Offener Brief an Siegfried Halke, einen „Erzieher“- Kahrener Strasse 29, 03051 Cottbus


Herrn

Siegfried Halke

Kahrener Straße 29

03051 COTTBUS Offener Brief an einen „Erzieher“

des Zuchthauses Cottbus Berlin,01.04.11

Werter Herr Halke,

Sie „grundsätzlich fleißiger Werktätiger“, wie Sie sich ja bezeichnet wissen wollen, würden es also nicht gern haben, wenn Opfer oder Widerstandskämpfer der 1. deutschen Diktatur in die Schulen gingen, um über die Verbrechen des NS-Regimes und die massenhaften Men­schenrechtsverletzungen zu berichten? Ich muss der Logik halber nachfragen, denn hinter dem „Führer“ Adolf Hitler standen ja massenhaft die „grundsätzlich fleißigen Werktätigen“ oder völkisch gesprochen: die Mehrheit des „Volkes“, was man von den kommunistischen Führern, ausgenommen zeitweise Fidel Castro, weniger behaupten kann. Das sagte übrigens auch die alte Kommunistin und Schauspielerin Steffie Spira (1908-1995) während der Pro­testdemonstration auf dem Berliner Alexanderplatz am 4. November 1989.

Auch nach dem ruinösen Zusammenbruch des Nazi-Regimes gab es selbst in der DDR Fami­lien, die das 3. Reich „regelrecht beschönigt“ haben, wegen der geringen Kriminalität, wegen der Autobahnen, wegen des Abbaus der Arbeitslosigkeit oder weil man selber ganz gut von dem System profitiert hatte. Solches durfte man jedoch nicht laut sagen, denn sonst konnte man wegen „staatsfeindlicher Hetze“ in eine Ihrer Arbeitsstätten, also in jene berüchtigten Strafanstalten (unter Verwaltung des MdI) gesperrt werden, in denen viele politische Gefan­gene einsaßen, wie im „Roten Ochsen“ Halle (Saale), in den Zuchthäusern Bautzen II, Bran­denburg-Görden, Cottbus, Fort Zinna, Naumburg (Saale), Stollberg-Hoheneck (nur Frauen), Torgau, Waldheim oder in der Militärstrafanstalt Schwedt (Oder), um nur einige aufzuzählen, von den 17 Stasi-Untersuchungshaftanstalten ganz zu schweigen.

Doch es wurden mit der Zeit immer weniger, die wegen § 106, Absatz 4, also wegen der Ver­herrlichung des „Faschismus oder Militarismus“ mit Freiheitsstrafen von einem Jahr bis zu fünf Jahren bestraft worden waren, dafür immer mehr wegen der anderen Absätze des § 106, die zum Beispiel das Einführen, Herstellen, Verbreiten oder Anbringen von „Schriften, Ge­genständen oder Symbolen, die die staatlichen, politischen, ökonomischen oder anderen ge­sellschaftlichen Verhältnisse“ der DDR angeblich „diskriminieren“ unter hohe Strafen stell­ten, weil dieser Paragraph ein Verbrechen darstellte. Erst nach dem Zusammenbruch des SED-Staates entpuppten sich manche Funktionärskinder und FDJ-Funktionäre als potenzielle und tatsächliche Neonazis, weil es eben so ist, dass sich die Diktaturen, selbst wenn sie sich als Gegensatz verstehen, ähnlicher untereinander sind als Ihnen lieb sein mag.

Alle bedeutenden kommunistischen Führer, die den „neuen Men­schen“ schaffen wollten (was Hitler übrigens auch anstrebte) und vorgaben, die von Ausbeutung befreiten Ar­beiter und Bauern, also die ehemalige Mehrheit der Bevölkerung, in die „klassenlose Gesell­schaft“, also ins Paradies zu führen, entpuppten sich als die größten Massenmörder der Ge­schichte: Lenin, Trotzki, Dser­schinski, Stalin, Mao Zedong, Kim Il Sung, Pol Pot, Tito, Ceau­sescu, Gottwald, Castro bis hin zu „Che“ Guevara, der als Arzt „nur“ etwa 1.000 Menschen als „Revolutionär“ umlegte (exilku­banische Schätzungen gehen von bis zu 2000 Getöteten aus). Ei­nen Brief un­terzeichnete er im April 1955 sogar mit „Stalin II“, weil er den sowjeti­schen Generalissimo als „genialen Führer und Lehrer der Partei, als den großen Strategen der sozialistischen Re­volution, Heerführer und Freund aller Menschen“ verehrte, wie leider so viele Intellektuelle rund um den Globus. Die SBZ/DDR-Funktio­näre und ihre Diener wurden durch die stalinisti­sche Besatzungs­macht Teil dieses Moskauer Verbrechersyndikats. Die Be­völke­rung musste auf deutschem Boden in einem Jahrhundert zwei totalitäre Diktaturen ertra­gen. Die weltwei­ten kommunistischen Verbrechen mit mindestens 80 Millionen Menschenop­fern als „Klas­senmord“ im Gegensatz zum „Rassenmord“ wäh­rend der nationalsozialistischen Diktatur le­gen die Analogie eines „roten Holocaust“ nahe. (Vorsicht: Eine Analogie kann we­der als Apologie noch als Gleichsetzung gedeutet werden!)

Im Juni 1953 wäre der Spuk vorbei gewesen, wenn die Besatzer nicht brutal ihre Pan­zer ein­gesetzt hätten. 1961 musste man die sich verdünnisierende Bevölkerung einmauern, um sie nicht völlig zu verlieren. Bis zum Bau der Mauer am 13. August 1961 kehrten rund 2,5 Milli­onen Mitteldeutsche ihrer Heimat den Rücken. Das Versperren beruflicher Perspektiven für den bürgerlichen Mittelstand, die allgemeine politische Drangsalierung, Zwangskollekti­vie­rung, Militarisierung des Alltags, Misswirtschaft und die systematisch betriebene religiöse und kulturelle Entwurzelung lösten eine beispiellose Fluchtbewegung aus. Allein in den ers­ten 12 Jahren ihres Bestehens verlor die DDR ca. 13 % ihrer Bevölkerung. Zynisch wurde die Mauer als „antifaschistischer Schutzwall“ bezeichnet, obwohl jeder, der Augen im Kopfe hatte, sehen konnte, dass die Mauer nicht das Ein-, sondern das Aus­dringen zu verhindern hatte. Hinfort wurde der Sicherheitsapparat dermaßen aufgebläht, dass allein am Ende der DDR 91.000 hauptamtliche und 189.000 inoffizielle Stasi-Mitarbeiter (Hit­ler brauchte zu Friedenszeiten nur 7.000 Gestapo-Mitarbeiter fürs Deutsche Reich) benötigt wurden, um die „grundsätzlich fleißigen Werktätigen“ in Schach zu halten, bis die geheimen Staatspolizis­ten am Ende machtlos und feige herumstanden, weil die Rücken­deckung des Großen Bruders durch Glasnost und Perestroika weggebrochen war. Dabei hatten sich die Herrschenden in ih­rem Größenwahn auf ihre Fahnen geschrieben: „Die Deutsche De­mokratische Republik ist für immer und unwiderruflich mit der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken verbündet.“ (Artikel 6 der Verfassung):

So sieht das also mit der irdischen Ewigkeit aus, werter Herr Halke. Diesem Unrechts­staat haben Sie nicht nur willig ge­dient, nein, Sie verteidigen ihn 21 Jahre nach seinem ver­dienten Untergang sogar noch. Irgendwie kann ich Sie sogar verstehen, denn wenn Sie sich „grund­sätzlich“ zu den „Eigentümern der wichtigsten Produktionsmittel“ zählten, dann haben Sie allen Grund zur Trauer. Der gesamte Ostblock brach jedoch im letzten Drittel des 20. Jahr­hunderts samt Planwirtschaft und Fortschrittsideologie unter sei­ner mangelnden Anpas­sungs­fähigkeit an den Wandel der Zeiten und seiner wirtschaftlichen Ineffizienz zusammen. Schon seit 1982 war die DDR pleite. Das weiß ich sowohl von hohen Stasi-Offizieren, von meinem Freund Günter Schabowski als auch aus dem Schürer-Bericht. Man war kaum noch in der Lage, die Zinsen zu bezahlen, geschweige denn die geborgte Substanz. Man wollte das auch gar nicht, denn die Verantwortlichen flüchteten sich stur in ihren Glauben an die eigene Pro­paganda, die da noch immer lautstark verkündete: „Der Sozialismus siegt!“

„Der Neurotiker“, so erklärt es Ludwig von Mises, „klammert sich an seine Lebens­lüge, und wenn er vor die Wahl gestellt wird, entweder ihr oder dem logischen Denken zu entsagen, zieht er es vor, die Logik zu opfern. Denn das Leben wäre ihm unerträglich ohne den Trost, den er in der sozialistischen Idee findet. Sie zeigt ihm, dass die Fehler, die seinen Misserfolg verschuldet haben, nicht in seiner Person, sondern in dem Gang der Welt liegen, hebt damit sein gesunke­nes Selbstbewusstsein und befreit ihn vom quälenden Minderwertig­keitsgefühl.“

Die Ver­bindlichkeiten der DDR-Misswirtschaft durfte freilich nach der von den „grundsätz­lich fleißigen Werktätigen“ gewünschten Vereinigung der westdeutsche „Klas­sen­feind“ über­nehmen. „Allein ein Stoppen der Verschuldung würde im Jahre 1990 eine Senkung des Lebensstan­dards um 25 bis 30 % erfordern und die DDR unregierbar machen. Selbst wenn das der Bevölkerung zuge­mutet würde, ist das erforderliche exportfähige Endprodukt in die­ser Größenord­nung nicht aufzu­bringen.“ (Schürer-Bericht) Und dieser DDR-Staat galt im gesamten Ostblock noch als Aushän­geschild. Überall wo Marxisten an der Macht waren oder sind, kommt das hervor, was der re­volutionäre Utopist Marx mit untauglichen Mitteln beseitigen wollte: Man­gel, Elend, Ent­fremdung, Zerfall der Innenstädte, Zerstörung der Natur, Ausbeutung der Mas­sen zugunsten einer feudalistisch regierenden Funktionärskaste.

Der Bloch-Schüler Prof. Günter Zehm schrieb kürzlich in seiner berühmten Pankraz-Ko­lumne: „Wenn die Bürgerrechtler anlässlich offizieller Militärparaden Transparente mit der Aufschrift ‚Schwerter zu Pflugscharen’ vorzeigten, wurde das verboten, und wenn sie anläss­lich von Rosa-Luxemburg-Demos der SED Trans­parente mit dem Luxemburgsatz: ’Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden’ vorzeigten, wurde das ebenfalls verboten. Schließlich zeigten sie Transparente, auf denen gar nichts mehr zu lesen war, also die nackte, unbeschriebene Leinwand. Das pure Nichts war zur einzigen noch vorzeigbaren Parole ge­worden – und der Staat verschwand daraufhin schnell.“

Die Renten, die Sie, werter Herr Halke, und Ihre Genossen bekommen, wo­her stam­men die eigentlich? Doch wohl nicht von Ihrem verschwundnen Staat. Ist es nicht peinlich? Ihre sozi­alisti­sche Ein­heitspartei, die Sie vehement verteidi­gen, hat Ihre Ren­tenkasse geplün­dert und Milliardensummen ins Ausland ver­schoben. (Zum Glück, sage ich jetzt mit einem Schuss Sarkasmus, denn von ei­nem Bruchteil der zurückge­führten Mittel aus Österreich kön­nen wir nun unsere Ge­denkstätte in Ihrer ehemaligen Ar­beitsstätte aufbauen!) Sie Ärmster! Sie müs­sen nun Ihre stattlichen Renten aus den Hän­den der ausgebeuteten Arbeiter und Bauern des verhassten kapitalistischen Systems beziehen. Wenn ich Sie, Ralph Hartmann, Gregor Gysi oder Gesine Lötzsch wäre und einen Funken Ehre im Leib hätte, würde ich nach Nord­korea oder Kuba auswandern und dort versuchen, den Sozialismus zu retten. Ein Wärter oder „Erzieher“ (Welch’ eine Anmaßung allein schon der Titel!), der wie Sie jahrzehntelang über­wiegend unschuldige Menschen (Wir wurden im­merhin rehabilitiert!) quälte, nervte oder be­aufsichtigte, bekommt in der Regel mehr Rente als seine Opfer. So ungerecht ist der demo­kratische Rechtsstaat, den wir auch für Sie mit erstrit­ten haben.

Sie und ihre gut davon gekommenen Genossen dürfen nun sogar Ihre abstrusen Mei­nungen frei verbreiten, dürfen mich sogar der Lüge bezichtigen, ohne dass ich gleich nach dem An­walt rufe, weil ich da zur Genüge in Ihrer Erziehungs- oder Zuchtanstalt während der insge­samt 63 Tage Keller-Arrest und den 338 Tagen in der Keller­absonderung (macht summa summarum 401 Tage Kellereinzelhaft aus) abgehärtet worden bin, auch gegenüber jenen zum Teil substanzlosen An­würfen, die jedermann googlen kann. Es wirft nur ein Licht auf Sie sel­ber, wenn Sie von zurzeit 131.000 Ergebnissen zu meinem Namen im Internet nur auf die re­lativ wenigen negativen Einträge verweisen. Die Wahrheit ist immer das Ganze. Das könnten Sie von dem Philosophen Hegel lernen, aber ich befürchte, Sie sind nicht mehr besonders lernwillig.

Ich weiß um meine Fehler und Schwächen, ich kenne auch meine Stär­ken und fühle mich dennoch im Gleichgewicht, auch wenn ich über die Sprache und inhumane Denkart in den vielen Tausend Seiten der Stasi-Akten, die allein über mich existieren, entmutigt werden könnte. Viele humanistisch gebildete und bürgerlich denkende Menschen, selbst kommunisti­sche Idealisten, die nicht zum Zyniker werden wollten, sind in und an dieser Diktatur zerbro­chen. Die DDR war am Ende sogar Weltmeister im Selbst­mord, und die Lebenserwartung war um drei bis fünf Jahre gerin­ger als im Westen. Zum Glück liegt solches hinter uns, aber ein freier Mensch weiß im Gegensatz zu den Mar­xisten selten oder nie, was vor ihm liegt. Die Mar­xisten meinen mit Marx, die objektiven Ge­schichtsgesetze zu ken­nen, wissen also immer, wo’s langgeht oder langgehen soll. Aber sie können nicht einmal die Wirklichkeit um sich herum anerkennen. Ihre so furchtbare wie fruchtlose Ideologie, die überall nur Bürgerkrieg, Zerstörung und posttraumatische Belas­tungsstörungen hinterließ, wollen sie wieder der Ju­gend aufpfropfen, als wäre nichts gesche­hen. Sie planen und verplanen weiterhin die Welt, als hätten sie diese erschaffen. Sogar dem Salon-Bolschewisten Bertolt Brecht fiel auf: „Ja, mach nur einen Plan / sei nur ein großes Licht / und mach dann noch ’nen zweiten Plan / gehn tun sie beide nicht.“ Doch Marxisten und ihre Handlanger reden sich weiterhin ein, die Welt, die es nötig habe, verändern zu müs­sen. Sie möchten dabei mindestens die Menschheit retten, ohne bei sich selber anfangen zu wollen. Dabei könnte jeder mit Carl Schmitt wissen: „Wer Menschheit sagt, will betrügen.“

Und von solchen Betrügern, werter Herr Halke, die sich anmaßten, Andersdenkende mit Gummiknüppeln, Arrestzellen, unhygienischen Zuständen, Schreibverboten, ekelhaftem Fraß bei Zwangsarbeit und geistiger Verblödung „erziehen“ zu können, soll man heute er­warten, dass sie als „Zeitzeugen“ jungen Menschen „sachkundige Auskunft zu geben“ im­stande sind?

Versöhnung wird uns gepredigt von Pfaffen, die selber unsensibel sind oder Dreck am Stecken haben. Versöhnung mit unseren Peinigern? Nein, sage ich deutlich. Erst wenn diese etwas eingesehen haben, wenn sie sich wie zum Beispiel Günter Schabowski entschuldigen, dann ist Versöhnung möglich, aber keineswegs zwingend. Nur wer wie der aus Cottbus stammende Journalist Dr. Tomas Kittan, der einst am „Roten Kloster“ studierte und kurze Zeit dem „Neuen Deutschland“ diente, den Willen mitbringt, sich einmal in unsere Lage zu versetzen, wer nachvollziehen kann, was uns in den sozialistischen Hafthäusern und Erzie­hungsanstalten zugemutet wurde, der ist auf dem Wege, sich selber zu befreien aus einer schwer zu tilgenden Schuld. Aber nur der Einsichtsfähige hat die Chance, sich selber aus sei­ner Versklavung zu befreien. Die moralische Mündigkeit muss demzufolge von ihm selber angestrengt und er­worben werden. Das schließt einen Willensakt ein, der am Beginn des Aus­gangs aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit steht.

Aufklärung ist nach Immanuel Kant nicht nur eine Sache des Intellekts, sondern vor allem eine Leistung der Entschlossenheit zur Selbstverantwortung, einer gehörigen Portion Risiko­bereitschaft und des Mutes. Aufklärung im humanistischen Sinn ist also nicht nur eine Leis­tung des Verstandes, sondern vor allem des Charakters. „Die glücklichen Sklaven sind“, wie Marie von Ebner-Eschenbach schon lange vor uns erkannte, „die erbittertsten Feinde der Freiheit.” Deshalb kann ich den Lehrern, die Sie anschrieben, werter Herr Halke, nur raten, unsere Kinder und Jugendlichen vor der Agitation unaufgeklärter Feinde der Freiheit zu be­wahren. Es sei denn, sie sind so gut vorbereitet, dass sie selber schon den Willen und die Reife aufbringen, die selbstverschuldete Unmündigkeit ehemaliger Profiteure eines freiheits­feindlichen Unrechtsystems zu durchschauen. Der jüdische Philosoph und Heidegger-Schüler Emmanuel Levinas (1906-1995), dessen Eltern und Brüder in Litauen der nationalsozialisti­schen Ausrottungspolitik zum Opfer fielen, hatte das Recht, unmissverständlich zu sagen: „Jede Zivilisation, die das Sein, die tragische Verzweiflung, die es mit sich bringt, und die Verbrechen, die es rechtfertigt, hinnimmt, verdient den Namen Barbarei.“ Doch auch das bar­barisch Böse kann guten Zwecken die­nen – wie auch umgekehrt. Aber das wissen Sie ja selber als geschulter Dialektiker.

Ich möchte den offenen Brief an Sie mit einem mir wichtigen Zitat des ehemaligen Pastors Joachim Gauck abschließen, der ja in Ihren Kreisen besonders beliebt ist: „Jede neu gewon­nene Freiheit erscheint dem Menschen manchmal als unerträgliche Last. Es gibt ein Leiden an der Freiheit, gefolgt von der tiefen Sehnsucht nach dem Paradies, ob religiöser oder politi­scher Natur. Das machte den Kommunismus so verführerisch: Er überträgt die Vision vom Reich Gottes ins Politische, dann saugt er Glaubenssubstanz vom Menschen. Die Kom­mu­nisten wollten religiösen Glauben nicht. Sie ersetzten ihn durch üblen Aberglauben und brachten Millionen von Menschen um ihre Würde und um ihr Leben. Wie könnten sie jemals wieder glaubwürdig sein?“ Das bleibt eine Frage, auf die ich gern eine Antwort hätte, beson­ders von Ihnen, Herr Halke.

Mit freundlichem Gruß: Siegmar Faust

 

Dieses Mit freundlichem Gruß ist nur im Zusammenhang des Absendedatums lesbar.

Siegmar Faust hat sich meiner meinung nach in seunem offenen Brief zu sehr mit seinem „Erzieher“ politisch auseinander gesetzt, versucht ihn zu beledhren umzuerziehen. Er muß

doch selber wissen dass er etwas Unmögliches damit versucht. So ist eigentlich die wahre Rolle der „Erzieher“ opderTräiner ganz merklich verharmlost worden. Für sich selbst haben die „Erzieher“ nur ihre Arbeit geleistet und dafür einen Lohn erhalten der weit über dem Lohn eines Werktätigen lag.

Es wäre wichtig gewesen anzudeuten dass die „Erzieher“ die Personen waren die die Verbüßung der Strafe als erster und nächster und in direktester Weise für einen SG -kriminell oder politisch- bestimmt und gestaltet hatte. Dies lief in meisten Fällen im Einklang mit dem Strafvollzugsgesetz der DDR ab, aber da die STASI als Kontrollorgan das Sagen über die Sicherungs oder Eriehungsmaßnahme hatte wurde Strafvollzugsgesetz seitens der „Erzieher“ oft umgangen und die „renittenten“ SG in den dunkelsten Absonderungen und Veließen oder Schlichtzellen und Arrestzellen „erzogen“ nach dem Ermessen des „Erziehers“ und seinen willfährigen Schergen und Schläger, die die Eigenschaft hatten in Gruppen wirkend sich auf einem SG auszutoben, wiobei sie bemüht waren sich durch ihren Drescheinsatz besonders hervorzutun.

Über solche Erziehungsmaßnahmen hätte ich von Herrn Siegmar Faust Näheres erfahrenm wa Cottbus anbetrifft.

Die „Erzieher“ hatten fast unvorstellbaren und fast uneingeschränkten Einfluß auf den täglichen Ablauf, auf das Leben eines Strafgefangenen. Einer meiner Erzieher im Rummelsburg Oberleutnant Meyer hatte aus den Paketen der Wessis grundsätzlich die Kaugummis rausgefilzt aber auch die großen,dicken Kugelschreiber minen, angeblich Rauschgiftgefahr. Als ob die Ständige Vertreter als Deogenschmuggler fungiert hätte. Das miese Schwein hatte die Kaugummis selbst gefressen und mit den Mienen muss er draußen gediehlt haben. Auch bei meinem Antrittbesuch kaute er an einem und haufen Mienen lagen rum.

Die erste „Erziehungsmaßnahme“ oder Erziehungsversuch JEDES Erziehers war den Neuankömmling auf seiner Station oder in seinem Erziehungsbereich oder Trakt, beim Antrittsgespräch zum Anscheißen von Kammeraden zu werben, anzustiften, zu korrumpieren. “ Sie haben hier eine Strafe von 7 Jahren… bis zur Hälfte sind immerhin 2,5 und wir haben unterschiedliche Jobs wo Sie eingesetzt werden könnten… wenn Sie uns Information aus dem Aufenthaltsbereich und Arbeiitsbereich liefern müssten Sie es nicht so schwer haben..“ und so sind nicht manche sonder viele zu Zellenspitzeln geworden. Die dies abgelehnt hatten, hatten mit perfieden Konsequenzen zu rechnen ohne dass sie es gewußt haben. Besonders schwer hatten es die gehabt die im Rahnem eines operativen Anwerbungsbestreben der STASI als IM gewonnen werden mussten.

Viele von den Erziehern gingen richtig in ihrer „Arbeit“auf und betrachteten den Delikt des SG mit persönlichem Interesse.

Was ich bei Siegmar Faust vermisse bei der benennung seiner Arrest und Absonderungsstrafen sind die dazu passenden entsprechenden Verfügungen in Form wie dieser:

 

 

 

Die beiden Verfügungen über Folter und Dreschorgie, unterzeichnet vom Oberstleutnant Neidhardt  – den  vermutlich  Verbindungsoffizier des MfS sind  Beweis dafür dass die STASI- für den Sondereinsatz die Folterknechte  ordentlich bezahhlt, mit Präsmien versorgt hat. Nur deswegen sind diese  Verfügungen ausgestellt, zum Abrechnen ! Da war auch nicht wichtig dass  ich zum ausgewiesenen Zeiztpunkt eigentlich im Arrest gelegen habe. Der Einsatz von OMR ChA OSL Dr. Erhard Zels ist natürlich in der Gesundheitsakte  nicht vermerkt worden, als er die Schnittwunde  verarztet hat. IME NAGEL wurde  aus den höchsten Kreisen des MfS geführt !

******

DAS ist  weder dem TOP Ermittler Tschaika aufgefallen  aber auch nicht dem Oberstaatsanwalt Lorke  !?? von der Staatsanwaltschaft II Berlin 1997 !?? Ich hätte gerne gewußt  von wo KK Tschaika nach Berlin als Überhangmandat abkommandiert wurde ! Mein Versuch bei der Polizei  ihn ausfindig zu machen blieb erfolglos. W A R U M wohl !??

Wegen Strafvereitelung im Amt !?!

 

VERFÜGUNGEN   des Feindes 002

WEIL dies sind die Beweise dafür welche Erziehungsmaßnahmen die „Erzieher“ angewandt hatten. Und wenn die künftige Gedänkstätte außer der BStU -Akte die Gefangenenpersonalakte der Geknechteten und Unterdrückten nicht verfügt wird ihre Glaubwürdigkeit sehr zweifelhaft.

DIESE Sachen kamen als Beweise selten in einer BStU Akte vor, eben weil manche „Erziehungsmaßnahmen“ als reinste Willkür abgelaufen sind und so grob und einschneidend waren, dass die auch vior der STASI geheimgehalten wurden, eben weil die das Ausleben der niedrigsten persönlichen Brutalität der Bedinsteten darstellten.

Es war für mich eine niederschlagende Nachricht, ein Skandall das die Gefangenenpüersonalakte der StVE Berlin Rummelsburg allesamt bis auf 150 Muster geschreddert wurden, wegen einer Gesetzeslücke, die offensichtlich da gelassen wurde umd die Vernichtung dieser Akte zu ermöglichen was eine gemeune Spurenvernichtung gewesen ist.

Man hat die Aufbewahrungsfristen für Gerichtsakte von 20 Jahren auch für Gefangenenpersonalakte angewandt !?? Wer Akte vernichtet, worin Schicksale von Menschen sind der ist morgen bereit auch Menschen zu vernichten. SKANDALL !!!

Über stasifolteropferadamlauks

I am 66 Years old and I do promote acommodations on the adriatic´s sea beaches for holiday in apartments close to the sea-close to the mediteranian beauty. I am still victim of torture in STASI-Prison 1982-1985. I never reacht Justice and satisfaction by Germany´s goverment after 30 Years ! I am fighting for the implementation of § TORTURE in Germany´s low.
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3 Antworten zu Offener Brief an Siegfried Halke, einen „Erzieher“- Kahrener Strasse 29, 03051 Cottbus

  1. August schreibt:

    Herr Faust hat einen Posten, das sagt glaube ich schon Alles.
    Auch er darf die Rote Linie nicht überschreiten.
    Ein bisschen Kritik, ein bisschen Weltschmerz, Hauptsache nichts Konkretes.
    Keinem Täter wird Schaden zugefügt und keinem Opfer wird geholfen.
    Warum fordert er keine angemessene Ehrenpension für die Opfer??
    Die für Freiheit und Demokratie im Gefängnis saßen.
    Die Täter wissen, es lohnt sich in Deutschland immer, im Dienste der Diktatur zu stehen.

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  2. Thomas schreibt:

    Sie wissen schon das dies was sie hier im Internet verbreiten eine Rufmord
    ist.Und man sie deswegen rechtlich belangen kann,vorallem weil sie öffentlich Namen genannt haben.

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