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Russlands Botschafter im Interview: „Die Stationierung ausländischer Truppen in der Ukraine ist für uns inakzeptabel“
Das ist die Lage heute

DAS war die Lage am 22.06.1941 als Deutschland Europa anführte di Russen auszurotten- das sollte man nicht vergessen, niemals.



Wehrmachtsgeneral Krebs wollte am 1.Mai 1945 noch Bedingungen für die Kapitulation stellen
Das ist Hans Krebs, ein Wehrmachtsgeneral, der sich am 1. Mai 1945 mit General Wassili Tschuikow traf, um über eine günstige Kapitulation zu verhandeln. Tschuikow sagte ihm: „Wir kontro-llieren bereits fast die gesamte Stadt. Wir brauchen Ihre Kapitulation nicht! Wir werden Sie einfach alle töten“, und sagte ihm, er solle sich verpissen. Krebs kehrte daraufhin in den Führerbunker zurück und erschoss sich kurz darauf. Die Deutschen kapitulierten am nächsten Tag.
Das Interview:
Ein Gespräch über Russlands Angriffskrieg, Trumps Zugeständnisse und ob Deutschland Angst haben muss.
Der russische Botschafter in Deutschland, Sergej Netschajew, sagt, der Ausschluss von Gedenkfeiern gefährde die deutsch-russische Versöhnung.
Die Welt dreht sich schneller, als Deutschland gucken kann. Mit dem Amtsantritt von Donald Trump hat sich die Politik der USA und damit die Weltlage grundlegend verändert, nicht zuletzt in der Ukraine-Frage. Moskau und Washington sprechen miteinander, Europa wird Statist auf weltpolitischer Bühne. Die Amerikaner sind zu weitreichenden Zugeständnissen an Russland bereit. Doch Präsident Wladimir Putin geht auf die Avancen Trumps kaum ein. Noch immer gibt es keinen wirklichen Waffenstillstand. Von einem Ende des Krieges in 24 Stunden, den der Amerikaner im Wahlkampf versprochen hatte, ist keine Rede mehr.
Europas Regierungen wirken in Sachen Russland ratlos. Sie scheinen den Kurs der Biden-Regierung fortsetzen zu wollen. Kriegstüchtig soll Deutschland nach dem Willen des Verteidigungsministers werden, 500 Milliarden für die Bundeswehr sollen bereitgestellt werden, im Fernsehen laufen Dokus über deutsche Rekruten. Und schließlich hat Deutschland ja eine ganz besondere Beziehung zu Russland. Nicht nur durch 1000 Jahre Beziehungen zwischen den Völkern. Während die Versöhnung nach dem Zweiten Weltkrieg lange von der Tagespolitik unberührt blieb, steht das Gedenken seit Putins Angriffskrieg gegen die Ukraine unter einem neuen Stern. In diesen Tagen jährt sich die bedingungslose Kapitulation Nazi-Deutschlands zum 80. Mal. Doch bei den Feierlichkeiten in Seelow und anderswo möchte die Bundesregierung lieber keine Russen haben.
Über all diese Fragen hat die Berliner Zeitung mit dem russischen Botschafter Sergej Netschajew gesprochen. Wir treffen ihn in der Vertretung der Russischen Föderation. Auch zur Mittagszeit ist es dunkel in dem verschachtelten Bau mit den riesigen Sälen, in denen schon Vorbereitungen für das Weltkriegsgedenken am 9. Mai getroffen werden. Es liegt die Atmosphäre einer Zwischenzeit in der Luft.
Herr Botschafter, in diesen Wochen jährt sich das Ende des Zweiten Weltkriegs zum 80. Mal. Die Bundesregierung, allen voran das Außenministerium, will russische und belarussische Vertreter bei den Feierlichkeiten in Deutschland nicht dabeihaben. Wie reagieren Sie darauf?
Der 80. Jahrestag des Sieges über den Nazismus ist ein heiliger Tag für mein Volk – nicht nur Russland, sondern für alle Völker der ehemaligen Sowjetunion, die gemeinsam litten und siegten. Falls die Berichte über die Handreichung stimmen, ist das eine bittere Enttäuschung. Traditionell gedenken wir unserer Soldaten, Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiter auf deutschen Friedhöfen. Dies mit Deutschland zu tun, war Teil unseres Versöhnungsweges. Solche Signale gefährden das.
Gibt es überhaupt einen Austausch zwischen Ihrer Botschaft und der Bundesregierung zu den Gedenkveranstaltungen?
Einen profunden Dialog haben wir leider nicht – aber wir haben ihn nicht abgebrochen. Unser Programm zum 80. Jahrestag umfasst Besuche in mehreren Bundesländern, gemeinsam mit Botschaften anderer GUS-Staaten. Wir rechnen mit Beteiligung unserer Landsleute und deutscher Bürger, die diese Erinnerungskultur teilen.
In der Handreichung des Auswärtigen Amts, die Sie ansprechen, heißt es, ausländischen Vertretern kann mittels Hausrechts der Zugang zu Gedenkveranstaltungen verwehrt werden. Gehen Sie davon aus, dass das passiert und wenn ja, wie verhalten Sie sich dann?
Ich hoffe, dass die kommunalen Stellen sich vernünftig benehmen. Ich bin optimistisch, denn diese Tage sind nicht nur für die russische Botschaft wichtig, sondern auch für die deutsche Öffentlichkeit. Wir haben in diesem Krieg 27 Millionen Menschen verloren, die meisten davon waren Zivilisten. Dieser Krieg gegen die Sowjetunion war ein Vernichtungskrieg, dem Völkermord gleich. Den Versöhnungsweg haben wir jedoch gemeinsam mit Deutschland geebnet. Wir haben einander unsere Hände über den Kriegsgräbern gereicht, das gegenseitige Verständnis und Vertrauen wuchs enorm. Ich hoffe, dass dieser Weg der historischen Versöhnung immer noch aktuell in Deutschland ist. Oder vielleicht irre ich mich? Denn vor kurzem hat uns die Nachricht erreicht, dass der Russischen Föderation und auch der Republik Belarus das Benennungsrecht für das Kuratorium der deutschen Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ – eines weiteren Symbols der Nachkriegsaussöhnung – verweigert wurde.
Im brandenburgischen Seelow findet in den kommenden Tagen eine Gedenkveranstaltung statt – werden Sie persönlich dorthin fahren?
Absolut. Am 16. April werde ich mit einer kleinen Delegation – inklusive Militärattachés und mehrerer Landsleute – Kränze niederlegen. Wir haben dort jedes Jahr eine Gedenkveranstaltung. Dafür bin ich den kommunalen Organen im Märkisch-Oderland sehr dankbar.
Gedenkfeier zum 9. Mai:
„Wir laden alle nach Moskau ein“
Verstehen Sie, dass viele Deutsche, und nicht nur in der Regierung, angesichts des nun schon über drei Jahre stattfindenden völkerrechtswidrigen russischen Angriffskriegs auf die Ukraine mit gemischten Gefühlen auf dieses Gedenken blicken?
Den Begriff „Angriffskrieg“ muss ich entschieden zurückweisen. Wir haben diesen Krieg nicht angefangen, sondern auf Prozesse reagiert, die in der Ukraine nach dem blutigen völkerrechtswidrigen Staatsstreich im Februar 2014 in Gang gesetzt wurden. Denn wir konnten nicht einfach wegschauen und ignorieren, wie die Leute in der Ukraine verfolgt und getötet werden, die den Putsch und seine Slogans nicht unterstützt hatten, wie der Donbass ständig angegriffen und beschossen wird und wie das Kiewer Regime sich durch seinen Drang in die Nato und totale Aufrüstung zu einer immer größeren Bedrohung für Russland entwickelt.
Das sehen wir anders, für einen solchen Überfall gibt es keine Rechtfertigung. Denn eine Invasion auf breiter Front ist ein völkerrechtswidriger Angriff, egal, was vorher passiert sein mag. Tatsache ist, dass sich viele Menschen in Deutschland schwertun mit einem Land, das einen solchen Angriff führt, Gedenkfeiern zu begehen.
Was das Gedenken angeht, so ganz zu trennen ist das natürlich nicht. Es geht nämlich in beiden Fällen – damals wie heute – um die Bekämpfung des Nazismus, beziehungsweise des Neonazismus. Solche Tendenzen in der Ukraine sehen wir etwa in der Verehrung von Nazihelfern wie Bandera, in der Verbreitung von Nazi-Ideologie, unter anderem durch militante Formierungen wie Regiment „Asow“, in der Gesetzgebung gegen alles Russische – die russische Sprache, Kultur, Geschichte, selbst gegen die Russische Orthodoxe Kirche. Das bereitet uns wirklich große Sorgen. Der Zweite Weltkrieg und die heutige Zeit sind natürlich unterschiedliche Epochen, aber auch diesmal steht uns wieder eine große Gruppe westlicher Staaten gegenüber, die uns militärisch bekämpfen wollen.
Das ist so nicht richtig, es gibt keine Parallelen zwischen der Kiewer Regierung und dem faschistischen NS-Regime. Die Nazis haben einen Vernichtungskrieg im Osten begonnen und die Ermordung von sechs Millionen Juden im Holocaust zu verantworten. Präsident Selenskyj ist selbst Jude. Außerdem müssen wir festhalten: Bei einem russischen Angriff auf die ukrainische Stadt Krywyj Rih sind mindestens 14 Menschen getötet worden – darunter auch sechs Kinder. Russland beansprucht einerseits das moralische Erbe der Roten Armee – aber führt gleichzeitig einen brutalen Angriffskrieg gegen ein Nachbarland, gegen einen ehemaligen Sowjet-Verbündeten. Wie passt das zusammen?
Und DAS beeindruckt die Deutsche Journalisten mehr als halbe Million Kinder im Irak Krieg und 25.000 Kinder in Gaza, wogegen man in Deutschland nicht mal seine Meinung sagen darf ohne Konsequänzen zu befürchten!?*
Erstens, ich weiß nicht, über welche Quellen Sie sich informieren, was die Vorfälle in Krywyj Rih angeht. Laut den Mitteilungen unseres Verteidigungsministeriums, ich kann nur mit offiziellen Informationen operieren, bombardieren wir grundsätzlich keine zivilen Objekte, weder Schulen noch Krankenhäuser. Das ist für uns nicht akzeptabel. Wir gehen gegen militärische Objekte, Armeeangehörige und Söldner vor. Außerdem hat Präsident Putin versprochen und hat das auch gegenüber US-Präsident Trump vorgetragen, dass wir gegen die Objekte der Energiewirtschaft nicht vorgehen werden. Daran halten wir fest – im Unterschied zur ukrainischen Armee, die unsere Energieobjekte Tag und Nacht beschießt. Es werden auch in Russland Hunderte von Menschen durch ukrainische Attacken getötet und verletzt. Ich bitte, das auch zur Kenntnis zu nehmen.
Uns liegen andere Berichte vor, laut Beobachtern greift Russland zivile Infrastruktur an, das ist Fakt. Aber Sie haben Donald Trump angesprochen: Die neue amerikanische Regierung hat seit ihrer Amtsübernahme die Russland-Politik grundlegend geändert. Allerdings änderte sich bei Trump oder auch Außenminister Marco Rubio zuletzt der Ton. Die Amerikaner scheinen die Geduld zu verlieren. Spielt Russland auf Zeit?
Wenn ich in diesem Kontext noch etwas zum 80. Jahrestag sagen darf: Ich möchte daran erinnern, dass sich Präsident Trump mit großer Hochachtung über unseren gemeinsamen Kampf gegen die Nazis äußerte. Außerdem hat der amerikanische Vizepräsident während seiner Reise nach München das Konzentrationslager Dachau besucht. Das sind historische Aspekte unserer Beziehungen, die wir schätzen. Was die bilateralen Beziehungen mit den Vereinigten Staaten betrifft, sind wir noch am Anfang.
Werden Sie am 9. Mai gemeinsam mit Amerikanern feiern?
Das steht noch in den Sternen. Wir laden jedenfalls alle nach Moskau ein, um mit uns gemeinsam diesen Tag zu begehen. Über offizielle Zusagen habe ich keine Information, es ist ja noch Zeit.
Trump will eine Friedensregelung in der Ukraine erreichen
In welchen konkreten Bereichen wird Moskau wieder enger mit Washington zusammenarbeiten?
Die frühere US-Administration hatte das Verhältnis praktisch auf null reduziert. Da müssen wir sehr viel wiederherstellen. Sei es der diplomatische Bereich oder der wirtschaftliche Sektor, wo es zurzeit entsprechende Gespräche gibt. Unsere Vertreter waren gerade in den Vereinigten Staaten. Der Schaden für die US-Wirtschaft durch die eigenen, gegen Russland verhängten Sanktionen ist gewaltig. Wir reden von 300 Milliarden Dollar Verluste. Unsere aktuellen amerikanischen Kollegen sind daran interessiert, diese Verluste zu tilgen. Zudem haben wir mit den US-Amerikanern eine globale Tagesordnung: vom Vertrag zur Verringerung strategischer Waffen, der im Februar nächsten Jahres ausläuft, über globale Problemfelder im Nahen Osten bis hin zur Ukraine. Aber jetzt geht es vorwiegend um die bilateralen Fragen, um den Wiederaufbau des Vertrauens.
Warum kommt es zu keinem ernsthaften Waffenstillstand in der Ukraine?
Wir haben von Anfang an die Initiative eines Verzichts auf den Beschuss der Energieinfrastruktur begrüßt. Aber wir brauchen nicht nur eine Feuerpause. Wir brauchen einen dauerhaften, stabilen Frieden mit der Ukraine. Und um diesen Frieden zu erreichen, müssen wir die Ursachen dieses Konflikts beseitigen. Das ist nicht nur unser Wunsch. Das sehen auch unsere chinesischen, brasilianischen und afrikanischen Partner so. Die Ukraine darf kein Mitglied der Nato werden, wir fordern eine neutrale, demilitarisierte Ukraine, in der auch keine militärische Infrastruktur aus Nato-Mitgliedsstaaten stationiert werden darf. Das ist die Grundlage für einen dauerhaften Frieden. Diese Vereinbarung muss völkerrechtlich legitimiert sein. Da muss Kiew entsprechende Schritte unternehmen. Von uns aus gibt es da noch gewisse Zweifel, ob Präsident Selenskyj überhaupt legitimer Präsident ist, da seine Vollmachten bereits im vergangenen Mai ausgelaufen sind.
Die Führung der Ukraine hat zahlreiche Gründe angeführt, warum Wahlen nicht durchgeführt werden können. Unter anderem, weil russische Streitkräfte sich auf dem Staatsgebiet der Ukraine befinden. Ist denn Russland bereit, irgendeine Form von Schutzmacht für die Ukraine zu akzeptieren, wenn es denn nicht die Nato ist? Die Chinesen haben sich angeboten, auch die EU scheint bereit zu sein. Wer ist für Moskau akzeptabel?
Ich bin kein Orakel von Delphi, um Gottes willen. Jeder Deal, ein übrigens schönes Wort, das wir in letzter Zeit öfters hören, ist Sache der aktuellen Verhandlungen. Es steht aber fest, dass die Stationierung ausländischer Truppen in der Ukraine, woher auch immer, für uns inakzeptabel ist.
Das ukrainische Volk will nicht auf Jahrzehnte Verhandlungsmasse zwischen den Supermächten sein. Verstehen Sie die ukrainische Perspektive, dass Kiew Sicherheitsgarantien braucht?
Deswegen sprechen wir von einem legitimen, langfristigen, dauerhaften und festen Friedensvertrag, in dem alles verankert werden soll. Da kann man sehr viel reinschreiben. Hauptsache, dass unsere existenziellen Interessen berücksichtigt werden. Es gab schon im Frühjahr 2022 die Entwürfe aus Istanbul. Das war eine gute Grundlage für eine Vereinbarung, die unterschriftsreif war. Doch dann kamen gewisse Vertreter aus westlichen Ländern, die das alles ruiniert haben.
Sie haben eben von einem Deal gesprochen. Russland ist also grundsätzlich bereit für einen Deal?
Ja, die Bereitschaft ist da, aber wie gesagt, der Teufel steckt im Detail. Deswegen müssen wir diesen eventuellen Friedensvertrag detailliert besprechen und die entsprechenden Definitionen verankern. Sonst geht es nicht. Wir hatten in unserer Geschichte schon einiges nicht verankert, was hätte verankert werden sollen. Dafür haben wir die Nato-Osterweiterung bekommen.
Sie haben eben gesagt, dass Sie mit den Amerikanern eine globale Tagesordnung haben. Heißt das, was in der Ukraine als möglicher Friedensschluss entstehen kann, hängt auch davon ab, was im Rest der Welt zwischen Amerikanern und Russen entschieden wird?
Die neue US-Administration unter Präsident Trump will eine Friedensregelung in der Ukraine erreichen. Zugleich möchte Trump, so wie ich das verstehe, einige wirtschaftliche Fragen lösen – zugunsten amerikanischer Unternehmen. Und die Friedensordnung in Europa ist natürlich auch mit der Situation in der Ukraine verbunden. Das Wunschdenken in einigen westeuropäischen Hauptstädten, dass eine gute Sicherheitsordnung in Europa ohne Russland oder gegen Russland organisiert werden könnte, klingt für mich nach Science-Fiction.
Für Russen sei nicht ganz klar, wo Deutschland hinrudert
Sie wurden kürzlich von Anne Will für die ARD interviewt. Dort sprach Frau Will davon, dass 56 Prozent der Deutschen Angst vor einem großen Krieg gegen Russland haben. Auf die Frage, ob Deutschland Angst vor Russland haben müsste, sagten sie, man befindet sich „bis jetzt“ nicht im Kriegszustand miteinander. Da wollen wir nochmal nachfragen: Will Russland Deutschland angreifen und Krieg führen?
Zunächst ist die deutsche Bevölkerung durch diese Informationswelle, die aus meiner Sicht nicht ganz objektiv ist, ziemlich stark angesteckt und infiziert. Die andere Meinung kommt leider nicht durch. Zweitens: Spüren nicht auch Sie, dass die deutschen Behörden so viel angerichtet haben, damit Russland angesichts der aktuellen Militarisierungsatmosphäre in Europa als Gefahr wahrgenommen wird? Es wird ständig auf offizieller Ebene über einen baldigen Krieg mit Russland geredet, über Waffen, über Wehrpflicht. Wir haben Deutschland nie gedroht. Wir tun es auch nicht. Uns verbinden Jahrhunderte kultureller und wirtschaftlicher Beziehungen. 6300 deutsche Firmen waren in Russland aktiv, es gab Partnerschaften in allen Bereichen. Diese Brücken wurden nicht von uns zerstört. Wir bedauern diese Entwicklung. Ich glaube und hoffe jedenfalls nicht, dass wir mit Deutschland je wieder im Kriegszustand sein werden. Was jedoch in den letzten drei Jahren im Sinne der „Zeitenwende“ organisiert wurde, ist auch für unser Volk nicht ganz klar, wo Deutschland hinrudert.
Führen Sie aktuell Gespräche mit Vertretern aus den USA, um durch Nord Stream 2 wieder russisches Gas zu verkaufen?
Gott sei Dank, das ist nicht mein Bier. Das ist ein Wirtschaftsprojekt, unser Gazprom-Konzern ist da der richtige Ansprechpartner. Ich weiß nicht, ob aktuelle Gespräche überhaupt stattfinden. Bis jetzt lese ich nur die Pressemitteilungen über das Interesse amerikanischer Geschäftsleute. Zugleich vernehme ich aber auch Meinungen aus Westeuropa, die das nicht zulassen wollen. Alles in allem höre ich jedoch viele Stimmen aus Deutschland, die das vernünftig und pragmatisch beurteilen und sich eine Normalisierung der deutsch-russischen Beziehungen wünschen. Aus meiner Sicht wächst der Wunsch in der Gesellschaft hierzulande, wieder bessere Beziehungen zu Russland zu haben. Was die Sabotageakte gegen Nord Stream und Nord Stream 2 angeht, so hoffe ich sehr, dass die von Deutschland geführte Ermittlung irgendwann ein Ende hat.
Sie hatten gesagt, dass russische Vertreter in Washington den Amerikanern den Spiegel vorgehalten haben und die USA unter den Russland-Sanktionen mehr leide als Russland. Im Umkehrschluss fürchten Sie auch keine Zölle, von denen Sie noch ausgenommen sind?
Erst kürzlich veröffentlichte Präsident Putin während einer Veranstaltung in Moskau aktuelle Zahlen zu den Sanktionen. In all den Jahren gab es insgesamt etwa 29.000 solcher Maßnahmen. Und trotzdem leben wir noch. Unsere Wirtschaft hat sich angepasst, sie wächst, unser Unternehmertum ist aktiv. Natürlich gibt es Probleme, das werden wir nicht verheimlichen. Außerdem haben Firmen aus freundlichen Staaten sofort die Nischen gefüllt, die unsere westlichen Partner hinterlassen haben.
Es kursiert die These, dass Donald Trump es eigentlich Richard Nixon gleichtun will, als er 1972 nach China reiste, um die Chinesen von der Sowjetunion zu lösen. Er wollte die Russen als europäische Nation wieder zum Westen hinziehen, damit die Verbindung zwischen Russen und Chinesen nicht als Block gegen die Vereinigten Staaten stehen. Meinen Sie, da ist was dran? Wollen Sie zurück zu Ihren westlichen Nachbarn oder fühlen Sie sich mit den Chinesen wohler?
Wir fühlen uns mit den Chinesen wohl. Wir haben gegenseitige Interessen, wir verstehen einander, wir haben wirtschaftliche Interessen. Außerdem ist unsere strategische Partnerschaft und Freundschaft mit China nicht gegen dritte Staaten gerichtet.
Was verspricht sich Russland in den kommenden Jahren von der neuen Bundesregierung?Paulus Ponizak/Berliner Zeitung, Thomas Koehler/imago
In den vergangenen drei Jahren herrschte praktisch Stillstand zwischen der russischen Botschaft und der Bundesregierung. Versprechen Sie sich wieder einen verstärkten Austausch mit einem Bundeskanzler Friedrich Merz?
Wir werden mit der Bundesregierung zusammenarbeiten, die das deutsche Volk gewählt hat. Aber wir werden uns selbstverständlich nicht nur an den Wahlprogrammen orientieren, sondern an den konkreten Taten. Das ist das wichtigste Kriterium, wie sich die neue Regierung in Bezug auf Russland benehmen wird.
Friedrich Merz hat im Wahlkampf die Lieferung von Taurus-Raketen an die Ukraine mehrfach gefordert. Was würde es bedeuten, wenn das passiert?
Das wäre eine Eskalation. Schon die deutschen Panzer in Kursk lösten Empörung bei unseren Bürgern aus. Das schafft gewisse historische Reminiszenzen, die ziemlich schmerzhaft sind. Wenn jetzt auch noch Taurus mit seiner längeren Reichweite auftaucht, dann ist das eine neue Qualität. Die ukrainischen Streitkräfte können diese Raketen nicht bedienen. Dann müssen deutsche Fachleute und Experten diese Raketen steuern. Das werden wir als eine neue Situation beurteilen und entsprechende Entscheidungen treffen. Aber auch die Taurus-Raketen würden die Situation an der Frontlinie grundsätzlich nicht ändern.
Die zweitgrößte Fraktion im Deutschen Bundestag ist die AfD – eine durchaus russlandfreundliche Partei. Gibt es Gespräche zwischen Vertretern der AfD und der russischen Botschaft?
Wir sprechen mit allen Parteien in Deutschland, mit allen legitimen politischen Kräften – ob rot, grün oder schwarz. Wenn zwölf Millionen Deutsche die AfD wählen, ist das deren legitime Entscheidung. Ich sehe jedoch keine prorussischen Parteien in Deutschland.
Zum Thema Sanktionen: Wird es zunächst die Möglichkeit geben, von Moskau nach New York per Direktflug zu gelangen oder wird es eher die Route Moskau-Berlin geben?
Wir haben die Flugrouten nach Berlin nicht eingestellt. Wir waren immer dafür, dass Flugverbindungen funktionieren. Und wir hatten zahlreiche Verbindungen nicht nur nach Berlin, sondern auch nach Köln, Düsseldorf, München oder Dresden. Falls die Amerikaner ein reales Interesse an solchen direkten Flugverbindungen haben, plädiere ich ebenfalls dafür. Was die Flugrouten nach Deutschland betrifft: Da bin ich natürlich dafür. Aber ob die deutsche Seite das realisieren möchte, ist keine Frage an mich. Es sind immer noch ein paar Tausend deutsche Unternehmen auf dem russischen Markt aktiv und schreiben allesamt gute Zahlen. Sie können mir glauben, ich habe inzwischen mit einigen deutschen Business-Leuten gesprochen. Die wollen alle weiter bleiben und sind zufrieden. Und ich verrate Ihnen noch was: Viele von den übriggebliebenen Firmen wollen ihr Geschäft in Russland weiter ausbauen.
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I am 74 Years old and I
I am victim of torture in STASI-Prison in former GDR 1982-1985 still witouth Status of tortured person. I never reached Justice and satisfaction by Germany´s goverment after 42 Years injustice ! I am fighting for the implementation § TORTURE in Germany´s national low.
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