Was SPIEGEL über die STASI geschrieben hatte und nicht schreiben durfte !?


Zuarbeit zur juristischen Aufarbeitung war die erste  Aufgabe der Gaucks Behörde.

Zuarbeit zur juristischen Aufarbeitung war die erste Aufgabe der Gaucks Behörde.

STASI lobte den Artikel des SPIEGELS

Ulrich Schwarz – Leiter des SPIEGEL Büros in der DDR interviewte mich einen ganzen Tag 1986

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Ulrich Schwarz – Waren Sie IM der STASI  !?? – Warum haben Sie nicht  im April 1986 über Folterungen, Mißhandlungen, ärztliche Übergriffe und Experimenten an Gefangenen  geschrieben aus unserem Interview in Villingen in Schwarzwald !?? Gekauft oder erpresst zum Schweigen !??

 

http://www.geschichte-treffen.de/188/

 

 

Ohne Autorisierung  "berichtete" Ulrich Schwarz praktisch über das fast ganztägiges Interview mit Mir in Villingen. Von Folterungen,Mißhandlungen an Gefangenen, Experimenten im Haftkrankenhaus Leipzig Meusdorf  und Übergriffe der IM Ärzte im Berlin Buch, Waldheim und Leipzig Meusdorf kein einziges Wort. Wichtig war den Innerdeutschen Menschenhandel nicht zu belasten.

Ohne Autorisierung „berichtete“ Ulrich Schwarz praktisch über das fast ganztägiges Interview mit Mir in Villingen. Von Folterungen,Mißhandlungen an Gefangenen, Experimenten im Haftkrankenhaus Leipzig Meusdorf und Übergriffe der IM Ärzte im Berlin Buch, Waldheim und Leipzig Meusdorf kein einziges Wort. Wichtig war den Innerdeutschen Menschenhandel nicht zu belasten.

SPIEGEL brachte einen STASI-kompatiblen Bericht und  verschleierte  eine der größten Wirtschaftsdiversionen in den Achzigern die die elitärste HV des MfS auf den Plan riefen und die eine  der größten Niederlage hinnemen musste.

SPIEGEL brachte einen STASI-kompatiblen Bericht und verschleierte eine der größten Wirtschaftsdiversionen in den Achzigern die die elitärste HV des MfS auf den Plan riefen und die eine der größten Niederlage hinnemen musste.

Mit vereinten Kräften machte sich STASI, VP und Zollverwaltung mit 9 monatigen Verspätung  an die Bekämpfung des Deliktes: Nichtgenehmigter ambulanter Handel mit Quarzarmbanduhren  westlicher (!?) Herkunft ! Hinter dieser Formulierung v wurde  eigentlich Wirtschaftsdiversion von ungeahntem Ausmaaße verschleiert. Die zuzugeben vor der Öffentlichkeit hätte für die Spitze der Staatlichen Plankomission und Aussenhandels der DDR einschneidende personelle Konsequänzen gehabt. Was einer Katastrophe gleich kam ist die Tatsache, dass 200.000 informelle Mitarbeiter des MfS bis zum 16. 10.1982  und unzählige patriotischen Bürger der DDR an ihre STASI keine einzige Meldung oder Bericht an  den Führungsoffizier geliefert hatten. Das System hatte  völlig versagt.  Es wurde ungeheuerlicher Aufwand betrieben, praktisch um leere Hülsen einzusammeln. Bis zur Eröffnung des Operativ Vorgangs MERKUR  gingen weit über 100.000 von Quarzuhren über den ambulanten Handel in den Besitz der stolzer DDR – Endabnehmer. Ulrich Schwarz Recherche ist flach gewesen dass er die Anfänge der Produkt-Pirateri 1981 in der DDR in diesem Zusammenhang nicht gesehen hat.  Der DDR Aussenhandel  unterbreitete sein Plan  zum Import von Billiguhren aus Hong-Kong und Singapur der Staatlichen Plankomission der DDR. Der Plan wurde  natürlich genehmigt weil unvorstellbarer Profit veranschlagt wurde. Danach sollten die  100.000 Uhren  zu 2,5 – 3 US$  importiert werden, im Werk für Mikroelektronik und in RUHLA-Werken, durch das Wechseln des Zifferblattes zu Qualitätsuhren Made in DDR umpiraterisiert werden, um letztendlich zum Wohle des Volkes  vom Binnenhandel zu 550 – 600 M DDR angeboten zu werden. Es war eine  große Fehleinschätzung des Aussenhandels und der Staatlichen Plankomission die  den Einfluss der Marktwirtschaft aus dem benachbarten Westen nicht berücksichtigt hatte. Die Wirtschaftsdiversion war die folge. Erst wenn die Zahl  der durch den Aussenhandel importierten Tranchen  bekannt wird, wird es möglich dieses Desaster auch in Zahlen auszudrücke. Die Qualitätsuhren aus Ruhla blieben Ladenhüter und auch nach dem die Preise  halbiert wurden, wollte die kein Mensch kaufen, sie blieben Ladenhüter. Später wurden die  DDR Betriebe dazu aufgefordert die Dinge aufzukaufen und sie  an Jubilare als Auszeichnung mit Urkunde zu verteilen. Auch MfS Angehörige erhielten eine Qualitätsuhr aus der „DDR Produktion“  3 US$ das Stück für  langjährige Treue und Einsatzbereitschaft  beim MfS!?

STASI hat sich selbst erniedrigt und musste sich über diesen Schrott als Auszeichnung noch freuen und stolz darauf sein.

Schild und Schwert der Partei

SPIEGEL-Serie über Machtfülle und Unterdrückungspraxis der DDR-Staatssicherheit (I)

Alle Täter sind gleichzeitig auch Opfer. Viele Opfer sind gleichzeitig Täter oder zumindest potentielle Täter. Dadurch entstand ein unauflösliches System von Abhängigkeiten, eine Art Komplizenschaft. Und es entstand die Herrschaft der Apparate.

Jeden Dienstagnachmittag trafen sich im zweiten Stock des düster-marmorierten ZK-Gebäudes am Werderschen Markt in Ost-Berlin zwei alte Männer. Abgeschirmt von einem dreifachen Kordon ausgewählter Staatssicherheitsmänner – die erste Gruppe kontrollierte die Zufahrt, die zweite den Eingang, die dritte war vor dem Paternoster in der Etage des Allerheiligsten postiert -, konferierten die Greise jeweils nach Schluß der wöchentlichen Politbüro-Sitzung über die Sicherheitslage der von ihnen beherrschten Republik.

Lange Zeit war der Befund, den Minister Erich Mielke, seit 1957 Chef der Staatssicherheit (Stasi), heute 82, seinem Kampfgefährten Erich Honecker, seit 1976 SED-Generalsekretär, heute * Im Keller der Kinderkrippe Fröbelstraße im Stadtbezirk Prenzlauer Berg. 77, gab, eindeutig: Die Stasi hatte – fast – alles fest im Griff.

In den Worten von Egon Krenz, 52, lange Jahre Sicherheitschef der Staatspartei SED, der am 18. Oktober Honecker gestürzt und einen Monat später auch Mielke entmachtet hatte: „Unter der Leitung des alten Sicherheitsapparates ist die gesamte Gesellschaft verwaltet und der Bürger entmündigt worden.“

Und: „Die Staatssicherheit war ein Staat im Staate.“

Im Jahr nach „1984“, für das George Orwell seine Vision vom großen, allmächtigen, allwissenden Bruder Staat gezeichnet hatte, erließ Mielke seine „Dienstanweisung 2“ über Maßnahmen zur „vorbeugenden Verhinderung, Aufdeckung und Bekämpfung politischer Untergrundtätigkeit“. Damit wurde „eine totale flächendeckende Überwachungsarbeit angestrebt“, so der Regierungsbeauftragte für die Stasi-Auflösung, Manfred Sauer, in seinem Zwischenbericht für den DDR-Ministerrat vom 15. Januar.

In der Tat hatte Mielke mit Honeckers Segen ein flächendeckendes Netz über das Land gelegt. Die darin zappelten, waren Andersdenkende – sie wurden zur Räson gebracht; Nörgler – sie wurden erfaßt und gemaßregelt; Oppositionelle – sie wurden eingeschüchtert und außerhalb rechtsstaatlicher Normen bestraft; alle Bürger sollten wissen, daß Freiräume zur eigenen Entfaltung in dieser Sorte des real existierenden Sozialismus nicht vorgesehen waren. Sie hatten davon auszugehen, daß jede ihrer Regungen registriert, kontrolliert, gespeichert und verfolgt wurde.

Sie sollten sich so verhalten, daß der Staat im Staate, die Stasi-Truppe innerhalb des SED-Apparats, mit den leitenden Greisen an der Spitze keinen Grund zur Beanstandung sah – gehorsam, duckmäuserisch, petzend. Bürger degenerierten zu Denunzianten, junge Leute zu angepaßten Mitläufern. Kritiker wurden zu Kriminellen erklärt, ein – ohnehin geteiltes – Land erneut geteilt: in Schnüffler und Ausgeforschte, in Jäger und Gejagte, in Täter und Opfer. Den Opfern, die von den Krakenarmen der Stasi umfangen waren, blieb oft nur die Anpassung; die Unterdrückung schuf sich neue Helfer. Deren wichtigster: die allgegenwärtige Angst.

Was jetzt aus den Archiven der Stasi-Büros quillt, soweit es nicht außer Landes oder in den Reißwolf spediert wurde, oder was von betroffenen Bürgern berichtet wird, macht in der Rückschau aus dem real existierenden Sozialismus einen Überwachungsstaat schlimmster Sorte. Die wütendsten DDR-Kritiker im Westen hätten die Wahrheit als polemische Übersteigerung abgetan.

Die Staatssicherheit, benannt nach dem Ministerium für Staatssicherheit (MfS) und nach offizieller DDR-Lesart nur ja nicht zu verwechseln mit dem Sicherheitsdienst der Nazis, verfügte zuletzt über
* 85 000 festangestellte und wenigstens 109 000
inoffizielle Mitarbeiter; sie war zusammen mit der
Volksarmee (173 100) größter Arbeitgeber im Lande;
* ein riesiges Waffenarsenal: 124 593 Pistolen, 76 592
Maschinenpistolen, 3611 Gewehre, 766 schwere
Maschinengewehre, 3537 Panzerbüchsen; sie war nach der
Volksarmee mächtigster Waffenträger;
* einen beachtlichen Immobilienbesitz: 2037 Gebäude,
Wohnungen oder Grundstücke, davon allein in Berlin 652;
in 24 Erholungsheimen mit 2058 Betten konnten
Stasi-Mitarbeiter unter ihresgleichen urlauben;
* eine Stadt in der Stadt als Zentrale: Im Ost-Berliner
Stadtteil Lichtenberg residierte das MfS in 3000
Räumen. Allein die Ost-Berliner Bezirksverwaltung
arbeitete in (weiteren) 1000 Zimmern. In der Umgebung
jeder der 14 Bezirkshauptstädte sowie zwölf Kilometer
von der Wandlitzer Prominentensiedlung entfernt hatten
Bautrupps mit Riesenaufwand – als hätten sie sonst in
der DDR nichts zu tun – verbunkerte Kommandostäbe für
örtliche und staatliche Einsatzleitungen in den
Untergrund gegraben;
* die Daten von etwa einem Drittel ihrer Bürger: Fünf
Millionen Namen waren im zentralen MfS-Computer
gespeichert. Ein kaum glaubliches Ausmaß von Post- und
Telefonkontrolle – in manchen Städten wurde jeder Brief
geöffnet, jedes zweite Gespräch mitgehört – mehrte den
Informationsstand über Mißliebige in den Dateien und
Karteien der Stasi.

Finanziert wurde der Moloch mit zuletzt 3,6 Milliarden Mark jährlich aus dem DDR-Staatshaushalt – und damit von den Opfern. Der Aufwand galt nicht der Republik, sondern der Herrschaft der Staatspartei und ihrer Führung.

Vier Jahrzehnte war Mielkes Spitzelarmee allgegenwärtig. Das Volk hat die Lektion nicht vergessen und setzt auch die in PDS umbenannte SED immer noch mit dem verhaßten Schnüffelstaat gleich.

Neue Kürzel helfen nicht weiter: „PDS“ schrieben aufgebrachte Demonstranten am 15. Januar beim Sturm auf die Stasi-Zentrale auf ihre Plakate und wollten damit keineswegs für die „Partei des Demokratischen Sozialismus“ werben. PDS hieß für sie „Partei der Stasi“.

Umgekehrt wird ein Schuh daraus: Das Ministerium für Staatssicherheit war immer die Sicherheitszentrale der Partei. Es sicherte nicht den Staat, sondern die Diktatur der SED; es war nicht dem Parlament verantwortlich, sondern der Partei; sein Minister war stets Mitglied des ZK der SED.

Die Stasi-Mitarbeiter wurden nicht auf die Verfassung eingeschworen. Sie gelobten „alle Aufträge von Partei und Regierung bedingungslos und mit schöpferischer Initiative in Ehren zu erfüllen“.

Auf Kreis- und Bezirksebene wie in den Großbetrieben war die Verflechtung zwischen SED und Stasi gleich eng, die Befehlsstränge waren klar: Vor der jeweiligen „Einsatzleitung“ – dazu gehörten der 1. und 2. SED-Sekretär, der SED-Sicherheitsbeauftragte, der Chef der Volkspolizei und der entsprechenden NVA-Gliederung – gab der Stasi-Chef regelmäßig einen „Sicherheitsbericht“ und legte einen „Arbeitsplan zu Sicherheitsfragen“ vor: einen Katalog gegen Mißliebige.

Eine Trennung von Partei und Staatssicherheit, wie etwa Ex-SED-Chef Egon Krenz vorletzte Woche während einer Anhörung vor dem Runden Tisch glauben machen wollte, hat es deshalb nach Meinung ehemaliger Stasi-Offiziere niemals gegeben.

Die Verflechtung sei so vollständig gewesen, meint ein jetzt entlassener MfS-Oberst, „daß es dazu nicht einmal schriftlicher Befehle bedurfte“. Wenn etwa ein SED-Bezirksleiter gegenüber dem Leiter einer Bezirksverwaltung des MfS einen Wunsch oder eine Empfehlung aussprach, „dann war das so gut wie ein Befehl“. Gleichzeitig konnten Stasi-Mitarbeiter sich genauso an SED-Organisationen wenden, wenn sie etwa zur Überwachung von Veranstaltungen der Kirche oder oppositioneller Gruppen Hilfe brauchten.

Ob und wieweit die jeweiligen SED-Statthalter sich ihres Geheimdienstes gegen das Volk bedienten, meint auch der mit der Auflösung des MfS beauftragte Generalmajor Heinz Engelhardt, „war nur vom Temperament des leitenden Funktionärs abhängig“. Im Prinzip sei das MfS als „Schild und Schwert der Partei“ immer für die SED dagewesen.

Auch innerhalb der „Firma“, wie sich die Kraken-Behörde selbst gern nannte, war die Verbindung zur Partei eng, die Gängelung durch die MfS-interne Partei-Organisation straff. Das Verhältnis zwischen Vorgesetzten und Untergebenen spiegelte sich stets in den Rängen innerhalb der SED-Gremien wider, an deren Spitze der erste Sekretär der „Kreisleitung“ und Mitglied des ZK Generalmajor Horst Felber stand. Jeder Stasi-Agent wurde nicht nur als Soldat, sondern auch als Parteimitglied auf konformes Verhalten getrimmt. „Das reichte“, so Horst Lehmann*, bis vor kurzem Offizier in der Stasi-Zentrale an der Berliner Normannenstraße, „von den Kreisämtern bis ins Führungskollegium.“

Eine parlamentarische Kontrolle der Superbehörde war auf keiner Ebene vorgesehen noch fand sie jemals statt. Die Volkskammer, auf dem Papier der DDR-Verfassung Vertretung des Volkes, vollzog preußisch korrekt zwar den Gründungsakt, als sie am 8. Februar 1950 dem Gesetz zur Bildung des * Name von der Redaktion geändert. „Ministeriums für Staatssicherheit“ zustimmte.

Aber dieses Gesetz sagte nichts über Aufgaben, Aufbau und Befugnisse der Behörde – das regelten die Funktionäre unter sich. Offiziell wurde lediglich der „Klassenauftrag der Partei an das MfS“ verkündet, „Überraschungen durch den Gegner nicht zuzulassen und seine subversiven Angriffe gegen die verfassungsmäßigen Grundlagen der DDR zu verhindern“ – eine Gummiformel, die praktisch alles erlaubte, vor allem die unkontrollierte Bespitzelung von Andersdenkenden.

Keine wichtige Personalentscheidung außerhalb des sakrosankten SED-Parteiapparates lief in der DDR ohne das Jawort der Staatssicherheit. Alle Personen, so hatte Stasi-Chef Mielke in der Richtlinie 1/82 verfügt, „denen sicherheitspolitisch bedeutsame Funktionen, Befugnisse, Erlaubnisse bzw. Genehmigungen“ übertragen werden sollten, mußten sich vom Ministerium auf ihre politische Zuverlässigkeit durchleuchten lassen.

Und bedeutsam war alles: Ob jemand zum Wehrdienst eingezogen wurde oder Kombinatsdirektor werden wollte, einen Gewerbeschein beantragte oder sich an der Universität einschreiben wollte – immer saß die Staatssicherheit versteckt im Hintergrund und entschied mit. Gegen die Stasi konnte niemand etwas werden.

Mit allen Mitteln durchsiebte der Apparat bei diesen „Sicherheitsüberprüfungen“ das persönliche und berufliche Umfeld des Betroffenen, schickte ihm informelle Mitarbeiter auf den Hals, fragte Freunde, Berufskollegen ebenso wie seine Nachbarn aus. Häufig wurden gleich alle Verwandten ersten Grades derselben Prozedur unterzogen.

Abgelehnt wurde bereits bei „negativer politischer Einstellung“ oder „nicht geklärtem Charakter“ von Kontakten ins westliche Ausland. Reihenweise wurde so Wissenschaftlern und ambitionierten Ökonomen ohne Hinweis auf die wahren Ablehnungsgründe der Sprung in Führungspositionen versperrt, Schülern der Weg zur Universität oder der West-Urlaub mit „Jugendtourist“ verwehrt.

In diesem engmaschigen Überprüfungsnetz verfing sich bereits jeder, der zur Armee einberufen wurde. Denn bei der Musterung saß, verkleidet als Offizier der Nationalen Volksarmee, ein Mitarbeiter der zuständigen MfS-Kreisverwaltung mit am Tisch und entschied aufgrund der „politischen Zuverlässigkeit“ des Gemusterten über dessen Einsatzmöglichkeiten.

Jede politisch ungewünschte Äußerung, die zu diesem Zeitpunkt oder beim späteren Wehrdienst durch Stasi-Spitzel aktenkundig wurde, blieb auf unbegrenzte Zeit in den Stasi-Archiven festgehalten. So konnte ein kritisches Wort über Walter Ulbricht 1964 noch 20 Jahre später zur Ablehnung einer Auslandsreise führen.

Der Große Bruder war überall und vergaß nichts.

Das Heer der Spitzel und Zuträger, „Inoffizielle Mitarbeiter“ (IM) genannt, trug Uniform und Zivil. Stasi-Schnüffler traten als Zöllner und Kellner, Soldaten und Zeugen Jehovas auf.

Es gab Theologiestudenten, denen die Stasi gegen Informationen aus der Universität das Studium bezahlte – eine Investition mit Langzeitperspektive. Denn das Schnüffel-Amt gab sich damit nicht zufrieden. Erst nach dem Examen wurden diese Kirchenleute für die Sicherheitsfanatiker richtig wertvoll – mit Tips und Hinweisen aus den Kirchen, dem einzigen nichtstaatlichen Raum, der Andersdenkenden offenstand.

Inoffizielle Mitarbeiter hielten als Reiseleiter oder Zimmermädchen, als Zugschaffner oder Stewardessen die Augen und Ohren auf, sie bespitzelten Touristen, DDR-Bürger, Kollegen und manchmal wechselseitig sich selbst.

Sogar im Knast war niemand vor ihnen sicher: Gute Informationen über Mithäftlinge zahlten sich immer aus – wer spurte, konnte damit rechnen, wegen guter Führung vorzeitig entlassen zu werden.

Bis in die Rock- und Popmusik-Szene reichte das lange Ohr der Staatsspitzel. Prominente Musiker standen bei Mielke unter Vertrag. Sie sollten den Behörden nicht die Hitparade erklären, sondern Namen von Flucht- und Ausreisewilligen nennen.

Frühere Stasi-Mitarbeiter, die mit der Wende arbeits- und mittellos wurden, bieten inzwischen Listen mit den Namen tatsächlicher oder erfundener Spitzel an, die der Stasi angeblich immer noch Informationen aus den Vorständen aller neuen Parteien liefern.

„Das MfS“, so der letzte amtierende Chef und Konkursverwalter, General Heinz Engelhardt, „war in praktisch allen gesellschaftlichen Bereichen präsent“ (siehe Interview Seite 62).

Die 392 hauptamtlichen Kader und Mitarbeiter der Hauptabteilung XX – sie war für die Überwachung Andersdenkender zuständig und wurde von Generalleutnant Kienberg geleitet – führte nach Engelhardts Angaben „nur“ 1306 IM.

Aber diese Zahl besagt nichts über das Heer der Spitzel im Lande; deren Zahl lag weitaus höher. Denn „Inoffizielle Mitarbeiter“ wurden keineswegs nur von der Zentrale in der Normannenstraße angeworben und in Marsch gesetzt, sondern auch in den Kreis- und Bezirksverwaltungen. Wer etwas werden wollte in der weitverzweigten Stasi-Bürokratie, mußte neue IM rekrutieren – Gehalt und Aufstiegschancen künftiger Kader in der Provinz hingen davon ab.

Nur Spitzenfunktionäre der SED waren ausgenommen und durften als IM nicht geworben werden. Von einem linientreuen SED-Funktionär erwartete man ohnehin, daß er den Großen Bruder über alles informierte, was der Partei gefährlich werden könnte.

Etwa 5 Millionen der 16 Millionen DDR-Bürger waren nach amtlichen Stasi-Angaben in der Zentralen Personen-Datenbank (ZPDB) erfaßt – statistisch also nahezu jeder dritte, einschließlich der Säuglinge, Kinder und Greise.

Dem Wachstum der Machtmaschine Staatssicherheit waren in den vergangenen zehn Jahren keine Grenzen gesetzt. Je unglaubwürdiger die Lobpreisung der sozialistischen Errungenschaften wurde, desto größer wurde auch die Angst der SED-Fürsten vor der Unzufriedenheit im eigenen Volk, und desto hemmungsloser forcierten sie den Ausbau ihres Sicherheitsapparates. „Spätestens Ende der siebziger Jahre“, so berichtet Ex-Offizier Lehmann, „ist das regelrecht umgekippt, da wurde alles immer verrückter.“

So bauten alle „operativ tätigen“ Abteilungen ihr IM-Netz bis in die letzten Winkel der Gesellschaft aus. „Auf Druck von oben“, erinnert sich Lehmann, „wurde ein richtiger Wettbewerb bei der Spitzel-Anwerbung angezettelt. Wer nicht pro Jahr 25 Neuanwerbungen hatte, bei dem wurde es kritisch, das ging in die Beurteilung.“ Etwa 50 bis 60 Treffs pro Monat habe jeder Sachbearbeiter bewältigen, rund 35 Spitzel gleichzeitig betreuen müssen.

Angesichts dessen halten auch ehemalige Stasi-Offiziere die Angaben der eigens eingesetzten Regierungskommission zur Auflösung des Ministeriums über den Umfang des Spitzelsystems für grob untertrieben. Nicht 109 000 IMs, wie Modrows Beauftragter Sauer am Runden Tisch behauptete, sondern „wahrscheinlich eher die zehnfache Zahl“ (Lehmann) von Zuträgern war dem Reich des Stasi-Chefs Mielke zu Diensten.

Mit dem Heer der Informanten wuchs der Apparat selbst. Um die hereinkommende Informationsflut zu bewältigen, stieg der bürokratische Aufwand ins Unermeßliche. Schon vor jeder Anwerbung mußte über den potentiellen IM eine umfangreiche Akte angelegt werden. Erst nach umständlichen Nachforschungen in manchmal einem Dutzend anderen Abteilungen sowie in den Bezirks- und Kreisämtern durfte überhaupt eine erste Annäherung an den zukünftigen Mitarbeiter stattfinden.

Dann allerdings wußte der zuständige Sachbearbeiter, so Lehmann, „fast alles“ über sein Opfer. Und stets fanden sich irgendwelche kleinere Vergehen, etwa die Abzweigung irgendwelcher Güter „zum Schaden sozialistischen Eigentums“, für die dann „Wiedergutmachung“ eingefordert werden konnte. „Auf dieser Basis“, erinnert sich ein ehemaliger Spitzelführer, „reichte fast immer schon ein Gespräch, um die Leute krummzumachen.“

Das geschah bei Tätern wie bei Opfern auf die gleiche Weise. Die Schnüffler von der Normannenstraße und den vielen MfS-Dependancen im ganzen Land orientierten sich an einer Checkliste aus 101 Punkten mit dem schlichten Titel: „Hinweise zur Erarbeitung eines Persönlichkeitsbildes“. Das Protokoll, das nach der Recherche für die Amtsakten geschrieben wurde, präsentierte einen gläsernen Menschen.

Seine Haltung zur Arbeit („Nur für Geld, fachlich seinen Aufgaben gewachsen, wie reagiert er auf plötzliche Schwierigkeiten?“) wurde ebenso durchleuchtet wie die „Stellung zum und im Kollektiv“ („Besitzt er Autorität, worauf beruht sie?“) oder die „Stellung zur Einhaltung des Geheimnisschutzes“ – „Verschwiegenheit, Verantwortungsbewußtsein, Wachsamkeit, Gleichgültigkeit, Schwatzhaftigkeit, Nichtbeachtung von Meldepflichten?“

Die Fahnder hinterfragten Hobbys („Foto, Film, Briefmarken, Garten“) und ließen sich beschreiben, welche Lektüre die Person bevorzuge; sie notierten „besondere Kenntnisse und Fähigkeiten“ (zum Beispiel Fremdsprachen, Nachrichtentechnik) ebenso wie die „Einstellung . . . zur Verteidigungsbereitschaft, zur UdSSR und anderen sozialistischen Staaten“.

„Unterschiede zwischen offizieller und persönlicher Meinung“ wurden registriert, „Größe und Lage der Wohnung, Ausstattung“, „Umgang mit zwielichtigen Personen“ oder „Kontakte zu Verwandten und Bekannten im kapitalistischen Ausland“: „Persönlich, brieflich, wie oft?“

Den breitesten Raum nahm die „charakterliche Einschätzung“ ein – wobei die Stasi-Detektive darunter selbst die Art der Körperbewegung verstanden: „Natürlich, geschickt, ungezwungen, elastisch, graziös, gewandt, sparsam, ruhig, flüssig, straff, weich, nervös, linkisch, ungeschickt, fahrig, eckig, geziert, arrogant, schlapp.“

Aussprache („fließend, stammelnd, einschläfernd?“) und Ausdrucksweise („gewählt, weitschweifend, buhlend?“) wurden abgefragt, „Affekte und Stimmungen“, Auffassungsgabe („schwerfällig, kritisch wertend?“), Reaktionsfähigkeit („geistesgegenwärtig, stumpfsinnig?“) oder die Urteilskraft („nüchtern, unkritisch, leichtgläubig?“).

Das Interesse der staatlichen Schnüffler galt auch der Gedächtnisleistung des observierten Mitbürgers („gut, lückenhaft, träge?“) und in besonderem Maße seinem Sexualverhalten. Sechs Rubriken waren auszufüllen – „triebhaft, ungehemmt, haltlos, beherrscht, nicht kontrolliert, damit prahlend?“

Ein geradezu typisches Beispiel für die Sammel- und Kontrollwut der Staatsorgane liefert ein zweiseitiges Protokoll der zuständigen Stasi-Truppe im Kreis Kamenz „zur Absicherung der katholischen Jugendwallfahrt“ in Rosenthal. Um dieses völlig bedeutungslose Ereignis zu observieren, wurde ein siebenköpfiger Arbeitsstab gebildet und ein minutiöser Einsatzplan beschlossen („8.00 Uhr Abfahrt mit Krädern zu den dezentralisierten Sammelpunkten“, „9.30 Uhr Teilnahme aller Einsatzkräfte an der Wallfahrtsprozession“). Ziel der Recherche:
“ Das Augenmerk aller Genossen ist vor allem darauf zu “
“ richten und festzustellen, welche Meinungen traten zur “
“ Beurteilung der Wallfahrt seitens der Teilnehmer in “
“ Erscheinung. Das typische Echo zur Teilnahme. “

In riesigem Ausmaß wurde die Post gefilzt, etwa in der Stelle 12 beim Bahnpost* Am 2. Oktober 1989 in Leipzig. amt Gera. In komfortablen Räumen mit Kühlschrank und Kaffeemaschine residierten abgetrennt, durch eine Doppeltür gesichert und uneinsehbar, jahrzehntelang die Mitarbeiter der Stasi-Abteilung PZF (Postzollfahndung). Über einen separaten Eingang wurde ihnen waschkorbweise die Ausgangspost ins westliche Ausland zugespielt, Tausende von Briefen täglich. Stichproben wurden genommen, unter Wasserdampf geöffnet, gelesen und ausgewertet.

Ein Register, das laufend erweitert wurde, erleichterte die verschärfte Kontrolle von Andersdenkenden, Ausreisewilligen, Homosexuellen und Rechtsextremisten. Wenn die Wasserdampfspezialisten – ein Angestellter: „Der Raum mußte alle sechs Monate frisch tapeziert werden“ – fertig waren, verschloß die „Technische Abteilung“ die Briefe wieder. Beschädigte Briefe wurden weggeworfen.

Geldgeschenke in Briefen, die laut DDR-Gesetz hätten zurückgeschickt werden müssen, wurden nach Währung gesondert einkassiert und alle zwei Wochen von einem Mitarbeiter der Berliner Zentrale abgeholt. Ein ehemaliger Stasi-Mitarbeiter aus Saalfeld berichtet, daß auf diese Weise selbst in kleinen Dienststellen „4000 Westmark pro Woche“ zusammenkamen.

Organisiert und kanalisiert wurde die Datenflut – allein in Gera wurden etwa 80 Tonnen Akten gefunden und jetzt versiegelt – von einem hierarchisch verschachtelten, nach außen sorgsam abgeschotteten Apparat, der sich nach dem Prinzip „Teile und herrsche“ den jeweils Zuständigen angeblich immer nur in Ausschnitten offenbarte.

Auf Bezirksebene war dies der jeweils Erste SED-Sekretär, der zugleich immer auch Chef der Bezirkseinsatzleitung (BEL) und damit einer der Mächtigsten vor Ort war. Er kontrollierte nicht nur den Einsatz der lokalen Stasi und der Volkspolizei, deren Chefs seinen Weisungen zu folgen hatten, sondern auch den Rat des Bezirks und sogar die Armee, die in der BEL durch den Chef des jeweiligen Wehrbereichskommandos vertreten war.

Angeblich liefen die Informationen aus den Bezirken erst bei Erich Mielke wieder zusammen, angeblich war er der einzige, der sein Wissen mit dem Generalsekretär Erich Honecker teilte. Angeblich war sonst keiner informiert – Legenden nach der Wende, ebenso unglaubwürdig wie die Beteuerungen führender Nazi-Größen nach 1945, sie hätten von Terror und Konzentrationslagern nichts gewußt.

Als Beweis für die Exklusivität der wenigen Wissenden führen Stasi-Offiziere das spezielle, abhörsichere Telefonnetz (Stasi-Jargon: WeTsche-Netz) an, das mit nur 200 Teilnehmern alle Führungsspitzen von Partei und Staatssicherheit miteinander verband. Dessen Zentrale birgt das nach Art eines Faradayschen Käfigs gegen alle elektromagnetischen Wellen abgeschirmte Haus 43 auf dem Gelände in Berlin-Lichtenberg. Es steht zugleich für den ungeheuren technischen Aufwand des Stasi-Staates, bei dem, so ein ehemaliger MfS-Nachrichtentechniker, „Geld gar keine Rolle spielte“.

Aber so exklusiv und klein war der Kreis der Kenner wohl nicht.

Schon auf Bezirksebene waren immer der Stellvertreter des MfS-Chefs und der Leiter der für Sicherheitsfragen zuständigen Abteilung II informiert. Und auch in der Berliner Normannenstraße war Mielke nicht als einziger im Bilde.

Der Apparat funktionierte auch ohne den Chef, wie die bislang bekanntgewordenen Unterlagen zeigen. Ob Mielke in Urlaub war oder auf der Jagd, ob er sich auf der Ehrentribüne des Dynamo-Stadions über Fehlpässe der Kicker des Stasi-eigenen Berliner Fußballklubs Dynamo aufregte und vor Wut auf seinem Hut herumtrampelte, wenn der Schiedsrichter der gegnerischen Mannschaft einen Strafstoß zuerkannte – der Betrieb in der Normannenstraße lief reibungslos.

Seine Stellvertreter – Werner Großmann, Gerhard Neiber, Rudolf Mittig und Wolfgang Schwanitz – waren über die laufenden Geschäfte oft besser informiert als der Minister. Wie in jeder Behörde redeten die Referenten und Abteilungsleiter selbst bei diesem Geheimdienst gemeinsam auch über Dienstliches. In der Kantine kamen die Informationen oft schneller zusammen als beim Chef.

Nur die Spionageorganisation „Hauptverwaltung Aufklärung“, bis 1985 geleitet von Markus („Mischa“) Wolf und zuständig für die im Ausland operierenden „Kundschafter“, schottete sich gegen das Haus ab.

Was im Inland passierte, war von der Stasi-Krake nahezu lückenlos abgedeckt. Ausländer und Durchreisende, Schüler und Soldaten, Polizisten und Musiker, Künstler und Kirchenleute – alle Berufsgruppen waren von irgendeiner Abteilung des Riesenapparates erfaßt und die meisten öffentlichen Gebäude wohl auch: Letzte Woche wurden in der Ausflugsgaststätte am Napoleon-Denkmal von Jena-Cospeda, wo sich Mitarbeiter der Jenaer Zeiss-Werke regelmäßig mit ausländischen Gästen trafen, Wanzen gefunden – an den Wänden der einzelnen Räume wie in den Toiletten. Auch in den großen Devisenhotels waren perfekte Abhörvorrichtungen installiert.

Und wenn der Große Bruder wollte, schlug er mit der gesamten Macht seines Bespitzelungs- und Überwachungsapparates gegen, so der Stasi-Jargon, „politisch negative Personen“ zu.

Regimekritiker wie Robert Havemann, Wolf Biermann, Stefan Heym oder Wolfgang Templin wurden monatelang abgehört, ihre Briefe geöffnet, jeder Besucher registriert und überprüft. Inoffizielle Mitarbeiter der Stasi horchten sie und ihre Freunde aus, jede ihrer Bewegungen wurde fotografiert, jede Autofahrt verfolgt. Bei Robert Havemann ging das MfS so weit, daß es alle zu seiner Beerdigung erschienenen Freunde und Verwandten registrierte und anschließend einzeln, so ein ehemaliger Stasi-Major, „tiefgründig aufklärte“.

Templin wurde durch subtilen Postkartenterror gequält. Stasi-Leute antworteten unter seiner Adresse, aber fingiert auf Zeitungsannoncen („Kaufe Ihren Seehundpaletot, zahle 5600 Mark“ oder „Zahle Ihnen für Ihren Wartburg Tourist 24 000 Mark“). Clou des Psychoterrors war dann der Hinweis an die Verkäufer: „Da ich wegen eines Gipsbeins zur Zeit leider nicht selber kommen kann, bitte ich um Besuch beziehungsweise Auslieferung.“ Bei Templin, jetzt führender Kopf der Initiative für Frieden und Menschenrechte, stauten sich da die ungebetenen Kunden und Waren.

Noch im letzten Dezember, die Stasi war schon abgeschafft, entdeckte Jürgen Döller, Mitglied des Demokratischen Aufbruchs in Erfurt, in der Kapuze seines Anoraks eine Wanze – mit Mikrofon, Batterie, Sender und zwei hauchdünnen Antennendrähten; Reichweite: zwei bis vier Kilometer (siehe Bild Seite 66). Die Schnüffler wollten auch bei der Demokratisierung dabeisein.

Mielkes Staatssicherheit kam es zum Schluß gar nicht mehr darauf an, auf dunklen Wegen Konspiratives und Geheimes zu entdecken. Die offensichtliche und allgegenwärtige Präsenz sollte Angst verbreiten, die Oppositionellen erst verunsichern und von ihren politischen Freunden isolieren, dann ihre Moral Stück für Stück zermürben – bis sie schließlich kapitulierten oder, dem ständigen Druck nachgebend, in den Westen entkamen.

Die Staatssicherheit war nicht zimperlich, politische Gegner aufzuspüren und ihnen – je nachdem – mit Macht oder List zuzusetzen. Eines ihrer liebsten Mittel: großangelegte, konspirative Wohnungsdurchsuchungen, mit denen Beweismaterial für spätere, offizielle Durchsuchungen der Staatsanwaltschaft vorbereitet wurde.

Meist durch die auf Beobachtung und Durchsuchungen spezialisierte Hauptabteilung VIII organisiert, wurden bei diesen Aktionen jeweils mehrere Dutzend MfS-Mitarbeiter eingesetzt, um die illegale Aktion zu vertuschen. Denn bevor die Wohnung des Betroffenen mit einem Nachschlüssel oder einem Dietrich geöffnet wurde, sorgte ein ausgeklügeltes System für ungestörtes Arbeiten der Stasi-Einbrecher.

Alle Einwohner des betroffenen Hauses, bei Hochhäusern die Bewohner aller angrenzenden Etagen, wurden systematisch aus dem Haus gelotst und außerhalb, so der Stasi-Sprachgebrauch, „gebunden“: Rentner erhielten einen Arzttermin, Arbeiter eine Vorladung ihres Parteisekretärs im Betrieb, Schüler mußten unter Lehreraufsicht nachsitzen. Dutzende von Stasi-Mitarbeitern sicherten während der Durchsuchung nach außen ab und meldeteten per Funk, wenn die Bindung eines Hausbewohners geplatzt war.

Erst wenn außen alles gesichert war, brach die mindestens sechsköpfige Spezialtruppe der Abteilung VIII in die Wohnung ein und begann die Durchsuchung. Bevor die Einbrecher im Staatsauftrag Kleiderschränke, Regale und Kommoden durchwühlten, hielten sie die Lage jedes Buches, jedes Taschentuches und jedes Hemdes mit einer Sofortbildkamera fest, um nach Durchsicht alles wie unberührt zurückzulegen. Gesucht wurde nach allem, was politisch verdächtig erschien: West-Zeitungen, West-Geld und West-Korrespondenz, oppositionelle Flugblätter und regierungskritische Briefe.

Nachdem das Untersuchungskommando die Wohnung wieder verlassen hatte, wurden alle neugewonnenen Informationen über den Bewohner sorgsam registriert und in den Stasi-Speichern archiviert. Hatte sich genügend finden lassen, tauchten dieselben MfS-Arbeiter wenige Tage später wieder an der Wohnungstür auf: ganz offiziell zusammen mit den Ermittlern der Staatsanwaltschaft, ausgewiesen als „Mitarbeiter des Untersuchungsorgans“ und bestens über die Verstecke des gesuchten Belastungsmaterials informiert.

Dann kamen die Verhöre.

Um ihre Opfer kleinzukriegen, konnten die Exekutoren der SED-Sicherheitsdoktrin in aller Regel auf physische Gewalt verzichten. Denn in allen Bezirks- und Kreisämtern saßen geschulte Verhörspezialisten, die auch ohne Folter-Drohungen von ihren Häftlingen am Ende die Aussagen bekamen, die sie hören wollten. Dabei setzten die Ermittler stets auf die Methode, den Festgenommenen in den Zustand völliger Recht- und Hilflosigkeit zu versetzen, bis, so ein ehemaliger Stasi-Gefangener, „du auf dein eigenes Leben keinen Pfifferling mehr setzt und dir nur noch alles egal ist“.

Wichtigstes Mittel war, dem Gefangenen klarzumachen, daß kein Gesetz, kein Anwalt, kein Freund oder Verwandter die Staatssicherheit daran hindern konnte, ihn so lange festzuhalten, bis sie die richtige Aussage bekam – manchmal auch jahrelang.

Wie die Verhöre verliefen, vermögen viele Opfer hinterher kaum zu beschreiben. Denn formal verhielten sich die Vernehmer meist korrekt; gesicherte Angaben über Foltermethoden sind aus den letzten Jahren nicht bekannt.

Die Vernehmer übten psychische Folter. Ohne das Recht auf Aussageverweigerung, auf die Rücksprache mit einem selbstgewählten Anwalt und die Begrenzung der Untersuchungshaft auf eine absehbare Frist gelang es fast immer – so belegen Tonbandprotokolle aus der Potsdamer Stasi-Filiale – , den Gefangenen innerhalb weniger Tage das Gefühl völliger Ausweglosigkeit zu geben.

Wie unendlich zermürbend diese Strategie war, erfuhr etwa der Ökonom und Direktor eines Betriebes für Metallverarbeitung in Frankfurt/Oder, Horst Lademann. „Schuldig geworden“ in den Augen der Überwachungsmaschine war er durch eine teure Fehlinvestition in seinem Betrieb. Von einem Mitarbeiter der persönlichen Bereicherung denunziert, geriet er im Herbst 1985 in die Fänge der Ermittler des damaligen Frankfurter Stasi-Generals Engelhardt.

Elf Monate lang versuchte er der psychischen Quälerei durch seine Vernehmer zu widerstehen. Die Nächte und die Wochenenden verbrachte er in einer zehn Quadratmeter großen fensterlosen Einzelzelle, die Tage mit wechselnden Stasi-Offizieren im Verhör. Immer und immer wieder stellten sie ihm die gleichen Fragen, hielten ihm die gleichen Unterstellungen vor.

Nach einem Vierteljahr steigerten sich die subtilen Drohungen. „Damals sagten sie“, berichtete der Ex-Häftling einem Team von SPIEGEL-TV, „länger als sechs Monate hat das hier gesundheitlich noch niemand durchgehalten, überlegen Sie sich das.“ Mit den Worten „Für Sie ist es Ihr Leben, für uns nur unser Beruf“, drohten sie ihm bald darauf eine weitere Verdoppelung seiner Untersuchungshaftzeit an.

Schritt für Schritt, so Lademann, habe man so seinen Widerstand gebrochen, bis er schließlich selbst begann, an seiner Unschuld zu zweifeln, und das Geständnis unterschrieb, „nur um irgendwann wieder rauszukommen“. Lademann: „Elf Monate lang täglich verhört zu werden hat irgendwann eine ausreichende psychologische Wirkung, da braucht man nicht verprügelt zu werden.“

Solche und Tausende ähnlicher Fälle waren es, die in 40 Jahren SED-Herrschaft und speziell in deren letzten Jahrzehnt der Bevölkerung das sichere Wissen gaben, den Häschern der Staatssicherheit am Ende doch nicht entkommen zu können. „Dieses Gefühl“, so meint der Frankfurter Pfarrer Christian Gehlsen, Sprecher einer Bürgergruppe, die um Rehabilitierung kämpft, „diese Angst, daß in der Finsternis ein Gegner lauert, der dich jederzeit zerquetschen kann, das ist noch lange nicht weg, viel zu viele haben das noch immer tief in sich verschlossen.“

Wer auffällig wurde, wer zu oft ins Register der Schnüffler wanderte, brauchte auf Besuch nicht lange zu warten. Die Stasi-Bezirksleitung verständigte die zuständige Kreisleitung, daß Verdachtsmomente für Straftatbestände vorlägen. In dem von Bürgern gestürmten Einsatzbunker in Tautenhain im thüringischen Kreis Eisenberg wurden Listen mit politisch auffälligen Personen und daneben ein Verzeichnis der im Bezirk Gera vorgesehenen Internierungslager gefunden – das romantische Schloß Greiz, Burg Weida, Burg Ranis. „Nur für Leute, die im Verteidigungszustand die Verteidigungsfähigkeit beeinträchtigen würden, das können auch bestimmte Ausländergruppen sein“, sagt Geras Stasi-Chef Michael Trostorff. Die Genfer Konvention legitimiere solche Pläne für den Notfall – meint er.

Die DDR hielt sich selbst für einen Notfall. Nicht nur beim Aushorchen und Drangsalieren Oppositioneller, auch bei der Befriedigung privater Bedürfnisse war das MfS der Partei- und Staatsführung allzeit zu Diensten.

So kopierte die Zentrale Bildstelle des Ministeriums in den siebziger Jahren im Auftrag der Abteilung Agitation und Propaganda Dutzende von Porno- und James-Bond-Filmen, die dann im Filmsaal des Ministeriums oder im Kinoraum des Wandlitzer Politbüro-Gettos im kleinen Kreis vorgeführt werden konnten.

Jeweils spät abends brachte ein Kurier Filmrollen aus West-Berlin zum Labor. Dort wurden sie über Nacht eilig vervielfältigt und am frühen Morgen wieder per Kurier in den Westen zurückgeschafft. Erst als sich dort Videofilme schneller und billiger besorgen ließen, hörte das Filmkopieren auf.

Ungeniert ließen sich jedoch Parteichef Erich Honecker, Ministerpräsident Willi Stoph und Minister Mielke weiter ihre Privatfotos von Jagdausflügen, Urlaubsreisen und Familienfeiern durch die Fotoexperten der Staatssicherheit vergrößern. Wie in Wandlitz galt auch hier für jeden, der den SED-Führern unmittelbar zu Diensten war, die Anweisung: „Jeder Wunsch, und sei er noch so ausgefallen, ist zu erfüllen.“

Ministerpräsident Willi Stoph, der zahlreiche Verwandte im Westen hat, die ihn oft in Ost-Berlin besuchten, hatte für seinen Clan einen Sonderservice organisiert.

Vom Bahnsteig B des S-Bahnhofs Friedrichstraße führte eine Treppe zu einem Sonderausgang, der immer von einem Stasi-Mann im besonderen Einsatz bewacht war. Hier kam nur raus, wer das Codewort wußte oder die zweite Hälfte einer durchgeschnittenen Ansichtskarte vorweisen konnte – in der Regel DKP-Delegationen aus dem Westen, Spione und hohe Stasi-Funktionäre.

Bei Stophs Verwandtschaft genügte der (damals noch) gute Name – vor der Tür wartete stets eine Staatslimousine, um den Besucher ans Ziel zu bringen. *HINWEIS: Im nächsten Heft Die Organisation der Stasi-Zentrale – Bürgerprotest gegen den Apparat – Lebt die Stasi weiter?

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Schild und Schwert der Partei
SPIEGEL-Serie über Machtfülle und Unterdrückungspraxis der DDR-Staatssicherheit (II)

Erich Mielke, 82, einst unumschränkt kommandierender General der Stasi, bietet heute ein Bild des Jammers. Wirkte der frühere Chef von rund 200 000 festen und freien Mitarbeitern schon bei seinem letzten Auftritt vor der Volkskammer am 13. November leicht schizophren, als er dem von ihm geknebelten Volk zurief: „Ich liebe, ich liebe doch alle“, so hat er in der Haftanstalt Berlin-Rummelsburg die Contenance verloren.

Immer wieder nervt der Greis das Wachpersonal – das früher in den gleichen Zellen Mielkes Opfer bewachte – durch laute Befehle an imaginäre Untergebene. So oft verlangt er nach einem Telefon, daß die Aufseher ihm schließlich einen Apparat in die Zelle stellten. Seither ist Ruhe: Mielke spricht stundenlang in den Hörer – ins Nichts; das Gerät ist nicht angeschlossen.

Zu seinen Herrschaftszeiten hielt Mielke, so berichten Mitarbeiter, hof wie ein mittelalterlicher Fürst. Oft bekam ihn monatelang nur ein ausgewählter Kreis von Beratern und Lakaien zu Gesicht. Jeder Vorgang von Bedeutung mußte bis ins Detail schriftlich niedergelegt werden, seine Mitarbeiter durften nie mit eigenen Ideen aufwarten. „Da wurde ein regelrechter Kult betrieben“, erinnert sich ein Mielke-Helfer, „jeder eigene Gedanke, jede Regung mußte unterdrückt werden, schon die Leiter der Abteilungen verbaten sich jedes kritische Wort.“

Das Sicherheitsbedürfnis der SED-Regenten war derart übersteigert, daß alle Bereiche des Lebens systematisch observiert wurden.

Für die Sicherung der Nationalen Volksarmee und der DDR-Grenztruppen war zum Beispiel die Hauptabteilung I zuständig. Sie begleitete mit fürsorglicher Aufmerksamkeit jeden Uniformträger – von der ersten Musterung bis zur letzten Wehrübung.

Schon der Eindruck bei der Musterung entschied darüber, ob der Rekrut im tiefen Süden der Republik oder an den Grenzen zur kapitalistischen Bundesrepublik stationiert wurde.

Fiel ein Uniformträger der Stasi während der Dienstzeit durch „Unzuverlässigkeit“ auf, wurde er – ohne daß ihm die Gründe mitgeteilt wurden – ins Landesinnere versetzt.

Im Lauf der Jahre entwickelten die Hauptabteilungen ein gigantisches Eigenleben. Unter der Führung und dem Machtbedürfnis der 27 leitenden Generale verselbständigten sich einzelne Abteilungen so weit, daß sie schon für sich einen fast kompletten Geheimdienst bildeten.

Unter der Leitung des Generalleutnants Dietze etwa baute die Hauptabteilung I, zuständig für die Überwachung des gesamten DDR-Militärbereichs, zusätzlich zu ihren in der Volksarmee tätigen Tausenden von Sonderoffizieren eine umfangreiche eigene Observationsabteilung auf, obwohl Beobachtungsaufgaben eigentlich der für solche „Dienstleistungen“ zuständigen Hauptabteilung VIII oblagen.

Zugleich erweiterte Dietze zielstrebig den Umfang seiner eigenen bewaffneten Truppen. Als S-Kompanien zog er sie für Spezialeinsätze an der Grenze heran. War zum Beispiel vorzeitig etwas über eine geplante „Republikflucht“ bekanntgeworden – so berichtet ein ehemaliger Stasi-Soldat -, legte eine S-Kompanie an dem vorgesehenen Grenzabschnitt einen Hinterhalt. Die gleichen Spezialtruppen wurden auch eingesetzt, wenn es galt, für die Einschleusung eines Kundschafters in den Westen eine erfolgreiche Flucht zu inszenieren.

Die Hauptabteilung II („Spionageabwehr“) kümmerte sich um jeden, der von draußen kam – vor allem um die westlichen Journalisten. Sie zählten im Feindbild der Stasi zu den „legalen Positionen des Feindes“. Ihre Büros, die „legalen Basen“, wurden ständig überwacht und abgehört.

Als einem Korrespondenten aus der Bundesrepublik einmal das Mißgeschick passierte, daß er über die Telefonschnur stolperte und das Kabel dabei herausriß, mußte er nicht lange auf Hilfe warten: Ungefragt erschienen kurze Zeit später Monteure und behaupteten, sie seien beauftragt, den kaputten Apparat zu reparieren.

Auch SPIEGEL-Korrespondent Ulrich Schwarz stand unter ständiger Bewachung. Kurz nachdem er das Büro verlassen hatte, war ihm eingefallen, daß er sein Notizbuch mit sämtlichen Telefonnummern auf dem Tisch hatte liegenlassen. Er fuhr sofort zurück, aber das Büchlein war verschwunden. Erst als Schwarz Stunden später von seinem Termin zurückkam, lag es wieder da.

Die Hauptabteilung III, zuständig für das Anzapfen der Telefone und die Überwachung des grenzüberschreitenden Telefonverkehrs, hat nach offiziellen Angaben (Stasi-General Heinz Engelhardt: „Die Kapazitäten sind stillgelegt, die Anlagen demontiert“) ihre Arbeit beendet. Doch Experten sind sicher, daß immer noch mitgehört und mitgeschnitten wird.

Für das Innenministerium und damit die Polizei war die Hauptabteilung VII verantwortlich – ihre Anweisungen wurden immer umgehend befolgt.

So erfuhr der damalige Innenminister Friedrich Dickel erst aus dem Radio, daß er das „Neue Forum“ verboten und die Aktivitäten dieser Oppositionsgruppe als verfassungsfeindlich eingestuft hatte.

Die Hauptabteilung VII war für den brutalen republikweiten Knüppeleinsatz gegen Demonstranten am 7. Oktober 1989 verantwortlich – und auch für den ersten Entwurf eines Reisegesetzes, den ein Sturm der Entrüstung wenige Tage später hinwegfegte. Die Mitarbeiter der Abteilung VII galten wahlweise als Angehörige des Innenministeriums (mit Ministerialausweis) oder der Kriminalpolizei.

Republikweit operierte auch die Abteilung VIII, die es nicht nur in der Zentrale, sondern auch in jeder Bezirksstelle der Stasi gab: eine Spezialtruppe für Observation, Durchsuchung und Festnahme – in der Firma „Horch & Greif“ (DDR-Spott) die Abteilung fürs Grobe.

Auf ihren Fernsehmonitoren beobachteten sie den gesamten Transit-Reiseverkehr zwischen der Bundesrepublik und West-Berlin. Längs der Fahrbahn und an allen Parkplätzen waren die Kameras montiert. Bereits das zufällige Parken eines Trabi neben einem West-Auto wurde als „vermutete Kontaktaufnahme“ fotografiert. Pech für den Trabi-Fahrer, wenn er sich später um eine Auslandsreise oder einen neuen Job bemühte.

Unter allen Berufsgruppen, die entlang der Transitstrecken Dienst taten – also Tankwarte, Kellner, Verkehrspolizisten -, hatte die Stasi eine Vielzahl inoffizieller Mitarbeiter geworben. Deren Informationen liefen in der Autobahnraststätte Michendorf zusammen, wo die Abteilung VIII eine eigene Filiale hatte.

Weit über ihren ursprünglichen Aufgabenbereich hinaus wuchs auch die sogenannte Untersuchungsabteilung IX, die für die Ermittlungen in Strafverfahren zuständig war. Weil die befreundeten Geheimdienste in den Warschauer-Pakt-Staaten nicht auch noch DDR-Bürger überwachen wollten, war in den Urlaubszentren Ungarns, der CSSR und Rumäniens stets eine große Zahl von Agenten der Abteilung IX unterwegs, um Kontakte der DDR-Bürger mit West-Urlaubern und mögliche Fluchtpläne zu verhindern.

Im Ausland tätig, so ergab jetzt eine Aktensichtung, war auch die „zentrale Koordinierungsgruppe“ des Generalmajors Niebing zur „Zurückdrängung von Ausreiseanträgen“. Sie bezahlte zum Beispiel Spitzel bei der bundesdeutschen Organisation „Hilferufe von drüben“ und ließ auch zeitweilig ausgereiste Oppositionelle wie Wolfgang Templin rund um die Uhr überwachen.

Daneben entstanden in dem verschachtelten, gut 30 Hektar großen Gebäudekomplex der Berliner Zentrale immer neue Spezialabteilungen, deren Aufgaben selbst unter Stasi-Mitarbeitern nicht immer ganz klar waren. So unterlag die im Auftrag von Mielke eingerichtete „Arbeitsgruppe Minister“ (AGM) des Generalmajors Rümmler besonderer Geheimhaltung, die sich um das Bunkernetz „zur Vorbereitung von Maßnahmen für den Verteidigungszustand“, die Beschaffung besonderer Waffentechniken und das Ausbildungszentrum für Spezialagenten in der Nähe von Berlin kümmerte.

Eine eigene Abteilung entstand rund um die Geschäfte des „Offiziers im besonderen Einsatz“ Alexander Schalck-Golodkowski, der der SED-Führungsclique die notwendige finanzielle Absicherung verschaffte. Daß bei den Devisen- und Waffengeschäften nichts schiefging, organisierte der Chef des „Bereichs Kommerzielle Koordinierung“, Oberst Meinel.

Wie hungrig Schalck und seine Freunde nach gewinnträchtigen Geschäften waren, blieb manchmal selbst einfachen Stasi-Soldaten nicht verborgen. Als etwa im Jahr 1984 eine aus der Sowjetunion versprochene Großlieferung von Maschinenpistolen für einen afrikanischen Waffenhändler ausblieb, bedienten sich Heinel und Schalck im Ministerium und lieferten statt dessen die Ausrüstung des MfS-eigenen Wachregiments „Feliks Dzierzynski“. Damals, erinnert sich einer der Entwaffneten, „gab es im ganzen Regiment wochenlang keine Kalaschnikows“.

Auch die Hauptabteilung XVIII – zuständig für die Wirtschaft der DDR – zählte zu den Schlüsselressorts in Mielkes Imperium.

Hier wurden nicht nur die künftigen Kombinatsdirektoren auf politische Zuverlässigkeit gecheckt. Die Hauptabteilung XVIII war auch dazu da, Betriebe und Kombinate der Republik auf Spurtreue zu überprüfen.

Wer aufmuckte, wurde von der Abteilung XVIII registriert und, wenn nötig, geräuschlos aus dem Verkehr gezogen. Manche hoffnungsvolle Managerkarriere in der DDR endete hier.

Gelegentlich mußten die Schnüffler nicht nur zur Sicherheit, sondern auch zum höheren Ruhme der Republik beitragen. Kurz vor dem Tag der Republik 1988, als der DDR-eigene Megabit-Chip noch immer nicht produziert war, mußte die Spionageabteilung Hilfe leisten, deren Unterabteilungen 14 und 15 des „Sektors Wissenschaft und Technik“ (SWT) schon lange für die Lieferung von High-Tech zuständig waren.

Die SWT beschaffte im vorletzten Sommer den Chip auf dem Weltmarkt und * Bei der Überreichung des 1-Megabit-Schaltkreises am 12. September 1988. schmuggelte ihn unter Umgehung der Cocom-Embargoliste nach Ost-Berlin. Dort übergab ihn Wolfgang Biermann, Chef des Kombinates Carl Zeiss Jena, unter beträchtlichem Propagandawirbel an Erich Honecker. Und der reichte das Paradestück ostdeutschen Erfindergeistes stolz an den sowjetischen Staats- und Parteichef Michail Gorbatschow weiter.

Herz und Hirn der Stasi war die Hauptabteilung XX – das Ressort für Andersdenkende. Sie arbeitete streng nach den Grundsätzen, die ein aus Bürgervertretern und Regierungsbeauftragten eingesetztes Komitee zur Untersuchung der Stasi-Arbeit in Dresden folgendermaßen beschrieb:
“ Jeder ist ein potentielles Sicherheitsrisiko; “
“ Um sicher zu sein, muß man alles wissen; “
“ Sicherheit geht vor Recht. “

Die Hauptabteilung XX überwachte „Parteien“ und „Massenorganisationen“. Sie war verantwortlich für die Bekämpfung der „politisch ideologischen Diversion“ (PiD) und der „politischen Untergrundtätigkeit“ (PuT).

Mit ihrem Spitzelheer unterwanderte sie Kirchen und Jugendverbände, Sportvereine, Krankenhäuser, Skinheads, Rocker und Faschos.

Aber die Bespitzelung allein reichte der Parteiführung nicht aus. Ihre ansteigende Sorge, das kujonierte DDR-Volk könne sich zu Massendemos und Aufständen zusammenfinden, spiegelte sich ab Mitte der achtziger Jahre immer häufiger in Großeinsätzen der Stasi wider.

„Es gab offensichtlich eine wachsende Angst bei der Führung“, sagt ein Stasi-Angehöriger.

Ob bei Stadtfesten oder Staatsjagden, bei Kirchentagen oder dem Pressefest des Neuen Deutschland – überall tauchten Hunderte auffällig unauffälliger Männer auf. Besonders wenn Fußball-Teams aus dem Westen, für DDR-Fans stets von besonderem Reiz, bei östlichen Nachbarn spielten – etwa Werder Bremen im tschechoslowakischen Brünn -, reisten im Troß der DDR-Zuschauer Dutzende von Stasi-Mitarbeitern mit.

Sie registrierten jeden, der die westdeutsche Fahne schwenkte oder siegestrunken das Deutschlandlied anstimmte.

Mit der wachsenden Sicherheitshysterie der SED-Führung Mitte der achtziger Jahre verschärfte sich allmählich auch das Klima innerhalb des Apparates. Die ideologischen Schulungen, berichten MfS-Angehörige, fanden häufiger statt, das vermittelte Feindbild wurde immer härter.

Die einzelnen Abteilungen des Ministeriums begannen sich gegeneinander abzuschotten. Wurden beispielsweise früher fast alle Observierungsfotos zentral entwickelt und vergrößert, so griffen die Bezirkszentralen und Hauptabteilungen im Ost-Berliner Ministerium nun auf eigene Labors zurück.

Erzählt wurde jetzt, zu kritischer Zeit, in Kantine und Fluren nur noch das Nötigste. Kritische Töne, im MfS ohnehin selten, waren gar nicht mehr zu hören.

Ein MfS-Angehöriger, so die Grundregel, sollte nur noch die Akten, Fotos und Anweisungen einsehen, die für seinen Arbeitsbereich unbedingt erforderlich waren. Die Doktrin, jeder sei potentiell ein Staats- und Parteifeind, wendete sich nun auch gegen die eigenen Mitarbeiter; die Täter wurden Opfer des Apparates.

Doch die Mitarbeiter, auf Jagen und Sammeln gedrillt, trauten sich Widerspruch oder Protest nicht zu. So groß der Druck des allgegenwärtigen Überwachungssystems auf die Bevölkerung war, so einschüchternd richtete es sich auch gegen die eigenen Soldaten und Offiziere. „Wir waren einfach zum absoluten Kadavergehorsam erzogen“, berichtet der ehemalige Stasi-Offizier Horst Lehmann, der 20 Jahre an der Berliner Normannenstraße Dienst tat.

Zur Angst vor der Denunziation durch Kollegen kam die Belastung im Freundes- und Familienkreis. Keiner der Stasi-Soldaten durfte zu Hause über seine Tätigkeit sprechen, selbst gegenüber nahen Verwandten und der eigenen Frau mußten viele MfS-Soldaten eine Legende über irgendeine Scheinexistenz aufrechterhalten. Lehmann: „Es war die totale Schizophrenie, wir konnten gar kein normales Leben führen.“

Auf allen Ebenen zog die Stasi-Spitze Sicherungen gegen mögliche Partei-Renegaten, Störenfriede oder West-Spione ein. Die gefürchtete MfS-Hauptabteilung „Kader und Schulung“ des Generalmajors Möller weitete ihre Sicherheitsüberprüfungen im Apparat aus. Mißliebige und auffällige Mitarbeiter wurden observiert wie Oppositionelle, sie selbst und ihre Familien unter Druck gesetzt.

Besonders Verdächtige landeten für mehrere Tage in den Untersuchungszellen der Stasi. Die Kaderabteilung, so ein Ex-Offizier, habe sich am Schluß „so aufgeführt, wie wir uns die Gestapo der Nazis immer vorgestellt haben“.

Regelmäßig wurde die Wachsamkeit der Mitarbeiter gegenüber dem Klassenfeind getestet. Unter die Brief- und Paketberge beispielsweise, die Stasi-Angestellte auf den Postämtern zu öffnen und zu überprüfen hatten, mischten die Vorgesetzten selbstgefertigte „Kontroll-Briefe“ mit staatsfeindlichem Inhalt. Wurden diese fingierten Schreiben nicht herausgefischt und gemeldet, folgten Verwarnungen, Gehaltskürzungen oder ein Beförderungsverbot.

Wo immer MfS-Mitarbeiter der Versuchung erliegen konnten, vom Westen indoktriniert zu werden, galten strenge Vorsichtsmaßregeln. Bei Touristengruppen oder Kombinatsdelegationen, die in die Bundesrepublik, nach Holland oder in andere kapitalistische Länder fuhren, reisten meist mehrere Stasi-Mitarbeiter mit, die sich gegenseitig im Auge behielten. Stasi-Angehörige mußten selbst vor dem Fernseher vorsichtig sein, das Einschalten von West-Programmen war strengstens verboten.

Denunzianten waren überall.

Für Folgsamkeit und treuen Dienst seiner Angehörigen sorgte das Ministerium schon bei der Personalauswahl.

Nur wer bei einer Sicherheitsüberprüfung ideologische Standfestigkeit sowie „absolute Zuverlässigkeit“ nachwies und keinerlei Verwandte oder Freunde im Westen hatte, wurde eingestellt.

Als Angehöriger des MfS unterwarf sich jeder vollständig den Ansprüchen von Partei und Ministerium – bis hinein in seine Privatsphäre.

In der Verpflichtung, die jeder neue MfS-Angehörige bei Dienstantritt handgeschrieben leisten mußte, gelobte er nicht nur Verschwiegenheit und ewige Bereitschaft, jeden Auftrag der Partei in hoher Qualität zu erfüllen. Er versprach auch, „alle persönlichen Veränderungen und die von Verwandten“ zu melden, Freunde und Ehepartner entsprechend den „kaderpolitischen Anforderungen“ auszuwählen und selbst eine beabsichtigte Eheschließung bis zum Hochzeitstag geheimzuhalten.

Folgsamkeit wurde nicht nur mit Drohungen, Disziplinierungen und gegenseitiger Kontrolle erzwungen, sondern – wie in den Führungsetagen der Partei – mit Privilegien erkauft. Schon der übliche Monatsverdienst der Stasi-Angestellten lag mit 2000 Mark über dem DDR-Durchschnitt. Und je höher man in der Schnüffler-Hierarchie stieg, desto besser wurden Dienstbeflissenheit und Parteihörigkeit belohnt.

Bereits jedem „Leiter einer Diensteinheit“ stand ein Wagen Marke Lada inklusive Fahrer zur Verfügung, jedem General ein Citroen – auch nach Dienstschluß und für die Urlaubsfahrt. Seine Ferientage verbrachte der gehobene Stasi-Offizier unter seinesgleichen in den MfS-eigenen Ferienheimen. Während der normale Mitarbeiter meist nur alle acht Jahre Platz in einem der gewöhnlichen Stasi-Urlaubsquartiere bekam, konnte die Führungsclique jedes Jahr einmal in den auf Interhotel-Niveau gebrachten „Leiterheimen“ logieren.

Nicht einmal das hatten die obersten Stasi-Generale, die Leiter der Hauptabteilungen in der Ost-Berliner Normannenstraße, mehr nötig. Die meisten von ihnen requirierten der Einfachheit halber repräsentative MfS-Villen als Privat-Datschen und ließen sich dort von Stasi-Personal aushalten. Dutzende von MfS-Jachten und Motorbooten lagen auf dem Berliner Müggelsee bereit.

Auch im kleinen wußten sie sich zu bedienen. Ähnlich den Parteibonzen in Wandlitz kauften die oberen Stasi-Offiziere Westwaren zu Billigpreisen im sogenannten Leiterladen in Berlin.

Und zum Ärger der ihnen unterstellten Mitarbeiter kassierten auch die Referats- und Diensteinheitenleiter monatlich 150 Mark „IM-Geld“, das jedem Führer inoffizieller Mitarbeiter (IM) zustand, obwohl sie sich bei der IM-Anleitung die Finger nicht mehr schmutzig machten.

Die Verhärtung und Verschärfung der Sicherheitsdoktrin Mitte der achtziger Jahre führte auch zu einer Militarisierung des Apparates:

Da sich das Ministerium für Staatssicherheit als „militärisches Organ“ verstand, hatte jeder Stasi-Mitarbeiter in seiner Dienststelle einen Spind mit „Felddienstuniform“ und fertig geschnürtem Sturmgepäck. In den Waffenkammern der einzelnen Dienststellen lagen Pistolen, Gewehre und MGs einschließlich Munition bereit.

Der Krieg wurde regelmäßig geprobt. Für jeweils drei, vier Tage, so schildert ein Stasi-Offizier die Praxis, zogen Angehörige des Ministeriums in Ost-Berlin auf den Truppenübungsplatz des MfS-Wachregimentes „Feliks Dzierzynski“ bei Teupitz. Anfangs in Zelten, später in Baracken untergebracht, übten Männer wie Frauen dort den Ernstfall.

Diese Wehrübungen waren so realistisch angelegt, berichtet der Stasi-Offizier, daß Frauen heulend zusammenbrachen, wenn zu Beginn die Führungsoffiziere die Lage bekanntgaben: Der Feind stehe bereits kurz vor Berlin, die Kinder der MfS-Frauen seien zur Sicherheit bereits mit Flugzeugen in die Sowjetunion abtransportiert worden.

Seit DDR-Regierungschef Hans Modrow endgültig Ernst zu machen scheint mit der Auflösung von Stasi und Stasi-Nachfolger Nasi, gerieren sich die einstigen Täter noch stärker als Opfer. Modrow strich jenen, die arbeitslos werden, die auf drei Jahre zugesagte Überbrückungshilfe zusammen; gezahlt wird nur noch für zwölf Monate. Frühere Stasi-Mitarbeiter erforschen in Selbsthilfegruppen, was sie, ihre Organisation und ihre Auftraggeber falsch gemacht haben (SPIEGEL 6/1990). An Ost-Berliner Schulen im Umfeld der Normannenstraße greifen aufgebrachte Kinder von Stasi-Eltern Mitschüler und Lehrer an, weil ihre Eltern, aber auch sie sich einer Quasi-Kollektivschuld nicht bewußt sind.

Der Geschäftsführer der DDR-SPD, Ibrahim Böhme, plädierte bereits für eine „Art Rehabilitation“ früherer Stasi-Mitarbeiter und fordert, vergleichbar der Entnazifizierung, einen „Rehabilitationsschein“ für jene, die bloß Handlanger des Systems gewesen seien.

Der Vorschlag kommt mit Sicherheit zu früh. Noch sind die eigentlichen Opfer der Stasi-Diktatur, die Bürger, zur Verzeihung nicht imstande; noch rangiert die Vergangenheitsbewältigung vor der Erkenntnis, daß der demokratische Neuanfang bewältigt werden muß. Nur bei den Politikern, die auf die Zeit nach dem 18. März blicken, ist das Problem erkannt. Der Vorsitzende der Ost-CDU, Lothar de Maiziere, hält für die Zeit nach dem Wahltag eine Amnestie für unabdingbar: „Wir können uns eine Hexenjagd nicht leisten.“

An manchen Orten der DDR läuft sie bereits; und auch dies ist ja verständlich: Die Opfer suchen Recht, und erstmals in der DDR-Geschichte spüren sie eine Chance, Recht statt Willkür zu bekommen. Für Rechtsprechung und Wiedergutmachung ist es in der jetzigen labilen Gesellschaftsverfassung wohl noch zu früh; erst muß geklärt werden, wie die Macht der Stasi wirklich dauerhaft beseitigt werden kann, wie die Mitarbeiter sinnvoll umgesetzt und die Dossiers ohne Furcht vor Indiskretionen oder falscher Handhabung eingelagert oder vernichtet werden können.

Aber die Auflösung des ebenso bürokratischen wie angsteinflößenden Geheimdienstkolosses, von der Regierung Modrow seit dem 14. Dezember versprochen, ist der heikelste und gefährlichste Drahtseilakt der ostdeutschen Revolution.

Begonnen haben ihn jene gut hundert Bürgerkomitees und Kontrollgruppen, die sich seit dem landesweiten Sturm auf die überdimensionalen Zwingburgen des Mielke-Reiches in allen Bezirks- und Kreisstädten seit Anfang Dezember zusammenfanden (SPIEGEL 50/1989).

In rastloser Aktivität versuchen sie seitdem, den immer wieder aufflammenden Volkszorn gegen die Stasi aufzufangen und die Forderung nach Rehabilitation der Opfer und Bestrafung der Verantwortlichen in rechtsstaatliche Bahnen zu lenken.

Doch mit ihrem in der Welt bisher einmaligen Unternehmen, einen einst übermächtigen Überwachungsapparat ohne Gewaltaktionen und private Abrechnungen zu demontieren, verfingen sich die revolutionären Bürgerkontrolleure vielerorts selbst im schier unentwirrbaren Geheimdienst-Geflecht. Denn schon bald mußten sie feststellen, daß sie mit dem Versuch, die geheimdienstliche Machtbasis der SED endgültig lahmzulegen, zugleich auch die Fundamente ihres Staates in Frage stellen.

So ließen sich die meisten Bürgerkomitees von den eilig in alle Bezirke entsandten Sonderbeauftragten der Regierung Modrow zunächst überreden, die scheinbar unverzichtbaren Abteilungen für Auslandsaufklärung und Spionageabwehr weiterarbeiten zu lassen. Das hätte bedeutet, daß aus dem alten Ministerium ein Verfassungsschutz und ein Nachrichtendienst nach bundesdeutschem Vorbild hervorgehen sollten.

Erst nach und nach wird vielen klar, daß auf diesem Wege eine wirkliche Zerschlagung des SED-Systems nicht zu erreichen gewesen wäre. Bis heute nutzen Mielkes Schergen jede Lücke in der Bürgerkontrolle, um die Aufdeckung ihrer alten Strukturen zu blockieren oder zu verzögern. * Vor der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik in Ost-Berlin.

Das Komitee zur Auflösung der Berliner Bezirksverwaltung des MfS mußte sogar am Runden Tisch der Stadt erst mit Warnstreiks drohen, um überhaupt eine Liste jener vielen tausend Gebäude und Wohnungen im Raum Berlin zu erstreiten, in denen der Krake Staatssicherheit seine Infrastruktur hatte.

Und selbst dann stellten die ausgesandten Überprüfungsgruppen fest, daß damit noch längst nicht alle „Objekte“ erfaßt waren. Fast täglich, so berichtet der Filmredakteur und Komitee-Mitarbeiter Klaus Wendler, erreichen ihn Anrufe von besorgten Bürgern oder anonyme Hinweise ehemaliger Stasi-Soldaten, die sein Komitee auf neue Spuren führen. Vielfach versuchten die noch diensttuenden MfS-Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz durch Tarnung zu retten. Das „MfS-Rechenzentrum Wuhlheide“ etwa verwandelte sich durch Auswechseln des Türschildes in einen normalen „Volkseigenen Betrieb“, ohne daß klar war, an welchen Aufgaben eigentlich gearbeitet wurde.

Eine böse Überraschung erlebte das Komitee auch im alten Gebäude der Berliner Bezirksverwaltung. Schon vor zwei Jahren, so hatten die letzten diensttuenden Bezirksoffiziere versichert, sei dieses Gebäude an den Rat der Stadt und eine Kindertagesstätte übergeben worden. Doch nach einer Bombendrohung stellte sich heraus, daß im Keller des Gebäudes hinter verschlossenen Türen nach wie vor eine bestausgerüstete Telefon-Überwachungsanlage installiert war. „Voll in Funktion“ fand eine Kontroll-Delegation des Runden Tisches sogar noch am 31. Januar die Funk- und Datenübertragungszentrale der Observationsabteilung VIII in der Köpenicker Allee. Bis dahin, so räumte ein noch diensttuender Oberst ein, sei geplant gewesen, die ganze Einrichtung kurzerhand der „Hauptverwaltung Aufklärung“ des Spionage-Chefs Großmann zu übergeben.

„Man muß einfach den Eindruck haben“, klagt Wendler, „daß sie versuchen, uns systematisch zu verarschen.“

Zugleich sind jedoch die meisten Mitglieder der Kontrollgruppen von der selbstgestellten Aufgabe völlig überfordert, in die sie in der Regel eher zufällig im Überschwang der Revolution hineinrutschten. Meist fehlt es an Organisationserfahrung und Vorkenntnissen, um die Geheimstrukturen durchschauen zu können.

Noch schwerer wiegt, daß sich die einzelnen Mitglieder stets gegenseitig mißtrauen. „Wir müssen doch davon ausgehen“, klagt etwa ein Delegierter der Erfurter Initiative, „daß die Komitees zu einem Drittel mit Stasi-Leuten durchsetzt sind.“ Damit nicht genug, mußten die neuen Wächter in der Normannenstraße sich auch darüber klarwerden, daß selbstverständlich auch westliche Geheimdienste an ihren Erkenntnissen interessiert sind. Aufregung stiftet so etwa schon, wenn plötzlich einzelne Mitarbeiter für mehrere Tage verschwunden sind. Natürlich gebe es, meint ein Mitarbeiter zu wissen, „lukrative Angebote, wenn man bestimmte Informationen beschafft“.

Und schon mußte ein Komitee-Mitglied vorübergehend seine Arbeit abtreten, weil andere ihn der Agententätigkeit für den Bundesnachrichtendienst verdächtigten. Die staatsanwaltlichen Ermittlungen verliefen jedoch ergebnislos.

Unvermutet geraten derart die Komitees selbst in den Sog der Geheimdienst-Aura und verstricken sich zunehmend in Widersprüche. So verfügen die Mitglieder der Arbeitsgruppe „Quellen- und Datenschutz“ des Kontrollkomitees Normannenstraße längst über die kompletten Bau- und Konstruktionspläne des Komplexes. Doch weil sie sich bereitwillig zur strikten Geheimhaltung all jener Erkenntnisse verpflichtet hatten, die ihnen durch die Regierungskommission und den letzten Stasi-Statthalter im Amt, Generalmajor Engelhardt, zuteil werden, behielten sie sie für sich, während andere Arbeitsgruppen noch lautstark von der Regierung die Herausgabe der Pläne forderten. Längst auch verfügten sie über die komplette Liste aller ehemals verantwortlichen Abteilungsleiter, als die mit weitaus mehr Legitimation ausgestattete Arbeitsgruppe Sicherheit des Runden Tisches nach eben solchen Angaben fahndete.

Derart verunsichert, setzten die Mißtrauischen deshalb durch, daß das Komitee zuallererst sich selbst überprüfen müsse. Unter Aufsicht des Staatsanwalts schritten die Leiter der verschiedenen Arbeitsgruppen Mitte Januar zur Tat und bedienten sich – verkehrte Welt – ihrerseits der Personendatenbank in der zentralen Erfassungsstelle der Hauptabteilung XII des gefürchteten Apparates, um festzustellen, als was sie dort geführt wurden – eine Aktion, die in den Augen eines Delegierten aus Erfurt „völliger Schwachsinn“ war, man könne sich doch nicht auf Geheimdienst-Erkenntnisse berufen, um die eigene Lauterkeit zu beweisen.

Daneben erfahren manche der Aufklärer im freiwilligen Dienst für die Demokratie unfreiwillig die ungeheure Wut vieler entlassener Stasi-Mitarbeiter. „Laßt uns in Ruhe, oder es knallt“ forderte etwa ein anonymer Anrufer unter dem Briefkopf des MfS in einem Drohbrief an Bürgerkontrolleure aus dem „Demokratischen Aufbruch“. Und nach Bekanntwerden seiner Telefonnummer, berichtet der Berliner Komitee-Mitarbeiter Peter Benicke, habe er in nur einer Nacht über 50 anonyme Drohanrufe erhalten. Er sei „nur noch erschüttert gewesen, welcher Haß da schon wieder entsteht. Hier laufen jetzt Tausende von Leuten mit den gefährlichsten Gewaltphantasien rum“.

Immer wieder wird deshalb die Befürchtung laut, die geschaßten Diener des Mielke-Imperiums könnten sich im Untergrund neu organisieren und den Aufbau der neuen DDR sabotieren. „Die werden“, so Benicke, „weiter konspirieren, schließlich haben sie das gelernt.“ Ähnliche Befürchtungen äußerte auch ein ehemaliger leitender Stasi-Offizier. Die Bindungen zwischen den vielen tausend Mitarbeitern, Spitzeln und ihren einstigen Leitern seien „so eng, daß es völlig undenkbar ist, die könnten sich von heute auf morgen auflösen“. Das ganze inoffizielle Netz und insbesondere die zahlreichen Offiziere im besonderen Einsatz seien jederzeit aktivierbar, „solche Denkstrukturen schafft man nicht per Dekret ab“.

Und die Hard- wie Software ist oft auch noch da. Ein westlicher Experte etwa fand am 29. Januar in Zimmer 127 der Stasi-Zentrale in Gera die EDV-Anlage funktionsfähig vor. Im Flur vor dem Raum standen noch 25 prallgefüllte Säcke mit gehäckseltem Aktenmaterial, zum Abtransport vorbereitet. Doch die gesammelten Daten waren auf Disketten längst beiseite geschafft. Ein herumliegender Emulator, eine Art Adapter, läßt darauf schließen, daß die Dateien von den Acht-Zoll-Disketten bereits auf eine zentrale Datenbank transferiert wurden. Nur der Zentralrechner konnte bei der Inspektion nicht gefunden werden. Und ins System kommt die Kommission der Bürger nach ihren Angaben nicht hinein, weil Lutz Kretschmer, der Stasi-Mann, der die Paßwörter kennt und die Zugriffsberechtigung zum gesamten System hatte, inzwischen entlassen und angeblich unauffindbar ist.

Mißtrauen, Verdachtsmomente – mehr nicht.

Um wirklich Licht ins Dunkel zu bringen und den Apparat in allen seinen Verästelungen auszuhebeln, forderte der Grafiker Werner Fischer, als Delegierter der Initiative Frieden und Menschenrechte vom Runden Tisch mit der Aufsicht über die Stasi-Auflösung beauftragt, „wird uns nichts anderes übrigbleiben, als selbst eine kleine Geheimdienstgruppe aufzubauen“. Ohne „professionelle Strukturen“ komme man gegen „dieses Monstrum“ nicht an.

Eine Fortsetzung der konspirativen Tätigkeit ehemaliger führender Offiziere hält Stasi-General Engelhardt dagegen für „völlig ausgeschlossen“. Auch westliche Geheimdienstexperten nennen Spekulationen über einen irgendwann bevorstehenden Putsch alter Stasi-Getreuer – wie sie nach dem Bekanntwerden eines Telex mit lauter Durchhalteparolen aus der Stasi-Filiale Gera von Anfang Dezember 1989 auftauchten – unsinnig: Die Strukturen, die ein MfS zuließen, sind zerschlagen; ein Zurück zum Stalinismus schlimmster Prägung scheint nicht vorstellbar.

Auch Informationen über eine angebliche * Bei einer Demonstration am 4. November 1989 in Berlin. „Operation Alpha“ werden im Westen nur widerwillig weitergegeben: Führende Stasi-Leute, so dieses Gerücht, hätten sich in Schläfer-Positionen in Unternehmen, Ministerien, Vereinen begeben, um nach der Wahl auf Wunsch und Abruf einen neuen Geheimdienst und Verfassungsschutz aufzubauen. Der Einwand der Kritiker: Modrow meint es ernst; und sollte die Opposition nach der Wahl die Regierung übernehmen, ist die Gründung eines Verfassungsschutzes aus alten Stasi-Schnüfflern nicht zu befürchten.

Ein wichtiger Auslöser für die neue Stasi-Angst ist jedoch sicher der Versuch der bisherigen Regierung, außer dem greisen Stasi-Fürsten Mielke alle führenden Generale des MfS sang- und klanglos aus der Verantwortung zu entlassen. Zwar versichert Engelhardt, die 85 „Führungskader“ säßen einfach nur „als psychisch und physisch gebrochene Menschen“ in ihren Wohnungen. Doch für die aus Erfahrung mißtrauischen DDR-Bürger und ihre Kontrollkomitees war das bisher nicht überprüfbar.

Viele der Opfer werden sich nicht damit zufriedengeben, die ganze Schuld für die Verbrechen der Staatssicherheit dem greisen Führer Mielke zuzuschieben. In Neubrandenburg sitzt der Ex-General Peter Koch bereits in Haft, in Potsdam müssen sich fünf leitende Stasi-Offiziere wegen „Anmaßung staatlicher Befugnisse“ und „verbrecherischen Diebstahls“ verantworten. Gerhard Lange, Stasi-Bezirkschef in Suhl, wollte diesem Schicksal wohl entgehen: Vorletzte Woche erschoß er sich in seiner Wohnung.

Jetzt fragen die Stasi-Kontrolleure auch nach der Verantwortung des Generaloberst a. D. Markus Wolf, der bis 1985 der Spionageabteilung des MfS vorstand. Seine Behauptung, er könne „mit gutem Gewissen“ für seine und die Arbeit seiner Mitarbeiter geradestehen, erscheint zunehmend unglaubwürdig. „Wolfs Abteilung“, meint Ex-Offizier Lehmann, „hat genauso gearbeitet wie alle anderen operativ tätigen Abteilungen.“ Keineswegs habe sich deren Arbeit ausschließlich auf das Ausland bezogen. „Die hatten“, so Lehmann, „beim gesamten Außenhandel ihre Finger mit drin, die Waffengeschäfte hätten ohne Wolf niemals laufen können.“

Nach wie vor unklar ist zur Unzufriedenheit vieler DDR-Bürger auch, wie mit den ungeheuren Aktenbergen aus der Zeit des Überwachungsstaates in Zukunft verfahren werden soll. Längst haben sich in vielen Städten Hunderte von Bürgern bei den Gerichten gemeldet, um ihre Rehabilitation oder Wiedergutmachung für den erlittenen Psychoterror durch die Stasi durchzusetzen. Insgesamt, so schätzt Justizminister Kurt Wünsche, werden DDR-Gerichte wahrscheinlich über 40 000 solcher Fälle in den nächsten Jahren zu bearbeiten haben – Grund für CDU-Chef de Maiziere, gegen eine Vernichtung der Aktenberge zu plädieren: „Die Opfer haben ein Recht auf Wiedergutmachung.“

Doch wie das organisiert werden soll, weiß bisher niemand. Vielfach stellt sich das papierene Erbe des Mielke-Reichs den Bürgerkomitees und Staatsanwälten als ein schier unentwirrbares Chaos von Dokumenten völlig unterschiedlicher Bedeutung dar.

Eine „Riesendummheit“, meint etwa Stasi-Kontrolleur Wendler, sei es gewesen, die vielen Akten aus den Kreis- und Bezirksdienststellen jeweils an zentralen Orten zu sammeln und erst dort zu versiegeln. „Da kann sich jetzt oft“, so Wendler, „kein Archivar mehr einen Reim drauf machen.“ Wo die alte Ordnung einmal durcheinander sei, „kann man das Zeug praktisch als vernichtet ansehen“. Vielerorts haben deshalb die Kontrollkomitees jetzt Archivspezialisten zu Rate gezogen, die retten sollen, was zu retten ist.

Unrealistisch ist zudem die Vorstellung vieler Bürger, die Informationen der Stasi über eine Person seien irgendwo an einem Ort gesammelt. Denn anders als bei der Abhörtechnik, standen die MfS-Generale der Anwendung fortgeschrittener Methoden der Datenspeicherung eher mißtrauisch gegenüber. Aus Angst vor der Verletzlichkeit großer EDV-Anlagen genehmigten sie erst Anfang der achtziger Jahre den Aufbau einer zentralen Computer-Datei. Und selbst diese „Zentrale Personen-Datenbank“ gibt nur Auskunft darüber, in welcher Abteilung der jeweilige DDR-Bürger geführt oder bearbeitet wurde.

Die Forderung, „ich will meine Akte haben“, meint Wendler, sei deshalb „idiotisch, es gibt sie oft gar nicht“. Statt dessen tauche die gleiche Person stets in den Akten der verschiedensten Abteilungen auf, verknüpft wiederum mit den Daten von Informanten oder anderen Bespitzelten. Jeder, der in „seine“ Akten Einsicht nehmen könnte, würde deshalb auch solche Dinge erfahren, „die ihn gar nichts angehen“ (Wendler). „Manchmal wünschte ich“, klagt auch ein Mitarbeiter der Dresdner Kontrollgruppe, „das ganze Zeug wäre doch vernichtet worden, zur Aufarbeitung dieser Dokumente werden wir noch Jahre brauchen.“

Am leichtesten machbar wäre zuallererst die Rehabilitierung all jener, denen tatsächlich der Prozeß gemacht wurde. Denn die eigentlichen Gerichtsakten sind in den meisten Bezirkszentralen in ihrer alten Ordnung erhalten geblieben. Aber ein Teil der Bürgergruppen widersetzt sich noch der Forderung der Gerichte, die versiegelten „Dokumente des Unrechts“ an Staatsanwälte oder Richter zu übergeben. Bevor nicht auch die Justiz mit der Entlassung belasteter Mitarbeiter beginne, forderte deshalb der Stasi-Kontrolleur des Runden Tisches, Fischer, bei einer Delegiertenkonferenz im Versammlungsraum der Berliner Stasi-Zentrale, „gibt es keine Vertrauensbasis, auf der wir die Akten der Staatsanwaltschaft überlassen könnten“.

Und die Täter? Seit dem 1. Februar, so beschloß das Bonner Kabinett am Tag zuvor mit einer Änderung des Fremdrentengesetzes, haben Übersiedler, die in ihrer Heimat einem „System politischer Unterdrückung erheblich Vorschub geleistet haben“, keinen Anspruch mehr auf eine bundesdeutsche Rente. Das Kabinettsverdikt, das populär scheint und nach Vergeltung klingt, ist mit Sicherheit verfassungswidrig – die Qualität der Lebensarbeit kann kein Kriterium für die Gewährung einer Rente sein.

Dabei ist der Andrang von Ex-Schnüfflern im Westen – soweit es Dienste oder Ämter in der Bundesrepublik registrierten – nicht gerade gewaltig. Ein paar Dutzend meldeten sich, einige sprachen beim Verfassungsschutz vor und erzählten aus ihrer Arbeit.

Etliche sitzen weiter auf ihren alten Positionen – etwa die IM in der öffentlichen Verwaltung oder im Diplomatischen Dienst. Seit der Wende ist nicht ein einziger Fall einer * Am 15. Januar. Versetzung von den DDR-Botschaften und -Konsulaten bekanntgeworden. Dabei gilt als sicher, daß vier von fünf Diplomaten der Stasi zugearbeitet haben.

Und wenn sich schon der alte Stasi-Chef Mielke, wie er vor der Untersuchungskommission berichtete, „keiner Schuld bewußt“ ist, alle seine Handlungen hätten sich an die Verfassung gehalten – wie ist dann von seinen früheren Untergebenen Einsicht zu erwarten?

Die meisten von ihnen suchen den beruflichen Umstieg in der DDR. Für die Reiseleiter und Mitarbeiter des (staatlichen) Reisebüros Thüringen Tourist in Erfurt war bis zum 20. Dezember 1989 der Stasi-Major Hofmeister zuständig.

Seit dem 3. Januar ist er es wieder – nun aber als „Kontrolleur“ in der Revisionsabteilung.

Einige Stasi-Leute verschwanden tatsächlich, wie es die Demonstranten laut gefordert hatten, in der „Produktion“ oder im Tagebau. Andere schlüpften, etwa als Fahrer, im Getränkevertrieb oder bei der Müllabfuhr unter. Ein paar, es waren Stasi-Agenten im Ausland, meldeten sich bei der Schwesterfirma BND und wurden als feste freie Mitarbeiter eingestellt.

Einige blieben, wo sie waren. Der Dresdner Stasi-Major Mies, den die örtliche Untersuchungskommission für Schlägereien bei den Auseinandersetzungen am Hauptbahnhof verantwortlich machte, ist jetzt Chef des Wachkommandos für die alte Stasi-Zentrale an der Bautzener Straße. Er soll aufpassen, daß die Akten nicht verschwinden.

Ganz einfach macht es sich das Militär. Bisher waren allüberall in der NVA Stasi-Leute zur Truppe abgeordnet – in Uniform, aber den Weisungen des MfS unterworfen. Die Spitzel in den Kasernen hießen „VO“ und wurden abschätzig „Vau Null“ genannt; offizieller Name „Verwaltung 2000“. Mit verschlüsselten Fernschreiben, Dringlichkeit „Flugzeug“, erteilte der DDR-Verteidigungsminister Admiral Theodor Hoffmann am 26. Januar (im DDR-Kode „750 von Wostock“) Weisung,
“ Militärpolitische Analysegruppen bzw. Offiziere als “
“ zeitweilige nichtstrukturelle in konstanter “
“ Zusammensetzung tätige Arbeitsorgane zu bilden . . . “
“ Meldungen und Analysen sind auf nachfolgende “
“ Sachverhalte/Erscheinungen zu konzentrieren: “
“ Forderungen Vorgesetzter/Unterstellter bzw. anderer “
“ Personen, die durch die Truppe nicht beantwortet und “
“ erfüllt werden konnten. “
“ Anzeichen für Zusammenrottungen und “
“ Demonstrationshandlungen von Armeeangehörigen. “
“ Massive Disziplinverletzungen in Einheiten/Handlungen von “
“ Armeeangehörigen, die die Sicherheit von Waffen und “
“ Munitionslagern sowie andere Technik gefährden. “
“ Auftauchen von neofaschistischem, rechts- und “
“ linksextremistischem Schriftgut. “
“ Besonderheiten in der Berichterstattung territorialer “
“ Medien. “
“ Die zu bildenden Analysegruppen/Offiziere haben ihre “
“ Arbeit ab 29. 1. 1990 aufzunehmen. “

Es scheint, als könnten die Stasi-Offiziere die Uniform gleich anbehalten. Ihre altvertrauten Berichte müssen sie jetzt nur an einen neuen Auftraggeber melden. *HINWEIS: Im nächsten Heft Was geschah mit den Flüchtlings-Trabis? – Der größte Postraub der Geschichte

*******

Schild und Schwert der Partei

SPIEGEL-Serie über Machtfülle und Untersuchungspraxis der DDR-Staatssicherheit (III)

Im Forst von Freienbrink sind Neugierige immer noch unerwünscht. Männer in der Uniform des DDR-Zolls verwehren die Durchfahrt. Das große Tor wird für ein- und ausfahrende Lastwagen und für „Befugte“ geöffnet.

Das etwa vier Quadratkilometer große Waldstück, gleich neben der Autobahn, acht Kilometer südöstlich der Stadtgrenze von Ost-Berlin, ist gesichert wie früher die deutsch-deutsche Grenze: Wachtürme und hohe Zäune mit Stacheldraht, dahinter der obligate Todesstreifen, sauber geharkt.

Als „Militärisches Sperrgebiet“ war das Gelände jahrelang für DDR-Bürger tabu. Soldaten des Wachregiments Feliks Dzierzynski sicherten das Areal mit scharfer Waffe rund um die Uhr.

Die Vorsicht war berechtigt und ist es immer noch. Auch nach der Wende besteht Geheimhaltungsbedarf. Denn das „Objekt Freienbrink“ zählte zu den heikelsten und geheimsten Adressen im Reich von SED und Stasi. Hier verbarg sich das anrüchigste Warenlager des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) – Erich Mielkes Räuberhöhle.

Hier wurde gehortet und verschoben, was geflohene oder inhaftierte Bürger hatten zurücklassen müssen: Möbel und Hausrat, Familien- und Modeschmuck, Schuhe und Kleider, Radios, Bandgeräte, Plattenspieler, Fernseher.

Hier wusch eine Hand die andere: Aus dem Stasi-Fundus durfte sich jeder bedienen, der mit dem Chef der Abteilung konnte – Spitzen-Genossen aus Wandlitz sowieso, aber auch die Kollegen aus den anderen Abteilungen, sofern man sie als Verbündete und Mitwisser brauchte.

Hier drehte die Stasi, mitten im Wald, das dreisteste deutsch-deutsche Ding: Seit 1984 wurde jedes Paket der Bundespost, das irrtümlich irgendwo in der DDR landete, nicht zurückgeschickt, sondern nach Freienbrink geschafft und ausgeplündert – der größte staatlich organisierte Postraub aller Zeiten.

Es war wohl die jahrzehntelang in gigantischem Ausmaß praktizierte Postkontrolle, welche die Stasi-Kontrolleure im Laufe der Zeit begehrlich gemacht hatte. Mielkes Schnüffler hatten ja nicht nur die technische Möglichkeit, sich in jedes beliebige Telefongespräch jederzeit als Mithörer einzuschalten. Zu jedem größeren Postamt gehörten auch Räume, in denen örtliche Geheimdienstmitarbeiter Postsendungen filzten – Briefe, die mit Wasserdampf geöffnet (und danach mit schlechtem DDR-Weißleim zugeschmiert) wurden; Päckchen und Pakete, selbst wenn sie nur von Postpartnern innerhalb der DDR ausgetauscht wurden.

In einem Paket aus Jena fand SPIEGEL-Korrespondent Ulrich Schwarz Ende der achtziger Jahre eine Karteikarte, die mit Kuli beschrieben war:
“ Ich habe diesen Brief eingelegt, um mit Ihnen Kontakt “
“ zu bekommen. Ich bin Mitarbeiter des MfS und würde Ihnen “
“ oder dem BND oder Salzgitter Informationen verkaufen. Bei “
“ Interesse unter Tel. Nr. xxx xxx ab 19.00 Uhr. “
“ Bitte sagen Sie, daß Sie wegen dem Verkauf von “
“ Briefmarken anrufen. “
“ Leutnant “

Die Post- und Paketkontrolle gehörte zu den Stützpfeilern der Stasi-Republik. Allein in der Hauptstadt waren 600 Stasi-Offiziere damit beschäftigt, die Post potentieller oder ausgemachter Gegner des Regimes zu überwachen.

Eine gesetzliche Grundlage gab es dafür nicht. Während das Abhören des Telefons den Staatsorganen gesetzlich erlaubt war, schaffte es Mielke nie, auch noch den Bruch des Postgeheimnisses zu legalisieren.

Am Aufwand änderte das nichts. In jeder Stadt, in jedem Bezirk, auf jedem Bahnhof, in jedem Postamt hatte die Abteilung M (Motto: „Wir sind überall“) ihre Spitzel sitzen.

In Berlin belegten die Briefkontrolleure im Hauptbahnhof eine ganze Etage. Pakete wurden am Wriezener Bahnhof gefilzt. Das System war das gleiche: In der Mitte des Raumes lief das Postband, die Auswerter hatten die vorbeigleitenden Sendungen „abzufahnden“. Ein Brief- und Paketkontrolleur war darauf gedrillt, bis zu 4000 Adressen im Kopf zu speichern. Wer ans Band trat, hatte nur zu wissen, bei welchen Straßen und Namen er zugreifen und die Sendung vom Band nehmen mußte.

Bärbel Bohley und Rainer Eppelmann gehörten natürlich dazu, Ingrid Köppe und Wolfgang Templin, Rolf Henrich und Ibrahim Böhme; auch die Schriftsteller Stefan Heym, Christa Wolf, Stephan Hermlin, Volker Braun und Christoph Hein – die Liste wurde ständig aktualisiert. Wer heute am Runden Tisch oder schon in der Regierung sitzt, stand mit Sicherheit irgendwann mal in Mielkes „roter Kartei“ (Untergrund).

Besonders scharf waren die Stasi-Chargen auf heikle Literatur: Wenn Henrichs Buch „Der vormundschaftliche Staat“ oder Christa Wolfs „Störfall“ auftauchten, mußte sofort ganz oben Meldung gemacht werden.

In Freienbrink aber wurden die Sendungen nach dem Öffnen nicht wieder verklebt oder zugeschnürt; da wurde gestohlen. Das Ausmaß läßt sich kaum beziffern. Von „6,5 Millionen Mark“ sprach letzte Woche der stellvertretende DDR-Generalstaatsanwalt Lothar Reuther – eine gigantische Untertreibung.

Denn Reuther meinte damit nur das Bargeld, das „in den letzten drei Jahren . . . aus Postsendungen“ entnommen worden sei. Über den materiellen Schaden, den die Stasi-Diebe bei ihrer jahrelangen Paketräuberei anrichteten, sagte der Staatsanwalt nichts.

Die von ihm genannten 6,5 Millionen stammen aus anderer Quelle: Die DDR-Staatsbank hatte die wegen „regelrechter Posträuberei“ (Reuther) ermittelnden Strafverfolger wissen lassen, das MfS habe in den letzten drei Jahren unter Verweis auf die Postkontrolle 6,5 Millionen – in West-Mark und Devisen – auf eigene Konten eingezahlt.

Einen Großteil der Postraub-Erlöse bekam das MfS von der Staatsbank zurück zur Finanzierung seiner „Kundschafter“ im Westen. Der Kampf gegen den Klassenfeind wurde mit dem Geld des Klassenfeinds finanziert.

Geschädigt wurden allerdings Privatpersonen und Firmen, die sich nicht als Klassenfeind, sondern als Kunden der Deutschen Bundespost fühlten. Sie waren die eigentlichen Verlierer: Nur wenn sie ihre vermißten Sendungen als Einschreiben oder Wertpaket deklariert hatten, zahlte die Bundespost Ersatz.

Wieviel tatsächlich von der Stasi geklaut wurde, läßt sich nur in Umrissen ahnen. Augenzeugen berichten, die riesige Lagerhalle – etwa 150 Meter lang, 20 Meter breit und fünf Meter hoch – habe manchmal nicht ausgereicht, die Beute zu fassen, obwohl sie nur als Zwischenlager diente und das Diebesgut ständig abtransportiert wurde.

Besonders in den Wochen vor Weihnachten und Ostern schwoll die Paketflut derart an, daß Aushilfskräfte angefordert werden mußten. „In den Stoßzeiten“, erinnert sich einer der amtlichen Paketschlitzer, „war die Halle bis oben voll. Wir kamen mit der Arbeit kaum noch nach.“

Schon seit 1972 hatten alle DDR-Postämter Weisung, jeden Paketirrläufer aus der Westrepublik der Stasi zur Kontrolle vorzulegen. Begründung: Die Spionageabteilung benötige den Überblick über den westdeutschen Warenverkehr. Die für Post- und Briefkontrolle zuständige Abteilung M bekam eine neue Außenstelle, die in Freienbrink stationierte M/4.

Je länger die Stasi-Leute in den westdeutschen Paketen herumschnüffelten, desto größer wurde der Appetit ihrer Oberen. In den ersten Jahren griff die Staats-Krake nur vereinzelt zu. Seit 1984 aber wurde alles genommen, was als wirklicher oder vermeintlicher Irrläufer über die Grenze kam.

Indizien deuten darauf hin, daß Mielkes Postraub-Truppe Zuarbeiter in der Bundesrepublik hatte, die bei der Umleitung des Paket- und Warenstroms Hilfestellung leisteten. Ein ehemaliger Stasi-Helfer aus Freienbrink berichtet, jedes dritte Paket, das er in Freienbrink zu öffnen hatte, habe nicht wie ein Irrläufer ausgesehen, sondern wie eine reguläre Sendung für die DDR: „Wie das hier rübergekommen ist, das Zeug? Da wurde mit Fettschrift schwarz draufgeschrieben DDR, dann hatten wir die Dinger.“

Zufall? Oder planvolle Aktion?

Die Bundespost mag nicht ausschließen, daß die Stasi für diese Aktion westliche Helfer hatte, die den Paketen die Aufschrift DDR verpaßten. Beim Vorsortieren der Pakete am Band achtet jeder Postmann zuerst auf die Länderkennung, dann auf die ersten zwei Ziffern der Postleitzahl.

Eine nach West-Berlin (Postleitzahl 1000) adressierte Sendung wird nahezu zwangsläufig in den Ost-Teil der Stadt (Postleitzahl beginnt mit 10) umdirigiert, wenn die Adresse den Zusatz „DDR“ trägt. Statt nach München (Postleitzahl 8000) ging die Post mit „DDR“-Vermerk nach Dresden (8010), statt nach Hamburg (2000) in das uckermärkische Dorf Gerswalde (2092) in der Gegend von Neubrandenburg.

Ein Kurierdienst der Abteilung M/4 mußte zweimal im Monat – vor Weihnachten und Ostern zweimal wöchentlich – mit einem Fünftonner-Lkw alle Bezirke abfahren: erst die „Nord-Tour“, dann die „Süd-Tour“. In Freienbrink wurde jede Sendung zuerst geröntgt. Über den mutmaßlichen Inhalt mußte – man war in Preußen – ein Protokoll aufgesetzt werden, das der Diensthabende unterschrieb.

Danach kam das Paket in den „Auflöseraum“. Der Inhalt wanderte nach Warengruppen in die Regale, die leeren Kartons kamen in die Produktion: In der Papiermühle wurden sie zu Klopapier verarbeitet, das bekannt ist für unnachgiebige Härte – Recycling a la DDR.

Um den Diebstahl zu kaschieren und die Westkollegen nicht mißtrauisch zu machen, schickte die Abteilung M/4 etwa fünf Prozent der Irrläufer – meist wertloses Zeug – in den Westen zurück.

Das Postministerium in Bonn konnte nichts ausrichten. Ein Ministerialbeamter: „Uns war seit langem klar, daß da ein systematischer Schmu abgelaufen ist. Aber es war unheimlich schwer, das System zu entdecken.“

Immer wieder versuchten die Bonner das Problem bei deutsch-deutschen Postverhandlungen zu thematisieren: Schließlich kämen von 20 Millionen Ostpaketen jährlich etwa 200 000 nicht an. Das sei eine Irrläufer-Quote von einem statt der üblichen 0,02 Prozent. Doch die Ostpost antwortete nicht.

Der Stasi-Fischzug im westdeutschen Warenstrom war auch deshalb so erfolgreich, weil kein Bundesbürger und keine Firma damit rechnete, daß Sendungen, die doch nur innerhalb der Bundesrepublik unterwegs sein sollten, ihr Ziel so meilenweit verfehlten.

Wie sehr sich die Westdeutschen auf ihre Post verließen, zeigt das in Freienbrink ausgepackte Sortiment: Alles, was im Westen gut und teuer ist, hatten Mielkes Leute im Angebot. Vom teuren Farbfernseher mit Fernbedienung reichte die Handelsspanne bis zum kabeltauglichen Videorecorder, von der kompletten Briefmarkensammlung bis zur dampfgetriebenen Spielzeug-Lok, vom Surfbrett bis zum italienischen Herrenschuh, vom teuren Familienschmuck zum Tausendmarkschein.

Ein Teil des Diebesguts wurde gleich der Abteilung Kommerzielle Koordinierung (KoKo) des Devisenbeschaffers Alexander Schalck-Golodkowski übergeben, die sie im Westen verkaufte. M/4-Mitarbeiter erinnern sich, daß Schalck einmal eine komplette Sendung fabrikneuer Monopoly-Spiele übernehmen sollte – die Stasi-Oberen meinten, das Spiel sei aus ideologischen Gründen in der DDR nicht zu verwenden.

Bei anderen westlichen Errungenschaften war man weniger pingelig. Die medizinische Versorgung der greisen SED-Führung wurde fast ausnahmslos durch gestohlene Arzneimittel aus der Bundesrepublik sichergestellt.

Anforderungen aus der Politbüro-Siedlung Wandlitz wurden stets mit Vorrang bearbeitet. Beim früheren Parlamentspräsidenten Horst Sindermann fand man mehrere komplette Fernseh- und Videoapparate und zwei hochwertige Stereo-Anlagen im Keller. Der SED-Fürst hatte sich auch andere ausgefallene Wünsche erfüllen lassen. Von seinem Jagdhaus führten ein Strom- und ein Videokabel, jeweils drei Kilometer lang, auf eine Waldlichtung.

Dort waren ein Scheinwerfer und eine Kamera installiert. Von seinem Schlafzimmer aus betrachtete der greise Jägersmann per Bildschirm, welcher Hirsch gerade auf seiner Lichtung äste.

Vom Diebesgut profitierten auch die mittleren und höheren Führungskader des MfS. Sie konnten in besonderen Läden, die aus Freienbrink beschickt wurden, gegen Ostgeld Westware aus den Stasi-Beständen zum Kurs 1:1 kaufen.

Nur die Stasi-Helfer vor Ort gingen leer aus. Sie durften nicht einmal eine Tafel Schokolade oder einen Zehnmarkschein für sich behalten – ein echter MfS-Offizier, so hörten sie von ihrem Abteilungsleiter, dem Generalmajor Rudi Strobel, „arbeitet nicht für Geld, sondern für sein Bewußtsein“.

Für den General galten solch hehre Grundsätze freilich nicht. Obwohl er in der Stasi-Hierarchie nur einer von vielen Abteilungsleitern war, führte sich Strobel auf wie ein absolutistischer Fürst.

Wer in seiner Gunst stand, durfte kommen und sich ungeniert bedienen. „Mal kam ein General und fragte nach Spielzeug für die Enkel“, erinnert sich ein Stasi-Knecht, der immer leer ausging, „mal ging’s um Schokolade. Wir hatten nichts davon, wir durften gar nichts nehmen, uns wurde nichts verkauft. Für uns war das alles tabu.“

Dafür mußte jedes Stück Brot oder Kuchen, das beim Öffnen von Westpaketen anfiel, sofort in eine Extra-Tonne geworfen werden – für die Wildschweine des Generals, er war ein begeisterter Jäger. Neben einem Fiat Regata und einer Motorjacht verfügte er über ein altes Forsthaus („Objekt Linde“), das auf Staatskosten zum Ferienhaus mit Sauna und Solarium ausgebaut worden war. Jetzt sitzt Strobel in Haft.

Auch im Objekt Freienbrink läuft manches anders als zu Mielkes Zeiten. Hier führt jetzt der Zoll das Regiment, er hat manchen verdienten Stasi-Mann von früher übernommen.

Noch kurz vor seiner Verhaftung hatte der Genosse Rudi Strobel dafür gesorgt, daß die Spuren des von ihm organisierten Massendiebstahls vernichtet wurden. Die Regale in der Lagerhalle wurden geräumt, die Protokolle kamen in den Reißwolf. Aber die Spuren der Vergangenheit sind noch nicht ganz getilgt.

Zwischen den Bäumen und auf den Parkplätzen von Freienbrink stehen immer noch etwa 2000 Trabis, Wartburgs und Ladas herum – die Reste der Massenflucht vom letzten Sommer.

Die Rückführung der Karossen gestaltete sich mühsam: Mit Bussen wurden Hunderte von Stasi-Helfern nach Prag und Budapest gekarrt. Dort mußten sie die Autos, die zum Teil schon bis zur Schrottreife ausgeschlachtet worden waren, wieder so weit herrichten, daß sie in die DDR zurückfahren konnten. Bei einigen hatte das Lenkrad gefehlt, bei anderen der Fahrersitz, oder die Reifen waren platt.

Zu Mielkes Zeiten wäre das Auto-Problem sicher einfacher gelöst worden. Aber die Zeiten, wo man einen Großraumtransporter mit Autos am Zoll vorbei nach Berlin schaffen und die Ladung unter verdienten Genossen aufteilen konnte, sind offenbar wirklich vorbei.

„Es handelt sich doch schließlich“, hat der Stasi-Konkursverwalter Heinz Engelhardt gelernt, „um das Eigentum ehemaliger DDR-Bürger, das kann man doch nicht einfach verkaufen.“

Das Ministerium für Staatssicherheit ist nun wirklich nicht mehr, was es mal war. *HINWEIS: ENDE

Das stimmt, Das Ministerium für Staatssicherheit ist früher die größte und gefürchteteste Terrororganisation weltweit gewesen. Mit der friedlichen Revolution  wurde das Plan B aktiviert und in sehr kurzer Zeit hat sich die Vereinigung vollständig vollzogen und STASI ist  aus der Vereinigung  stärker  hervorgegangen als sie es je war.

Es braucht noch Zeit bis der Kampf zwischen Arm und Reich ausbricht und diese Terroristen  zum Einsatz kommen…. Bukowski hatte vor EUSSR gewarnt…. und vor dem Zerfall der EU. Wir Jammern wegen PRISM und wegen Abhördienst von den Engländern. Hat jemand schon ein Blick auf die Baustelle des BND in der Chausseestrasse geworfen ! Dagegen war das Ministerium für Staatssicherheit in der Normannenstrasse eine KITA.  W O F Ü R !??? Um ein Ohr am Volk zu haben ( pflegte der Mielke zu sagen)!??

Über stasifolteropferadamlauks

I am 66 Years old and I do promote acommodations on the adriatic´s sea beaches for holiday in apartments close to the sea-close to the mediteranian beauty. I am still victim of torture in STASI-Prison 1982-1985. I never reacht Justice and satisfaction by Germany´s goverment after 30 Years ! I am fighting for the implementation of § TORTURE in Germany´s low.
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