenden, Hakija Husejnović, berichtete UN-Ermittlern, am 13. Juli 1995 seien 2.000 muslimische Flüchtlinge aus Srebrenica von bosnischen Serben gefangen genommen, anschließend in eine Lagerhalle im Dorf Kravica getrieben und getötet worden. Mit Granaten und Maschinengewehren hätten die Serben durch Türen und Fenster in die Menschenmenge gefeuert. Husejnović gab an, er habe nur deshalb überlebt, weil er sich tot stellte und unter Leichen vergrub. Seine Aussage widerspricht jedoch der eines anderen Augenzeugen, der gesehen haben will, dass sich etwa 2.000 bosnische Muslime in Kravica den serbischen Truppen ergaben und in der anschließenden Nacht mit LKWs auf ein Feld gebracht wurden, wo sie sich in Reihen aufstellen mussten, bevor allesamt niedergeschossen wurden. Das Feld soll in der Nähe von Zvornik (nicht gerade in nächster Nähe zu Kravica) gewesen sein. Der Zeuge gab an, er habe überlebt, weil er sich tot stellte und später fliehen konnte. Es ist unmöglich, dass beide Geschichten wahr sind.“

Sehen Sie nun, was das Fundament der Haager Beweisführung in Sachen Srebrenica ist? Lügen, Lügen und nochmals Lügen.

Während des Marsches von Srebrenica nach Tuzla verübten das muslimische Militär und bewaffnete Zivilisten unterwegs erneut Verbrechen an den Serben. So z. B. in der Nacht vom 15. auf den 16. Juli 1995, als sie das serbische Dorf Baljkovica (Zvornik) passierten. Die meisten Frauen, Kinder und älteren Menschen hatten das Dorf vorsichtshalber verlassen, als sie hörten, dass die muslimische Armee im Anmarsch sei. Das Dorf wurde bereits im Mai 1992 überfallen, wobei zahlreiche Zivilisten getötet wurden. Zurückgeblieben sind hauptsächlich Männer, die im Ernstfall das Dorf verteidigen wollten. Gegen die tausendfache Übermacht hatten sie jedoch keine Chance. (Seltsame muslimische „Völkermordopfer“, die zu Tausenden serbische Dörfer überfielen und dabei die Einwohner ermordeten.)

Während des Angriffs auf Baljkovica starben: Savo Aćimović (*1955) Petar Batić (*1939) Vasilije Delić (*1941) Milan Jakšić (*1965) Slavko Katić (*1968) Dragan Milićević (*1975) Cvijetin Nikolić (*1951) Mićo Perić (*1967) Gojko Simić (*1952) Dragan Stevnović (*1971) Petar Tijanić (*1937) Zoran Tomić (*1960)68 Boško Aleksić (*1960) Slavko Dragić (*1963) Goran Gotovac (*1973) Ljubiša Jerkić (*1964) Gojko Kulić (*1954) Anto Milošević (*1961) Dušan Nikolić (*1957) Milenko Radić (*1964) Rajko Smiljanić (*1966) Zoran Stojkić (*1959) Rado Tomić (*1970).

Mira Pârse: Ja wir wissen das, denn das haben auch unsere eigenen Recherchen vollends bestätigt. Juristische Experten wurden deshalb auch bissig über diesen Schauprozess am ICTY. Die BBC und auch wir nannten den Prozess in Den Haag zu Recht einen “Zirkus”, aber Chefrichter Cassesse, sagte trotzdem: “Ich verlasse mich auf den Druck der öffentlichen Meinung”, um Anklagen gegen serbische Führer zu rechtfertigen. Wenn in Prozessen nicht Beweismaterial Beweiskraft liefert sondern die pure Annahme von Gegebenheiten und die Machtvollkommenheit höchstrichterlicher Rechtsprechung nicht beim Gericht liegt, sondern in der öffentlichen, manipulierten Meinung, dann weiß ich nicht, was das noch mit Rechtsprechung zu tun hat.

Vielen, vielen  Dank Herr Dorin, wie immer freuen wir uns auf die Fortsetzung des Interviews und sind sehr gespannt auf weitere Erkenntnisse.

Ardašir Pârse: Willkommen Herr Dorin zum 6. Teil des Interviews hier und heute bei  Pârse und Pârse , wir sind sehr gespannt auf Ihre Antworten.

Mira Pârse: Herr Dorin, was können Sie und zu Beginn des sechsten Teils unseres Interviews über die Toten sagen, die in Potočari beigesetzt wurden. Laut der offiziellen Srebrenica-Version müssten dort um die 8.000 Männer beerdigt worden sein, zudem hätte man an allen eindeutige Spuren von Erschießungen feststellen müssen.

Alexander Dorin: Ich habe in den vorangehenden Teilen unseres Interviews anhand von Dokumenten nichtserbischen Ursprungs bereits aufgezeigt, dass die Höchstzahl der Umgekommenen nach dem Fall Srebrenicas ungefähr bei 2.000 liegen muss, vielleicht sogar etwas weniger. Zudem kann man davon ausgehen, dass die muslimischen Behörden auch mehr als 1.300 Kämpfer in Potočari beigesetzt haben, die bereits in den Jahren vor dem Fall Srebrenicas umgekommen sind und deren Namenslisten Naser Orić in einem seiner Bücher veröffentlich hat.

Der sogenannte Den Haager Ermittler Dean Maning suchte mit seinem Team, während Jahren im Umkreis von ca. 50 Km um Srebrenica nach Massengräbern. Im Jahr 2000 veröffentlichte er die Ergebnisse seiner Arbeit (Dean Manning,’Summary of Forensic Evidence – Execution Points and Mass Graves’,16.5.2000). Diese Ermittlungen von Manning, obwohl sie teilweise auch manipulativer Natur sind, zeigen ebenfalls um die 2.000 Tote auf. Demnach kann nicht einmal das Jugoslawientribunal auf Fakten und Dokumente zurückgreifen, die bis zu 8.000 Tote aufzeigen.

Der Den Haager Ermittler Dean Manning. Er wurde damit beauftragt, Massenexekutionen von bis zu 8000 Männern zu beweisen, war damit jedoch völlig erfolglos

Ardašir Pârse: Wenn ich mich nicht täusche, so behauptet die Anklage dieses Zirkus in Den Haag, man habe unter den Toten auch einige Hundert mit Augenbinden und Handfesseln gefunden, was wenigstens bei einem kleinen Teil der Umgekommenen, Erschiessungen nachweisen würde, oder?

Alexander Dorin: Diese Behauptung ist gleich in mehrerer Hinsicht mehr als problematisch und auch kaum glaubwürdig. Zuerst einmal gibt es die Tatsache, dass während der Ausgrabungen der Haager Ermittler ursprünglich von neutraler Seite niemand anwesend war. Von serbischer Seite waren keine Experten vor Ort, während gleichzeitig keine Vertreter von Ländern anwesend gewesen sind, die den Serben gegenüber damals nicht feindlich gesinnt waren. Das gesamte Jugoslawientribunal in den Haag wird ja entscheidend von den USA und der NATO dirigiert, was mit Unabhängigkeit und Neutralität absolut nichts zu tun hat.

Nehmen wir alleine die Behauptung der Den Haager Ermittler als Beispiel, laut der die Serben die Toten damals nachträglich mehrfach umgebettet und auf sogenannte Sekundärgräber verteilt haben sollen. Bosnien war damals voll von internationalen Truppen und Beobachtern. Unter diesen Umständen hätten die Serben unmöglich solche grossen Umgrabungen durchführen können, ohne dass das jemand bemerkt hätte, ganz zu schweigen von den US-Satelliten. Wenn jemand Umgrabungen hätte durchführen können, so einzig und allein die Haager Ermittler – und mehrere Indizien lassen genau auf diesen Punkt schliessen. Der bereits zitierte Miroslav Toholj machte dazu folgende Angaben (‘Sarajevo versucht, Beweise zu manipulieren’, junge Welt, 11.7.2005):

„Nehmen wir die Gräber, die in Konjević Polje in der Nähe von Bratunac, einem Dorf bei Srebrenica, aufgemacht wurden. Die Muslime behaupten, darin befänden sich Opfer aus der Zeit nach unserer Eroberung der Stadt. Aber wir haben Dokumente der muslimischen Armee sichergestellt, wonach genau in diesem Gebiet im Juni 1993 bei Gefechten 150 ihrer Soldaten umgekommen sind, die namentlich genannt werden. Deren Skelette werden jetzt aus der Erde geholt und zu Massakeropfern des Sommers 1995 umdeklariert. Dieselbe Manipulation betrifft Gräber beim nahegelegenen Han Pijesak. Dort wurden ebenfalls 1993 106 muslimische Kämpfer – in diesem Fall vor allem ausländische Mudschaheddin – bei einem Durchbruchsversuch im Kampf getötet. Auch diese Gefechtstoten von 1993 werden jetzt der Massakerbilanz von 1995 zugeschlagen.“

Man kann demnach nicht davon ausgehen, dass alle der von den Den Haager Ermittlern gefundenen Toten direkt etwas mit Srebrenica und dem Juli 1995 zu tun haben, so dass genügend Platz für Manipulationen vorhanden ist. Die Haager Ermittler behaupten, von allen ca. 2000 gefundenen Toten hätten etwa 400 Augenbinden und/oder Handfesseln gehabt. Bei der Durchsicht von Fotos der muslimischen Armee, während der Kriegsjahre fällt jedoch etwas auf, auf das bereits Radovan Karadžić während des Prozesses gegen ihn hingewiesen hat. Während des Krieges trugen viele muslimische Soldaten Stirnbänder in diversen Farben. Diese Bänder dienten hauptsächlich dazu, dass man während der Kämpfe die eigenen Soldaten vor denen der feindlichen Armee besser unterscheiden konnte. Was geschah mit den gefallenen muslimischen Soldaten, die Stirnbänder trugen? Die Haager Ermittler hielten fest, dass nicht alle Toten mit Augenbinden gleichzeitig auch gefesselte Hände hatten. Im Bericht von Dean Manning wurde vielmehr festgehalten, dass eine gewisse Anzahl der Toten Augenbinden und/oder gefesselte Hände hatten. Es wäre jedoch völlig unlogisch und unüblich, dass man gewissen Gefangenen zwar die Augen verbindet, nicht aber auch die Hände, da sie ja sonst die Augenbinden hätten leicht wieder wegschieben können. Deshalb kann man davon ausgehen, dass zumindest ein Großteil der mit ‘Augenbinden’ gefundenen Toten in Wirklichkeit Stirnbänder trugen. Bekräftig wird diese Vermutung durch die Tatsache, dass von den Haager Ermittlern bis heute niemand die Tatsache berücksichtigt hat, dass viele muslimische Kämpfer Stirnbänder trugen.

Falls die Haager Ermittler jedoch tatsächlich eine kleinere Anzahl von Toten mit Handfesseln gefunden haben, so stellt sich gleichzeitig die Frage, ob das tatsächlich Tote sind, die etwas mit Srebrenica und dem Juli 1995 zu tun haben. Eine Durchsicht des Berichtes von Dean Manning zeigt zudem etwas auf, das reichlich seltsam erscheint. So fällt auf, dass in diversen Gräbern der Großteil keine Augenbinden oder Fesseln trugen, während der Anteil jener mit Augenbinden und/oder Fesseln jeweils sehr gering ist. Das heißt, dass in einigen der Gräber gleichzeitig Tote mit und ohne Augenbinden und Fesseln lagen, wobei der Anteil jener ohne Augenbinden und Fesseln ungleich höher liegt. Was genau wäre jedoch der Sinn davon? Soll man z.B. 190 Gefangene erschießen, jedoch z.B. nur zehn davon die Augen verbinden? Das ergibt erneut keinen Sinn. Damit wären wir wieder beim Thema der möglichen Umgrabungen von Toten, welche die Haager Ermittler den Serben vorwerfen, während die Serben in Wirklichkeit kaum eine Gelegenheit dazu gehabt hätten, ohne aufzufallen. Und weshalb hätten die Serben überhaupt Tote umgraben sollen? Spielt es denn eine Rolle, ob die Toten in diesem oder jenem Grab liegen? Die Ermittler des von der NATO gesteuerten Tribunals in Den Haag hätten jedoch allen Grund dazu gehabt, zumindest ein Teil der Gräber zu manipulieren.

So hat Dean Manning in seinem Bericht bei jedem Toten versucht, die Todesursache zu beschreiben. Bei einem Großteil der Toten lassen die Verletzungen darauf schließen, dass sie während den Gefechten zugefügt wurden, was auch exakt zu den Zeugenaussagen zahlreicher muslimischer Männer passt, welche diese Gefechte mit hohen Verlusten bezeugten. Bei vielen Toten vermerkte Manning auch, dass die genaue Todesursache nicht mehr feststellbar ist. Wie könnten diese Ermittler nun das Problem lösen, dass unter den Toten keine Verletzungen feststellbar sind, die eindeutig auf Exekutionen schließen lassen, was ja gleichzeitig die Anklage in Den Haag in Bedrängnis bringt? Vielleicht dadurch, indem sie einfach die gefundenen Stirnbänder zu Augenbinden uminterpretieren? Oder auch dadurch, dass man Tote aus anderen Teilen Bosniens ausgräbt und diese mit den Gefechtstoten aus Srebrenica vermischt? Diverse Fakten und Indizien lassen genau darauf schließen, wie wir etwas später noch sehen werden.

Noch seltsamer erscheint die Tatsache, dass das Jugoslawien-Tribunal in Den Haag zahlreiche angebliche Beweise aus den Gräbern mit den Toten ganz einfach vernichtet hat! So erklärte Serge Brammertz, Chefankläger des sogenannten Internationalen Strafgerichtshofs für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag, am 6. Mai 2009 in Sarajevo während einer Presskonferenz, man habe ca. 1.000 Beweise über die Opfer von Srebrenica vernichtet! Als Grund nannte Brammertz ‘fehlende Archivierungsmöglichkeiten’. Da stellt sich dem aufmerksamen Beobachter die Frage, weshalb dann Jahre zuvor keine Probleme mit der Archivierung aufgetreten sind, da das Material ja irgendwo gelegen haben muss. Zudem bezeichnete Brammertz diesen Vorgang als „übliche Prozedur“. Das muss man als Außenstehender erst einmal versuchen zu begreifen. Da besitzt ein Tribunal angeblich Beweise über etwas, das als „größtes Verbrechen in Europa seit Ende des Zweiten Weltkriegs“ bezeichnet wird, während man ebendiese Beweise wegen angeblichen Platzmangels vernichtet. In welchem Rechtssystem der Welt ist es denn üblich, dass man zahlreiche Beweise noch vor den Prozessen vernichtet? Der Prozess gegen Radovan Karadžić hat nämlich bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht begonnen, während man Ratko Mladić nach wie vor suchte (mittlerweile wurden beide bekanntermaßen in Den Haag inhaftiert). Wurden diese angeblichen Beweise nicht vielmehr deswegen vernichtet, weil sie eben das Gegenteil beweisen? Eine andere Möglichkeit wäre kaum vorstellbar.

Lässt gerne mal angebliche Beweise verschwinden: der Haager Chefankläger Serge Brammertz

Mira Pârse: Wir wissen, dass auch Herr Dr. Zoran Stanković, als forensischer Experte in Den Haag angehört und befragt wurde, was sagte er über die vorliegenden Gutachten Dean Manning?

Dr. Zoran Stanković studierte die Gutachten von Dean Manning, war jedoch von deren fachmännischen Qualität alles andere als überzeugt. Am 15. Januar 2009 wurde Stanković im Prozess gegen Vojislav Šešelj, den Führer der Partei der Radikalen in Serbien, von der Anklage vorgeladen (Alexander Dorin, ‘Srebrenica – die Geschichte eines salonfähigen Rassismus’). Stanković wurde über seine forensische Arbeit in Zvornik befragt, wo er im Frühjahr 1992 die Leichen von 28 muslimischen Männern untersuchte. Er wurde darüber befragt, ob es sich dabei um Gefechtstote oder Massakeropfer handelte. Er erklärte, in der Umgebung des Fundorts der Toten hätten damals Gefechte getobt und beim größten Teil der Leichen habe festgestellt werden können, dass es Gefechtsopfer seien. Viel interessanter waren jedoch Stankovićs Angaben zu Srebrenica. Šešelj befragte Stanković während des Kreuzverhörs ausführlich über seine Erkenntnisse während seines Studiums der Tribunalsgutachten. So sagte Stanković, dass die Ermittler des Tribunals insgesamt 2.080 Leichen gefunden hätten. Seltsam daran ist, dass die Ermittler mittlerweile behaupten, es seien über 2 500 Tote gefunden worden. Woher die Diskrepanz zwischen den 2080 und den mehr als 2500? Woher hatte man plötzlich über 400 Leichen mehr, als in den Gräbern ursprünglich gefunden worden waren?

 Dr. Zoran Stanković

Šešelj fragte Stanković, ob er wisse, dass auch Tote aus anderen Teilen Bosniens als Srebrenica-Opfer deklariert wurden. Damit erzählte Šešelj das Gleiche wie Miroslav Toholj, der Dokumente der muslimischen Armee zitierte, die genau das beweisen. Stanković gab zur Antwort, dass er es nicht genau wisse. Er könne aber sagen, dass von den gefundenen Toten lediglich etwa 45 identifiziert wurden. Auch diese Information widerspricht der von der Anklage zum damaligen Zeitpunkt verbreiteten Behauptung, es seien bereits über 2.000 Opfer aus Srebrenica identifiziert worden. Wir werden später noch darauf eingehen, wie solche „Identifizierungen“ zustande gekommen sind. (Im Verlauf des Prozesses gegen Šešelj behauptete die Anklage sogar, es seien bisher 4.000 Opfer aus Srebrenica gefunden worden.)

Weiter fragte Šešelj Dr. Stanković, ob ihm bekannt sei, dass einer der Ermittler des Tribunals behaupte, einige der Opfer seien lebendig begraben worden. Stanković antwortete, dass ihm das bekannt sei, jedoch sei diese Aussage nicht haltbar. Er als forensischer Experte könne bestätigen, dass kein Mediziner einer bereits seit 15 Jahren begrabenen Leiche ansehen könne, ob diese lebendig begraben worden sei. Damit diskreditierte Stanković die von Den Haag engagierten sogenannten Experten ein weiteres Mal. Bereits an dieser Stelle wurde die Anklage nervös. Der Ankläger versuchte mehrere Male, das Kreuzverhör von Šešelj mit der Begründung zu stoppen, das alles habe nichts mit dem Thema zu tun. Šešelj konterte, dass das sehr wohl etwas mit dem Thema zu tun habe und dass man ihn nicht immer dann unterbrechen solle, wenn er auf Themen eingehe, die für die Anklage äußerst unangenehm seien. Anderenfalls würde er gar nichts mehr sagen. Mit düsterer Miene musste sich die Anklage dann die brisanten Äußerungen von Stanković weiter anhören. Ob es ihm bekannt sei, fragt Šešelj weiter, dass einer der Den Haager Ermittler versucht hatte, Kleider von Toten verschwinden zu lassen? Er habe davon gehört, antwortete Stanković. Es sei ihm auch bekannt, dass sich unter den gefundenen Leichen auch solche befänden, die bereits vor 1995 umgekommen seien. Insgesamt bezeichnete Stanković die Arbeit der Haager Ermittler als unannehmbar. Das war ein harter Schlag für die Anklage, die ja Stanković ursprünglich als Zeugen der Anklage geladen hatte. Stanković stellte zudem fest, dass man nie 7.000 bis 8.000 Tote gefunden habe. Und es habe auch keine Bemühungen seitens der Den Haager Ermittler gegeben, festzustellen, welche von den gefundenen Toten während der Gefechte umgekommen seien und welche nicht.

Šešelj fragte dann Dr. Stanković noch, ob es eine Tatsache sei, dass der Großteil der serbischen Bevölkerung das Jugoslawientribunal in Den Haag ablehne. Stanković konnte gerade noch mit einem verzögerten und etwas zaghaften Ja antworten, bevor der Richter intervenierte. Ob es denn tatsächlich so sei, dass die meisten Serben das Haager Tribunal ablehnen, fragte der Richter Stanković mit einer Mischung aus Verwunderung und Verärgerung. Stanković holte dann zu einer sehr langen Antwort aus, die er mit leidenschaftlichem Engagement vortrug. Es schien so, als ob er sich endlich einmal öffentlich über eine große Ungerechtigkeit Luft machen könne. Er habe dem Tribunal bereits umfangreiches Material über zahlreiche an Serben begangene Verbrechen in Kroatien und Bosnien übergeben. Er erwähnte den Fall von Gospić in Kroatien, wo 24 serbische Zivilisten verbrannt und über 100 nach ihrer Ermordung in Gruben geworfen worden waren. Dann ging er auf den Fall der Stadt Mrkonjić Grad in Bosnien ein. Dort hatten Soldaten aus Kroatien über 180 serbische Zivilisten, darunter zahlreiche alte Menschen, misshandelt, gefoltert und ermordet. Stanković machte darauf aufmerksam, dass gegen Kroatien wegen solcher Vorfälle nie Ermittlungen eingeleitet wurden. Er sprach auch über all die zerstörten serbischen Dörfer im Umkreis von Srebrenica, in denen muslimische Soldaten zahlreiche serbische Zivilisten massakriert hatten usw. Kein einziger der dafür verantwortlichen Verbrecher sei jemals vom Tribunal in Den Haag verurteilt worden. Besonders hob er dabei den muslimischen Kommandanten Naser Orić hervor, der von Den Haag freigesprochen wurde. Das seien die Gründe dafür, dass man in Serbien gegen dieses Tribunal sei. Man würde seine Einwände zur Kenntnis nehmen, erwiderte der Richter trocken. Als ob sein Zur-Kenntnis-Nehmen etwas am grob parteilichen Charakter dieses Tribunals ändern würde.

Šešelj stellte während der Verhandlung zudem fest, dass Leute wie z. B. General Radislav Krstić, der wegen der Ereignisse von Srebrenica eine 46-jährige Haftstrafe erhielt, welche man dann auf 35 Jahre reduzierte, aufgrund manipulierter Gutachten verurteilt worden seien.

Andreas Hauß von der Medienanalyse-International befasste sich ebenfalls mit dem Prozess gegen den serbischen General Radislav Krstić. Krstić bestritt bis zuletzt, jemals ein Massaker angeordnet zu haben oder auch nur von einem solchen zu wissen. Es wäre also Aufgabe des Tribunals gewesen, ihm das Gegenteil zu beweisen. Glaubt man dem folgenden Tribunalsurteil, das von Andreas Hauß zitiert wurde, so ist das auch geschehen ((Andreas Hauß, ‘Das ICTY contra Krstić: Wie in Den Haag Wahrheit und Recht ‚funktionieren’, http://www.medienanalyse-international.de/icty.html):

„In diesem Fall ist es unbestritten, dass zwischen dem 12. und dem 19. Juli Tausende bosnischer Muslime, die in Srebrenica gewohnt haben oder dorthin geflüchtet waren, ermordet worden sind. Insbesondere besteht kein Zweifel, dass Gruppen verschiedener Größe an verschiedenen Orten, die zum Zuständigkeitsbereich des Drina-Korps gehörten, ohne Umschweife hingerichtet wurden. Diese Massenexekutionen wurden von den Beschuldigten nicht geleugnet. Der Gerichtshof kam zu dem Schluss, dass fast alle diese Ermordeten erwachsene bosnische Muslime waren und dass die Zahl der Opfer um die 7. 000-8 .000 Mann beträgt.“

Hauß‘ Analyse zeigt jedoch auf, dass Krstić in Wirklichkeit nichts bewiesen werden konnte. So schrieb er über das oben stehende Urteil aus Den Haag Folgendes:

„Links ein Auszug aus dem Krstić-Urteil, zu einem nicht gerade unwesentlichen Punkt: ob nämlich der Angeklagte (abgesehen von seiner individuellen Schuld/Beteiligung) überhaupt anerkennt, dass ein Verbrechen geschah. Relevant insofern – stellen Sie sich vor, Sie ständen vor einem Gericht, des Mordes angeklagt – und man präsentiert Ihnen Beweise dafür, dass jemand tot ist. Sie werden das wohl auch nicht bezweifeln. Nur ob dieser Tote zum fraglichen Zeitraum und am fraglichen Ort starb, ob er überhaupt ermordet wurde, wie, durch wen, und was Sie damit zu tun haben sollen – das ist wohl etwas, was nachzuweisen wäre. Stünden Sie vor Gericht. Und wäre es ein wirkliches Gericht. Jedenfalls wurde ich stutzig, als ich las, Krstić habe die Massenexekutionen in/bei Srebrenica nicht in Zweifel gezogen – obwohl genau das in der politischen Diskussion durchaus geschieht. […]

“Am 27. Oktober 2000, und das ist leicht zu finden in den Unterlagen des ICTY, stellte – unter dem Vorsitz des Richters Rodrigues – Staatsanwalt Mr. McCloskey Herrn Krstić nebenstehende Fragen: ob Krstić einen Grund habe, die Anzahl der in UN-Dokumenten benannten Toten zu bezweifeln. Krstić wird also NICHT danach befragt, ob er selbst eine bestimmte Anzahl von Morden begangen habe oder sie zu verantworten habe oder auch nur davon wisse. Er wird – quasi als sei er Sachverständiger – einzig dazu befragt, ob seiner Ansicht nach UN-Dokumente richtig seien. Er wird nach seiner MEINUNG gefragt und nicht nach Fakten/Faktenwissen. Und Krstić sagt, er wisse es nicht, ob die Zahlen korrekt seien. Auch bezweifle er nicht die Gräber. Nur habe er von denen erst im Verlauf des Prozesses erfahren. In Zeile 11 wieder eine Fangfrage: ob Krstić GLAUBE, es handele sich um Gefechtstote? Krstić antwortet wieder mit einem „Vielleicht“. Er habe kein persönliches Wissen – aber man habe hier Beweise präsentiert. Krstić verhält sich also kooperativ und korrekt, als handele es sich um ein echtes Gericht. Er sagt entsprechend seiner Rolle als Angeklagter und Zeuge in eigener Sache, was er weiß und was nicht, und hütet sich, Beweise und Schriftstücke der Anklage bzw. des Gerichts zu bewerten. Er bezweifelt nicht die Beweise bzgl. der Existenz von Gräbern. Das tut in der Sachdebatte über Srebrenica übrigens niemand. Nur: wer in den Gräbern liegt (rund um Srebrenica wurden schon 1993 weit über 1 000 bosnische Serben ermordet, der Bürgerkrieg hatte viele Opfer an vielen Stellen zu verschiedenen Zeiten gefordert, und die Exhumierer sagten, die Leichen seien bewegt worden – von wem? wann?), dazu macht Krstić keine Aussage. Auch nicht zur Zahl. Auch nicht, ob es Ermordete oder Gefechtstote sind, die da gefunden wurden. Es ist auch nicht sein Job, seine Unschuld durch eigene Exhumierungen, eigene Sachverständige, eigene Untersuchungen zu belegen und so die Anklage zu widerlegen, und selbst wenn es das wäre (beim ICTY scheint das so zu sein): er könnte dies ja nicht. Wesentlich ist die Fragestellung des Gerichts. Es geht im gesamten Prozess um die Frage der ERMORDUNG der Männer von Srebrenica. Würde Mr. McCloskey DANACH fragen (also z. B.: „Haben Sie irgendeinen Beweis, Indiz o. ä., dass die Toten von Ihren Leuten ermordet wurden?“), erhielte er von Krstić ein klares NEIN. Stellte er die Gegenfrage (also „Können Sie beweisen, dass Ihre Männer die Toten NICHT ermordet haben?“) erhielte er eine klare Absage, dass Krstić als Angeklagter wohl schwerlich Derartiges beweisen könne – aber dass es Indizien (Wahlunterlagen etc.) für das Lebendigsein von einer Vielzahl der angeblichen Toten gäbe. NUR DANACH fragt Mr. McCloskey nicht. Er fragt danach, worum es NICHT geht (ob es Gefechtstote seien), und dies auch noch in Verbindung mit „glauben“. Das kann kein Zufall sein, keine Ungeschicklichkeit der Anklage. Es ist schlicht irrelevant, ob Krstić glaubt oder nicht glaubt, es handele sich um im Kampf Gefallene. Man dekliniere mal durch, was denn gewesen wäre, wenn er mit ja oder nein geantwortet hätte! Hätte er dann das eine oder andere gar beweisen müssen? Wäre es dann auch zum Urteilsbestandteil geworden? Die Fragestellung entspricht der klassischen Frage: „Haben Sie gestern aufgehört, täglich Ihre Frau zu verprügeln? Können Sie das beweisen?“ Die Umkehr der Beweislast wird auf diese Weise nicht übel kaschiert. Zum o. a. Vergleich zu Ihnen als Privatmann: Stellen Sie sich vor, Ihnen würden Fotos und Filme des Toten und seiner Exhumierung gezeigt. Sie würden wie Krstić reagieren und die Fotos nicht anzweifeln. Warum auch und auf welcher Grundlage – ? Dass Ihnen dieser „Nichtzweifel“ im Urteil als Eingeständnis der Tat ausgelegt würde, als Bestandteil der Beweiskette – würden Sie das in einem rechtsstaatlichen Verfahren erwarten?”

Den letzten Teil seiner Analyse schließt Andreas Hauß unter der Überschrift Lernkontrollfragen für die geneigte Leserschar in fast schon belustigender Weise folgendermaßen ab:

„Sachebene: Versuchen Sie anhand des vom ICTY eingebrachten Sachbeweises (also Seite 689) zu beweisen, Krstić stimme der Behauptung zu, es habe Massenexekutionen von 7.000-8.000 Männern in Srebrenica gegeben. Lösen Sie diese Aufgabe? Dann seien Sie bestaunt. Begeben Sie sich unverzüglich und direkt nach Den Haag und bewerben Sie sich dort als Richter.

Logikebene: Stimmen Sie der Behauptung zu, Äpfel seien Obst? Dann ist klar, dass in Ihrer Sicht Äpfel gleich Birnen sind (denn Birnen sind ja auch Obst). Dieser Tatsache aus der Biologie entspricht die Wissenschaft der Mathematik. Wenn a=c und b=c, folgert daraus, dass a=b. Beim ICTY heißt das: wer Gräber nicht bezweifelt, stimmt auch der Ermordung von 8 000 Menschen zu. Stellen sich bei Ihnen noch keine Magenkrämpfe ein, dann stehen Ihrem Berufswunsch „Journalist“ oder „Jurist am ICTY“ keinerlei Hindernisse entgegen.

Methode: Fragen Sie in einer fremden Stadt nach dem Weg zum Rathaus einen Passanten auch mit den Worten: „Haben Sie ein Indiz dafür, dass diese Querstraße dort nicht in die Stadtmitte führen könnte?“ Wenn Sie auf diese Weise durchs Leben und fremde Städte kommen, fahren Sie nach Den Haag. Vergessen Sie jedoch nicht, einen Stadtplan mitzunehmen. Sinnhaftigkeit: Sie halten es für angebracht, Angeklagte zur Beurteilung eines Fotos oder anderen Beweisstücks aufzufordern? Seine Meinung, seinen Glauben zu ergründen? („Glauben Sie, dass dies ein Foto ist?“ „Was, meinen Sie, zeigt es wohl?“ „Haben Sie irgendeinen Anlass, daran zu zweifeln, dass der Fotograf Herr Schmitz heißt?“ „Glauben Sie etwa nicht oder haben Sie Anlass zu bezweifeln, dass das Foto/das Video/die Karte Gräber zeigt?“) Halten Sie den Glauben eines Angeklagten über den Inhalt oder gar die Wahrhaftigkeit, die Logik der Beweiskettung usw. für einen im Urteil aufzuführenden relevanten Fakt? („Der Angeklagte glaubte mir als Richter, dass die Leiche wirklich tot war …“) Ja? Ab nach Den Haag. Man wartet schon auf Sie.

Juristische Ebene: Entspricht es Ihrem Rechtsgefühl (versetzen Sie sich dazu in die Rolle des Angeklagten), dass die Staatsanwaltschaft möglichst viel Negatives über Sie sagt (auch durchaus Lügen!), dass der Richter diese Fangfragen mit doppelten Verneinungen, Meinungsabfragen usw. zulässt, und dass die Verteidigung die Aufgabe hat, Beweise gegen die Behauptungen des Staatsanwalts zu sammeln? Ja? Sie sind noch immer hier und nicht beim ICTY? Warum denn nur?“

General Radislav Krstić: einer von vielen serbischen Angeklagten, die auch ohne Schuld-Beweise die Gefängnisse des Jugoslawien-Tribunals bis zum Tod nicht mehr verlassen werden

Diese Vorgehensweise ist wahrlich berauschend. Man präsentiert einem Angeklagten Tote, wobei man laut Aussagen von muslimischen Kommandanten, Soldaten, Aufnahmen von muslimischen Fotografen und Filmern und Dokumenten der bosnisch-muslimischen Armee davon ausgehen kann, dass es sich dabei größtenteils um Gefechtstote handeln muss, was auch das Tribunal nicht widerlegen kann, und verurteilt dann den Angeklagten zu 35 Jahren Haft, ohne dass man auch nur ansatzweise erklären könnte, was denn der Angeklagte mit diesen Toten zu tun haben soll. „Justice made in Den Haag“ kann man da nur sagen. Und solch einer korrupten Institution, die mehr als offensichtlich politischen Vorlagen folgt, soll man auch nur ein einziges Wort glauben?

Ardašir Pârse: Vielen Dank Herr Dorin für diese detaillierten Ausführungen, das muss man alles erst einmal verdauen. Es zeigt mir einfach, dass es sich in Den Haag zweifelsohne um Schauprozesse handelt und das alles mit einem rechtsstaatlichen Verfahren nichts zu tun hat. Die Schuldigen stehen ja vor Urteilsverkündung bereits fest und das muss in diesem Fall auch so sein, denn wenn die Serben nicht verantwortlich waren und alles anders war, als behauptet, dann war ja die USA und die NATO Schuld und bombardierte Serbien und den Kosovo völlig zu Unrecht und ermordeten, verstümmelten und verseuchten die Menschen ohne UN Mandat und jetzt auch noch ohne jegliche moralische Rechtfertigung. Dann nämlich sitzen die Kriegsverbrecher ganz offiziell in Berlin, in Paris, in London und vor allem wie immer in Washington.

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Mira Pârse: Wir begrüssen Sie Herr Dorin erneut bei uns und freuen uns auf die Fortsetzung des Interviews. Ich halte vom bisher Geschriebenen folgendes fest: Die Ermittler des Haager Tribunals konnten laut ihren Angaben ca. 2.000 Tote finden, während bosnisch-muslimische Behörden behaupten, in Potočari seien weitaus mehr Tote beigesetzt worden?

Alexander Dorin: Richtig. Wie wir bereits gesehen haben, so wurden in Potočari ca. 2.000 Gefechtstote vom Juli 1995 und über 1.300 Gefechtstote aus den Jahren 1992, 1993 und 1994 beigesetzt. Bosnisch-muslimische Behörden behaupteten jedoch im Jahr 2013, es seien dort mittlerweile 5.657 Tote beigesetzt worden. Eine Behauptung, von deren Richtigkeit sich bisher keine unabhängigen Experten überzeugen konnten, da die Arbeit der bosnisch-muslimischen Behörden keiner Kontrolle unterliegen – man hat sozusagen freie Hand. Mittlerweile schenkt nicht einmal mehr das Den Haager Tribunal diesen Zahlen Glauben, wie wir etwas später sehen werden.

Milivoje Ivanišević aus Belgrad, Direktor des Instituts Institute for Research on Suffering of the Serbs in XX c., fand noch weitere massive Manipulationen mit den Zahlen über die Toten in Potočari heraus. Bei der Durchsicht der Namensliste der bisher angeblich in Potočari beigesetzten Toten, stelle er fest, dass sich darunter ca. 900 Namen von Männern befinden, die sich 1996 an Wahlen in Bosnien beteiligten (die Namensliste veröffentlichte ich in meinem Buch Srebrenica – die Geschichte eines salonfähigen Rassismus).

Deckte zahlreiche Srebrenica-Manipulationen auf: Milivoje Ivanišević

Auf den Wählerlisten von 1996 konnte Ivanišević nicht nur 914 Leute entdecken, die eigentlich beerdigt sein sollten, sondern insgesamt mehr als 3.000 Namen, die auch auf der sogenannten Srebrenica-Vermisstenliste von 1995 enthalten sind Die Wahlen wurden damals von der OSZE (Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa) beaufsichtigt. Der BBC-Journalist Jonathan Rooper informierte die OSZE über diesen Skandal und verlangte eine Untersuchung. Zur Antwort erhielt er, dass die Listen irgendwo in einem Magazin weggesperrt seien und dass man nicht mehr an sie herankomme (Edward S. Herman, The Srebrenica Massacre: Evidence, Context, Politics). Was für eine Antwort von einer Organisation wie der OSZE – man darf wahrlich staunen. Man kommt also angeblich an die eigenen Wählerlisten nicht mehr heran, an die aber Ivanišević sehr wohl herangekommen ist? Die zweite „Erklärung“ lautete, man habe die Wählerlisten mit der Vermisstenliste verglichen, sei jedoch auf eine viel geringere Anzahl von Übereinstimmungen gestoßen. Ivanišević fand jedoch heraus, dass nicht die Wählerlisten von 1996 mit der Vermisstenliste verglichen wurden, sondern jene von 1997! Als alles nichts mehr half, da wurde als nächstes von muslimischer Seite die Behauptung aufgestellt, die muslimischen Behörden hätten einen Wahlbetrug begangen, in dem sie für die Wahlen von 1996 einfach alte Wählerlisten von 1991 verwendet hätten. Doch auch das war eine Lüge, denn Ivanišević fand heraus, dass auf den Wählerlisten von 1996 auch Namen von Menschen enthalten sind, die 1991 noch nicht volljährig waren und demnach zu diesem Zeitpunkt auch nicht wahlberechtigt gewesen sind. Demnach keine sehr originellen Ausreden, um die Manipulation zu vertuschen. Zudem hätte die OSZE im Fall eines Wahlbetruges Ermittlungen gegen die muslimischen Behörden einleiten müssen, was aber nie geschah – weshalb wohl?

In seinem Buch widerlegt Edward S. Herman anhand von zahlreichen Fakten die offizielle Version der Ereignisse von Srebrenica

Ardašir Pârse: Und was sagt uns das alles?

Alexander Dorin: Es deutet alles darauf hin, dass die Srebrenica-Manipulatoren Tote aus anderen Teilen Bosniens mit falschen Identitäten versehen, um so eines Tages auf die vorgegebene Zahl von 7.000 – 8.000 Toten zu kommen. So behauptet z.B. das International Committee for Missing Person (ICMP), man habe in ganz Bosnien bisher 13.581 Tote per DNA-Analyse identifiziert, davon 6.598 aus Srebrenica. Das würde bedeuten, dass diese Organisation mittlerweile etwa 4.600 Tote mehr gefunden hat als die Den Haager Ermittler. Doch wo genau wollen die Ermittler diese Toten gefunden haben? Detaillierte Berichte wo genau, wie viele Tote gefunden worden sein sollen, liegen nicht vor. Einsicht in die Arbeit des ICMP hat abermals kein Mensch. Wie aber wäre es zu erklären, dass mehr als die Hälfte aller in ganz Bosnien identifizierten Toten aus Srebrenica stammen sollen? Das ergäbe schon rein mathematisch keinen Sinn. Bosnien hatte vor dem Krieg geschätzte 4.5 Millionen Einwohner, Srebrenica weniger als 40.000. Oder möchte man etwa behaupten, dass sich die Bedingungen im Umland von Srebrenica besonders gut für DNA-Identifizierungen eignen, während das im restlichen Bosnien größtenteils nicht der Fall ist? Die einzige einleuchtende Antwort auf diese Fragen ist die, dass mit den angeblichen DNA-Identifizierungen massive Manipulationen betrieben wurden. Betrachtet man nämlich die Gesamtzahl aller bisher angeblich per DNA-Analyse identifizierten Toten, so kommt man nicht um den dringenden Verdacht herum, dass Tote als Srebrenica-Opfer deklariert wurden, die gar nichts mit den Ereignissen in Srebrenica im Juli 1995 zu tun haben. So ist es auch zu erklären, dass in Potočari fast 1.000 Tote mit den Namen von Männern versehen wurden, die zumindest noch 1996 genug lebendig gewesen sind, um an Wahlen teilzunehmen.

Das ICMP fungiert als Manipulationswerkzeug der US-Regierung

Der muslimische Bosnier Mirsad Tokača, Direktor des Research and Documentation Center in Sarajevo, erklärte am 30.03.2010 während einer Pressekonferenz in Banja Luka, dass er und sein Team bis zu diesem Zeitpunkt allein in der Region Srebrenica ca. 500 Menschen ausfindig machen konnten, deren Namen ebenfalls auf der sogenannten Vermisstenliste vom Juli 1995 enthalten sind (Dejan Šajinović, ‘Tokačin tim pronašao 500 živih Srebreničana’, Nezavisne Novine, 31.03.2010). Damit erhärtet sich zusätzlich der Hinweis, dass im Jahr 1996 ca. 3.000 Männer gewählt haben, innerhalb, wie ausserhalb Bosniens, deren Namen auf der Vermisstenliste vom Sommer 1995 enthalten sind. An dieser Stelle sei einmal erwähnt, dass gewisse bosnisch-muslimische Institutionen – unter aktiver Mithilfe internationaler Interessengruppen – mit den eigenen Toten eine abscheuliche Leichenfledderei betreiben.

Ist wenigstens teilweise objektiv: Mirsad Tokača, zweiter von links

Und kommen wir damit zurück zur Organisation International Committee for Missing Person (ICMP), welche bei all diesen Manipulationen und Betrügen ebenfalls eine entscheidende Rolle spielt. Das International Committee for Missing Persons mit Sitz in der bosnisch-muslimischen Stadt Tuzla wurde auf Initiative des ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton gegründet. Es ist der gleiche Bill Clinton, dem nachgewiesen wurde, dass er in Zusammenarbeit mit dem Iran die muslimische Bürgerkriegspartei in Bosnien mittels verdeckter Operationen aufrüsten ließ (Congressional Press Release, US Congress, 16 January 1997: ‘Clinton approved Iranian arms transfer to help turn Bosnia into militant islamic base’). Muslimische Politiker bezeugten ferner, dass Clinton dem damaligen muslimischen Präsidenten Bosniens, Alija Izetbegović, bereits 1993 die Inszenierung eines Srebrenica-Massakers vorschlug (die Quellen haben wir in den vorangehenden Teilen dieses Interviews bereits veröffentlicht). Kroatische Medien berichteten ihrerseits, daß mehrere von Clintons Generälen seinerzeit die Operation »Oluja« organisiert und geleitet haben (Ivo Pukanić, ‘Američka uloga u oluji – oduševljen Bljeskom, Clinton inicirao Oluju’, Nacional ,24.5.2005). Zur Erinnerung: während dieser militärischen Kampagne wurden innerhalb von nur 48 Stunden die letzten 250.000 Krajina-Serben aus ihren Häusern gebombt und vertrieben; es gab mindestens 1.900 Tote. Und es ist schließlich der gleiche Bill Clinton, der die völkerrechtswidrige elfwöchige Bombardierung Jugoslawiens im Jahr 1999 anordnete. Während diesen NATO Angriffen wurde u.a. übrigens auch das Gebäude des serbischen Fernsehens RTS bombardiert, dabei wurden sechzehn Mitarbeiter an Ort und Stelle getötet. Damals gab es jedoch keine internationale Empörung über diesen barbarischen Akt, wie das unlängst im Zusammenhang mit den Anschlägen gegen das Satiremagazin Charlie Hebdo in Paris der Fall war – so viel zur heuchlerischen Doppelmoral unserer Gutmenschen. Bleibt noch zu erwähnen, dass die NATO während der Bombardierung SerbiensGeschosse mit hochgiftigem angereichertem Uran verwendete, das weite Teile Serbiens und Bosniens verseuchte und eine enorm hohe Krebsrate auslöste. Jedenfalls zeigen diese Fakten vor allem eines auf: dass Bill Clinton ein Kriegsverbrecher ist. Wie seriös kann demnach eine Organisation sein, die auf seine Initiative gegründet wurde?

Die von der NATO ermordeten serbischen Journalisten, denen - im Gegensatz zu den ermordeten Mitarbeitern des Satiremagazins Charlie Hebdo - von der Weltöffentlichkeit kein Mitgefühl entgegengebracht wurde.

Mira Pârse: Herr Dorin, erzählen Sie uns bitte mehr über die Organisationsstrukturen beim ICMP.

Alexander Dorin: Zum Vorsitzenden des ICMP wurde ausgerechnet der ehemalige Vietnamkriegs-Veteran James Kimsey ernannt, der auch bei der US-Invasion in der Dominikanischen Republik mit bis zu 10.000 geschätzten zivilen Opfern aktiv war. George Bushs ehemaliger Außenminister Colin Powell persönlich stellte Kimsey auf diesen Posten. Ist das nicht eine äußerst ‘vertrauenswürdige’ Clique, die hinter dem ICMP steht?

Bill Clinton: rüstete nicht nur heimlich die bosnisch-muslimische Bürgerkriegspartei auf, sondern liess auch Tausende Serben ermorden, verseuchte weite Teile Ex-Jugoslawien mit hochgiftigem abgereichertem Uran, was eine Krebsepidemie auslöste, und gründete das ICMP, welches die Wahrheit über Srebrenica manipuliert. Hier zu sehen während der Gedenkfeier auf dem Soldatenfriedhof in Potočari, der seit Jahren als Massakeropfer-Friedhof präsentiert wird.

2011 ernannte US-Außenministerin Hillary Clinton einen gewissen Thomas J. Miller zu Kimseys Nachfolger. Miller trat 1976 dem United States Foreign Service bei. Zwischen 1999 und 2001 war er als US-Botschafter in Bosnien mit Sitz in Sarajevo tätig, bevor ihn George W. Bush 2001 ihn zum US-Botschafter in Griechenland berief. Dieses Amt hatte er bis 2004 inne. 2010 trat Miller auch der Organisation Independent Diplomat bei, die u. a. maßgeblich daran beteiligt war, Kosovo und Metochien von Serbien abzuspalten und weltweit für die möglichst schnelle Anerkennung dieses altserbischen Kernlandes einzutreten.

Doch es sind nicht allein diese Gestalten, die dem ICMP eine äußerst dubiose Aura verleihen. Auch die Arbeit des ICMP ist bezeichnend und absolut mafiös. So verlangten die Anwälte des vor das Den Haager Tribunal gezerrten Radovan Karadžić vom ICMP, es solle der Verteidigung des Angeklagten die gesamte Dokumentation über die angeblichen DNA-Identifizierungen zustellen. Dies wurde jedoch mit der Begründung abgelehnt, die Angehörigen der Srebrenica-Opfer hätten ihre Erlaubnis nicht erteilt! Man muss sich das mal vorstellen: Irgendeine Organisation behauptet, sie habe über 6.000 Opfer des sogenannten Srebrenica-Massakers per DNA-Analyse identifizieren können, könne die Beweise aber nicht liefern, weil die Angehörigen nicht einverstanden seien. Alles mal wieder aus Gründen des ‘Datenschutzes’, oder was? Zum Vergleich: Wenn morgen irgendjemand in Amerika behaupten würde, er besäße Beweise dafür, daß Barack Obama, immerhin Präsident einer kriegführenden Nation, irgendwo 500 Mädchen hat missbrauchen und umbringen lassen, er könne jedoch die Beweise leider aus Rücksicht gegenüber den Angehörigen der Opfer nicht veröffentlichen, würde dann so jemand damit durchkommen? Er würde doch wohl eher verhaftet und in eine psychiatrische Klinik überwiesen werden. Doch in der Realität der heutigen Weltpolitik bestimmen genau solche Kaliber die Spielregeln nach dem Motto: Anything goes.

Nachfolgend möchte ich noch aus dem Brief zitieren, den die Den Haager Anklägerin Hildegard Uertz-Retzlaff am 10. Februar 2010 an Karadžićs Verteidigungsteam schickte, in dem sie zu erklären versuchte, weshalb man die gewünschten Dokumente nicht aushändigen könne (‘Srebrenica – die Geschichte eines salonfähigen Rassismus’):

“Das ICMP ist in juristischer Hinsicht eine unabhängige dritte Körperschaft mit eigenen Befugnissen. Die Anklagevertretung sieht sich außerstande, einfach Kontakt zum ICMP aufzunehmen und der Verteidigung von Herrn Karadžić sämtliche Familien-DNA-Profile zu übermitteln, die sich auf den Datenbanken des ICMP befinden. Außerdem hat die Anklagever tretung keinen Zugriff auf diese Datenbanken und ist deshalb nicht in der Lage, sie zu Verfügung zu stellen.

Zweitens hat es das ICMP unserem Kenntnisstand zufolge bis jetzt abgelehnt, irgendeiner Seite die Gesamtheit‘ seiner Familien-DNA-Profile zur Einsicht freizugeben, da dies einen Bruch der Garantien darstellen würde, die in einvernehmlicher Form vertraglich geregelt und von den Blutspendern der Familien unterzeichnet worden sind. Wie wir es mit Ihrem beigeordneten Anwalt Herrn Sladojević bereits erörtert haben, kann es nicht einfach darum gehen, Daten ‚ohne Namen‘ zur Verfügung zu stellen, da den Spendern versprochen wurde, dass ihre DNA nicht veröffentlicht wird, keineswegs aber, dass bloß ihre Namen verschwiegen oder DNA-Daten anonym weitergegeben würden.”

Eine berauschende Antwort – nicht? Entschuldigung aber das sind ja schon fast Inquisitionsmethoden. Wozu überhaupt noch Prozesse in Den Haag? Interessant ist ebenfalls, dass sich die bosnisch-muslimischen, amerikanischen und Den Haager Institutionen vorher scheinbar nicht einmal richtig absprechen. So haben wir gesehen, dass das ICMP behauptet, es seien bisher 6.598 Tote aus Srebrenica per DNA-Analyse identifiziert worden. Das sogenannte Jugoslawien-Tribunal in Den Haag wollte jedoch nach eigenen Angaben zu einer anderen Erkenntnis gekommen sein. So wurde im Zusammenhang mit dem Prozess gegen Zdravko Tolimir, der während des Krieges einer der Stellvertreter von General Ratko Mladić war, in einer Tribunals-Pressemitteilung festhalten, es seien nach dem Fall Srebrenica mindestens 4.970 muslimische Männer getötet worden (ICTY Press Release MS/CS/1540e, ‘Zdravko Tolimir sentenced to life imprisonment for Srebrenica and Žepa crimes’, Den Haag 12. December 2012). Wie denn das? Weshalb widersprechen sich diese Institutionen gegenseitig? Glaubt man einander etwa nicht? Oder sind dermaßen Amateure am Werk, dass man eine gemeinsam geplante Manipulation nicht einmal im Voraus untereinander abspricht?

Radovan Karadžić: gegen ihn werden in Den Haag von der Anklage sogenannte Beweise angeführt, die noch niemand zu Gesicht bekommen hat.

Die bosnisch-muslimischen Institutionen gehen sogar noch weiter und haben auf dem Gedenkstein in Potočari eingravieren lassen, es habe mindestens 8.372 Tote gegeben. Das ist alleine deshalb schon nicht möglich, weil die ursprüngliche ‘Vermissten’-Liste ca. 7.400 Namen umfasste. Auf dem Gedenkstein sind also fast tausend Namen mehr enthalten als ursprünglich angeblich vermisst wurden. Doch kommt scheinbar niemand auf die Idee, den muslimischen Organisationen kritische Fragen zu stellen. Dabei liefert die Inschrift auf dem Gedenkstein selbst den Hinweis dafür, dass der größte Teil der Namen nichts mit Srebrenica zu tun hat. So wurde auf dem Stein vermerkt, dass die Genozid-Opfer aus insgesamt dreizehn folgenden Gemeinden stammen:Bratunac, Bljeljina, Foča, Han Pjesak, Rogatica, Sarajevo, Sokolac, Srebrenica, Srebrenik, Ugljevik, Višegrad, Vlasenica und Zvornik. Auch der bereits erwähnte Mirsad Tokača liess während des Interviews verlauten, auf der Srebrenica-Vermisstenliste seien Namen von Menschen aus anderen Gemeinden enthalten wie z.B. Vlasenica, Zvornik, Bratunac, Višegrad und Rogatica (Klix.ba online, ‘Pronašli smo 500 živih Srebreničana koji su se vodili kao nestali’, 31.03.2010).

Eingravierte Propagandazahl: der Gedenkstein in Potočari

Ardašir Pârse: Das würde demnach bedeuten, dass auf der Srebrenica-Vermisstenliste vom Sommer 1995 auch Namen von Menschen enthalten sind, die während des Krieges gar nicht in Srebrenica gewesen sind?

Alexander Dorin: Genau das. Irgendwoher mussten die Namen ja stammen, die für die Vermisstenliste zusammengestellt wurden, da die Fakten beweisen, dass vor und nach dem Fall Srebrenicas eine Differenz von weniger als 2.000 Menschen aus Srebrenica vorhanden ist, was ja um 6.000 von der vorgegebenen Höchstzahl abweicht. Milivoje Ivanišević konnte in seinem Buch ‘Srebrenica July 1995 – In Search for Truth’ anhand von Dokumenten zudem aufzeigen, dass auf der Vermisstenliste auch Namen von Menschen enthalten sind, die bereits vor 1995 gestorben sind. Ein zusätzlicher Beweis, dass es sich bei der Vermisstenliste um eine Manipulation handelt. Patrick McCarthy schrieb in seinem Buch ‘After the Fall: Srebrenica Survivors in St. Louis’, dass nach dem Bosnienkrieg alleine 20.000 muslimische Flüchtlinge in der US-amerikanischen Stadt St. Louis eingetroffen sind, darunter viele aus Srebrenica. Was meinen Sie was wohl dabei herauskommen würde, wenn es weltweit unter allen bosnischen Flüchtlingen zu einem Namensvergleich mit der Vermisstenliste vom Juli 1995 geben würde? Doch dazu wird es natürlich nicht kommen, da von offizieller Stelle eine Aufdeckung des Srebrenica-Betrugs nicht wünschenswert ist.

Mira Pârse: Das war es wieder für heute, vielen Dank Herr Dorin für die weiteren tiefen Einblicke in die Lügengebäude um Srebrenica, wir freuen uns schon auf die Fortsetzung.

DEUTSCLAND und Völker der EU besinnt Euch, so lange es noch nicht zu spät ist. NUR WIR können den Endkrieg verhindern.

DEUTSCLAND und Völker der EU besinnt Euch, so lange es noch nicht zu spät ist.
NUR WIR können den Endkrieg verhindern.

Ardašir Pârse: Herr Dorin, wir begrüssen Sie heute zum 8. Teil der Reihe: Ein Interview mit Alexander Dorin zum Thema: Die Srebrenica Lüge.

Was können Sie uns über die Organisation Mütter Srebrenicas sagen, die von sich behauptet, sie bestünde aus Müttern von Srebrenica-Opfern.

Alexander Dorin: Einer der Zweige der Srebrenica-Lobby besteht aus einer bosnisch- muslimischen Organisation mit dem beeindruckend klingenden Namen Mütter Srebrenicas. Als ob nicht jeder Mutter in Bosnien bemitleidenswert wäre, die irgendwo ihren Sohn verloren hat. Aber nein, uns wird von den Massenmedien seit Jahren eingetrichtert, dass eine Mutter aus Srebrenica bemitleidenswerter ist als andere Mütter. Wer aber sind diese Mütter Srebrenicas genau? Wer von ihnen hat tatsächlich nach dem Fall Srebrenicas einen Verwandten verloren und unter welchen Umständen? Und aus wie vielen Mitgliedern soll diese Organisation überhaupt bestehen? Fragen, die bisher nie jemand öffentlich gestellt hat. Dabei müsste genau das zur Sorgfaltspflicht eines jeden seriösen Journalisten gehören, der über Srebrenica berichtet.

In letzter Zeit häufen sich die Stimmen muslimischer Bosnier, die von den Machenschaften dieser Organisation genug haben. Die heute in Tuzla lebende Frau Haša Omerović war eine der ersten Personen, die öffentlich ihre Stimme gegen die Vereinigung Mütter Srebrenicas erhob. In einer Ausgabe der Bosnischen Zeitung Nezavisne Novine war u.a. folgendes zu lesen („Haša Omerović: Majke Srebrenice šire laži“, Nezavisne Novine, 25.02.2011):

„Die Mitglieder der Organisation Mütter Srebrenicas besitzen, ausser den großen Häusern, die sie mit den Geldern gebaut haben, die sie für die Lügen über die getöteten Leute aus Srebrenica angenommen haben, auch private Flugzeuge, die sie um die Welt fahren um falsche Zeugenaussagen zu machen und die Geschichte vom angeblichen Genozid in Srebrenica zu verbreiten – behauptet Haša Omerović aus Tuzla’.

Frau Omerović teilte SRNA [serbische Nachrichtenagentur] mit, dass diese Organisation fälschlicherweise die Familien von in Srebrenica umgekommenen Menschen vertritt und betont, dass es sich dabei um eine Vereinigung von Profiteuren handelt, welche vom einstigen Kriegspräsidenten Bosniens, Alija Izetbegović, und dem Oberhaupt der Islamischen Vereinigung, Mustafa Cerić, gegründet wurde. „Diese Gruppe von Frauen wechselt nie. Sie werden dafür bezahlt, dass sie jedes Jahr zur Gedenkfeier in Potočari erscheinen, in Den Haag falsche Aussagen machen und vor den Medien erscheinen, wenn es ihnen ihre Befehlsgeber in Sarajevo anordnen“, sagt Frau Omerović.

Frau Omerović betont, dass Izetbegović die Bewohner Srebrenicas missbraucht hat um seine Macht zu sichern und einen Wahlsieg während der neunziger Jahre zu erreichen, und dass die Gedenkstädte in Potočari in Zusammenarbeit mit dem ehemaligen amerikanischen Präsidenten Bill Clinton entstand, „damit sie sich irgendwo versammeln und mit den Manipulationen mit den Bosniern fortfahren können, im Interesse ihrer politischen Ziele und jener der SDA“ [eine bosnisch- muslimische Partei, die von Izetbegović gegründet wurde“.

Die alljährliche Gedenkfeier am 11. Juli in Potočari nannte Frau Omerović im selben Artikel den reinsten Kitsch, an dem sich gewisse Mitglieder der Mütter Srebrenicas bereichern, während ihr eigenes Kind für seine Ausbildung vom Staat nicht einmal Stipendien erhält. Es sei zudem eine Schande, dass auf den Gedenksteinen steht „Umgekommen auf Allahs Weg“, weil dies normalerweise der Slogan für umgekommene Mujaheddin-Kämpfer“ sei. Die Mütter Srebrenicas und bosnische Politiker würden der ganzen Welt für teueres Geld die Geschichte vom Genozid in Srebrenica verkaufen und sich daran bereichern.

Mira Pârse: Gibt es noch andere bosnische Musliminnen die diese Organisation kritisieren?

Alexander Dorin: Eine andere bosnische Muslimin, eine Bloggerin aus Sarajevo, machte den Müttern Srebrenicas ebenfalls eine Reihe von Vorwürfen. Ihre Angriffe richteten sich vor allem gegen die Präsidentin der Mütter Srebrenicas Munira Subašić. Diese besitze bereits drei Häuser, davon eines in Srebrenica und zwei in Sarajevo. Der Monatslohn von Frau Subašić soll 4.000 Bosnische Mark betragen. Zum Vergleich: ein Durchschnittslohn in Bosnien beträgt ca. 800 Bosnische Mark. Eine Bedienung in einem bosnischen Restaurant verdient etwa 550 Bosnische Mark. Der Jeep den die Familie fährt habe die UNO gestiftet. Zudem hätten Frau Subašić und die von ihr geführte Organisation von der bosnischen Telecom 300.000 Bosnische Mark erhalten. Die Präsidentin der Mütter Srebrenicas sei während des Krieges selbst gar nicht in Srebrenica gewesen, während ihre Tochter auf der Liste der Kinder ohne Eltern sei und dafür regelmäßig Geld erhalten würde. Es gäbe auch viele Frauen aus Srebrenica, die selbst vor dem Krieg verstorbene Familienmitglieder als Srebrenica-Opfer deklarieren würden und dafür Geld erhielten. Zudem sei jeden 11. Juli zu beobachten, dass ganze Schulklassen aus Sarajevo zur Gedenkfeier nach Potočari geschickt würden. Man kann an dieser Stelle vermuten, dass Frau Haša Omerović die alljährliche Srebrenica-Gedenkfeier u. a. deshalb als Kitsch bezeichnete. Offensichtlich versucht man am 11. Juli jeden Jahres mit einem Grossaufgebot von Menschen den Eindruck zu vermitteln, es würde sich dabei um lauter Familienangehöriger von Srebrenica-Opfern handeln. Die Bloggerin beruft sich bei ihren Vorwürfen auch auf die Sendung „60 Minuta“ vom 8.9.2008, die vom bosnischen Sender RTVFBiH (Radio-televizija Federacije Bosne i Hercegovine) ausgestrahlt wurde („MajkeSrebrenice kradu pare Munira Subašić brkata spodoba“, http://neboljubavi.blogger. ba/).

Es ist klar, dass es tatsächlich Mütter aus Srebrenica gab und gibt, die ihre Söhne, Männer und andere Familienangehörige verloren haben. Es ist ebenfalls klar, dass ihre Zahl zu keinem Zeitpunkt 7.000 – 8.000 betragen haben kann. Die ca. 2.000 gefechtstoten muslimischen Männer nach dem Fall Srebrenicas besassen bestimmt zum Großteil Ehefrauen und Mütter, wie auch die 1.300 Soldaten, die bereits vor dem Fall Srebrenicas in der Region umgekommen sind. Und dennoch handelt es sich bei den Müttern Srebrenicas keinesfalls um die Angehörigen von 7.000 – 8.000 nach dem Fall Srebrenicas exekutierten muslimischen Männern. Diese Organisation stellt sich als etwas dar, das sie simpel und einfach nicht ist. Die Mütter Serbrenicas hatten von Anfang an laut eigenen Angaben übrigens 2.000 Mitglieder, jedoch gibt es keine unabhängigen Untersuchungen darüber, ob alle dieser 2.000 Frauen tatsächlich ein Familienmitglied im Juli 1995 verloren haben.

Bereichert sich an den Lügen über Srebrenica. Munira Subašić, Präsidentin der Vereinigung Mütter Srebrenicas ( zweite von links auf dem Foto)

Bereichert sich an den Lügen über Srebrenica. Munira Subašić, Präsidentin der Vereinigung Mütter Srebrenicas

Mira Pârse: Wieso aber haben dann bosnisch-serbische Politiker vor Jahren das angebliche Massaker zugegeben?

Alexander Dorin: Der erste Untersuchungsbericht der Regierung der bosnischen Serben über die Ereignisse von Srebrenica, der 2002 erschien, verärgerte die Vertreter der Besatzungsmächte in Bosnien – einige betiteln diese als „internationale Gemeinschaft“ – massiv, da die darin enthaltenen Angaben die These eines tausendfachen Massakers schlicht und einfach nicht stützen. Dieser erste Srebrenica-Bericht wurde in Frankreich von der Association Vérité et Justice veröffentlicht (Association Vérité et Justice, Le dossier caché du ‚génocide’ de Srebrenica, Paris 2007). Von den serbischen Behörden wurde erwartet, dass diese ihren Bericht der Propagandaversion aus Sarajevo und Washington anpasst. Als das nicht geschah, gab es massiven Ärger für die Serben. Zahlreiche Serben wurden auf Druck von Paddy Ashdown, der zwischen 2002 und 2006 hoher Repräsentant der Vereinten Nationen in Bosnien war, aus ihren Ämtern entfernt, bis schließlich eine Truppe zusammengestellt war, die die Version der Izetbegović-Regierung ‘zugab’. Dazu Edward S. Herman (Edward S. Herman, ‘The Politics of the Srebrenica Massacre’, aus Srebrenica – die Geschichte eines salonfähigen Rassismus):

„Aber hatten die bosnischen Serben nicht ‘zugegeben’, dass sie 8.000 ZivilistInnen umgebracht hatten? Das wurde in den westlichen Medien so dargestellt, demonstriert aber wieder nur ihre Dienerschaft für die politische Agenda ihrer Führerschaft. Die bosnischen Serben publizierten im September 2002 tatsächlich einen Bericht, aber dieser wurde von Paddy Ashdown abgelehnt, da er nicht zu den richtigen Schlussfolgerungen gelangte. Er erzwang daher einen neuen Bericht, indem er einen Haufen Politiker und Analysten der Republika Srpksa feuerte, ihrer Regierung [mit der Auflösung] drohte und schließlich einen Bericht von Leuten bekam, welche die offiziell gewünschten Schlussfolgerungen liefern sollten. Dieser Bericht, publiziert am 11. Juni 2004, wurde in den westlichen Medien als eine glaubhafte Bestätigung der offiziellen Position betrachtet – der Refrain lautete, die bosnischen Serben „geben das Massaker zu“, was die Sache endgültig abschließen sollte. Amüsanterweise kam nicht einmal dieser erzwungene Bericht der Zugabe von 8.000 Exekutionen nahe (er sprach von „mehreren Tausend“ Exekutionen). Was diese Episode „beweist“, ist, dass die westliche Kampagne, die Serben zu demütigen, noch nicht beendet ist und dass die Medien mit Leichtgläubigkeit ihren Propagandadienst fortführen.“

srebredalmas

Die International Strategic Studies Association (ISSA) veröffentlichte einen ausführlicheren Bericht über diese Intrige („US Official Implicated With Bosnian High Representative Ashdown in Attempting to Force Fabricated Report on Srebrenica“, ISSA Special Reports, Balkan Strategic Studies, 8.9.2003):

„Sehr verlässliche Quellen aus dem Büro des hohen Repräsentanten in Bosnien und Herzegowina sowie weitere Quellen in Sarajevo haben GIS/Defense & Foreign Affairs Daily informiert, dass ein hochkarätiger US-Beamter, Botschafter Donald S. Hays, Stellvertreter des hohen Repräsentanten für Bosnien und Herzegowina, aktiv daran beteiligt gewesen sei, einen manipulierten Bericht über die umstrittenen Kriegshandlungen in Srebrenica durchzusetzen. Botschafter Hays hat, vermutlich auf Drängen des hohen Repräsentanten Paddy Ashdown, ehemals britischer Politiker, verlangt, dass die Regierung der Republik Srpska, der vorwiegend serbischen Provinz Bosnien-Herzegowinas, einen sogenannten „abschließenden Bericht“ über die angeblichen Massenmorde an bosnischen Muslimen im Jahr 1995, während des bosnischen Bürgerkrieges, bei Srebrenica, veröffentlicht. Im Prinzip versuchen Botschafter Hays und Lord Ashdown der Regierung der Republik Srpska (RS) das Geständnis abzuringen, dass Serben für die Morde an Tausenden Muslimen in Srebrenica verantwortlich waren.

Die Führung der Regierung der Republik Srpska, ja, sogar jeder einzelne gewählte Beamte des Staates, kann jederzeit und ohne Umschweife vom Hohen Repräsentanten entlassen werden, falls sie sich weigern, seine Befehle zu befolgen, ganz unabhängig davon, ob die Beamten demokratisch gewählt wurden oder ob die Handlungen des hohen Repräsentanten die Dayton-Vereinbarung verletzen, um deren Schutz sein Büro ja ursprünglich besorgt sein sollte. Diese Drohung schwang in dem Ultimatum mit, dass Botschafter Hays bei einer Reihe von Treffen mit dem Premierminister der Republik Srpska, Mladen Ivanić, stellte, die Ende August und Anfang September 2003 in Banja Luka, der Hauptstadt der Republik Srpska, stattfanden. Botschafter Hays unterbreitete dem Premierminister ein Dokument mit dem Briefkopf des Büros des hohen Repräsentanten (OHR), wobei man der Regierung der Republika Srpska „riet“, es als à fait accompli zu akzeptieren. Das Dokument enthielt drei wesentliche Punkte. Der Inhalt des zweiseitigen Dokuments sollte von der Regierung der Republik Srpska neu herausgegeben werden, vermutlich durch das Büro für Menschenrechte der Republik Srpska, und zwar so, als stelle es den abschließenden Bericht der Republik Srpska über die Srebrenica-Angelegenheit dar. Es ist wichtig zu wissen, dass die Republik Srpska diesbezüglich bereits detaillierte und gründliche Untersuchungen angestrengt und einiges an Material veröffentlicht hatte, in dem man zugab, dass die serbische Seite die Verantwortung für einen Teil des Geschehenen trug. Doch dieses Material enthielt noch viele weitere Informationen, durch die der Konflikt insgesamt weitaus detaillierter beleuchtet wurde. Das Büro der Republik Srpska wurde auch ausdrücklich geschaffen, um den Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag (ICTY), der bereits Anklagen für Kriegsverbrechen auf den Weg gebracht hatte, zu unterstützen. Tatsächlich sind die Untersuchungen der Republik Srpska noch lange nicht abgeschlossen. […] Es schien, als ob das OHR die Erklärung veröffentlicht sehen wollte, bevor am 19. September 2003 die muslimische Gedenkstätte eingeweiht würde. Das Monument stellt im Prinzip einen Schrein dar, der als Wallfahrtsstätte für muslimische Pilgerreisen aus aller Welt dienen sollte und der die radikalislamischen Anschuldigungen bezüglich der Ereignisse in Srebrenica in der Erinnerung festschreiben würde. Bei der Enthüllung des Denkmals sollte auch der ehemalige US-Präsident Bill Clinton anwesend sein. Außerdem würde der „Abschluss“ des Falles Srebrenica auch dazu beitragen, dass die ständigen Anschuldigungen gegen die Clinton- Regierung aufhörten, laut denen diese während der 1990er-Jahre radikalislamische Aktivitäten in Bosnien unterstützt hatte. Die US-Botschaft in Sarajevo hat für den Bau des Schreins $ 1 Million gespendet, obwohl sämtliche gründlichen Untersuchungen des Srebrenica-Falles ergaben, dass die Anschuldigungen unbegründet waren und in vielerlei Hinsicht jeglicher Grundlage entbehrten. Aus neuesten Informationen aus Bosnien-Herzegowina, besonders im Hinblick auf die Untersuchungen der Republik Srpska zum Fall Srebrenica sowie zu anderen Aspekten des Terrorismus in der Region, geht deutlich hervor, dass die Clinton-Regierung die islamischen Terroristen in ihren Aktivitäten während des Krieges unterstützt hatte. […] Bezeichnenderweise hat der Bürgermeister von New York City, Michael Bloomberg, das Ansinnen der an dem Bau des „Schreins“ in Srebrenica beteiligten muslimischen Vertreter zur Einrichtung einer Städtepartnerschaft zwischen den beiden Städten abgelehnt, da ihm geheimdienstliche Informationen vorlagen, die auf eine Verbindung zwischen den bosnischen Islamisten und den Anschlägen der al-Qaida auf seine Stadt schließen ließen. Das zweiseitige Dokument von Botschafter Hays hätte, womöglich schon am 8. September 2003, zu einer Erklärung der Vertreter der Republik Srpska führen sollen, welche nicht nur die Mitglieder der Clinton-Regierung samt dem ehemaligen Präsidenten schützen, sondern auch als Schuldeingeständnis der Serben in Bezug auf den Mord an Tausenden Muslimen dienen sollte, von denen man allerdings gar nicht genau weiß, ob sie ermordet wurden. Man hat nach den Kämpfen in und um Srebrenica zwar mehrere Hundert Leichen gefunden, doch die Islamisten und deren Unterstützer sprechen von Opferzahlen, die von Mal zu Mal größer werden, wobei die neuesten Zahlen bei etwa 15.000 Toten liegen. Andererseits gab es nie ein Schuldeingeständnis der Muslime für den Mord an Tausenden Serben in Srebrenica zu einem früheren Zeitpunkt während des Krieges, als Srebrenica eigentlich entmilitarisierte Zone war. Das Dokument, das Hays durchbringen möchte, zwingt die Regierung der Republik Srpska im Grunde, Folgendes zu erklären:

1. Abgesehen von der Zahl der Opfer gibt es keine offenen Fragen mehr in der Untersuchung der Vorkommnisse um Srebrenica. Mit anderen Worten: Die Regierung der Republik Srpska akzeptiert die von Ashdown unterstützte islamistische Propaganda als Tatsache und übernimmt damit die Verantwortung für Verbrechen, die nie begangen wurden. Ashdown wird für seine uneingeschränkte, kritiklose Akzeptanz der islamistischen Propaganda schon seit Langem von seinen ehemaligen Kollegen der britischen Royal Marines kritisiert.

2. Die Republik Srpska entschuldigt sich bei den Muslimen für frühere Aussagen, in denen die islamistische Propaganda bestritten worden war.

3. Es wird eine neue Kommission zur weiteren Untersuchung der Ereignisse in Srebrenica bestellt, obwohl die Regierung der Republik Srpska bereits im ersten Punkt implizit die Anschuldigungen akzeptiert hat. Diese „Kommission“ bestünde aus drei Personen der Republik Srpska (nicht unbedingt von deren Regierung ausgewählt), drei der „internationalen Gemeinschaft“ und einer aus einer nicht näher bezeichneten Nichtregierungsorganisation. Zudem müsste die Regierung der Republik Srpska für die Arbeit der neuen „Kommission“ aufkommen.“

Sehen Sie nun, weshalb ich an anderer Stelle dem Haager Jugoslawientribunal inquisitionsmässige Methoden vorgeworfen habe? Das Vorgehen der Jugoslawientribunals und anderer Institutionen, die gemeinsam arbeiten, erinnert tatsächlich an das tiefste Mittelalter. Oder in welch normalem System wären solche Erpressungen, Nötigungen, Lügen, Manipulationen und Terror vorstellbar?

Paddy Ashdown: Erzwang durch Einschüchterungen, Drohungen und Erpressungen falsche Geständnisse

Ardašir Pârse: In der Islamischen Republik Iran, Herr Dorin, dort wäre die Methodik ebenfalls vorstellbar, aber bleiben wir am Balkan. Gab es nicht eine gewisse Anzahl von Serben, die ihre Schuld im Zusammenhang mit Srebrenica zugegeben haben?

Alexander Dorin: Sie werden mir verzeihen, dass ich beim Wort ‘zugeben’ fast schon lachen muss, obwohl das Thema einen sehr tragischen Charakter besitzt. Von zugeben kann natürlich keine Rede sein. In Den Haag wird regelmässig die als ‘Plea agreement’ oder ‘Plea bargain’ bekannte Methode angewandt. In der Praxis bedeutet das folgendes: einem Angeklagten wird erklärt, dass er, sofern er nicht ‘kooperiert’, mit einer hohen Haftstrafe rechnen muss, was bedeutet, dass er zu einer viele Jahre- oder gar jahrzehntelangen Haftstrafe verurteilet wird, teilweise sogar zu lebenslänglich. Die sogenannte Kooperation besteht darin, dass der Angeklagte ein ihm vorgesetztes Dokument unterschreibt, dessen Inhalt von den Anklägern zusammengestellt und verfasst wurde. Geht ein Angeklagter auf das Angebot ein, auch wenn die Beschuldigungen gegen ihn mit der Realität nichts zu tun haben, so kann er hoffen, vor seinem Tod doch noch eine gewisse Zeit in Freiheit zu verbringen. Und die Kläger haben gleichzeitig das Problem der fehlenden Beweise gelöst, weil ein Geständnis diese überflüssig macht.

Zum Glück jedoch erklärten bereits mehrere Angeklagte und Verurteilte, dass diese Vereinbarung nur deshalb unterschrieben haben, weil ihnen dadurch eine Haftverkürzung angeboten wurde. Als einer der ersten Angeklagten gab der ehemalige Offizier der serbischen Bratunac-Brigade, Momir Nikolić, zu, dass er wegen einer angebotenen Haftverkürzung gelogen hat. Noch am 3. April 2002, wenige Tage nach seiner Verhaftung, erklärte sich Nikolić in allen Anklagepunkten für unschuldig, während er sich ein Jahr später, plötzlich in mehreren Punkten doch noch für schuldig erklärte. Nikolić wurde von der Anklage vorgeworfen, er habe am 13. Juli 1995 in einem Hangar im Dorf Kravica nahe Bratunac Massenerschiessungen von 1.000 oder mehr muslimischen Gefangenen angeordnet. Während eines Kreuzverhörs eines Anwalts eines serbischen Angeklagten verstrickte sich Nikolić jedoch in Widersprüche, bis er schließlich zugab, wegen einer versprochenen Haftverkürzung gelogen zu gaben (Chris Stephen, ‘Key Srebrenica Witness Admits Lying’, 29.09.2003).

Momir Nikolić erklärte nachträglich das, was er bereits während des ersten Verhörs 2002 ausgesagt hatte; nämlich, dass er am 13. Juli 1995 gar nicht im Hangar in Kravica war und auch nichts angeordnet hat. Das Onlinemagazin Schattenblick schrieb dazu folgendes („Srebrenica oder die Zerschlagung Jugoslawiens – Teil 13“, Schattenblick, 25.9.2008):

„Für die NATO-Staaten war der Völkermordvorwurf, so er sich gegen die Serben installieren ließ, jedoch von elementarer Bedeutung. Sonstige Kriegsverbrechen, etwa das Töten von Zivilisten und/oder Kriegsgefangenen, hätten in einem Bürgerkrieg, der bereits in sein drittes Jahr ging und aufgrund seiner „Ethnifizierung“ zu bodenlosem Hass zwischen den verfeindeten Volksgruppen geführt hatte, kaum eine Handhabe allein gegen die Serben geboten, weil Verbrechen dieser Art auch von den übrigen Kriegsparteien – zum Teil gut dokumentiert und deshalb schwerlich in Abrede zu stellen – begangen worden waren. Der Vorwurf des Völkermords aber, der ausschließlich und einseitig gegen die Serben erhoben wurde, wobei „Srebrenica“ ein Fanal darstellen sollte, kann und muss in den Zusammenhang einer möglicherweise von den NATO-Staaten dominierten Gesamtkriegsstrategie gestellt werden, die darauf abzielte, eine Beilegung des Bürgerkriegs nur unter Bedingungen zu erreichen, die einer weiteren Aggression bis hin zur letztendlich beabsichtigten Zerschlagung Jugoslawiens den Weg bahnen würde. Kriegsverbrechen wie die Erschießung von Kriegsgefangenen, so sie der serbisch-bosnischen Armee und Führung zugelastet werden (können), hätten dazu nach westlicher Leseart nicht ausgereicht. Dies würde erklären, warum, wenn schon die behaupteten Massenmorde im Umfang von sieben- bis achttausend Opfern weder von den vor Ort befindlichen UN-Truppen bestätigt, noch durch Fotos oder Satellitenaufnahmen nachgewiesen werden konnten, großer Wert darauf gelegt wurde, vor dem Den Haager Tribunal, Geständnisse oder aussagekräftige Zeugenaussagen zu erwirtschaften, die bestätigen, was vorab behauptet wurde. Dabei zielten die Den Haager Ankläger jedoch „übers Ziel hinaus“ und schossen, so etwa im Fall Momir Nikolić, ein Eigentor, das der Glaubwürdigkeit des Tribunals nachhaltig schadete.

Momir Nikolić war ein bosnisch-serbischer Offizier, der wegen seiner angeblichen Teilnahme an den „Massakern von Srebrenica“ in Den Haag angeklagt wurde. Nikolić hatte zunächst auf „unschuldig“ plädiert, dann jedoch mit den Anklägern ein „Plea Agreement“ vereinbart, was sich sinngemäß als Kuhhandel zulasten der Angeklagten übersetzen ließe und faktisch einer puren Erpressung gleichkommt. Dieses Rechtskonstrukt funktioniert so, dass einem Angeklagten mehrere Straftaten zur Last gelegt werden. Dann wird ihm angeboten, dass ein oder mehrere davon fallengelassen werden, sollte er in diesem oder jenem Punkt seine Schuld bekennen und/oder bereit sein, gegen andere Angeklagte auszusagen. Im Fall Nikolić wurde dieser dazu gebracht, „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ einzugestehen und dem Tribunal eine umfangreiche Schilderung der internen Verhältnisse der bosnisch-serbischen Armee zu liefern, wobei die Befehlskette von besonderem Interesse war. Im Gegenzug versprachen ihm die Ankläger, den Anklagepunkt „Völkermord“ fallen zu lassen und nicht mehr als 15 und 20 Jahre gegen ihn zu fordern. Und so „gestand“ Nikolić, am 13. Juli 1995 persönlich eine Massenexekution in einem Lagerhaus in dem Ort Kravica befohlen zu haben, wobei rund eintausend Menschen getötet wurden. Momir Nikolić hätte somit einen Bilderbuch-Angeklagten und -Zeugen für die Massaker-Legende abgeben können. Wenn ein einziger serbisch-bosnischer Offizier schon zugibt, in Srebrenica die Exekution von über eintausend Gefangenen befohlen zu haben, ist die Gesamtzahl von sieben- bis achttausend Massakertoten in die Nähe des Glaubwürdigen gerückt. Doch es sollte ganz anders kommen. Nikolić, der zu 27 Jahren verurteilt wurde, sagte in einem anderen, gegen einen Offizierskollegen angestrengten Verfahren aus, dass er voll und ganz gelogen hatte. Er wurde von dem US-amerikanischen Strafverteidiger Michael Karnavas der Lüge überführt und gestand, die von ihm behauptete Massenexekution nicht befohlen und nicht einmal an dem Ort gewesen zu sein, an dem diese stattgefunden haben soll.“

Momir Nikolić wird auch weiterhin, trotz seines Geständnisses, dass er wegen einer Vereinbarung mit den Anklägern gelogen hat, als Belastungszeuge gegen diverse serbische Angeklagte eingesetzt.

Momir Nikolić. Gab bereits 2003 zu, gelogen zu haben, wird jedoch weiter als Zeuge in Sachen Srebrenica präsentiert

Walter Sauer äusserte sich über die in Den Haag angewandten Methoden wie folgt (Walter Sauer, ‘Srebrenica und das Video’, aus Srebrenica – die Geschichte eines salonfähigen Rassismus):

„Wir haben die Einrichtung der Plea Agreements ein Kuhhandelssystem genannt. Das war ein Euphemismus: Es ist ein Erpressungssystem. Für Serben steht über den Toren des Gefängnisses von Scheveningen das Wort geschrieben, das Dante über dem Höllentor geschrieben sah: Lasst alle Hoffnung, wenn ihr eingetreten seid. Wie könnte auch jemand ein so furchtbares Verbrechen gestehen, welches er nicht begangen hat, hoffend, damit und mit falschem Zeugnis gegen frühere Armeekameraden selbst mit 20 Jahren davonzukommen – wie könnte jemand das tun, hätte er noch Hoffnung auf einen fairen Prozess? Ein Gericht, das zu solchen Methoden greift, verdient nicht nur kein Vertrauen; es verdient Verachtung.“

Mira Pârse: Wir haben Erkenntnisse aus einem 6.700 – seitigen Bericht, des Untersuchungsausschusses des US-amerikanischen Kongresses über das Internierungs- und Verhörprogramm der CIA, der leider nur teilweise veröffentlicht wurde und haben erschütternde Ergebnisse daraus gewonnen, hinsichtlich der Befragungs- und Foltermethoden. Proteste aus der westlichen Foltergemeinschaft, Entschuldigung, Wertegemeinschaft, waren nicht wahrzunehmen. Sind Ihnen Fälle bekannt geworden, in denen auch Angeklagte des ICTY psychischer und physischer Gewalt ausgesetzt wurden?

Alexander Dorin: Die Aussagen eines anderen serbischen Angeklagten, es handelt sich um den zwischenzeitlich verstorbenen Miroslav Deronjić, deuten darauf hin, dass gegen diverse Angeklagte nicht nur psychische, sondern auch physische Gewalt angewandt wurde. So erzählte der ehemalige Häftling des Jugoslawientribunals in Den Haag, Vojislav Šešelj, der insgesamt elf Jahre in Den Haager Haft saß, ohne dass es zu einer Urteilsverkündung gekommen wäre, über seine Zeit mit dem Mithäftling Miroslav Deronjić folgendes (www.slobodan-milosevic.org/documents/trial/2005-09-16.html):

„[…]Zweitens habe ich im Gefängnis des Den Haager Tribunals mit eigenen Augen gesehen, wie Miroslav Deronjićs Wille gebrochen wurde, wie man ihn erpresst hat, und mit welchen Mitteln man seinen Zusammenbruch herbeiführte. Ich muss vorausschicken, dass ich ein gutes Verhältnis zu ihm hatte. Er erzählte mir, wie er verhaftet wurde, wie er geschlagen wurde, wie er in ein Fass Wasser getaucht wurde und so weiter und so fort. Er vertraute sich mir an, und sie – es dauerte Monate, bis es ihnen gelang, ihn zu brechen. Sie waren nicht erfolgreich bis zu dem Moment, als Momir Nikolić vor Gericht aussagte, Deronjić sei bei einem Gespräch dabei gewesen, in dem eine Erschießung angeordnet worden sei. Da brach Deronjić vollständig zusammen und war damit einverstanden, zu jedem Thema und gegen jede beliebige Person auszusagen. Er erklärte sich auch zu einer Falschaussage gegen Karadžić bereit. Es war nach diesem Zeitpunkt, als er sagte, dass Karadžić über die Erschießungen gesprochen habe, dass er ihn in Pale beiseite genommen habe, um ihm das ins Ohr zu flüstern.“

Am 30. März 2004 war Deronjić zu einer zehnjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Hätte er nicht für die Anklage gelogen, so hätte er wohl mit einer mindestens doppelt so hohen Strafe rechnen müssen. Nach dem Prozessende wurde er zum Haftantritt in ein Gefängnis nach Schweden überführt. Miroslav Deronjić wird jedoch nie wieder jemandem etwas über die Torturen erzählen können, denen er ausgesetzt gewesen ist, denn er starb im Mai 2007 im Alter von nur zweiundfünfzig Jahren während seiner Haft eines „natürlichen Todes“, wie offizielle schwedische Stellen zitiert wurden („Bosnian Serb war criminal Deronjic dies in Sweden“, Reuters 19.5.2007)

Miroslav Deronjić: wurde durch psychische und physische Gewalt zur Falschaussage gezwungen

Ich wiederhole es nochmals ausdrücklich; das sind nichts anderes als Inquisitionsmethoden. Auch die Serbische Politikerin Biljana Plavšić, die in Gefangenschaft ehemalige Weggefährten wie z.B. Radovan Karadžić schwer belastete, was vom Tribunal und den westlichen Mainstream-Medien bereits als Beweis für die serbische Generalschuld gefeiert wurde, erklärte in einem Interview mit einer schwedischen Zeitung nach langer Haft, dass sie damals wegen einer Vereinbarung mit den Anklägern gelogen hat (Daniel Uggelberg-Goldberg, Margaretha Nordgren, ‘Bosnian war criminal: ‚I did nothing wrong’, The Local, 26.1.2009). Im nächsten Teil des Interviews werde ich zudem noch aufzeigen, dass zahlreiche weitere Serben darüber berichteten, dass man von ihnen falsche Geständnisse zu erpressen versuchte.

Biljana Plavšić: Gab zu, wegen der angeboteten Haftverkürzung einen faulen Kompromiss eingegangen zu sein

Ardašir Pârse: Ich empfinde die Methodik dieser Siegerjustiz erschütternd und das lässt den letzten Funken Glauben an Recht und Ordnung, an von den USA dominierten internationalen Gerichten bei mir gänzlich sterben. Was ich als allerdings noch bedenklicher empfinde, ist das internationale Schweigen auf politischer Ebene, denn die Welt sieht zu, wie ein Inquisitionsgericht schaltet und waltet, wie es ihm passt und man den Eindruck gewinnen muss, dass die ganzen Prozesse lediglich Schauprozesse sind, in denen nichts bewiesen werden muss, der höchstrichterliche Glaube an Kriegsverbrechen, willkürliche Behauptungen und widersprüchlicher und kühner Sachvortrag von sogenannten Zeugen reicht zur Verurteilung aus, Verfahren, in denen Wortentzug und Erpressung die Regel sind und das kannte ich nur von den Standgerichten der Mullahs in Iran, nach der von den USA initiierten islamischen Revolution 1979.

Mira Pârse: Herr Dorin, wir begrüssen Sie herzlich zur Fortsetzung im 9. Teil des Interviews, was können Sie uns noch zu den Ereignissen und Lügen von Srebrenica sagen?

Alexander Dorin: Wir haben den 8. Teil damit beendet, dass diverse serbische Angeklagte und Verurteilte darüber berichteten, wie sie zu Falschaussagen genötigt wurden, weil ihnen sonst ungleich höhere Haftstrafen angedroht wurden. In diesem Zusammenhang möchte ich auf einen Fall eingehen, der ein wesentlicher Bestandteil der zahlreichen Lügen über Srebrenica darstellt.

Der muslimische Bosnier Hakija Husejnović hat während diverser Interviews behauptet, dass er in einer Truppe von 2 000 muslimischen Männern gewesen sei, der vom serbischen Militär nach dem Fall Srebrenicas verhaftet worden sei. Seine Geschichte ist jedoch aus den folgenden Gründen völlig unglaubwürdig und unrealistisch: Wie hätten die Serben, die ja damals zahlenmäßig der muslimischen Armee in der Region etwa zehnfach unterlegen waren, irgendwo aus mehreren Kolonnen von insgesamt mindestens 8.000 bewaffneten muslimischen Kämpfern heraus einfach eine riesige Gruppe von 2.000 Männern verhaften können? Hätten sich diese Männer einer Verhaftung nicht widersetzt und zur Wehr gesetzt? Wieso hätten dann diese Tausende von Männern überhaupt aus Srebrenica flüchten sollen, wenn sie sich bei der ersten Gelegenheit widerstandslos verhaften lassen? Weshalb sind sie dann nicht gleich bei ihren Eltern, Frauen, Kindern und anderen Verwandten in Potočari geblieben, die sie ja in Srebrenica zurückgelassen haben, ohne davon auszugehen, dass ihnen die Serben etwas antun. Und dann, so behauptet jedenfalls Husejnović, habe man diese Truppe in eine Art Magazin oder Warenlager in das serbische Dorf Kravica gebracht, welches sich in der unmittelbaren Nähe von Bratunac befindet. Es ist jenes Kravica, in dem muslimische Soldaten während der orthodoxen Weihnachtsfeier im Jahr 1993 ein Massaker unter den serbischen Dorfbewohnern verübt haben. In diesem Magazin seien dann alle 2.000 Männer von den Serben durch Gewehrkugeln und Granaten ermordet worden. Unglaublich, denkt man sich, was diese Serben so alles fertig bekommen (später reduzierte das Den Haager Jugoslawien-Tribunal die Zahl auf 1.000).

Kravica 1993: serbische Massakeropfer werden im zerstörten Dorf geborgen

Der sogenannte US-Menschenrechtsbeauftragte John Shattuck behauptete sogar, die Gefangenen im Magazin, seien teilweise durch den Gebrauch von Handgranaten hingerichtet worden. Wer jedoch jemals selbst dieses Magazin in Kravica aufgesucht hat, dem müsste augenblicklich auffallen, jedenfalls dann, wenn er keine ethnischen Vorurteile hegt, dass diese Geschichte ins Reich der Märchen gehören muss. Zunächst einmal bietet das Magazin gar keinen Platz für 2.000 Männer. Und außerdem müsste man die Tötung von 2.000 Personen lange vorbereiten. Dazu war aber keine Zeit, da ja diese angebliche Verhaftung der muslimischen Riesentruppe nicht vorhersehbar gewesen wäre. Wie aber kann man innerhalb kürzester Zeit die Liquidierung von 2.000 Männern organisieren? Wer hätte das anordnen sollen? Wo sind die Befehle, wo die Täter? Wer hätte zu Kriegszeiten die ganzen Busse oder LKWs organisieren sollen, die man für so eine Tat benötigt hätte? Und vor allem: Wo sind die Toten?

Das Magazin in Kravica befindet sich direkt an der Straße, die mitten durch das Dorf führt. Wie dumm müsste irgendein Kommandant sein, wenn er gleich neben einer befahrenen Straße in einem Gebäude, das nicht durch Bäume oder sonst etwas verdeckt wird, Massentötungen von 2.000 Männern befiehlt? Einige müssen die Serben tatsächlich für sehr naiv halten. Würde nicht jeder andere Mensch Massentötungen zu verstecken versuchen? Hätte nicht jeder andere Verantwortliche dafür einen versteckten Platz ausgesucht, z. B. in einem Wald? In der Region Srebrenica-Bratunac waren damals bereits UNO-Truppen und andere Beobachter vor Ort. Wie hätten denn die Serben damals unbemerkt Tausende von Männer erschießen und diese dann auch noch wegschaffen können, ohne dass auch nur ein Mensch etwas davon mitbekommen hätte? Hätten die serbischen Verantwortlichen nicht damit rechnen müssen, dass sie jemand auf frischer Tat ertappt? Wussten denn die Serben nicht, dass sich Bosnien damals unter Satellitenüberwachung befand? Und weshalb existieren keine Satellitenbilder von den Tausenden Gefangenen und deren Abtransport nach den Tötungen? Keine einzige dieser Fragen wurde von der Anklage in Den Haag jemals gestellt. Wäre das geschehen, so hätte man natürlich zugeben müssen, dass die Geschichte nicht wahr sein kann. Man stellte diese Fragen aber erst gar nicht, und so hatte man das Problem der Beweisführung gleich präventiv gelöst. Das wäre etwa so, als behauptete ein Gefängnisinsasse in New York nach seiner Haftentlassung, in dem Gefängnis hätten Wärter vor seinen Augen 2.000 Häftlinge getötet. Die Staatsanwaltschaft erhöbe dann Anklage gegen den Gefängnisdirektor, obwohl außer der bloßen Behauptung weder Zeugen noch die Toten existieren. Und aufgrund dieser Behauptung würde der Direktor zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Wäre so etwas in irgendeinem demokratischen Rechtssystem dieser Welt vorstellbar? In Den Haag jedenfalls gehört es fast schon zur Regel.

Das Lagerhaus in Kravica (jeweils in der Mitte der Bilder). In der Räumlichkeit kann man unmöglich 1000 - 2000 Menschen unterbringen

Wie in den meisten anderen Fällen so gibt es auch Erklärungen von serbischer Seite zu der Geschichte, für die sich aber bis zum heutigen Tag niemand interessiert. Diverse serbische Quellen haben berichtet, dass man damals eine kleinere Gruppe von verhafteten muslimischen Männern in das Magazin nach Kravica gebracht habe, weil man Sie für einen Gefangenenaustausch benötigte. So schrieb z. B. Milivoje Ivanišević, dass es während der Inhaftierung zu einer Gefangenenrevolte gekommen sei. (siehe Endnote 20) Der Aufstand habe damit begonnen, dass ein muslimischer Gefangener dem serbischen Soldaten Krsto Dragičević die Waffe entrissen und diesen erschossen habe. Während des Aufstands sei ein weiterer serbischer Soldat, Rade Čuturić, der später gestorben sei, schwer verletzt worden (Rade Čuturić ist am 23.9.1995 während Gefechten bei Doboj ums Leben gekommen). Während dieser Revolte hätten die serbischen Wächter in die aus dem Magazin heraus stürmenden Gefangenen gefeuert. Die serbischen Angaben lassen sich, im Gegensatz zu den muslimischen, leicht nachprüfen. Krsto Dragičević wurde am 15. Juli 1995 beerdigt. Es ist anzunehmen, dass er sich nicht selbst getötet hat, wie auch zu vermuten ist, dass sich Rade Čuturić nicht selbst angeschossen hat. Vertreter aus Den Haag könnten z. B. Familienangehörige der beiden Serben wie auch die 30 Wächter befragen, jedoch wurde darauf verzichtet. Aus Sicht Den Haags auch begreiflich, denn man möchte ja nicht die Aussage von Hakija Husejnović gefährden. Der ehemalige BBC-Journalist Jonathan Rooper befasste sich ebenfalls mit den Ereignissen in Kravica. So schrieb er in einer Analyse darüber:

Krsto Dragičević: wurde am 13. Juli 1995 während eines Gefangenenaufstandes getötet

„Journalisten, die das Lagerhaus in Kravica besuchten, in dem laut John Shattuck, dem US-Gesandten für Menschenrechtsfragen, 2.000 bosnisch-muslimische Männer hingerichtet worden waren, konnten dort keinerlei Hinweise finden, die diese Anschuldigung gestützt hätte. Der holländische Fernsehjournalist Rolf Hartzuiker fuhr im Februar 1996, eine Woche nach Shattuck, nach Kravica und schrieb: „Das ist ein kompletter Betrug. John Shattuck muss willentlich gelogen haben. Die Geschichte von dem Warendepot ist absoluter Blödsinn. Es wurde von der Straße her beschossen, mit einem schweren Maschinengewehr. Die Mauer um den Eingang war voll von Einschusslöchern, ebenso wie die innere Wand hinter dem Eingangsbereich. Der Rest des Raumes ist mehr oder weniger unbeschädigt. Im Inneren explodierten niemals Granaten oder Raketen, wie das von Shattuck und anderen behauptet wird.“

Eingang des Lagerhauses in Kravica: es wurde von draussen auf den Eingang gefeuert, um den Gefangenenaufstand einzudämmen, im Inneren gab es keine Exekutionen

Der serbische Journalist Zoran Petrović-‘Piroćanac’, machte in der Umgebung von Srebrenica am 13. und 14. Juli 1995 Filmaufnahmen für den serbischen Sender „RTV Studio B“. Dabei filmte er u.a. auch eine Gruppe muslimischer Männer, die sich während eines Durchbruchversuchs in einem Wald bei Sandići den serbischen Soldaten ergeben hatten. Es sind jene Männer, die anschließend wegen des vorgesehenen Gefangenenaustausches in das Lagerhaus nach Kravica gebracht wurden. Auf den Aufnahmen des serbischen Journalisten kann man kaum 200 Männer sehen und nicht 2.000 oder 1.000, wie das – je nach Quelle – von muslimischen und Haager Kreisen behauptet wird. Damit wird bereits die propagierte Zahl von bis zu 2.000 Gefangenen in das Reich der Märchen verwiesen. In einer anderen Szene in dem Video von Zoran Petrović-‘Piroćanac’ sieht man vor dem Eingang des Magazins ca. 20 leblose Körper liegen. Es handelt sich um jene etwa 20 Männer, die nach dem Mord an dem serbischen Wärter nach draußen stürmen wollten, wobei die serbischen Wärter auf sie feuerten. Auf Fotos von der Außenansicht des Lagerhauses kann man deutlich die Einschusslöcher um den Eingang herum erkennen. Diese Einschusslöcher zeugen davon, dass von außen auf das Lagerhaus gefeuert wurde, nicht jedoch von innen. Hätte man die Gefangenen erschießen wollen, so hätte man wohl logischerweise nicht versucht, diese Gefangenen von außen durch die Wände zu erschießen, was jeder Laie schlussfolgern kann.

Am Anfang des Videos sieht man die kaum 200 Gefangenen auf einer Wiese bei Sandići, die dann wegen eines geplanten Gefangenenaustausches ins Lagerhaus nach Kravica gebracht wurden. Ab Minute 0.41 sieht man im Video vor dem Eingang des Lagerhauses die ca. zwanzig Toten liegen, die während des Gefangenenaufstandes umgekommen sind.

Zoran Petrović-‘Piroćanac’ regte sich darüber auf, dass die westlichen Massenmedien seine damaligen Aufnahmen bereits oft komplett falsch interpretiert und dargestellt haben. Er sah damals zwar Kämpfe und Tote, konnte jedoch keine Erschiessungen beobachten. Später behauptete unsere Monopolpresse jedoch genau das (Rene Gremaux und Abe de Vries, ‘Deconstructie van een trauma’, De groene Amsterdammer, 13.3.1996):

„Belgrad, an einem kühlen Januarabend. Der serbische Kameramann und Journalist Zoran Petrović Piroćanac ist wütend. Er erwägt rechtliche Maßnahmen, nachdem seine Arbeit jetzt als ein Beweisstück für einen Massenmord angesehen wird. Das deutsche Wochenmagazin Stern setzt in der Ausgabe vom 16. November 1995 den folgenden Kommentar unter ein Foto aus seinem Videoband: „Sekunden vor dem Mord: Bewaffnete Serben halten eine Gruppe von Muslimen in der Nähe von Konjević Polje. Ein serbischer Kameramann filmte die Szene bis die ersten Salven abgefeuert wurden.“ Aber Petrović sagt, er habe viel Zeit am Tatort verbracht, bevor und nachdem er gefilmt hatte. Und – er habe kein Verbrechen bemerkt. Und außerdem erkennt er die Worte, welche ihm Frank Westerman und Harm van den Berg von der holländischen Tageszeitung NRC Handelsblad in den Mund gelegt haben, nicht: „Unsere Truppen metzelten zweitausend Muslime nieder.“ Laut Petrović wurden die Muslime nicht massakriert, auch wenn viele starben.“

Zoran Petrović-'Piroćanac': regte sich über die Unterstellungen der westlichen Massenmedien auf

Während des Prozesses gegen Radovan Karadžić in Den Haag konnte der Angeklagte einen geschützten moslemischen Zeugen aufbieten, der sich damals unter den Gefangenen im Lagerhaus in Kravica befand. Der Mann bezeugte, dass in dem einen Flügel des Lagerhauses knapp achtzig Leute untergebracht gewesen sind, es hätten keine 100 Leute Platz gehabt. Nachdem er einen Schuss gehört habe sei er durch ein Fenster gestiegen und geflüchtet. Es durfte sich um den Schuss handeln, den die Gefangenen abgefeuert haben, als sie einem serbischen Wächter das Gewehr entrissen und ihn erschossen haben (Blic online, ‘Musliman iz Srebrenice svedočio u Karadžićevu odbranu’, 09.12.2013). Der Zeuge wies zudem darauf hin, dass mehrere, wegen der angeblichen Ereignisse in Kravica angeklagte und verurteilte Serben am 13. Juli 1995 überhaupt nicht anwesend waren. Serbische Medien zitierten weitere brisante Aussagen dieses Zeugen (Blic online, ‘Muslimanski vojnik: Armija BiH granatirala decu u Srebrenici’. So erzählte der Zeuge auch von dem Mord an dem serbischen Richter Goran Zekič, der am 8.Mai 1992 in Srebrenica von muslimischen Tätern ermordet wurde, was Tage danach eine Massenflucht Tausender serbischer Bewohner Srebrenicas nach sich zog. Zudem habe ihm Mustafa Cerić, ehemaliger Präsident des bosnisch-muslimischen Weltkongresses und bosnischer Großmufti, 50.000 bosnische Mark dafür bezahlt, damit er über seine Erlebnisse nach dem Fall Srebrenicas schweigt und niemandem davon erzählt. Auch der ehemalige bosnisch-muslimische Präsident Alija Izetbegović sei in diesen Bestechungsversuch verwickelt gewesen. Er sei auch froh, dass er es als Zeuge nach Den Haag geschafft habe, weil seine Ermordung in Auftrag gegeben worden sei. Der Zeuge erzählte auch von einem Zwischenfall, als 1995 in Srebrenica eine Granate oder Bombe zwischen Fußball spielenden Kindern detoniert sei. Die Schuld dafür sei sofort den Serben in die Schuhe geschoben worden, in Wirklichkeit sei der Anschlag von muslimischen Kreisen inszeniert gewesen, um so eine NATO-Militärintervention gegen die Serben zu provozieren.

Die Angaben dieses Zeugen werden auch von serbischen Zeugen bestätigt. Vor etwa einem Jahr kontaktierte mich ein ehemaliges Mitglied einer serbischen Einheit, die damals nach dem Fall Srebrenicas in der Gegend stationiert gewesen ist. Der Mann erzählte mir ebenfalls, dass die damals im Lagerhaus in Kravica untergebrachten muslimischen Gefangenen während eines Aufstandes einen serbischen Wächter getötet hatten und anschließend versuchten, durch den Haupteingang zu türmen. Dabei seien maximal 20 Gefangene umgekommen, während der Rest der Gefangenen, die er auf weniger als 200 schätzte, durch die Fenster auf der anderen Seite des Gebäudes getürmt seien. Andere serbische Einheiten seien informiert worden, dass diese Gefangenen vermutlich via Sandići und/oder Konjević Polje flüchten, worauf man Soldaten in Bereitschaft gesetzt habe, die diesen Flüchtenden den Weg abschneiden sollten. Während des Zusammenstoßes der Flüchtenden mit den serbischen Einheiten hätten die Soldaten auf die Flüchtenden geschossen, dabei sei ein Teil der Flüchtenden umgekommen.

Während eines Veteranentreffens serbischer Soldaten in Šekovići 2010, hatte ich die Gelegenheit, mit ehemaligen serbischen Soldaten und Befehlshabern über die Ereignisse im Lagerhaus in Kravica zu sprechen. Anfangs wollten die Leute nichts dazu sagen, weil sie eingeschüchtert waren. Ermittler aus Den Haag und Sarajevo hatten bereits vielen von ihnen während Verhören mit Haft gedroht, falls sie öffentlich etwas erzählen würden. Zudem waren einige von ihnen bereits in Sarajevo und Den Haag ins Gefängnis gesteckt worden, obwohl die offizielle Darstellung der Ereignisse von Kravica nicht der Wahrheit entsprechen. Mein Begleiter Zoran Jovanović, der während des Krieges ebenfalls im Drina Korps diente, konnte sie jedoch beruhigen, indem er sich für mich verbürgte. Und so erklärten mir einige dieser Zeitzeugen ebenfalls, dass es während des Gefangenenaufstandes in Kravica ca. 20 Tote gab, der Rest sei eine reine Erfindung der Kläger in Den Haag. Der in Vlasenica ansässige Anwalt Rade Golić gab bekannt, dass bisher siebzehn Serben aussagten, sie seien von bosnisch-muslimischen Ermittlern erpresst worden, sie sollen Falschaussagen über die Ereignisse von Kravica machen, da sie ansonsten mit hohen Haftstrafen rechnen müssten (Svjetlana Tadić, ‘Rade Golić, advokat Milenka Trifunovića – Zahtjev za ponavljanje suđenja u slučaju Kravica’, Glas Srpske, 09.10.2011).

Den Haager Ermittler konnten aus einem Massengrab bei Glogova 295 Körper und/oder Körperteile bergen. In diesem Grab, so behaupten zumindest die Kläger in Den Haag, würden Tote liegen, die im Lagerhaus in Kravica erschossen worden sein sollen. Es gab damals in Kravica tatsächlich eine gewisse Anzahl von Toten, jedoch stammen diese nicht aus dem Lagerhaus. Folgende muslimischen Zeugen berichteten, dass es in Kravica zu Gefechten zwischen der muslimischen und der serbischen Armee gekommen ist:

Ademović Ševal, Husić Ramiz, Kadrić Midhat, Memišević Nurif, Mustafić

Husejn, und Orić Fadil.

Dazu schrieb das Srebrenica historical project folgendes:

Srebrenica historical project

Erklärungen von mindestens sechs überlebenden Mitgliedern der Kolonne zufolge – es handelt sich um Ademović Ševal, Husić Ramiz, Kadrić Mid- hat, Memišević Nurif, Mustafić Husejn und Orić Fadil – war Kravica einer jener Orte, bei denen ihre Einheit in Kämpfe mit der VRS verwickelt war und schwere Verluste erlitt. Ademović spricht von „vielen Toten und Verwundeten“, Kadrić erwähnt eine „hohe Zahl von Verlusten“, Memišević verweist auf eine „große Zahl“ von Kämpfern, die bei einem Artillerieangriff der VRS getötet und verwundet worden sind, Orić schließlich hält fest, dass „mehrere hundert getötet worden sind“. Alle Zeugen informierten die muslimischen Behörden über ihre sichere Ankunft in Tuzla. Alle ihre Verlautbarungen stimmen darin überein, dass es zwischen der VRS und ihrer Einheit zu Kampfhandlungen mit beträchtlichen Verlusten für sie gekommen sei; diese Kämpfe fanden in enger örtlicher und zeitlicher Nähe zu dem Zwischenfall statt, der sich mit den Gefangenen in der Lagerhalle von Kravica ereignet hat.

Wo soll dann der Rest der Toten aus dem Warenlager in Kravica liegen, die es laut den Aussagen von Hakija Husejnović geben müsste? Ich kann es gleich vorweg nehmen; diese Toten gibt es nicht. Die serbische Zeitung Press stellte ebenfalls fest, dass die Haager Kläger nicht mehr als die zwanzig Toten beweisen können, die es während des Gefangenenaufstandes im Warenlager in Kravica gegeben hat (Press oline media, ‘Odbrana Borovčanina zatražila oslobađanje’, 10. 09. 2009). Und dennoch wurden zahlreiche Serben wegen dieser ganzen Geschichte verurteilt.

Ardašir Pârse: Spontan fällt mir jetzt nur noch der Fall von Dražen Erdemović ein, der aussagte, er und seine Einheit hätten nach dem Fall Srebrenicas in der Umgebung von Zvornik auf einer Farm 1.200 Gefangene aus Srebrenica erschossen, er selbst habe zwischen 70 und 100 Gefangene getötet. Was wissen Sie über den Fall?

Das ist ein Fall, der an einen Spionagethriller erinnert und in den mehrere Geheimdienste verwickelt gewesen sind. Ich kann jedoch gleich zu Beginn sagen, dass die Geschichte von den 1.200 Exekutierten nicht der Wahrheit entspricht. Dražen Erdemović ist ein Kroate, der zu Beginn des Bosnienkrieges im Jahr 1992 einige Monate in der bosnisch-muslimischen Armee diente. Danach heuerte er bei der berüchtigten bosnisch-kroatischen Armee HVO an. Der Wechsel von der muslimischen Armee zur kroatischen wäre ja noch irgendwie nachvollziehbar, doch nach seiner Zeit bei der HVO wechselte Erdemović auch noch auf die serbische Seite! Das alles zeigt auf, dass Erdemović vor allem eines war; ein Söldner.

Dražen Erdemović (vorne links im Bild): kroatischer Söldner und Mitglied der 10. Sabotageeinheit

Auf der serbischen Seite wurde er ein Mitglied der 10. Sabotageeinheit. Diese Einheit bestand aus einem in Vlasenica und einem in Bjelina ansässigen Zug. Die Einheit aus Vlasenica war rein serbisch, während jene aus Bjelina erstaunlicherweise sozusagen multinational war. So dienten in der Bjelina-Einheit nebst Erdemović u.a. auch der Kroate Marko Boškić, der Slowene Franc Kos und der muslimische Bosnier Zijad Zigić.

Franc Kos: Nationalität: slowenisch

Zijad Zigić: Nationalität: bosnisch-muslimisch

Marko Boškić: Nationalität: kroatisch

Es ist reichlich seltsam, dass in einer Einheit der bosnischen Serben auch Slowenen, Kroaten und muslimische Bosnier dienten – wie ist das zu erklären? Die Antwort darauf gibt der ehemalige französische Geheimdienstmitarbeiter Jugoslav ‘Dominique’ Petrušić, den wir in dieser Interview-Reihe bereits erwähnt haben. Petrušić informierte auf seiner Homepage und während Medienauftritten und Gerichtsprozessen darüber, dass die 10. Sabotageeinheit mit nicht-serbischen Söldnern infiltriert wurde. Der Initiator dieser Infiltrierung sei der muslimische General Fikret Muslimović gewesen, der später Berater des aktuellen bosnisch-muslimischen Präsidenten Bakir Izetbegović wurde. Es scheint logisch, dass so etwas ohne Hilfe einzelner Serben nicht möglich gewesen wäre und so erklärt Petrušić, dass auf serbischer Seite Aleksandar Vasiljević, ehemaliger General und Chef des jugoslawischen Geheimdienstes KOS (Kontraobaveštajna služba) mitgeholfen hatte, die bosnisch-serbische Armee zu infiltrieren. Bosnisch-muslimische Medien berichteten wiederholt über die enge Zusammenarbeit zwischen Fikret Muslimović und Aleksandar Vasiljević (Semir Halilović, Špijun KOS-a Sead Rekić: radio sam protiv RBiH po nalogu Aleksandra Vasiljevića i Fikreta Muslimovića!!!”, BH Magazin, 22.01.2013).

Der ehemalige fraznzösische Geheimdienstler  Jugoslav ‘Dominique’ Petrušić sagt vor einem Gericht in Sarajevo aus, dass der bosnisch-muslimische General Fikret Muslimović die serbische Armee mit mit einigen nicht-serbischen Söldnern infiltriert hat. 

Vojislav Šešelj beschuldigte Aleksandar Vasiljević ebenfalls, dieser hätte im Auftrag ausländischer Interessengruppen während der Kriege im ehemaligen Jugoslawien diverse Verbrechen organisiert, die später der serbischen Armee in die Schuhe geschoben wurden (Šešelj: ‘Streljanje na Ovčari naredio general Vasiljević’, Blic oline, 19. 03. 2008). Das Inszenieren von Anschlägen unter falscher Flagge war während der Kriege im ehemaligen Jugoslawien keine Seltenheit. So berichtete z.B. Leonard Doyle am 22. August 1992 in der Zeitung Independent darüber, dass ein Bombenanschlag vor einer Bäckerei in Sarajevo am 27. Mai 1992, während dem 16 Menschen getötet wurden und den die Massenmedien sofort den Serben zuschrieben, in Wirklichkeit von muslimischer Seite inszeniert wurde, was aus der Fakten- und Indizienlage eindeutig zu schließen ist. In dem Bericht erwähnt Leonard Doyle auch eine Reihe von anderen Anschlägen, die allesamt den Serben in die Schuhe geschoben wurden, obwohl alles darauf deutet, dass die muslimische Regierung dahinter steckt, um eine internationale Militärintervention gegen die Serben zu provozieren (Leonard Doyle, ‘Muslims ‘slaughter their own people‘: Bosnia bread queue massacre was propaganda ploy, UN told’, The Independent, 22.08.1992).

Aleksandar Vasiljević

Fikret Muslimović

Zurück zur 10.Sabotageeinheit. Klar ist jedenfalls, dass muslimische, kroatische und slowenische Söldner nicht einfach so in den Reihen der serbischen Armee landen konnten, es muss einen Grund gehabt haben. Dieser Grund ist wohl in den Aussagen von dem bereits erwähnten Hakija Meholjić zu entnehmen, der aussagte, dass ‘Srebrenica-Massaker’ sei bereits 1993 von amerikanisch-muslimischen Kreisen geplant worden. Das bestätigte auch der ehemalige CIA-Agent Robert Baer, wie wir in einem vorangehenden Teil dieser Interview-Reihe gesehen gaben. Gewisse Angehörige der 10. Sabotageeinheit, die unter dem Einfluss bosnisch-muslimischer Befehlshaber standen, sollten demnach dazu instrumentalisiert werden, dass sie nach dem bereits im Voraus geplanten Fall von Srebrenica Verbrechen verüben. Doch was genau ist passiert?

Am 3. März 1996 gab Erdemović in Serbien, in welches er erst etwa zehn Tage zuvor eingereist war, dem US-Sender ABC News ein Interview, in dem er erklärte, er und seine Einheit, die aus insgesamt acht Soldaten bestanden habe, hätten am 20. Juli 1995 auf einer Farm namens Branjevo, die sich nordöstlich von Srebrenica bei dem Dorf Pilica befindet, zwischen 1.000 und 1.200 muslimische Gefangene erschossen. (Später heißt es in der Anklageschrift seltsamerweise, dass die Erschießungen am 16. Juli verübt worden seien.) Er selbst habe zwischen 70 und 100 Gefangene erschossen. Merkwürdig, dass Erdemović als bosnischer Kroate ausgerechnet nach Serbien fährt, um dort so etwas zu gestehen. Zu diesem Zeitpunkt war ja Slobodan Milošević noch Präsident Restjugoslawiens. Wieso gab er das Interview nicht in Bosnien, Kroatien oder in sonst einem Land?

Nach dem Interview wurde Erdemović in Serbien jedenfalls unverzüglich verhaftet und dem Haftrichter in Novi Sad vorgeführt, während gleichzeitig Ermittlungen gegen ihn eingeleitet wurden. Es dauerte jedoch nicht lange, da verlangte das Jugoslawien-Tribunal in Den Haag, Serbien solle Erdemović nach Den Haag ausliefern, was dann am 30. März 1996 auch geschah. Ein folgenschwerer Fehler, wie sich später herausstellen sollte. Man darf sich darüber mehr als wundern, dass der von den westlichen Massenmedien zum Vorzeigediktator stilisierte Milošević, Erdemović überhaupt auslieferte. Was hatte sich Milošević von Den Haag erhofft? Etwa Gerechtigkeit? Wäre es nicht logischer gewesen, wenn Milošević Erdemović nicht ausgeliefert hätte, um so die genauen Ermittlungen über ein angebliches serbisches Verbrechen zu verhindern? Tatsächlich aber zeigte sich Milošević kooperativ und ließ Erdemović nach Den Haag ausliefern, was bereits beweist, dass Milošević nichts zu verstecken hatte.

Slobodan Miloševic: hatte offensichtlich nichts zu verbergen und lieferte Drazen Erdemović nach Den Haag aus

Der in Holland lebende Journalist und Literaturwissenschaftler Germinal Civikov befasste sich intensiv mit dem Fall Erdemović. Er studierte die Gerichtsprotokolle und wohnte diversen sogenannten Verhandlungen gegen Erdemović in Den Haag selber bei. Abschließend schrieb Civikov unter dem Titel Srebrenica – der Kronzeuge ein Buch über Erdemović’s Geschichte. Beim studieren von Civikovs Buch und des Falls Erdemović sticht eines sofort ins Auge; das Den Haager Tribunal versuchte verkrampft eine direkte Verbindung zwischen General Ratko Mladić und Erdemović und dessen Mitstreitern herzustellen, was jedoch nicht gelang.

Germinal Civikov: entlarvte das Jugoslawientribunal in Den Haag als verlogene und politisch gesteuerte Organisation, die sich übelster Manipulation, Lügen und Betrügereien bedient

So kann in Den Haag z.B. niemand den Umstand erklären, dass der Kommandant der 10. Sabotageeinheit, Milorad Pelemiš, am Tag des Verbrechens gar nicht vor Ort war, weil er wegen eines Autounfalls im Krankenhaus lag. In wessen Auftrag aber könnten gewöhnliche Soldaten in Abwesenheit des Kommandanten Erschießungen durchführen? Dokumente beweisen zudem, dass die Soldaten der 10. Sabotageeinheit zum Zeitpunkt des Verbrechens beurlaubt gewesen sind! Das Tribunal wollte demnach allen Ernstes den Eindruck vermitteln, es sei normal, dass einzelne Mitglieder einer beurlaubten Einheit einfach so mal nebenbei in Abwesenheit des Kommandanten 1.200 Menschen erschießen.

Erdemović selbst verstrickte sich während diverser Prozesse in zahlreiche Widersprüche und stellte Behauptungen auf, die erwiesenermaßen falsch sind. Slobodan Milošević gelang es jedoch während eines Kreuzverhörs mit Erdemović, als er ihn darüber befragte, wer ihn und seine Einheit bezahlt habe, die Information zu entlocken, dass die Söldner für die Erledigung des Auftrags Gold angeboten bekommen haben (2013 wiederholte Erdemovic während des Prozesses gegen Ratko Mladić diese Behauptung). Die Armee der bosnischen Serben bezahlte die Soldaten jedoch niemals in Gold aus, was darauf hinweist, dass der Auftraggeber nicht der serbischen Armee angehörten. Ich fasse zusammen: mehrere Soldaten einer Einheit verüben während des Urlaubs in Abwesenheit des Kommandanten ein Verbrechen, für das ihnen Gold angeboten wurde. Stellen wir uns einmal vor, dass ein Bankangestellter während seines Urlaubs von Banditen Geld dafür angeboten bekommt, dass er die Bank überfällt. Der Mann überfällt also die Bank und meldet sich Monate später freiwillig bei der Polizei. Die Polizei verhaftet anschließend den Direktor der Bank und macht diesen dafür verantwortlich, dass der Bankangestellte während seines Urlaubs die Bank überfiel. Und stellen wir uns vor, die Polizei würde gar nie über die wirklichen Auftraggeber ermitteln, obwohl eindeutige Hinweise bestehen. Dann stellen wir uns weiter vor, die Polizei würde den Bankräuber später wieder laufen lassen, nur weil dieser den Bankdirektor beschuldigt, während er selbst schlussendlich keine Konsequenzen für seine Tat tragen muss (Erdemović wurde später vom Tribunal wieder laufen gelassen). Wäre so etwas rechtlich gesehen vorstellbar? Aber genau so wird in Den Haag vorgegangen!

Auch Slobodan Milošević erklärte in Den Haag, er werde im Laufe des Prozesses geheimdienstliche Erkenntnisse präsentieren, die aufzeigen, dass einzelne Mitglieder der 10. Sabotageeinheit im Auftrag der bosnisch-muslimischen Regierung in Sarajevo ein Verbrechen verübt haben, das den Serben in die Schuhe geschoben wurde. Es sollte jedoch nicht mehr zur Veröffentlichung dieser Angaben kommen, denn wenig später wurde er tot in seiner Haager Gefängniszelle aufgefunden.

Während diverser Prozesse wurde im Zusammenhang mit Drazen Erdemović auch etwas anderes klar. Die Zahl der tatsächlich von Erdemović und einigen seiner Mitstreiter erschossenen Gefangenen dürfte ca. 120 betragen, das zeigen jedenfalls die Ergebnisse der Exhumierungen vor Ort. Darauf wies auch Dr. Ljubiša Simić vom Srebrenica historical project mehrfach hin. Der gleiche Ljubiša Simić wies übrigens wiederholt auch auf eine andere Manipulation bosnisch-muslimischer Behörden hin. Dr. Simić analysierte forensische Berichte, laut denen man ab einem bestimmten Zeitpunkt (2010) insgesamt 3.568 Tote obduziert habe. Beim Studium der forensischen Berichte fiel Dr. Simić jedoch auf, dass es sich nicht um 3.568 Tote handelte, sondern zu einem großen Prozentsatz auch um Teile von Toten. Nachdem er den ganzen pathologisch Bericht rekonstruiert hatte, gelangte er zu dem Schluss, dass sich die 3.568 forensischen Berichte auf 1.919 – 1.923 Tote beziehen, nicht auf 3.568. Damit ist erneut klar, dass bosnisch-muslimische Behörden in Potočari Tote und gar Teile von Toten(!) unter falschen Namen beisetzen, was wir in vorangehenden Teilen diesen Interviews bereits aufgezeigt haben. Damit wären wir wieder beim ersten Bericht des Den Haager Ermittlers Dean Manning aus dem Jahr 2000 angelangt, der ebenfalls von etwas weniger als 2.000 Toten spricht, was ziemlich genau zur Zahl der gefechtstoten muslimischen Soldaten passt.

Das Ziel des Auftauchens des Kroaten Drazen Erdemović vor dem Haager Jugoslawientribunal ist ziemlich eindeutig. Man wollte Erdemović quasi als Kronzeugen für die serbischen Verbrechen in Sachen Srebrenica präsentieren, wobei man keine direkte Verbindung zwischen den Verbrechen von Erdemović und seinen Mitstreitern und den Führern der bosnischen Serben, Ratko Mladić und Radovan Karadžić, herstellen konnte. Den gleichen Erdemović missbrauchten die Den Haager Ankläger schließlich dazu, die Zahl der tatsächlich getöteten Gefangenen um das zehnfache nach oben zu schrauben. Damit wollte man wohl zumindest in die Nähe der propagierten tausendfachen Erschießungen kommen. Das Tribunal missbrauchte Erdemović zudem dazu, um von den tatsächlichen Auftraggebern der Erschießungen von ca. 120 Kriegsgefangenen abzulenken. Das wird alleine schon durch den Umstand bestätigt, dass das Tribunal keinen einzigen von Erdemović angeblichen Mittätern verklagt, verhaftet oder auch nur befragt hat! Nicht einmal der ehemalige Kommandant der 10.Sabotageeinheit, Milorad Pelemiš, wurde jemals angeklagt oder vorgeladen – ja wie ist denn das möglich? Es ist ganz klar, dass das Den Haager Tribunal von den wahren Hintergründen ablenken möchte. Zwar wurden in Bosnien vor einiger Zeit mehrere ehemalige Mitglieder der 10. Sabotageeinheit verhaftet, jedoch wurden auch diese nie nach Den Haag ausgeliefert sondern in Bosnien einsperrt. Offensichtlich wollte man diese Leute aus dem Verkehr ziehen, damit sie keine weiteren Details über die Wahrheit der damaligen Ereignisse preisgeben können.

Ich kann das Buch von Germinal Civikov über den Fall Erdemović sehr empfehlen, da die darin aufgezeigten Details einen riesigen Betrug offenlegen. Auf der Homepage des Promedia-Verlages werden Civikovs Enthüllungen folgendermaßen beschrieben:

„Die Glaubwürdigkeit des Jugoslawien-Tribunals ist nach der Lektüre dieses Buches im Kern erschüttert. Verfehlungen und Manipulationen eines durch und durch politischen Prozesses treten dabei offen zu Tage.“

Der Kronzeuge

Drazen Erdemović wurde vom Den Haager Tribunal für seine ‘Kooperation’ schlussendlich bezeichnenderweise mit der Freiheit belohnt. Heute lebt er unter geschützter Identität in einem Land außerhalb des ehemaligen Jugoslawien. Ob das Tribunal einen Serben frei ließe, wenn dieser die Beteiligung an einem Massenmord – ob fiktiv oder real – gestände? Nie und nimmer!

Mira Pârse: Vielen Dank Herr Dorin für die Fortsetzung diese aus unserer Sicht lückenlose und schlüssige Beweiskette im Fall Srebrenica, wir freuen uns auf die Fortsetzung der Reihe.

10

Naser Orić: brüstete sich damit, in einem einzigen Dorf 114 Serben ermordet zu haben

Teil 1 des Interviews; Teil 2 des Interviews;Teil 3 des Interviews;Teil 4 des Interviews; Teil 5 des Interviews;Teil 6 des Interviews;Teil 7 des Interviews;Teil 8 des Interviews; Teil 9 des Interviews;

Ein Interview von Mira und Ardašir Pârse mit Alexander Dorin: Teil 10 

Mira Pârse: Vor Jahren machte ein Video die Runde, auf dem scheinbar die Erschiessung sechs muslimischer Männer nach dem Fall Srebrenicas zu sehen ist. Verantwortlich für dieses Verbrechen sollen Mitglieder einer serbischen Einheit namens Skorpione sein. Können wir davon ausgehen, dass immerhin dieses Verbrechen tatsächlich stattgefunden hat?

Alexander Dorin: Eines kann ich gleich vorwegnehmen: das Video hat weder mit Srebrenica etwas zu tun noch mit dem Juli 1995! Am 1. Juni 2005 wurde während des Prozesses gegen Slobodan Milošević dieses Video abgespielt, das die Erschießung von sechs muslimischen Männern nach dem Fall von Srebrenica zeigen soll. Die Nachrichten rund um die halbe Welt feierten das Video als Beweis für das Massaker, das bis zu diesem Zeitpunkt immer noch nicht bewiesen werden konnte. Seltsam, dass das Video im Prozess gegen Milošević vorgeführt wurde, da ja Milošević nie der Präsident der bosnischen Serben gewesen ist. Was also sollte Milošević überhaupt mit Srebrenica zu tun haben? Doch diese Frage wurde erst gar nicht gestellt. Während der letzten Jahre wurden im Internet des Öfteren Videos veröffentlicht, in denen Verbrechen während der jugoslawischen Kriege zu sehen sind, darunter auch solche mit Serben als Opfern. Dennoch empörte sich bis zu diesem Zeitpunkt niemand öffentlich über solche Videos. Und wie könnte man überhaupt anhand eines sechsfachen Verbrechens darauf schließen, dass bis zu 8.000 Menschen ermordet wurden? Dazu Dr. Hans-Georg Ruf (Dr. Hans-Georg Ruf,„Der Mythos Srebrenica und Massaker – Legendenbildung und – verschwiegene – Wahrheit“, Srebrenica – die Geschichte eines salonfähigen Rassismus):

„Der Beitrag des Heute-Journals vom 6.6.2005 wurde auf der ZDF-Videotexttafel 315 mit „Einsichten eines Tätervolks – Serbien und der Balkankrieg“ angekündigt. Schon an dieser Stelle wird deutlich: Hier soll ein ganzes Volk, das serbische, niedergemacht und auf primitivste Art und Weise diffamiert werden. Nach Ansicht des Verfassers dieses Artikels stellt diese verbale Entgleisung eine dermaßen üble antiserbische Volksverhetzung dar, dass hier vermutlich sogar – und man muss es so hart ausdrücken – ein Julius Streicher schamrot im Boden versunken wäre. Der Moderator der Heute-Journal-Sendung sprach dann in der Moderation von „[…] einer unentrinnbaren Macht, der Macht der Bilder. Es geht um das Massaker von Srebrenica vor zehn Jahren. Wir haben fast alles darüber gewusst. Serbische Paramilitärs von der gefürchteten Skorpioneinheit brachten damals 8.000 Jungen und Männer um, weil sie keine Serben waren. Es war das schlimmste Kriegsverbrechen in Europa seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Da gibt es nichts Neues. Aber jetzt gibt es Bilder davon, Bilder, die nur einen winzigen Ausschnitt aus diesem grauenhaften Geschehen zeigen und trotzdem reichen sie. Jetzt ist es unmöglich geworden, weiter zu leugnen, und jetzt endlich wird der Ruf nach Aufklärung, nach Strafe und nach Sühne auch in Serbien gehört. […]“

Dann wundert sich Hans-Georg Ruf über die Logik des Heute-Journal- Moderators:

„Die seltsame Logik des Moderators ist also die folgende: Wenn bewiesen ist, dass die Serben sechs Menschen ermordet haben, dann steht auch fest, dass die Serben 8 000 Menschen ermordet haben.“

Ardašir Pârse: Der deutsche Proagandasender ZDF ist uns als Lügenfernsehen bestens bekannt. Videoaufnahmen von angeblich mit grossen Keulen mit Nägeln malträtierten Al Assad Gegnern, das aber aus dem Irak und nicht aus Syrien stammte, wurden dem Zuschauer im Morgenmagazin präsentiert. Die Bilder seien so brutal, dass sie kaum zu ertragen wären. Auf dem Video waren die angeblichen Misshandlungen überhaupt nicht zu sehen, es stimmte weder Ort noch Handlung mit dem Video überein. Auf verschlungenen Wegen sei man an das Videomaterial gelangt, welches ausser Landes geschmuggelt worden sei, die “verschlungenen Wege”, waren lediglich ein Ausflug zu Youtube, in der Hofffnung, dass niemand den arabischen Text lesen kann.

Das nur nebenbei, Weil die Propagandasender ARD und ZDF für ihre Lügen auch anderen Orts bekannt sind, fahren Sie bitte mit unserem Thema fort Herr Dorin.

Alexander Dorin: Man erinnere sich an dieser Stelle an das Interview, das Naser Orić 1995 dem Reporter des Toronto Star gegeben und in dem er damit geprahlt hat, dass er und seine Männer in einem einzigen Dorf 114 Serben ermordet haben. Wenn man nun die Logik des Heute-Journal-Reporters anwendet, der anhand von sechs Toten auf 8.000 Tote schließt, könnten dann die Serben – nach der gleichen Logik – nicht auch behaupten, dass 114 tote Serben der Beweis für 152.000 tote Serben sind? Und weshalb ging damals kein Aufschrei der Empörung um die Welt, als Naser Orić sich mit diesen Verbrechen brüstete? Müsste man bei ungleich verteiltem Menschenrecht nicht von Rassismus sprechen? Doch im Zusammenhang mit dem Video tauchen noch einige weitere Ungereimtheiten auf. So wurde z. B. behauptet, dass man auf dem Video eine paramilitärische Einheit namens „Skorpione“ sehen könne. Bei diesen „Skorpionen“ handelt es sich jedoch um eine Einheit, die seinerzeit aus ortsansässigen Serben in der Krajina in Kroatien zusammengestellt wurde, nicht aus Serben in Serbien. Was hat also Milošević mit dieser Einheit und dem Video zu tun? Germinal Civikov schreibt darüber Folgendes (Germinal Civikov,„Panther, Kaimane, Skorpione“, Freitag – die Ost-West-Wochenzeitung,1.7.2005):

„Was nun die „Skorpione“ betrifft, so ist ihre Geschichte schnell erzählt. Schon im Oktober 2003 hatte dazu Milan Milanović, Vizeverteidigungsminister der untergegangenen serbischen Krajina-Republik, als Zeuge der Anklage vor den Haager Richtern erklärt, 1992 diese paramilitärische Einheit persönlich aus ortsansässigen Serben rekrutiert und mit der Bewachung von Erdölbrunnen beauftragt zu haben. Ausdrücklich verneinte er Kontakte zu Belgrad. Als Söldner hätten die „Skorpione“ gelegentlich auch anderenorts nach Bedarf und Anfrage ausgeholfen: in Bihać, wo der Muslimführer Fikret Abdić seinen eigenen Krieg gegen Sarajevo führte, oder auf der Seite der bosnischen Serben in der Umgebung von Trnovo, wo die serbischen Linien im Sommer 1995 zusammenbrachen, und zwar zeitgleich mit der Eroberung von Srebrenica. Mit der Wiedereingliederung von Ostslawonien in den kroatischen Staat wurden 1996 auch die „Skorpione“ entwaffnet und aufgelöst. Dass sie nie der serbischen Polizei unterstellt waren, hat neulich auch der serbische Innenminister Dragan Jočić ausdrücklich bestätigt.“

Während der Überfälle der moslemischen Armee aus Srebrenica wurden ganze serbische Dörfer ausgerottet

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Beim Betrachten des Videos wird klar, dass es sich dabei nicht um einen am Stück aufgenommenen Film handelt, sondern um verschiedene zusammengeschnittene Sequenzen. So sieht man z. B. Soldaten, die von einem Priester geweiht werden. Als Datum wird der 25. Juni 1995 angezeigt. Es folgen weitere Szenen mit verschiedenen Datumseinblendungen. Es handelt sich dabei um den 27. Juni 1995, den 1. Juli 1995 und den 3. Juli 1995. Das sind also alles Szenen, die nichts mit der Zeit nach dem Fall Srebrenicas am 11. Juli 1995 zu tun haben können. Es stellt sich demnach die Frage, weshalb diese Szenen in Den Haag überhaupt gezeigt wurden. Die eigentlichen Erschiessungsszenen folgen im letzten Teil des Videos. Während dieser Szenen ist dann kein eingeblendetes Datum mehr zu sehen. Sie könnten also überall und zu jedem Zeitpunkt aufgenommen worden sein. Nichts deutet auf Srebrenica und die Zeit nach dem 11. Juli 1995 hin, ja, man weiß nicht einmal, wer die Opfer sind und woher sie kommen. Auf diesem Video kann man also alles Mögliche sehen, nur kein tausendfaches Massaker in Srebrenica. Dazu noch einmal Germinal Civikov:

„Schon am gleichen Abend flackern die Videofragmente zur Primtime in Europa über alle Bildschirme, und am nächsten Morgen sind sie der Aufmacher vieler Zeitungen. Ein Jahr lang schwiegen sich die Medien über den „Jahrhundertprozess“ in Den Haag aus, jetzt überstürzen sie sich mit Berichten über den erbrachten Beweis, dass „die Serben“ und Milošević persönlich am Völkermord in Srebrenica beteiligt waren. Vom „smoking gun“ in der Beweisführung gegen den Angeklagten ist die Rede – Fazit: Als Präsident habe Slobodan Milošević persönlich die Mörder von Srebrenica befehligt. In den folgenden Tagen wird ausführlich berichtet, wie ganz Serbien unter Schock stehe, nachdem man in Belgrad das besagte Video integral gesendet habe. Nun seien endlich „die Serben gnadenlos mit ihren Verbrechen konfrontiert. Freilich sind im postjugoslawischen Raum seit Jahren Dutzende ähnlicher Videoaufnahmen von fragwürdiger Authentizität im Umlauf, die jeweils die Gräueltaten „der Anderen“ beweisen. Am 8. Juni bekommt Milošević das Wort zum zusätzlichen Verhör seines Zeugen, bei dem er sich auf die Fragen beschränken muss, die der Ankläger in seinem Kreuzverhör aufgegriffen hat. Er führt nun seinerseits Videofragmente vor, die das Nice-Band als stümperhaft zusammengeflicktes Elaborat darstellen. Eine vom Ankläger ausgelassene Stelle widerlegt klar die Behauptung, dass es sich seinerzeit bei den „Skorpionen“ um ein Spezialkommando der serbischen Polizei handelte. Für diese Gegendarstellung entfällt freilich die mediale Orchestrierung. Er werde die Authentizität des Videos schon noch belegen, beteuert daraufhin der Ankläger. Er werde einen Zeugen bringen, der die bewusste Sequenz persönlich aufgenommen habe und ihre Echtheit bestätigen werde. Es gehe dabei jedoch um eine Person, deren Identität streng geheim bleiben müsse. Mister Nice rede im Futur, während das Video seit einer Woche in allen Medien als „Film über Srebrenica“ präsentiert werde, protestiert der Angeklagte energisch. So bleibt dem Gericht nur eine pragmatische Entscheidung: Ankläger Nice erhält eine Woche Zeit, um seinen Authentizitätsbeweis vorzulegen. Am 15. Juni ist es soweit. Aber nach Eröffnung der Sitzung stellt sich heraus, es gibt lediglich einen anonymen Zeugen, der die Authentizität der Videoaufnahme mit der Aussage bestätigt hat, er persönlich habe Kopien von der Originalkassette gezogen. Der Angeklagte ist belustigt über diesen „Beweis“ und hört vom Ankläger die erstaunliche Erklärung: Es gehe ihm gar nicht um die Authentizität des Videomaterials und die Wahrhaftigkeit seines Inhalts. Er habe die Fragmente lediglich vorgeführt, um den Zeugen Obrad Stevanović, den ehemaligen Stellvertretenden Innenminister, die darin auftretenden Personen identifizieren zu lassen.“

In einer Szene des Videos ist als Datum der 25.06.1995 angegeben. Was soll die Szene demnach mit dem Fall Srebrenicas zu tun haben?

Immerhin bezeugen die Aussagen des Anklägers, dass man in Den Haag Ankläger und Witzbold in einem sein kann. Dann wurde auf einmal bekannt gegeben, dass das Video gar nicht in der Umgebung von Srebrenica gedreht worden sein soll, sondern ziemlich weit davon entfernt. Darüber berichtete auch Ralph Hartmann (Ralph Hartmann,„Ein fragwürdiges Video“, Ossietzky Nr. 14/2005):

„Auch nach genauer Durchsicht des gesamten Filmmaterials sei, so Milošević, nicht festzustellen, wann das Verbrechen geschah und woher die Opfer kamen. Auf Befragen musste Nice eingestehen, dass der Tatort nicht, wie von ihm suggeriert und von den meisten Medien begierig aufgegriffen, in unmittelbarer Nähe von Srebrenica liegt, sondern sich in Wirklichkeit 160 Kilometer entfernt am Berg Jahorina südlich von Sarajevo befindet. Weiter verwies Milošević darauf, dass zu jeder auf dem Video chronologisch aufgezeichneten Sequenz mit Ausnahme der Mordszene ein exaktes Aufnahmedatum vermerkt, zur letzten Szene auf dem Band jedoch der 3. Juli 1995 angegeben ist, also ein Datum vor der Einnahme Srebrenicas. Hinzu komme, dass auf Teilen des Videos, die Nice im Gerichtssaal nicht zeigen ließ, zu sehen ist, dass die Paramilitärs mit einem Auto fuhren, das ein Kennzeichen der Truppen der Serbischen Republik Krajina trug. Allein schon damit wurde deutlich, dass das sensationelle Video der Anklage nicht der Wahrheitsfindung im Prozess, sondern der Manipulation der internationalen Öffentlichkeit diente. Auch der von Milošević abgelehnte britische Zwangsverteidiger Steven Kay nannte das Vorspielen des Bandes „reinen Sensationalismus“

Chefankläger Geofferey Nice: versuchte während des Prozesses gegen Slobodan Milošević mit manipulierten Videos zu punkten

Das Magazin Arbeiterfotografie stellt fest, dass zu dem angeblichen Ort des Geschehens von den Medien die widersprüchlichsten Angaben verbreitet wurden(„‚Bilder lügen nicht!’ oder: Fand das ‚Massaker von Srebrenica’ gar nicht in Srebrenica statt?”)

„Gehen wir der Frage nach, wo sich die dargestellten Ereignisse zugetragen haben sollen. Im Standard vom 4.6.2005 lesen wir: in Srebrenica. So verbreitet es auch das Schweizer Fernsehen am 3.6.2005 in der Sendung 10 vor 10. Bei dpa erfahren wir am 3.6.2005: nahe Trnovo. Das schreibt am 4.6.2005 auch die taz. Im St. Galler Tagblatt vom 4.6.2005 erfahren wir, wo Trnovo liegt, nämlich nahe des ostbosnischen Städtchens Srebrenica. Das hätten wir auch angenommen. Denn die dargestellten Szenen sollen ja etwas mit Srebrenica zu tun haben. Bei tagesschau.de lesen wir am 7.6.2005, dass Trnovo östlich von Sarajevo liegt. Auch diese Angabe kommt uns plausibel vor. Denn schließlich liegt ja auch Srebrenica östlich von Sarajevo. Und wir können wiederum annehmen, dass Trnovo in der Nähe von Srebrenica gelegen ist. In einigen englisch-sprachigen Verlautbarungen finden wir eine andere Ortsbezeichnung. AP verbreitet am 3.6.2005: „irgendwo auf dem Berg Treskavica“ und beruft sich dabei auf Staatsanwälte der UN. Die gleiche Ortsangabe – Treskavica – finden wir am 4.6.2005 in der New York Times. Das sei südlich von Sarajevo gelegen – wird uns dort vermittelt. Und dann lesen wir: „Laut [Serbiens Innenminister Draga Jočić] trug sich die aufgezeichnete Erschiessung der sechs Einwohner der ostbosnischen Muslim-Enklave Srebrenica am 16. oder 17. Juli 1995 unweit des Dorfes Trnovo am Berg Jahorina zu“. So steht es am 4. Juni 2005 in der in Wien erscheinenden Tageszeitung Der Standard. Das ist interessant. Mit dieser Angabe können wir den Ort Trnovo eindeutig lokalisieren. Das Bergmassiv Jahorina liegt 20 bis 30 km südlich von Sarajevo. Hier haben im Februar 1984 die olympischen Winterspiele stattgefunden. Und dort finden wir tatsächlich Trnovo. Der Ort ist mindestens 70 km Luftlinie von Srebrenica entfernt, auf der Straße mit Sicherheit mehr als 100 km. Der Stern lässt die Frau eines derjenigen, die an der „Hinrichtung“ beteiligt gewesen sein sollen, zu Wort kommen. Sie spricht von einem Ort, der „150 Kilometer von Srebrenica weg“ gelegen sei. Das bringt uns auf einen Gedanken: Wenn das Video ein Beweis für das „Massaker“ ist, dann ist es damit auch ein Beweis für den Ort des Geschehens. Folgen wir dieser Logik, mittels derer das Video ein Beweis für das „Massaker von Srebrenica“ darstellt, dann kommen wir zu dem verblüffenden Schluss: das „Massaker von Srebrenica“ fand gar nicht in oder bei Srebrenica statt, sondern mindestens 70 km Luftlinie entfernt im Gebiet von Sarajevo. In der in Sarajevo erscheinenden Zeitung Dnevni avaz werden wir am 3.6.2005 in dieser Annahme bestätigt. Dort erfahren wir, die Szene habe sich in Godinjske bare abgespielt. Das liegt westlich in der Nähe von Trnovo in den Treskavica-Bergen. Aber dann kommen wir doch wieder ins Grübeln. Warum sind sich die entscheidenden Stellen nicht einig? Serbiens Innenminister lokalisiert das Geschehen auf den Jahorina-Bergen, das UN-Tribunal wie die Zeitung Dnevni avaz in den Treskavica-Bergen. Das Jahorina-Bergmassiv liegt östlich von Trnovo, das Treskavica-Bergmassiv westlich. Beides kann nicht zutreffen. So liegt nahe zu fragen, ob eher keine der beiden Angaben stimmt.“

Ein Haager Märchen für besonders naive Menschen. Die militärische Einheit Skorpione soll nach dem Fall Srebrenicas sechs Männer verhaftet und über 100 Kilometer auf dem Landweg zur Erschiessung in die Umgebung von Trnovo gefahren haben

Auch auf die widersprüchlichen Zeitangaben diverser Medien im Zusammenhang mit den Erschiessungsszenen geht Arbeiterfotografie ein:

Kommen wir nun zur Frage, wann sich die dargestellten Ereignisse zugetragen haben sollen. In der Sendung „10 vor 10“ des Schweizer Fernsehens SF1 haben wir am 3.6.2005 erfahren: am 11. Juli 1995, also am Tag, an dem die bosnisch-serbischen Truppen in das Gebiet von Srebrenica einmarschiert sind. „Laut [Serbiens Innenminister Dragan Jočić] trug sich die aufgezeichnete Erschiessung der sechs Einwohner der ostbosnischen Muslim-Enklave Srebrenica am 16. oder 17. Juli 1995 […] zu.“ Das schreibt der Standard am 4.6.2005. Und dem schließt sich am 6.6.2005 in etwa auch die FAZ an. Der Stern dagegen kommt zu einem ganz anderen Ergebnis. „Die Opfer wurden in der Stadt [Srebrenica] und in den umliegenden Dörfern zusammengetrieben und anschließend erschossen. […] Azmir, Zivilist und unbewaffnet, soll, so hat seine Mutter erfahren, noch vier Monate in einem serbischen Lager verbracht haben, ehe er vor der laufenden Kamera der Henker nahe Trnovo erschossen wurde.“ Die Video-Aufnahmen seien „im Herbst 1995“ entstanden, schreibt der Stern definitiv. Das „Massaker von Srebrenica“ hat gar nicht – so müssen wir daraus schliessen – wie behauptet im Juli 1995, sondern erst im November 1995 stattgefunden. Die Gedenkfeiern zum 10. Jahrestag müssen also nicht nur in die Gegend von Sarajevo verlagert, sondern auch um einige Monate verschoben werden – folgern wir. Am 5.6.2005 wird uns im Standard dagegen offenbar: das „Massaker von Srebrenica“ muss bereits 1994 stattgefunden haben. „Das Video […] sei neun Jahre lang versteckt worden, meldete der Belgrader Sender B-92 am Sonntag [5.6.2005]. Die Öffentlichkeit sei auf seine Existenz zum ersten Mal vor zwei Jahren in einem Prozess aufmerksam gemacht worden.“ Also: neun Jahre war das Video versteckt, und erst vor zwei Jahren ist man auf das Video aufmerksam geworden – also muss es vor insgesamt elf Jahren entstanden sein. Doch jetzt erinnern wir uns an die Zeiteinblendung in dem Video, das gemäß FAZ vom 6.6.2005 „nach der Einnahme der bosnischen Muslim-Enklave Srebrenica“ entstanden sein soll. Die Zeitangabe, die wir in einigen Einstellungen des Videos eingeblendet finden, ist der 25. Juni 1995. Also muss – wenn das Video tatsächlich nach der Einnahme von Srebrenica entstanden ist – das „Massaker von Srebrenica“ vor dem 25. Juni 1995, d. h. in den Tagen davor, spätestens am 24. Juni 1995 stattgefunden haben. Es kommt die Frage auf: warum sollen wir bei all diesen Widersprüchen irgendeine der behaupteten Datierungen für authentisch halten?“

Ralph Hartmann macht auf ein weiteres Detail aufmerksam, das dann die Geschichte vom „Srebrenica-Video“ endgültig entlarvt: (aus der bereits weiter oben angeführten Quelle):

„Dass der Ex-Präsident mit der Charakterisierung des Videos als „sehr fragwürdig“ stark untertrieben hat, geht auch aus einem kleinen, aber aufschlussreichen Detail hervor. In ihrer Berichterstattung hatten die „Jugoslawien-Experten“ vom Schlage der Tagesspiegel-Korrespondentin Caroline Fetscher es nicht versäumt, dem entsetzten Leser die Opfer der gefilmten Bluttat nahezubringen. Darunter den 16-jährigen Safet Fejzić, der „versucht (hatte), im Juli 1995 aus dem eingekesselten Srebrenica in die Wälder zu flüchten“. Ein gekürzter Auszug aus dem Protokoll der Befragung des eingangs erwähnten Entlastungszeugen zeigt, wie fern der Wahrheit diese Darstellung, wie tendenziös das sensationelle Video und wie groß das neuerliche Debakel der Den Haager Ankläger sind:

„Milošević: General, wann, grob gesagt, war das Ereignis in Srebrenica? – Stevanović: Sommer 1995! (Auf Wunsch des Angeklagten liest der Zeuge anschließend aus einem Beweisstück vor). Stevanović: Am 28. April 1993 hat das Gericht im Gelände Botinska Bara in der Gemeinde Trnovo Untersuchungen und die Exhumierung der sterblichen Überreste von fünf Opfern durchgeführt. Mithilfe einer DNA-Analyse wurde festgestellt, dass die sterblichen Überreste eines von ihnen dem Safet Fejzić aus Mosic, Gemeinde Srebrenica, zuzuordnen sind. – Milošević: Also, General, bedeutet das, dass er zwei Jahre, bevor er als verschwunden gemeldet wurde, exhumiert worden war? – Stevanović: Ja. – Milošević: Danke schön. Ich habe keine weiteren Fragen.“ Es überrascht nicht, dass diejenigen objektiven deutschen elektronischen und Printmedien, die so breit und emotionsgeil über das Video und den „Mordbefehl aus Belgrad“ berichteten, nicht über die zutage gekommenen Manipulationen und schon gar nicht über die wundersame Wiederauferstehung und zweimalige Ermordung eines beklagenswerten Opfers des Bürgerkrieges in Bosnien informierten.“

Das Video hat also nichts mit Srebrenica zu tun, ja, es stammt nicht einmal aus dem Jahr 1995. Mit zusammengeschnittenen Szenen hatte man vorzutäuschen versucht, dass es sich dabei um Exekutionen von muslimischen Männern handelt, die nach dem Fall von Srebrenica gefangen genommen wurden. Die Hinweise lassen jedoch darauf schliessen, dass das Video vor dem Fall Srebrenicas tatsächlich in der Umgebung von Trnovo aufgenommen wurde. So hört man z. B. im Video einen Angehörigen der paramilitärischen Einheit „Skorpione“ einem aus dem Transportwagen aussteigenden muslimischen Gefangenen zurufen: „Mach, mach, als du Serben ermordetest, da hast du auch nicht gezögert.“ Und während einer anderen Szene, als ein Gefangener nach Wasser fragt, da antwortet ihm ein serbischer Kämpfer: „Habt ihr etwa den Serben zu trinken gegeben, bevor ihr sie getötet habt?“ Wenn man mit den Ereignissen in Trnovo im Jahr 1992 vertraut ist, so lassen sich diese Aussagen der „Skorpione“ erklären. Am 7. Juli 1992 hatten lokale Muslime bei Trnovo die serbischen Dörfer Straišta und Gornja- und Donja Presjenica überfallen. Dabei wurden ausschliesslich Zivilisten ermordet. Die Familien Cvijetić und Šehovac wurden dabei ganz ausgerottet (den meisten Opfern wurde die Kehle durchgeschnitten). Weitere Zivilisten, darunter sieben Frauen und ein Kind, wurden abgeführt und in eine unbekannte Richtung verschleppt. Die bosnisch-serbische Militärpolizei hat diese Vorfälle dokumentiert ( Drago Jovanović, Gordana Bundalo, Miloš Govedarica, The Eradication of Serbs, Kanada 1995). Die aus der kroatischen Krajina stammenden „Skorpione“ waren später bei Trnovo ihren bedrängten Landsleuten zu Hilfe geeilt. Bei den Videoaufnahmen dürfte es sich, jedenfalls deutet alles darauf hin, um Racheakte an muslimischen Gefangenen handeln. Das Video wird dadurch bestimmt nicht weniger brutal oder erträglicher, doch bestimmen Verbrechen und Gegenverbrechen nun einmal die scheussliche Realität eines jeden Krieges. Unannehmbar ist es jedoch, dass solche Ereignisse von den Anklägern in Den Haag auf das Schändlichste missbraucht werden. Dieser Missbrauch zeigt einmal mehr die grosse Beweisnot im Fall von Srebrenica auf, an der die Erfinder der Geschichte des tausendfachen Massakers von Srebrenica leiden. Die Journalisten Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann leiteten beim deutschen Presserat eine Beschwerde gegen die Darstellungen der Medien im Zusammenhang mit dem „Srebrenica-Video“ ein. Die Neue Rheinische Zeitung beschrieb den Fall wie folgt ( Fikentscher/Neumann, „Dpa-Journalist und Burda-Vorstandsmitglied kippen das Wahrheitsgebot“ – der Pressekodex gilt nicht mehr“, Neue Rheinische Zeitung, Online-Flyer Nr. 36 vom 21.03.2006):

„Im Juni 2005 titelte die FAZ „Srebrenica-Video – Nicht Hollywood, sondern brutale Wahrheit“. Die Schlagzeile galt einem Video, das im Milosevic-Prozess den Medien im Zusammenhang mit der Anklage „Völkermord“ präsentiert wurde. Nach Auffassung anderer Journalisten war das Video leicht erkennbar manipuliert – wenn auch nicht von Hollywood. Trotzdem wurde es von zahlreichen Medien als Wahrheit verbreitet. Unsere Autoren wandten sich deshalb mit einer Beschwerde an den dafür zuständigen Deutschen Presserat. Hier das Ergebnis (Die Redaktion):

‘Im Gesamtkontext können Journalisten […] nicht verpflichtet werden, ein sehr wahrscheinliches Geschehen in der Berichterstattung als Verdacht zu formulieren. Dies würde bedeuten, dass künftig nur noch definitiv festgestellte Wahrheiten als unbestritten und damit Fakt dargestellt werden könnten. Eine solche Forderung wäre abwegig und würde die journalistischen Möglichkeiten sprengen’.“

Über diese lapidare Antwort des deutschen Presserats schrieben Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann folgendes (gleicher Artikel):

„Das schrieben uns ein dpa-Journalist und ein Burda Holding-Vorstandsmitglied und formulierten damit das Wahrheitsgebot im Pressekodex des Deutschen Presserates wie folgt um: Auch Sachverhalte, die nicht als definitiv wahr festgestellt sind, dürfen als wahr hingestellt werden. Es sei „abwegig“ (!!!), „nur noch definitiv festgestellte Wahrheiten als… Fakt“ darzustellen. Bis dahin hieß es im Pressekodex (Ziffer 1 und 2): „Die Achtung vor der Wahrheit, die Wahrung der Menschenwürde und die wahrhaftige Unterrichtung der Öffentlichkeit sind oberste Gebote der Presse… Zur Veröffentlichung bestimmter Nachrichten und Informationen in Wort und Bild sind mit der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen. Ihr Sinn darf durch Bearbeitung, Überschrift oder Bildbeschriftung weder entstellt noch verfälscht werden. Dokumente müssen sinngetreu wiedergegeben werden. Unbestätigte Meldungen, Gerüchte und Vermutungen sind als solche erkennbar zu machen.“ Das gilt nun offenbar nicht mehr.

Der dpa-Journalist, der diese Entscheidung zu verantworten hat, ist nämlich nicht irgendein dpa-Journalist. Nein: er ist Vorsitzender der Kammer 1 des Beschwerdeausschusses beim Deutschen Presserat – und Sprecher der deutschen Journalistinnen- und Journalistenunion (dju) in der Gewerkschaft ver.di. Und das Burda Holding-Vorstandsmitglied? Der ist Professor Dr. jur. an der Münchner Uni, Vertreter des Bundesverbands deutscher Zeitungsverleger und stellvertretender Vorsitzender der Kammer 1 des Beschwerdeausschusses beim Deutschen Presserat.

Und was hat den Presserat zu seiner den Pressekodex ausser Kraft setzenden Aussage veranlasst? Auslöser waren Beschwerden gegen Veröffentlichungen im Zusammenhang mit dem so genannten Srebrenica-Video, das Anfang Juni 2005 im Rahmen des Prozesses gegen den ehemaligen Präsidenten der Bundesrepublik Jugoslawien, Slobodan Milosevic, als Überraschungscoup der Anklage innerhalb der Verteidigungsphase gezeigt wurde und dann rund um die Welt ging. Der Öffentlichkeit sollte so ein nachträglicher Beweis für das so genannte Massaker von Srebrenica geliefert und Milosevic die Verantwortung für dieses Massaker angelastet werden. Mit anderen Worten wird hier folgendes festgestellt: unsere Medien können schreiben was sie wollen. Sie können auch ungehindert Tatsachen verdrehen, wichtige Informationen zurückhalten und lügen. Selbst dann, wenn damit ein ganzes Volk verteufelt und der Weg für einen Angriff durch die US-Großmacht vorbereitet und gerechtfertigt wird (wie schon während der Geschichten von den „Massenvernichtungswaffen“ vor dem zweiten Angriff gegen den Irak). Das beunruhigende dabei ist, dass es keine Instanz gibt, die ein solch unannehmbares Vorgehen der Presse strafrechtlich verfolgen würde.“

Übrigens bestätigte auch Milivoje Ivanišević in einem Interview, dass die Einheit Skorpione während des Falls von Srebrenica nicht vor Ort war. Ein Auszug aus dem Interview auf die Frage, ob die Skorpione in Srebrenica waren ‘Milivoje Bato Ivanišević: Nije bilo „škorpiona“ u Srebrenici’, Pravda, 03.07.2012):

„Unmöglich. Ich war in Srebrenica zu der Zeit als die VRS (Armee der bosnischen Serben) diesen Teil des Gebietes befreit hat. Unsere regulären Truppen hätten es irgendwelchen paramilitärischen Gruppierungen niemals erlaubt, sich in der Gegend zu bewegen.“

Aber auch abgesehen von Ivanišević’s Aussagen existiert kein einziger Beweis dafür, dass sich Soldaten der Skorpione ab dem 11. Juli 1995 in Srebrenica aufgehalten haben. Sie sehen, nicht einmal das oft zitierte ‘Srebrenica-Video’ hat etwas mit Srebrenica zu tun, was uns zum Ende dieser Interview-Serie schlussfolgern lässt, dass von der offiziellen Version der Ereignisse von Srebrenica praktisch nichts mehr übrig bleibt.

Mira Pârse: Sie haben uns demnach in dieser Interview-Serie die wichtigsten Punkte der Lügen über Srebrenica aufgezeigt?

Alexander Dorin: Ja, wir sind auf die wichtigsten Aspekte der Lügengeschichte von den 7.000 – 8.000 Exekutierten eingegangen, obwohl natürlich noch zahlreiche Details existieren, die ich in meinen beiden Srebrenica-Büchern beleuchtet habe. Erwähnenswert wäre z.B. noch die Tatsache, dass nach dem Fall Srebrenicas mindestens 800 muslimische Kämpfer aus Srebrenica und/oder Žepa über die Grenze nach Serbien geflüchtet sind, wo sie während mehrerer Monate in Lagern in den Ortschaften Mitrovo Polje und Šljivovica untergebracht wurden, bevor sie dann meist in Länder außerhalb Bosniens auswanderten. Es sei auch auf das Buch Bosanski ratnici des bosnisch-muslimischen Journalisten Šefko Hodžić hingewiesen, in dem der Autor erklärt, dass Hunderte Bewohner Srebrenicas während des Krieges über Geheimrouten zwischen Srebrenica und Serbien die Stadt verliessen. Oder abermals Milivoje Ivanišević, der die Deserteurslisten der bosnisch-muslimischen Armee studierte, wobei er auf ca. 500 Namen von Kämpfern stieß, die bereits vor dem Juli desertiert sind, obwohl auch ihre Namen auf der sogenannten Vermisstenliste gelandet sind. Erwähnenswert ist auch ein Artikel aus der norwegischen Zeitung Verdens Gang vom 20.12.1995, in dem der Journalist Jan Christensen schreibt, dass bereits vor dem Fall Srebrenicas mit der Evakuierung von 3.000 – 3.500 Bewohnern der Stadt begonnen wurde, was weiter auf den von muslimischen Behörden inszenierten Fall der Stadt hinweist. Im gleichen Artikel schätzte der Autor damals, dass es ca. 1.000 Tote gegeben haben könnte, was weit weg von 7.000 – 8.000 ist. Spätere Ermittlungen zeigten auf, dass es um die 2.000 Tote gab, der allergrößte Teil davon Gefechtstote, während etwa 120 Männer von Söldnern der multinationalen 10. Sabotageeinheit erschossen wurden usw.

(Muslimische Männer, die nach dem Fall Srebrenicas über die Grenze nach Serbien flüchteten. Dort wurden sie in den Ortschaften Mitrovo Polje und Šljivovica in Lager während Monaten untergebracht, bevor sie zu einem Grossteil in diverse Länder auswanderten, ein kleinerer Teil ging nach Bosnien zurück)

Ardašir Pârse: Wir freuen uns schon sehr auf den 11. und leider – zumindest vorerst – letzten Teil der Reihe. Was wird der Inhalt des 11. Teils sein?

Alexander Dorin: Im nächsten und letzten Teil dieser Interview-Reihe würde ich gerne noch auf die Erlebnisse eingehen, die ich aufgrund meiner publizistischen Tätigkeit während der Jahre gemacht habe.

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Mira Pârse: Herr Dorin, wir begrüssen Sie herzlich zu unserem vorläufig letzten Teil des Interviews. Sie befassen sich seit vielen Jahren mit einem sehr brisanten Thema. Normalerweise sind kritische Journalisten und Publizisten zahlreichen Problemen und Konflikten ausgesetzt, da sie den Mainstream und einflussreiche Kreise gegen sich haben. Wie ist das in ihrem Fall, hatten Sie auch negative Erfahrungen?

Alexander Dorin: Ja natürlich, das liegt in der Natur dieser Tätigkeit. Wenn man unbequeme Fakten veröffentlicht und thematisiert, so sind einem die Angriffe der Lügenpresse und anderer Kreise sicher, da es ja u.a. zur Aufgabe derselbigen gehört, unerwünschte Wahrheiten zu vertuschen und zu sabotieren.

Ardašir Pârse: Wie kam es zu diesen Angriffen gegen Sie und wie sehen diese konkret aus?

Alexander Dorin: Ich muss ein wenig ausholen. Alle wichtigen Aspekte der jugoslawischen Kriege verschwieg unsere Monopolpresse und unterstellten den Serben kollektiv, diese hätten alle Kriege angezettelt, um einen grossserbischen Staat zu erzwingen. Eine Behauptung, die mit der Faktenlage nicht im Geringsten etwas zu tun hat. Nehmen Sie z.B. den Krieg in Kroatien, von dem sogar der ehemalige kroatische Verteidigungsminister Josip Boljkovac in der kroatischen Presse zugab, dass Kroatien diesen mit Angriffen gegen die serbische Minderheit ausgelöst hat (‘Josip Boljkovac: Hrvatska je namjerno izazvala rat’, Slobodna Dalmacija, 13.02.2009). Verschwiegen wurde von unserer Presse auch die Tatsache, dass die ersten Morde und Massaker in Bosnien an Serben verübt wurden – und dass noch kurz vor dem offiziellen Ausbruch des Krieges Anfangs April 1992! So z.B. in Sarajevo am 1. März 1992, als muslimische Männer eine serbische Hochzeitsgesellschaft überfielen und um sich schossen. Dabei wurde der Vater des Bräutigams, Nikola Gardović, getötet, während der Priester, Radenko Miković, verletzt überlebte. Oder die Morde kroatischer Einheiten in der Stadt Bosanski Brod am 25. März 1992, gefolgt von dem Massaker kroatisch-bosnischer Einheiten an serbischen Zivilisten in der Ortschaft Sijekovac am am 26. März 1992 – also knapp eine Woche vor Ausbruch des Krieges. Beschrieben wurde diese ersten Massaker in dem Buch The Eradication of Serbs von Gordana Bundalo, Miloš Govedarica und Drago Jovanović, unter Mitarbeit von Prof. Dr. Risto Tubić, in dem zahlreiche Verbrechen an der serbischen Bevölkerung Bosniens dokumentiert wurden. Eine deutsche Übersetzung dieses ersten, in dem Buch beschriebenen Massakers wurde vom Ahriman Verlag veröffentlicht (Ketzerbriefe 68, ‘Sara Flounders: Die bosnische Tragödie – Die unbekannte Rolle der USA’).

Ketzerbriefe 68

Um welchen ‘grossserbischen Aggressionskrieg’ konnte es sich in Bosnien demnach handeln, wenn die ersten Morde und Massaker an der serbischen Bevölkerung verübt wurden? Ganz zu schweigen von der gut dokumentierten Tatsache, dass der CIA und BND diese Kriege bereits viele Jahre vor deren Ausbruch geplant und inszeniert haben. Die Antwort bleibt uns die westliche Mainstreampresse bis heute schuldig.

Weshalb erzähle ich das alles? Nun, ich wurde in der Schweiz geboren, wo ich

Geheimdienstexperten und hohe Politik-Insider berichteten, darüber, dass amerikanische und deutsche Geheimdienste die Kriege im ehemaligen Jugoslawien bereits Jahre vor deren Ausbruch geplant und organisiert haben

auch heute noch lebe. Leider ist es so, dass auch in der Schweiz keine unabhängigen Massenmedien existieren, es wird ausschliesslich nach dem Vorbild deutsch-amerikanischer Massenmedien berichtet. Ich selber lebe in Basel und las natürlich u.a. auch regelmässig die Basler Zeitung, welche ebenfalls nichts als vorgefertigte Berichte über diese Kriege nach Vorbild des ‘grossen Bruders’ veröffentlichte. Damals schrieb regelmässig ein Journalist namens Stefan Israel über die Jugoslawienkriege für die Basler Zeitung. Er verbreitete nichts als tendenziösen Unfug über diese Kriege, wobei fast immer und ausschliesslich die Serben ihr Fett wegkriegten. Stefan Israels sogenannte Berichterstattung war ein Gemisch aus vorgefertigten Meinungen, Schubladisierungen, einseitigen Darstellungen, Halbwahrheiten, verschwiegenen Fakten und auch schamlosen Lügen. Viele Serben regten sich damals tagtäglich über Stefan Israels Verbalschrott auf, was ich während diversen Unterhaltungen regelmässig mitbekam.

Geheimdienstexperten und hohe Politik-Insider berichteten, darüber, dass amerikanische und deutsche Geheimdienste die Kriege im ehemaligen Jugoslawien bereits Jahre vor deren Ausbruch geplant und organisiert haben

Ich schrieb Stefan Israel via E-Mail an und fragte ihn nach dem Grund für seine tendenziöse Berichterstattung. Bezeichnenderweise erhielt ich keine Antwort, was typisch für viele Mainstream-Schreiberlinge ist. Ich schickte ihm diverse Berichte, die eine andere Faktenlage im Zusammenhang mit diesen Kriegen aufzeigten und forderte ihn auf, dass er auch über die andere Seite berichtet, jedoch erhielt ich abermals keine direkte Antwort. Dafür erhielt ich über Umwege eine völlig andere Art von Reaktion, welche die Handschrift eines üblen Intriganten trägt. Ein Kamerateam des örtlichen Fernsehsenders Telebasel marschierte zum Haus wo ich damals wohnte und klingelte unangemeldet. Ich war gerade nicht da, jedoch öffnete meine Mutter die Türe, die damals im gleichen Haus wohnte. Das Filmteam konfrontierte meine Mutter mit dem Vorwurf, ich sei ein Rassist, jedenfalls würde das Stefan Israel behaupten. Meine Mutter, die nicht auf den Mund gefallen war, stellte die ganze Geschichte richtig und erklärte den wahren Sachverhalt. Telebasel schien sich dafür jedoch nicht weiter zu interessieren, denn kurz darauf erschien bei Telebasel ein Bericht über mich, während dem über meinem eingeblendeten Namen die Überschrift ‘Rassismus?’ stand. Es war folgendes passiert: Stefan Israel konnte die Kritik an seiner Arbeit nicht verkraften, worauf er auf Intrigen-Methoden zurückgriff, die für die Mainstream-Journaille typisch sind. Er hetzte seine Bekannten von Telebasel auf und wollte mich öffentlich mit Rassismus in Zusammenhang bringen. Seine Logik: wenn jemand mit dem Nachnamen Israel kritisiert wird, so kann der Kritiker ja nur ein Rassist sein (St