Briefe aus dem Jenseits – STASI-Haft; An den Vater am 13.8.83

 

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Berlin, den  13.8.83

„Mein lieber Vater und bester Bruder und Familie!

Traurig aber wahr – gestern kamen die Briefe vom 13.6. und 27.6.83! der Bruder ist gar nicht schreibfaul. Die Übersetzung, will ich mit meinem heutigen Schreiben vermeiden und erwarte sehnsüchtig Deine Antwort. Papa, denn Andreas ist in Deutsch noch nicht so weit mit Schreiben. Es freut mich, daß es ihm gut geht trotz der wirtschaftlichen Lage und Arbeitslosigkeit. Auch über die schöne Wohnung freue ich mich aufrichtig und besonders daß er in Deiner väterlichen Obhut ist, wie wenig ich davon hatte.

Es ist kein Vorwurf, liebster Papa, 17.11.65 vergesse ich nie, ich bat Dich damals zu gehen, uns zu verlassen – erinnerst Du Dich?!? Den abfahrenden Zug und Dich mitz zwei Koffern in Deinem unvergeßlichem Hut unds Mantel. Du sahst elegant aus ( wie immer* ) ich kann mich nicht daran erinnern, ob ich geweint hatte… Ich Ich will Dich nicht traurig machen; in der nächsten Zeit lebe ich von Erinnerungen.

Auch gute Autos habt ihr Euch zugelegt. Dein Traum ging in Erfüllung, oder läßt Dich Andra nicht ran in den Daimler?!? Dich in Beška aus dem 230E aussteigen zu sehen ist ein der Wünsche um die sich lohnt zu leben und mag es noch so schwer fallen diese Zeit die ich leben muß. Ich bin gut untergebrachgt, optimal für meinen Gesundheitszustand, eine Verlegung wäre für mich Verschlechterung.

Ich arbeite viel und lenke mich ab von den Schmerzen im Magen-Darm und seit einigen Tagen in der linken Niere; ab und zu habe habe ich Wasser in den Füßen …

Genug davon, Sorgen hast Du um mich ohnehin genug. Ich arbeite gerne, vielleicht kann ich den Erlös an die Kinder überweisen. Ich brauche gar nichts zu kaufen, das Essen ist gut aber ich habe keinen Appetit und Hungergefühl, ich esse weil ich leben will und muß. Es gibt Bücher zu kaufen für die Kinder.

Herr Borec wird für mich Geld einzahlen um welche Bücher oder Kinderschallplatte zu kaufen, damit die Kinder ihre Muttersprache nicht vergessen. Julchen ist schon dabei, schreibt Marlies. Also  wenn es mit den Kosmetiksachen nicht klappt, ist nicht so schlimm. Gestern ist  Paketschein – Erlaubnis rausgegangen mit leerem Briefumschlag um nicht als Brief gewertet zu sein. Drei Briefe insgesamt darf ich schreiben bei guter Führung und Arbeitsleistung ist Sonderbrief möglich. Alles läuft hier seinen Gang. Die Zeit vergeht. Ich denke viel an euch, daher die Schluckaufs, daß Du Dich gefangen hast nach dem Schock mit Trinken beruhigt mich und macht froh. Wenn der Maaß bei Dir voll wird, denke an Deinen unglücklichen sohn und lasse den nächsten Drink weg, sonst wird wieder ein Ver-kehrszeichen leiden und ich werde traurig sein. Du mußt es mir versprechen.

Lieber Papa ich bitte Dich trenenden Auges um Verzeihung für Dieses was ich Euch allen angetan habe. Du sollst mir schreiben; Post darf ich von jedem unbegrenzt erhalten. An die Mutter werde ich auch einen Sonderbrief beantragen, ich brachte es nicht übers Herz sie zu belügen und ihr niocht mit Wahrheit  wieder die Reise in die Irrenanstalt zu spaaren. Jetzt nach dem sie es ersparen hatte schreibe ich ihr.

Jetzt komme ich zum Kernfrage des Briefes:: Papa ich bin Dir nicht böse, ich weiß gar nicht was los war, sie wollte es mir nach fast einem Jahr  am 5.5.83 sagen, aber als sie da saß und meine Gesundheit sah die stark angegriffen war ( ich blutete täglich innerlich aus zwei offenen Venen seit 28.2.83* ) vergaß sie es. Vielleicht schrieb sie mir. Thea ( die Schwägerin* ) hatte mir gesagt, daß es damals um Wohnungseinrichtung und Anmeldung ging. Du als BRD-Bürger hattest hättest weiter diese Berdingungen unter denen sie mit Kindern ankam nichts weiter ausrichten (können* ), aber die Garantie die da pro Forma gabst, war  das Wichtigste. Daß sie nicht anruft sollt ihr nicht als Sturheit betrachten. Seit spätestens Mai 83 sind die Ersparnisse weg. Da die Bankauszüge spät kamen- bzw spät abgebucht wurde in Novi Sad, überzog sie das Konto um 700 Clearing $ – dafür waren ursprünglich die 2000 DM gedacht, aber sie hat die 10 Kubikmeter Bauholz wahrschein-lich verkauft um es auszugleichen.

Die Wohnung ist ausgestattet, die Gardinen sind die größte Anschaffung gewesen. Aber was sie ausgibt ist für Kinder. Sie versucht Arbeit zu bekommen, aber solange  sie Auslän-der ist kommt sie nach den 80.000 eigenen Arbeitslosen ran. Sie lebt jetzt von den 300 – 350 DM mit den Kindern Julas Kindergarten ist teuer, Kredit für die Wohnung 60 DM im Monat und dfie Preise sind verrückt bei der Inflation von über 30% in vorigem Jahr. Wenn Du in Ljubljana gewesen bist und Dich umgesehen hast und nach Preisen sich erkundigt hast siehst ein, dass es knapp ist, knapper geht´s gar nicht. Sie erteilt Privatunterricht in Deutsch und macht schon Übersetzungen, sucht nach Arbeit. Ich hatte sie gestern im Brief gefragt, da wuß0te ich noch nicht, daß mein Bruder, mein Bester, ihr Geld schickt. Er muß wissen 1 Minute kostet für sie 4,80 DM und mit drei Minuten geht´s los. Dann die Anrufe nach Berlin zum  Rechtsanwalt. Wie sie das finanziell geschafft hat bleibt mir schleierhaft. Sie wollte Kultivator verkaufen, sie soll das nicht tun um nicht zu verlieren. Bis jetzt ist viel verloren gegangen. Ich riet ihr davon ab. Aber Entscheidungen in Ljubljana trifft seit 3.7.82 sie und kein Anderer, weder ich noch Du, noch ein Anderer kann ihr in meiner Ab-wesenheit befehlen. Sie ist sturr, sie ist auch stolz, verdammt stolz, ich liebe sie, ich wünsche sie hätte mich in Griff, ich wäre nicht hier. Papa ich verstehe Dich, falls Du ihr in Deiner Verzweiflung  die jägliche Absicht sagtest und sie verletztest. Sie ist dankbar, sie zeigt ihre Gefühle nie und ihr die Schuld zu geben, daß ich hier gelandet bin, wäre die größte Beleidigung ( aber Wahrheit* ), sie wußte nichts, sie konnte etwas ahnen, als sie es gemerkt hatte ( mußte sie es ihrem Führungsoffizier stecken* ) da war dieses Verbrechen geschehen.

Daß sie sagte daß sie das Geld in DINAR empfängt sollt ihr nicht falsch auffassen wie Andrejas es getan hatte, es ist nicht Undankbarkeit.- Er soll ihr das Geld wenn es geht  auf 450 DM erhöhen und es auf Konto von Jula oder Dani in LB – Ljubljana überweisen mit der Zahlkarte von ( LHB-Frankfurt* )Ljubljanska banka, die wird ihm Herr Borec organisieren. Ich kann miur denken daß Andra auch telegrafisch schickt. 1. Gebühren sind zu groß – Andra hat Geld und 5 – 7 DM macht ihm nichts aus, mit der Zahlkarte worauf hinten Konto von Dani in der LB anzufühgren isat 010-70070- 47300/??, weiß ich nicht aus dem Kopf,, bezahlt er für unbegrenzten Betrag 1,50 DM, er muß das doch wissen, und sie bekommt das auf Konto gutgeschrieben – es dauert etwas länger aber in DM wenn sie sie  bei Freunden umtauscht sind es 20% mehr, bei 450 DM sind es 90 DM! und das ist für die Kreditrate. So mußt Du das sehenIch wasche sie nicht rein, Papa, sie muß schauen wie sie mit dem Arsch an die Wand kommt, mit zwei Kindern.

#Ich habe ihr geschrieben Auto zu verkaufen, macht sie nicht, weil sie es nicht kann ion Jugoslawien, es ist ohne Zoll vorläufig eingeführt, als Ausländerin kann sie  von dem was sie mitgebracht hatte nicht ein Stück verkaufen.

Weinberg wollte sie verkaufen, wieder hätten wir viel verloren, dafür braucht sie meine Unterschrift, solange ich lebe wird dfieses Stück nicht verkauft. Wenn ich rauskommen sollte, will icht sooft es geht hinfahren, es ist mir ans Herz gewachsen. Mutter wollte kommen, war mal mit Ankica angemeldet, alles war vorbereitet; sie kamen nicht. Da war sie sauer. Im Urlaub waren sie 14 Tage mit Freunden, sie wollte in erster Linie nicht euch finanziell auf Last fallen- so soll der Andreas das verstehen.

Über stasifolteropferadamlauks

I am 72 Years old and I I am still victim of torture in STASI-Prison in former GDR 1982-1985. I never reached Justice and satisfaction by Germany´s goverment after 40 Years injustice ! I am fighting for the implementation § TORTURE in Germany´s national low.
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