Sehr wohl wissend, dass das MfS über ca 100.000 Hauptamtliche – Offiziere und an die 200.000 inoffizielle Mitarbeiter hatte die alle zusammen laut StUG als Mitarbeiter des MfS gelten, stellt diese Information vom 17.5.1982 gleichzeitig die Selbstentlarfung und die Offenlegung eigener Unwissenheit und Unfähigkeit dar, was die innere Sicherheit betrifft.
Der Schmuggel und „nichtgenehmigter ambulanter Handel mit Quarzuhren westlicher Prägung“, dabei kamen die aus Singapur und Hongkong, beginnt 1979 in der Zeit als der Menschenhandel Ost-West flooriert und unvorstellbare Devisen sowohl für das MfS als auch für alle Beteilgten bringt. Dem Menschenhandel gilt das ganze Interesse des MfS. Es war wichtig dass genügend „Politische“ im Strafvollztug der DDR zum Verkauf berteit ge-halten werden. Somit hatten die Schmuggler und Großhändler und Endverkäufer eigent-lich von Mitte Juli 1979 bis zur „Liquidierung“ des Ilija Jovanovski Juli 1981 ein weites Feld für den Vertrieb von für die STASI unvorstellbaren Mengen von „Billiguhren“.
Von dem großen Kuchen „Menschenhandel“ hatten direkten Nutzen im Osten außer STASI-RA Wolfgang Vogel nur noch wenige Hochlaräter in der Führung des MfS und des Staates. Die nidrige Dienstgrade und IM´s gingen leer aus, besonders die IM im Innland wurden für ihre Zuarbeit miserabel belohnt.
Die beide Segmenten der STASI entdeckten frühzeitig was für Verdienstmöglichkeiten sich beim nichtgenehmigten Ambulanten Handel mit „Billiguhren“ eröffneten und zuerst die IM und danach auch die Offiziere des MfS stiegen in den florierenden Schwarzhandel ein.
An der folgenden Information hat jemand praktisch anonym lange gestrickt und gefeilt. Die Bemühungen um die Verschleierung und Irreführung sind deutlich und erkennbar. Dass ist auch der Grund warum man keine bearbeutende diensteinheit und schon gar nicht der Verfasser der „s0 wichtiger „Information“ bzw Desinformation lokalisieren soll.
Ohne bis jetzt die Ergebnisse des in der Info erwähnten Operation Vorganges „Geschäft“ zu kennen ateht eindeutig fest dass das MfS hier einen ungeheuerlichen Maaß an Unwis-sen oder Verdrängung von Erkenntnissen auf den Tag legt, und wissentlich den Anfang des Schmuggels und „nichtgenehmigten ambulanten Handels mit Billiguhren westlicher Herkunft “ auf den „etwa Anfang November 1979“ zu fixieren, was keinesfalls bedeu-tet, dass die STASI schon damals vom Quarzuhrenhandel erfahren hätte.
„Etwa ab November 1979 begannes in Berlin ( West ) ehemalige Bürger der UdSSR den Vertrieb sogenannter Billiguhren ( Quarzuhren an Angehörige krimineller Schmugglerbanden.
Von einem Stützpunkt in Berlin ( West ) wurde damit direkt auf eine soge-nannte Marktlücke in der DDR und anderen sozialistischen Staaten gezielt und das Interesse breiter Kreise der Bevölkerung nach dem Erwerb solchen Uhren zu relativ günstigen Preisen ausgenutzt.“ so steht es in der Information die auch auf eine interne Verschleierung und Verheimlichung den höheren Dienstgraden auch anderer HA des MfS und der Dpitze der Parteileitung und der Staatsführung gegen-über ausgerichtet war . Im Mai 82 hatte das MfS schon die Spitze des Eisberg sehr wohl erkennen können und dass es sich um einen Angriff auf den Außenhandel und Finannz-system der DDR handelte- eine Wirtschaftsdiversion von ungeheuerem Ausmaße die MfS nicht in der Lage war weder zu verhindern noch einzudämmen.
Deshalb besteht bei der obigen Formulierung ein Klärungs- ja Aufklärungsbedarf der ver-wendeten Begriffe, die der Informationserstatter sehr wohl zum zwecke der optimalen Verharmlosung sorgfältig gewählt hatte.
Der erste Absatz ließt sich geradezu so aus als ob die Russen den Laden extra für den Verkauf für Quarzuhren eröffnet hätten. Ein der unzähligen Export-Import Geschäfte in Westberlin gleich als Stützpunkt zu Bezeichnen und Käufer oder Geschäftsleute/Kunden gleich als Kriminelle zu bezeichnen ist eigentlich kriminell. Bei MfS bestand eine Bande schon ab zwei Mitgliedern. Das heißt jeder vKunde der in einen solchen Laden reinging war für die STASI Mitglied eoiner kriminellen Bande, die natürlich liquidiert müssen.
Was MfS unter sogenannten Billiguhren verstand und warum die als sogennnate bezeichnet wurden ist leicht zu erklären. Das MfS wußte genau dass es Billiguhren waren die in China hergestellt, über Hongkong und Singapur fast zu gleichen Zeit ihres Erschei-nens auch den Weltmarkt explosionsartig eroberten und überfluteten. Das MfS sah für sich die Gelegenheit am Vertrieb dieser Billiguhren auch ungeheuerlichen Kapital zu schlagen. Die Uhren kosteten im Einkauf 2.50 bis 3.00 US$ das Stück zu züglich von Rabatten bei gestaffelten Einkaufsmengen. Das MfS überschätzte sich selbst und verließ sich auf die Planwirtschaft die auch den Binnenhandel betraf und auch an ihn maßgeblich einwirkte. Gleichzeitig unterschätzte man die Konkurenz aus dem „Operationsgebiet“ bzw. die Auswirkungen der freien Marktwirtschaft aus Deutschland, Österreich, Westberlin.Die Bestellungen des DDR Außenhandels werden auch nach 28 Jahren als TOP-Secret gehü-tet. Nach der Vorlage des gewünschten Zifferblattes wurden als Werterbeit der DDR Elekt-ronik und Uhrenindustrie in gewünschten Chargen aus Fernost in die DDR geliefert. Die sich besonders schlauen Einkäufer die OibE – Offiziere im besonderen Einsatz wußten schon dass die Quarzuhren als Neuerscheinung schnell zum Modeartikel werden und das die jeder haben will. Das MfS beging die nächste Fehleinschätzung die gleichzeitig zum größten Fehler wurde und nur auf die grenzenlose Gier und Gewinnsucht der STASI zu-rückzuführen und zu erklären ist. Man bot die Quarzuhren zu 600,- für Herrenuhr und 550,- M DDR für eine Damenuhr und machte die daraus zuerst zum Statussymbol. Das MfS und die staatliche Plankommission wußten über die Kaufkraft und Spaareinlagen des eigenen Volkes bestens Bescheid. Die Gepflogenheiten in dem Binnenhandeln kannten sie auch. Sie rechneten damit, dass die angesetzten astronomischen Preise die Bürger nicht vom Kauf abschrecken würden, denn die Einschätzung dass jeder der IN sein wollte eine solche Quarzuhr um Handgelenk haben will und deshablb leicht zum Scheckheft greifen würde. Sie haben die Konkurenz in diesem Fall völlig ausgeblendet, obwohl sie die hätten erwarten müssen, belehrt aus dem Umgang mit den Mangelwaren die aus dem Westen auf den Schwarzmarkt erschienen und gehandelt wurden. Das MfS überschätzte die Dichtheit der Grenze und Fähigkeiten der Abteilung Transitüberwachung.
Mit den horrenden Preisen machte MfS eigentlich die Billiguhren zu Statussymbolen die sich doch nur Wenige leisten konnten und folglich blieben die sogenannten Qualitäts-uhren aus Ruhla – Made in DDR -Ladenhüter – keiner wollte die haben. Es kommt noch dazu dass für die DDR-Bürger Dinge aus dem Westen begehrt waren und man schon des-wegen lieber den gleichen Preis für eine Uhr „aus dem Westen“ bezahlte als „die DDR-Scheiße“ am Handgelenk zu tragen. Darin ist auch ein politischer Hintergrund zu sehen, als Ablehnung des Systems der DDR.
Dazu kommt auch die Dynamik des Marktes und des Schwarzmarktes. Durch den Einstieg weiterer Jugoslawen von der Baustelle des Hotel Mercure in den ambulanten Handel ent-stand auch dort unter Jugoslawen Konkurenz. Bald wurde Quarzuhrenhandel zum Volks-sport und MfS hatte bis 1981 Juli keine vorweisbare Erfolge auch mangels der Informatio-nen aus den Reihen der STASI Spitzel, an die 200.000 Mann stark. Kein einziger inoffizieller Mitarbeiter des MfS aus dem Bereich der BV Leipzig setzte bei seinem Führungsoffizier seine Kenntnisse ab über den bühenden nichtgeneh-migten ambulanten Handel mit Quarzuhren aus dem Westen. (!)
Erst als die ersten Informationen vom Schwarzmarkt beim MfS einkamen und später auch die Information aus dem Binnenhandel eintraf über die zu Ladenhütern gemachten Ruhla Uhren, wurde bei der DDR Produktion im Binnenhandel eine Preiskorrektur – von 100% – verfügt. Man wollte sich den Preisen der Schwarzhändler anpassen und als die Verfügung die Verkaufsstelle erreichte und die Herrenuhren zu 300.- M und die Damenuhren zu 285.- M DDR angeboten wurden, hatten sich Schwarzhändler derartig vermehr und der Netz so erweitert dass die Uhren bei Großabgebern – Jugoslawen zu 110.- Mark zu haben waren, wobei die Preise in Wien und in Westberlin auch stark nach unten gingen. Der Absatz der Händler im Westen und Umsatz bei den Großabnehmer und Endverkäufer wuchs und breitete sich explosionsartig über die ganze DDR, von Leipzig aus. Die STASI erhielt die erste Meldung über den schwunghaften Absatz von Quarzuhren in der DDR über ihren Informanten mit dem Decknamen „Josef“, einem in Westberlin lebenden Polen nachweislich am 17.10.1981(!?).
Die Quarzuhren mit Digitalanzeige oder wie sie die STASI bezeichnete „Billiguhren“ kamen Mitte Juli 1979 auf den Weltmarkt. Der jetzige Stand meiner Forschung kann die erste Fuhre von 700 Stück für die Mitte Juli ausweisen, als Ilija Jovanovski ein Jugoslawe aus Skopje der als Elektromonteur in Buna tätig war, auf Anraten seines polnischen Partner aus Mailand kommend in Wien bei einem Großhändler einkauft und über Grenzübergang Zinnwald mitbringt. In Leipzig angekommen übergab Jovanovski die Uhren an den Polen und der erschien nach 3 Stunden mit 350.000 M DDR und übergab sie an Jovanovski. In der gleichen Woche fuhr Jovanovski wieder nach Wien und schmuggelte weitere 3000 ein.Der Pole verdiente dabei selbst 70.000M an jenem Abend. Laut Aussage von Jovanovski kamen fortan wochentlich 2-10.00 Uhren auf den Schwarzmarkt in Leipzig.
„Bereits zu diesem Zeitpunkt begannen verstärkt Bürger der SFRJ, die bewußt großzü-gige Regelungen der DDR ausnützten, in dem sie vorgaben in der Volkswirtschaft der DDR beschäftigt zu sein und langfristige Aufenthaltserlaubniss und Kfz Zulassungen erschlichen kriminelle Banmden zu bilden bzw. in die bis dahin operierenden polnischen Banden einzudringen.“
Das ist eine sorgfältig erarbeitete Formulierung die nur dazu da war um die Unfähigkeit und Versagen des MfS zu wenn nich zu vertuschen dann wenigstens die Greünde für das Versagen anzugeben, weil die Wirtschaftsdiversion von ungeahntem Außmaße di sich bis in die Mitte 1983 hinzieht werden die MfSler nicht verhindern und auch nicht eindämmen können.
So verleumderisch geschrieben wurden alle Jugoslawen generell des Schwarzhandels und ungerecht bezichtigt. Zu dem Zeitpunkt wo Jovanovski die ersten Uhren aus Wien bringt ist am Investitionsvorhaben der KAJIMA CORPORATION, Hotel Mecur ist Diekerhoff-Wiedmann und Tempobau aus Düsseldorf mit ihren NachunternehmerFirma Boasnjak und Krause mit deren bis zu 250 schwarz Beschäftigten – die waren in Westdeutschland nir-gendwo gemeldet waren – am Rohbau im Einsatz. Alle diese Schwarzarbeiter werden von der Bauleitung brutal ausgenutzt um um einen großen Teil des Verdienstes geprellt. Es kommt noch dazu dass die fast alle aus Herzegowina stammten, einer Teilrepublik wo das Schmuggeln und Schwarzhandel zu Kavalierdelikten zählten und kaum bestraft wurden, wenn es nicht um Rauschgift ging. Alle diese Schwarzarbeiter erschlichen nicht ihre langfriastige Aufenthaltserlaubnisse sondern erhielten die legal nach den zwischenstaatlichen Einreisenbestimmungen DDR und Jugoslawien. Wer auf eine Bau-stelle in der DDR delegiert wurde erhielt in seinen Pass POSLOVNO U DDR was überstzt bedeutete GESCHÄFTLICH IN DIE DDR. Anhand einer Bestätigung der örtlichen Baulei-tung erhielten die Jugoslawen die Aufenthaltsgenehmigung von der VOPO der DDR. Es kann anfänglich also nicht vom erschleichen infolge angeblich großzügigen zwischenstaat-lichen Regelungen gesprochen werden, die den Stand der Freundschaftsbeziehungen wie-derspiegelten. Dass der Verfasser dieser „Information“ die Ausschließlich ztu eigener Reinwaschung dienen sollte alle Jugoslawen praktisch zu Mitgliedern von kriminellen Banden abstempelt spiegelt eigentlich die Wut an die Beteiligten und Täter, deren Herr das MfS nicht werden konnte, worwiegend dank eigener Korruptheit und lückenhafter Kontrolle. Die Aufenthaltsgenehmigungen hätten von Anfang an für die Dauer des Bau-vorhaben erteilt werden. Im Rahmen der erst im August beginnenden umfangreichen Ermittlungen wir man zu tage fördern dass die Aufenthaltsgenehmigungen durch DM ge-kauft werden konnten. Eigentlich war das MdI in diesem Falle der wichtigste Täter der die angebliche Gründung von BVanden erst ermöglichte.
Es gab in diesem Sinne keine polnischen Banden di den Handel mit Quarzuhren in der DDR betrieben. Erst als die Jugoslawen kamen wurden die Polen die ersten Großabneh-mer von Jugoslawen.
„Durch die Bürger der SFRJ wurden teilweise neue Wege zur ungesetzlichen Einfuhr der Uhren von Wien über die CSSR und Wien BRD und Mißbrauch des spezifischen Transits erschlossen.“
Um über Zinnwald die Uhren aus Wien reinzuschmuggeln musste man die erst in die CSSR einschmuggeln, was das Risiko einer tiefen Zollkontrolle verdoppelte und sehr schnell „erschlossen“ die Jugoslawen die Möglichkeiten die die Transitregelung für den Schmuggel bot. Obwohl die Transitstrecke rund um die Uhr in voller Länge von der Abteilung TRANSITÜBERWACHUNG observiert wurde wurden di „wachen“ MfSler keines der zahlreichen Fuhren habhaft. Sie achteten auf Ausschleusung von Republik-flüchtlingen.
Schnell hat sich auif der Baustelle des Hotel Mercure in Lweipzig herumgesprochen, dass man durch den nichtgenehmigten ambulanten Handel mit Billiguhren viel geld verdienen kann und viele gingen zum lukrativeren Handel über, wo man viel. viel mehr und schnell Geld leicht verdienen konte. Der Schwarzhandel wurde zum Volksport unter Jugoslawen es entstand regelrechter Wettbewerb unter den Großhändlern, qwer mehr Uhren auf den Markt bringt und absetzt. Bekannt sind zwei Lieferungen von jeweils 50.000 Stück 1981.






